Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) 1 Führung Was ist das
1.1 Führungsstile
1.2 Führungsmodelle und Führungskonzepte
1.3 Führungsaufgaben
1.4 Mitarbeiterorientierung
2. Qualitative Einarbeitung
2.1 Erstgespräch
2.2 Anleitung
2.2.1 Einarbeitungskatalog
2.2.2 Learning by Doing
2.2.3 Übungsphase
2.3 Zwischengespräch
2.4 Korrektur- und Vertiefungsphase
2.5 Abschlußgespräch
3. Effiziente Arbeitsstruktur
3.1 Ablauforganisation Tagesstruktur
3.2 Organisatorische Arbeitshilfen
4. Motivation Was ist das
4.1 Motivationstheorien
4.2 Motivierungsmöglichkeiten
5. Konfliktmanagment
5.1 Was sind Konflikte
5.2 Umgang mit Konflikten
5.3 Konfliktlösungen
6. Mitarbeitergespräch
6.1 Notwendigkeit der Gesprächsführung
6.2 Möglichkeiten von Mitarbeitergesprächen
6.3 Feedback
7. Mitarbeiterbeurteilung
C) Schlusswort
Literaturverzeichnis
Erklärung des Verfassers
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Einleitung
Die Personalführung in der Pflege erfordert Professionalität und kompetentes Handeln sowie zielgerechtes Vorgehen, damit die gestellten Aufgaben, die zu erreichenden Ziele und die dazu notwendigen Erfordernisse eingeleitet und erfüllt werden können. Damit diese Ziele erreicht und der Überblick über die Handlungs- und Vorgehensweisen gewahrt werden können, ist es wichtig qualitative Führungsarbeit zu leisten.
1. Führung – Was ist das?
Führung ist die Beaufsichtigung einer oder mehrerer Gruppen oder Bereiche. Die Führungsperson ist ein Teil der Gruppe, also auch ein Gruppenmitglied, und hat somit eine zentrale und hervorhebende Rolle in der Gruppe. Die Führung ist somit auch eine Zusammenfassung von mehreren Dienstleistungen, die mit und durch andere Gruppenmitglieder erbracht werden. „Der Einfluss der Führungsperson auf die Gruppe ist wesentlich stärker geprägt, als der Einfluss der Gruppe auf die Führungsperson“ (vgl. Arline Matthews/Janet Whelan, Stationsleitung, Verlag Hans Huber, S. 184, Abschnitt 10.1 Führung).
Wie sich dieser Einfluß auf die Gruppe und die damit verbundenen auszuübenden Aufgaben und das Erreichen der gesteckten Ziele auswirkt, hängt auch vom sogenannten Führungsstil des Anführers ab.
1.1 Führungsstile
Vom Prinzip unterscheiden sich drei Führungsstile voneinander:
- Autoritärer Führungsstil
- Demokratischer Führungsstil
- Laisser-faire Führungsstil
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Diese 3 Führungsstile wurden 1939 durch Lewin, Lepitt & White identifiziert, wobei eine Kombination der einzelnen Führungsstile in manchen Situationen sich als sinnvoll erweist.
Der Autoritärer Führungsstil kennzeichnet sich durch den engen Kontakt mit der Führungsperson, die starken Einfluss auf ihre Mitarbeiter hat und sich nicht von ihren Mitarbeitern beeinflussen lässt. Die Entscheidungs- und Handlungsbefugnis obliegt ausschließlich der Führungsperson. Klare Richtlinien und Handlungsvorgaben durch die Führungsperson, die konsequent und rigoros ist, müssen von Mitarbeitern eingehalten werden. Ungünstige Arbeitseinteilungen, fehlendes Mitspracherecht, mangelndes Interesse und fehlende Eigeninitiative sowie Unzufriedenheit, Unselbständigkeit aber auch unprofessionelles Verhalten der Mitarbeiter sind mögliche Anzeichen für diesen Führungsstil. Patienten bzw. Bewohner, die von diesem Pflegeteam betreut und ver-sorgt werden, fühlen sich in dieser Atmosphäre nicht wohl und sind misstrauisch.
Der Demokratische oder auch kooperative Führungsstil, welcher sich auch als der bewährte Führungsstil heraus kristallisiert hat, lässt Mitspracherecht, Kooperationsbereitschaft und Handlungsfreiheit zu. Das Pflegeteam wird in die Entscheidungen mit einbezogen, erhält Anerkennung für die geleistete Arbeit, ist kritikfähig und kompromisbereit. Personenbezogene Kritiken und Probleme werden unter Ausschluss der nicht betroffenen Personen angesprochen und geklärt. Neue Mitarbeiter fühlen sich schnell ins Team aufgenommen, da diese über alle wichtigen Regeln und Gegebenheiten im Team informiert werden. Der reibungslose, qualitative und effiziente Stationsablauf bleibt trotz Abwesenheit der Führungskraft gewährleistet, da die Aufgabenverteilung und die Zuständigkeit aller geregelt ist. Das Für und Miteinander, spiegelt sich im Wohlbefinden, Zufriedenheit und Selbstbewusstsein der Mitarbeiter in einem angenehmen Arbeitsklima. Die Mitarbeiter sind motiviert und engachiert. Die Patienten bzw. die Bewohner auf dieser Station fühlen sich wohl, sind informiert und haben Vertrauen.
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Beim laisser-fairen Führungsstil bleibt eine Führung im eigentlichen Sinne aus, denn die Richtungsweisung fehlt, aber auch die koordinierte Aufgabenverteilung bleibt aus. Dies zeigt sich durch mangelnde oder fehlende Aufgabenerfüllung, aber auch durch lückenhafte Dokumentationen und lückenhafte oder gar fehlende Informationen der Mitarbeiter. Der Arbeitsablauf ist völlig unkoordiniert, Personallücken bleiben offen, die damit verbundenen zu erledigenden Aufgaben bleiben unerledigt, niemand fühlt sich für etwas zuständig – da dies nicht geregelt ist. Die Kommunikation innerhalb des Teams bleibt auf der Strecke. Die Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen, sind frustriert und habe keine Motivation. Die Folge ist, das die Patienten bzw. die Bewohner auf dieser Station sich nicht wohl fühlen, da sie kein Vertrauen haben, fühlen sich unsicher und allein gelassen, sie fühlen sich ihrem Schicksaal überlassen.
Wir haben nun verschiedene Führungsstile unterschieden und wie sich auf das Personal und die zu versorgenden Patienten bzw. Bewohner auswirken. Damit sich ein Führungsstil als gut erweist, gilt es für die Führungskraft bestimmte Regeln zu beachten. Hier nun einige wichtige Regeln für einen guten Führungsstil:
- „Handeln Sie konsequent und vermeiden Sie Stimmungsschwankungen.“
- „Gehen Sie mit guten Beispiel voran und verhalten Sie sich professionell.“
- „Organisieren Sie Ihre Arbeit gut.“
- „Achten Sie auf eine gute Kommunikation.“
- „Delegieren Sie richtig.“ So vermeiden Sie Überforderungen und motivieren ihr Personal.
- Seien Sie immer für Ihre Mitarbeiter da und ansprechbar.
- „Bitten Sie, statt zu befehlen.“
- „Sprechen Sie Anerkennung und Dank aus.“
- „Geben Sie zu, wenn Sie Unrecht hatten.“
- „Seien Sie anderen Ansichten gegenüber offen.“
-7(Auszug aus Stationsleitung, Arline Matthews u. Janet Whelan, Kap. 10.1.4 30 Regeln für einen guten Führungsstil)
1.2 Führungsmodelle und Führungskonzepte
„Der Hintergrund von Führungsmodellen und -konzepten ist, daß diese gemeinsam von allen Beteiligten erarbeitet werden. Alle Organisationsmitglieder akzeptieren diese von ihnen erarbeiteten Methoden der Führung.“ (entnommen aus Pflegedienste und Sozialstationen erfolgreich führen, Band 1, Spitta Verlag, Kapitel 4/2.2, U.M. Baur, Juni 1997)
Wie stellen sich nun diese Führungsmodelle/Führungskonzepte im Berufsalltag nun dar. Hierzu nun einige Beispiele zur Verdeutlichung:
- Management by Exception Führungskräfte werden nur in Ausnahmefällen tätig, diese Aus-
nahmefälle sind in den Stellenbeschreibungen schriftlich fixiert. Z. B. Umgang mit Betäubungsmitteln, Verhalten bei Gewalt am Krankenbett, Durchführung von Pflegevisiten, Notfallsituationen, Verhaltensregeln im Brandfall, Urlaubsplanerstellung, Personalbesetzung zu feierlichen Anlassen (Tag der offenen Tür) - Management by Objectives (MBO) Die Basis von MBO sind festgelegte Zielvereinbarungen, wie z. B.
Pflegestandarts (Durchführung, Häufigkeit und die Beachtung der „4-W-Fragen) :
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- Management by Delegation
1.3 Führungsaufgaben
Die Leitaufgaben einer Führungskraft sind :
- Planen
- Steuern
- Kontrollieren Gulick fasst die Gesamtheit aller Aufgaben unter dem Begriff „Posdcorb“ zusammen und definiert diese wie folgt:
- Planing: Problemerkenntnis, Initieren, Angaben von Zielen und ihren Methoden zur Erreichung.
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- Organzing: Organisation des Arbeitsablaufes
- Staffing: Maßnahmen des Personaleinsatzes und der Personalentwicklung
- Direkting: Entscheidungen treffen, Anweisungen geben, Personal führen und motivieren
- Coordination: Koordinierung der unterschiedlichen Tätigkeiten
- Reporting: Weitergabe wichtiger Informationen
- Budgeting: finanzielle Planung, Rechnungswesen, Kontrolle
Henxphill ergänzt diese Führungsaufgaben von Gulick mit Repräsentation und Integration der Gruppe und der Mitarbeiter. Rosenstiel fügt diesen 1997 noch intensive Kontaktpflege zur Politik und Öffentlichkeit hinzu. (vgl. Pflegedienst und Sozialstationen erfolgreich führen, Kapitel 4/3, Seite 1, U.M. Baur)
1.4 Mitarbeiterorientierung
Eine Führungskraft benötigt visionäre Fahigkeiten, damit Sie mitarbeiterorientiert arbeiten kann. Diese visionären Fähigkeiten entwickeln sich aus den fünf Bausteinen der Integrationskompetenz, der Fachkompetenz, der Managementkompetenz und der Personalentwicklungskompetenz sowie der Visionären Kraft (Kompetenzen einer Führungskraft nach Krehbiel). Eine Führungskraft sollte die Fähigkeit haben, neue Erkenntnisse an ihr Team zu vermitteln, indem Sie ihre Mitarbeiter in die Zukunfts-orientierte Mitgestaltung schrittweise miteinbezieht. Dies geschieht durch Motivation und Integration der Mitarbeiter sowie durch Förderungsmaßnahmen wie Weiterbildung und regelmäßige Fortbildungen. Diese Fortbildungen können innerbetrieblich oder auch außerbetrieblich statt finden. Beispiele für solche Fortbildungen können sein:
- Wundversorgung bei Dekubitalgeschwüren (Druckgeschwüren)
- Vorgehensweisen bei immunsupressiven oder infektiösen Patienten (MRSA= Multiresistenter Staphylococcus Aureus =Multiresist.
- Oder auch Umgang mit Ernährungssystemen (Ernährungspumpen)
- Spezielle Krankenbeobachtung bei psychiatrischen Krankheitsbildern
Arbeit zitieren:
Jürgen Deuerling, 2003, Mitarbeiterführung in der Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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