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Inhalt
Einleitung 3
1 Das Markusevangelium 4
1.1 Einführung 4
1.2 Darstellung der Pharisäer 6
2 Das Matthäusevangelium 8
2.1 Einführung 8
2.2 Darstellung der Pharisäer 10
3 Das Lukasevangelium 14
3.1 Einführung 14
3.2 Darstellung der Pharisäer 16
3.3 Die Pharisäer in der Apostelgeschichte 18
4 Das Johannesevangelium 18
4.1 Einführung 18
4.2 Darstellung der Pharisäer 20
5 Folgerungen 23
6 Literatur 24
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Einleitung
Im heutigen Kanon des Neuen Testaments befinden sich vier Evangelien. Ihre Überschriften lauten seit dem 2. Jahrhundert: Das Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas und nach Johannes. Obwohl das Matthäusevangelium an erster Stelle steht, ist das Markusevangelium das älteste. Die frühe Kirche ordnete diese vier Bücher wahrscheinlich nach der damals angenommenen Abfassungszeit. Die Evangelien sind sogenannte Sammelwerke. Ihre Autoren, die Evangelisten, sammelten ursprünglich einzeln weitergegebene Überlieferungsstücke über Worte und Taten Jesu und fügten sie durch redaktionelle Überleitungen zu einem Ganzen zusammen. Das Wort "Evangelium" stammt aus dem Griechischen ("euangelion") und bedeutet "gute Nachricht", "frohe Botschaft". Mit diesem Wort bezeichneten die Christen ihre Verkündigung von dem endgültigem Heil, das Gott durch Jesus Christus allen Menschen anbietet. Die ersten drei Evangelien liegen untereinander nach Inhalt, Aufbau und Sprache eng beieinander und werden deshalb "synoptische" Evangelien (von griechisch: synopsis, Zusammenschau) genannt. Alle vier erzählen von Jesus und somit auch von den Leuten, mit denen er zu tun hatte. Doch hatte er nicht nur Anhänger, sondern auch Gegner, nämlich politische, priesterliche und religiöse. Zu den ersteren gehörten die Ältesten und die Herodianer, die priesterlichen waren der Hohepriester, die Oberpriester und die Sadduzäer. Seine religiösen Gegner waren die Schriftgelehrten und die schließlich auch die Pharisäer. Dabei müßten diese von der Häufigkeit der Nennungen die Hauptgegner Jesus und seiner Jüngerschaft gewesen sein. 1 Doch wer waren die Pharisäer? Sie waren abgesonderte, fromme Juden, die seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gegen die Sadduzäer Partei ergriffen. Doch sie bildeten im Gegensatz zu diesen keine Elite, sondern waren dem Volk und dessen mündlichen Glaubenstraditionen ebenso verbunden wie der schriftlichen Überlieferung. Ein weiteres Kennzeichen war ihr
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Messianismus und ihr Glaube an die Auferstehung. So traf Jesus in ihnen Gesprächspartner an, mit denen er eine vertiefte Auseinandersetzung führen konnte. 2 Die Evangelisten, die von verschiedener Herkunft waren, schrieben ihre Werke unter unterschiedlichen Bedingungen und für verschiedenartige Gemeinden. Auf diese Weise hatten sie mit ihren Evangelien jeweils andere Aussageabsichten. Es gab z. B. Streitigkeiten und Irrlehrer in der Gemeinde und Unterdrückung der Gemeinde. Von diesen verschiedenen Intentionen war auch das Bild der Pharisäer betroffen. Es soll nun untersucht werden, wie dieses in den einzelnen Evangelien dargestellt ist. Dazu wird in jedes Evangelium kurz eingeführt und danach die Darstellung der Pharisäer behandelt. Zum Schluß werden Folgerungen aus den Einführungen und den Beschreibungen gezogen.
1. Das Markusevangelium
1.1 Einführung
Der Autor des ältesten, griechisch geschriebenen Evangeliums ist nach altkirchlicher Überlieferung Markus. Damit ist Johannes Markus aus Jerusalem, Sohn einer Maria, in deren Haus sich die Urgemeinde in Jerusalem versammelte, gemeint. Er war ein Vetter des Barnabas, Mitarbeiter des Paulus und später auch des Petrus (Phlm 24; Kol 4,10; Apg 12,12; 13,5; 15,36-39; 1 Petr 5,13). Papias von Hierapolis meint um 130 n. Chr., daß Markus der Dolmetscher (hermeneutes) des Petrus war. 3 Markus selber ist Jesus nie begegnet. Seinem Evangelium liegen die Lehrvorträge des Petrus zugrunde, was seiner Evangelienschreibung Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht. Markus gibt zahlreiche aramäische (bzw. hebräische) Worte korrekt wieder. Seine Muttersprache war jedoch Griechisch, was die Eigenheiten der markinischen Sprache zeigen. Die Gemeinde, für die er
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schrieb, war heidenchristlich. Aus all dem ergibt sich, daß er ein griechisch-sprachiger Heidenchrist war, der auch Aramäisch beherrschte. Er wurde wahrscheinlich in Syrien geboren und wuchs dort auch auf. Der Ort der Abfassung des Evangeliums nach Markus ist unsicher. Die Erklärung jüdischer Ritualvorschriften (7,3f; 14,12; 15,42) läßt es naheliegen, die markinische Gemeinde außerhalb Palästinas anzusiedeln. Dabei kommen Rom, Antiochia, allgemein Syrien, Galiläa, die Dekapolis und Kleinasien in Frage. Nach altkirchlicher Überlieferung gilt Rom als Abfassungsort.
Die Abfassungszeit ist entweder kurz vor oder kurz nach 70 n. Chr. Die genaue Datierung hängt von der Interpretation von 13,2.14 ab. Beide Verse beziehen sich innerhalb ihres jetzigen Makrokontextes auf die Zerstörung des Tempels durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. Sie sind aber wahrscheinlich Tradition und können eine Abfassung vor diesem Zeitpunkt nicht stützen. So ist das Markusevangelium vermutlich nach der Zerstörung des Tempels Anfang 70 n. Chr. geschrieben worden (vgl. auch 12,9; 15,38). An wen richtete sich Markus nun mit seinem Evangelium? Es waren griechisch sprechende Leser bzw. Hörer, was sich aus der regelmäßigen Übersetzung hebräischer und aramäischer Ausdrücke ergibt (vgl. z. B. 3,17; 5,41; 7,11.34; 9,43; 14,36; 15,22.34). Seine Gemeinde war vorwiegend heidenchristlich., in ihr gab es aber auch Judenchristen, worauf die Frage nach reinen und unreinen Speisen (7) hinweist. Auch gibt es Aussagen über Verfolgungen durch heidnische und jüdische Behörden (13,9.13), die mögliche Konflikte mit der Umwelt andeuten. „Die Erwähnung von Drangsalen und Verfolgungen in Mk 4,17; 10,30; 13,19 könnten zudem ein Reflex auf Repressionen durch die unmittelbare heidnische und jüdische Umwelt sein. Nachdrücklich fordert Markus deshalb von seiner Gemeinde eine umfassende Leidensbereitschaft (vgl. Mk 8,34-38).“ 4 Er will die bedrängten Heidenchristen durch sein Evangelium in ihrem Glauben stärken und ermutigen, Christus auch in Verfolgungen treu zu bleiben.
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Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das die markinische Gemeinde Heidenmission betrieb. Dies sieht man daran, daß das Wirken und die Verkündigung Jesu im Evangelium die Heiden ausdrücklich mit einschließen. So erreicht bereits Jesu Verkündigung in Galiläa (1-6) auch Heiden (5,1-20). Sie bewirkt die Verbreitung der Kunde von Jesu Machttaten in heidnischem Gebiet (5,20). Das Evangelium nach Markus diente den anderen beiden Synoptikern Matthäus und Lukas als Grundlage, so daß diese von ihm abschrieben und bestimmte Inhalte auch bei jenen auftauchten.
1.2 Darstellung der Pharisäer
In den sechzehn Kapiteln, die das Markusevangelium umfaßt, werden die Pharisäer zwölfmal genannt. Dabei treten sie gewöhnlich in Galiläa auf.
Gleich zu Beginn der öffentlichen Tätigkeit Jesu sind die Pharisäer seine Todfeinde, die sich mit seinem Gesetzesverständnis nicht an-freunden können. So kritisieren „die Schriftgelehrten der Pharisäer“ in 2,16, daß Jesus mit Zöllnern und Sündern ißt. In 2,18 kontrastieren manche das Nichtfasten der Jünger Jesu mit dem Fasten der Jünger des Johannes und der Pharisäer bzw. der Jünger der Pharisäer. Kurz darauf sind es wieder die Pharisäer selbst, die sich daran stoßen, daß Jesu Jünger am Sabbat Ähren abreißen (2,23ff). Schließlich heilt Jesus in 3,1-6 am Sabbat einen Kranken in der Synagoge, worauf die Pharisäer mit den Herodianern den Beschluß fassen, Jesus umzubringen. Die Pharisäer versuchen immer wieder, Jesus auf die Probe zu stellen und stellen ihm Fallen. Nach der Brotvermehrung beginnen die Pharisäer Streit mit Jesus und fordern von ihm ein Zeichen (8,11-13). Dieser aber läßt sie einfach stehen und warnt seine Jünger „vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes (8,15). In 10,1-9, nachdem Jesus Galiläa verlassen und sich nach Judäa und in das Gebiet jenseits des Jordan begeben hatte, begegnen ihm nochmals Phari- säer, die „ihm eine Falle stellen wollen“, indem sie ihn nach der Er-
Arbeit zitieren:
Markus Tiefensee, 1995, Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer, München, GRIN Verlag GmbH
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Markus Tiefensee's Text Pharisäer contra Jesus, oder: Wer waren die Pharisäer wirklich? Die Evangelien und die Pharisäer ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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