DIE FORMIERUNG DER BEKENNENDEN KIRCHE
IM KAMPF GEGEN DEUTSCHCHRISTLICHE POSITIONEN
Der evangelische Kirchenkampf 1933-34
Hausarbeit
im Fach Kirchengeschichte IV
an der Evangelischen Fachhochschule Berlin
Robert Stenzel
15. März 2003
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. SITUATION NACH 1919 ..2
2. DIE DEUTSCHEN CHRISTEN 5
3. DIE BEKENNENDE KIRCHE 8
4. ZUSAMMENFASSUNG 13
LITERATURVERZEICHNIS 15
DOKUMENTE
ANHANG I – RICHTLINIEN DER GLAUBENSBEWEGUNG DEUTSCHE CHRISTEN 26. MAI 1932 ..I
ANHANG II – THEOLOGISCHE ERKLÄRUNG DER BEKENNTNISSYNODE VON BARMEN 29.-31. MAI 1934 .. III
Einleitung
Durch das Thema des letzten Semesters im Seminar Kirchengeschichte, durch die Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen und durch die Begegnung mit couragierten Persönlichkeiten begann ich mich für die „Bekennende Kirche“ bzw. den kirchlichen Widerstand im Dritten Reich zu interessieren. Die Zeit des Nationalsozialismus ist ein Kapitel der Geschichte, mit dem man sich gar nicht oft und ausführlich genug auseinandersetzen kann. So entstand meine Motivation, mich mit der Entstehung der Bekennenden Kirche im Rahmen einer Hausarbeit zu befassen. Um Form und Umfang dieser Arbeit zu wahren, soll sich in der Bearbeitung auf die Jahre 1932 bis 1934 beschränkt werden. Dennoch werde ich kurz die Situation nach 1919 darstellen, um einen geeigneten Einstieg in das Thema zu finden. Auch die Darstellungen zu den Deutschen Christen werden überblicksartig gestaltet. Etwas ausführlicher werde ich dann die Positionen und Ziele der Bekennenden Kirche herausarbeiten. Dadurch schlägt diese Hausarbeit einen weiten geschichtlichen Bogen von 1919 bis 1934. Dies kann nur gelingen, indem gekürzt und gestrafft wird. Es kann in dieser Arbeit nicht darum gehen, die Wandlung der evangelischen Theologie in der Zeit von 1919 bis 1933/34 ausführlich zu behandeln, obwohl es für das Verständnis der Differenz zwischen Deutschen Christen und Bekennender Kirche hilfreich wäre; dieses Thema bedarf jedoch einer eigenständigen Hausarbeit. Für die Ausarbeitung einiger Passagen, besonders zur Vorgeschichte und zu den Deutschen Christen, stütze ich mich insbesondere auf Scholder1, da ich dieses zweibändige Werk für äußerst informativ, reichhaltig und für die Bearbeitung dieses Themas nicht zuletzt wegen seines Umfangs sehr geeignet halte. Einleitung
Durch das Thema des letzten Semesters im Seminar Kirchengeschichte, durch die Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen und durch die Begegnung mit couragierten Persönlichkeiten begann ich mich für die „Bekennende Kirche“ bzw. den kirchlichen Widerstand im Dritten Reich zu interessieren. Die Zeit des Nationalsozialismus ist ein Kapitel der Geschichte, mit dem man sich gar nicht oft und ausführlich genug auseinandersetzen kann. So entstand meine Motivation, mich mit der Entstehung der Bekennenden Kirche im Rahmen einer Hausarbeit zu befassen. Um Form und Umfang dieser Arbeit zu wahren, soll sich in der Bearbeitung auf die Jahre 1932 bis 1934 beschränkt werden. Dennoch werde ich kurz die Situation nach 1919 darstellen, um einen geeigneten Einstieg in das Thema zu finden. Auch die Darstellungen zu den Deutschen Christen werden überblicksartig gestaltet. Etwas ausführlicher werde ich dann die Positionen und Ziele der Bekennenden Kirche herausarbeiten. Dadurch schlägt diese Hausarbeit einen weiten geschichtlichen Bogen von 1919 bis 1934. Dies kann nur gelingen, indem gekürzt und gestrafft wird. Es kann in dieser Arbeit nicht darum gehen, die Wandlung der evangelischen Theologie in der Zeit von 1919 bis 1933/34 ausführlich zu behandeln, obwohl es für das Verständnis der Differenz zwischen Deutschen Christen und Bekennender Kirche hilfreich wäre; dieses Thema bedarf jedoch einer eigenständigen Hausarbeit. Für die Ausarbeitung einiger Passagen, besonders zur Vorgeschichte und zu den Deutschen Christen, stütze ich mich insbesondere auf Scholder1, da ich dieses zweibändige Werk für äußerst informativ, reichhaltig und für die Bearbeitung dieses Themas nicht zuletzt wegen seines Umfangs sehr geeignet halte.
1 Scholder 1980 und Scholder 1985
1. Situation nach 1919
Der Erste Weltkrieg, verbunden mit dem Wegfall der Monarchie und der Installation der Weimarer Verfassung von 1919, bedeutete für das protestantische Christentum in Deutschland einen tiefen Einschnitt. Durch das Ende des landesherrlichen Kirchenregiments stand der deutsche Protestantismus erstmals vor der Aufgabe, „unabhängig von staatlicher Bevormundung eine seinem eigenen Wesen entsprechende Kirchenverfassung zu entwickeln.“2 Damit verbunden war auch die Aufgabe der „Neuregelung des Verhältnisses von Kirche und Staat“.3 Was letzteres betrifft, so erscholl in weiten Kreisen der Ruf nach der vollständigen Trennung von Kirche und Staat. Da es bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Staatskirche im engeren Sinn nicht mehr gegeben hatte (durch die Installation kirchlicher Selbstverwaltungsformen), konnte diese Forderung nur bedeuten, der Kirche alle in der Öffentlichkeit gewährten Privilegien zu entziehen, den Religionsunterricht an den Schulen einzustellen, die theologischen Fakultäten an staatlichen Hochschulen zu schließen und alle finanziellen Hilfsleistungen einzustellen. Eine derartige Trennung der Kirche vom Staat existierte in Frankreich seit 1905 und in Russland seit 1917, wurde jedoch mit der Weimarer Verfassung in Deutschland 1919 nicht umgesetzt. Es wurde lediglich die aus der Paulskirchenverfassung stammende Bestimmung übernommen, nach der „keine Staatskirche bestehe und jede Religionsgemeinschaft ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle gültigen Gesetzes ordne und verwalte“.4 Mit dieser Bestimmung behielten die Kirchen „den Status öffentlich-rechtlicher Körperschaften, das Recht der Steuererhebung von ihren Mitgliedern, [...] die [...] theologischen Fakultäten an den staatlichen Hochschulen und den Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach an den Schulen, allerdings mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen.“5 Damit war die Stellung der Kirchen im Staat verfassungsmäßig geregelt. Die wechselseitigen Beziehungen wurden mit Konkordaten und Kirchenverträgen verabredet und fixiert.
[....]
1 Scholder 1980 und Scholder 1985
2 Wallmann 2000, S.256
3 Ebd., S. 262
4 Weimarer Reichsverfassung, Artikel 137. Zitiert nach Wallmann 2000, S.263
5 Wallmann 2000, S. 263
Arbeit zitieren:
Robert Stenzel, 2003, Die Formierung der Bekennenden Kirche im Kampf gegen Deutschchristliche Positionen - Der evangelische Kirchenkampf 1933-34, München, GRIN Verlag GmbH
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