Eberhard - Karls - Universität Tübingen
Historisches Seminar/ Abteilung der Alten Geschichte
SS 2001
Proseminar: Der Übergang von der Republik zum Prinzipat
Datum: 12.10.2001
Das Verhältnis zwischen Augustus und Senat zu
Inhaltsverzeichnis
Einleitung I. 2
Die Vorgeschichte II. 2
Octavians Aufstieg zur Macht II. 1 2
II. 2. Octavians Bruch mit Antonius 5
Tradition - Ausgangsbasis für d. neue pol. Ordnung III. 6
III. 1. Octavians gespaltenes Verhältnis zur Tradition 6
III. 2. Legitimationsfunktion der Tradition 7
III. 3. Der Senatorenstand u. seine pol. Gewichtung i. d. damal. Rep. 8
Die Verschmelzung d. Rep. m. d. Anspruch auf Alleinherrs. IV. 9
IV. 1. Wichtigste Faktoren für die Verschmelzung 9
IV. 1.1. Der Senat 9
IV. 1.2. Die Magistratur 9
IV. 1.3. Der Staatsakt des Jahres 27 v. Chr. 10
IV. 1.3.1. Die Ausgangsbasis 10
IV. 1.3.2. Die zensorische Gewalt 11
IV. 1.3.3. Das Konsulat 12
IV. 1.3.4. Der Auftakt zum Staatsakt 12
IV. 1.3.5. Der eigentliche Staatsakt 13
IV. 1.3.5.1. Die Senatssitzung am 13. Januar 27 v. Chr. 13
IV. 1.3.5.2. Die Ehrungen des Senats an Augustus 15
IV. 1.3.5.3. Die „tribunicia potestas“ 16
IV. 1.3.6. Die Senatskommission 17
IV. 2. Politische und soziale Einflussfaktoren auf den Senatorenstand 18
Schluss V. 19
Literaturverzeichnis VI 20
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I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit wird sich im Folgenden mit der Analyse des Verhältnisses zwischen Augustus und dem Senat beschäftigen. Der Schwerpunkt wird dabei auf der Beschreibung von Kontinuität und Wandel in Bezug auf die moralischen und traditionellen Werte der späten Republik und ihre Übernahme, bzw. ihre Einarbeitung in die neue staatliche Ordnung, dem sog. Prinzipat, liegen. Der zeitliche Schwerpunkt wird dabei auf die erste „ lectio senatus “ 27 v. Chr. liegen, Des weiteren werden wichtige Ereignisse aus dem Jahre 23 v. Chr. mit einbezogen. Die Arbeit analysiert wieso Augustus von sich behauptet die Republik 27 v. Chr. wiederhergestellt zu haben und wie beispiellos seine Machtbefugnisse waren, bezogen auf eine Einzelperson, im Vergleich zu der späten Republik. Sie wird sich ebenso näher der Verleihung der „ tribunicia potestas “ und dem „ imperium proconsulare “ an Augustus durch den Senat, im Zuge des sogenannten 1. und 2. Staatsaktes widmen. Auf Grund dieser Untersuchung wird hier auch auf die traditionellen spätrepublikanischen Begrenzungsmittel der Macht eingegangen, die da wären „Annuität“ und „Kollegialität“.
Die Arbeit wird auch der Vorgeschichte ihren berechtigten Platz einräumen. Es ist führ das Verständnis unabdingbar den Weg zur Macht, den Augustus ging kurz zu beschreiben. In den Nachfolgenden Kapiteln werde ich dann davon ausgehen, an Hand der Kompetenzen des Princeps, die Macht des Senats ins Verhältnis zu bringen.
II. Die Vorgeschichte
II. 1 Octavians Aufstieg zur Macht
Augustus kam als Gaius Octavian am 23. September 63 v. Chr. In Rom als schlichter Mann zur Welt. Sein Vater hieß ebenfalls Gaius Octavius und war der erste in der Familie, der es bis zum Senator gebracht hatte, doch er starb, als sein Sohn erst vier Jahre alt war. Es war die Mutter, die über gute gesellschaftliche Beziehungen zu den Patrizier Familien verfügte. Sie war die Tochter Julias, einer Schwester des Julius Caesar. Augustus profitierte durch diese Verbindung seiner Mutter bei seinen ersten politischen Versuchen. Wie es zur spätrepublikanischen Zeit üblich geworden war,
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musste man sich politisches Fortkommen durch militärischen Ruhm erwerben, wobei sich die Verbindung Octavians zu Julius Cäsar als sehr nützlich erwies. Octavian diente unter Julius Cäsar beim Spanienfeldzug von 46 v. Chr. und sollte beim geplanten Krieg gegen die Parther von 44 v. Chr. ein hochrangiges Kommando erhalten. Octavian war zu dieser Zeit erst achtzehn Jahre alt, was nicht erst heute unüblich für solch ein Amt ist. Cäsar wurde durch Brutus 44 v. Chr nach einer Senatssitzung ermordet bevor er gegen die Parther ziehen konnte. Octavian hielt sich zu der Zeit in Illyrien auf, wo er den Feldzug plante. Als Octavian von der Ermordung Cäsars hörte, kehrte er Umgehend nach Rom zurück. Er wollte wohl nicht gleich zu Beginn den gleichen Fehler wie Cäsar begehen, der sich auch gerade in entscheidenden Situationen zu häufig nicht in Rom, in dem eigentlichen Machtzentrum, dem Standort des Senates, aufgehalten hatte. Zu häufig war Cäsar mit seinen Feldherr Qualitäten beschäftigt und bemerkte nicht, wie sich in Rom politisch gesehen, die Schlinge um seinen Hals zuzog, weil die oppositionellen Kräfte immer mehr an Zuspruch gewannen. Der Opposition in Rom missfielen die monarchischen Strukturen, die Cäsar errichtet hatte. Zu offensichtlich hatte Cäsar seinen diktatorischen Anspruch zur Schau gestellt und den Senatorenstand, wie die gesamte Nobilität brüskiert. Aus den Fehlern seines Vorgängers sollte Octavian lernen und außerdem schaffte er es für eine bessere Ausgewogenheit seines Aufenthaltes sorgen.
Auf seiner Rückkehr nach Rom erfuhr Octavian, dass ihn Cäsar in seinem Testament adoptiert hatte und er somit zu seinem „ Divi filius “ wurde. Dieser Begriff findet sich später in dem Kaisertitel Octavians wieder. Er selbst verweist während seiner Amtszeit immer wieder auf diesen für ihn so günstigen Zustand und brachte damit den sogenannten „Augustuskult“ voran. Zuerst in den Ostprovinzen, wo die Untertanen es seit langem gewohnt waren, ihre Herrscher schon zu Lebzeiten als Götter zu verehren.
Die Adoption durch Cäsar ließ ihn nicht daran zweifeln, dass er sein rechtlicher Nachfolger sei und bereit war die Macht in Rom zu übernehmen. Doch es waren die beiden Konsuln Marcus Antonius und Aemilius Lepidus die die Macht in Rom besaßen und das Amt der Konsuln bekleideten. Die beiden Konsuln drängten auf Kompromisse und Amnestie gegenüber den Cäsarmördern. Octavian akzeptierte diese diplomatische Politik gegenüber den Cäsarmördern nicht und brachte somit die Cäsaranhänger, taktisch klug, auf seine Seite. Falls sie allein durch die Tatsache ,
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dass er der „ Divi filius “ des Cäsar war, nicht sowieso schon auf seiner Seite standen. Diese Begebenheit war für Augustus allerdings nicht nur eine Gabe die ihm sozusagen umsonst in den Schoß fiel, sondern es wurden dadurch an ihn auch bestimmte Erwartungen gestellt. So war die unversöhnliche Vergeltung der Ermordung seines Vaters unerlässlich. Das war es, was man von ihm zu dieser Zeit erwartet hatte. Wahrscheinlich nicht nur die Cäsarianer.
Octavian gewann aber nicht nur politische Mitstreiter für sich, sondern die in dieser Zeit auch so wichtige militärische Unterstützung. Er zog auch mehrere Legionen, die unter Cäsar gekämpft hatten, auf seine Seite. Sicherlich hat er die Soldaten erstens durch Geld, an das er auf seinen Feldzügen unter Cäsar und durch die privat Schatulle des Cäsar gelangt war, an sich binden können, aber bestimmt auch durch die einfachere Parole, die er unter den Soldaten verlauten ließ, nämlich die der Vergeltung des Mordes an ihrem alten sieg- und ruhmreichen Feldherren Julius Cäsar, der dieser zweifelsohne war.
Auch Teile des Senats hatten sich nun gegen die beiden Konsuln Antonius und Lepidus verbündet und im Sommer 44 v. Chr. hielt deren Anführer Cicero eine Reihe zündender Reden gegen ihn, die berühmten „ philippicae orationes “. Den jungen Octavian betrachtete Cicero als einen nützlichen Verbündeten. Als Antonius im November 44 v. Chr. Rom verließ, um das Kommando in Norditalien zu übernehmen, wurde Octavian von Cicero und der Mehrheit des Senats losgeschickt, um ihm den Krieg zu erklären. Antonius musste westwärts nach Gallien zurückweichen. Cicero glaubte, den in politischen Dingen für zu jung gehaltenen Octavian, kontrollieren zu können. Doch er hatte sich in der politischen und militärischen Unerfahrenheit Octavians getäuscht. Cicero und an seiner Seite der Senat ließen ihn nach seinen Siegen gegen Antonius fallen und wollte ihn bei der politischen Machtverteilung in Rom übergehen. Octavian jedoch führte im August 43 v. Chr. sein Heer nach Rom und zwang den Senat, ihn als Konsul einzusetzen. Drei Monate später traf er bei Bologna mit Antonius und Lepidus zusammen und die drei schlossen ein Bündnis, das „ Triumvirat „, das den Senat vollständig entmachtete. Cicero fiel den Proskriptionen zum Opfer und im folgenden Jahr siegten die Triumvirn bei Philippi in Nordgriechenland über Brutus und Cassius, die Mörder Cäsars. Im Oktober des Jahres 40 v. Chr. teilten die Triumvirn das Römische Reich unter sich auf. Antonius bekam den Osten, Octavian das Westreich und Lepidus, der der politisch der schwächsten der Triumvirn war, erhielt die Provinz Africa. Der Bund
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Arbeit zitieren:
Matthias Mißler, 2001, Das Verhältnis zwischen Augustus und Senat zu Beginn des Prinzipats, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Rolle des römischen Senats unter der Herrschaft des Augustus
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