Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Historischer und biographischer Kontext 3
3 Aufbau und Strukturanalyse 6
3.1 Erster Satz - Grave und Allegro di molto con brio 8
3.1.1 Grave 8
3.1.2 Exposition 9
3.1.3 Durchf uhrung 13
3.1.4 Reprise 14
3.1.5 Coda 15
3.2 Zweiter Satz - Adagio cantabile 16
3.3 Dritter Satz - Rondo. Allegro 17
4 La Grande Sonate Path´ etique 19
4.1 Pathos in Rhetorik und
Asthetik 20
4.1.1 Pathos in beethovenschem Verst andnis 21
4.2 Rhetorischer Bezug 22
4.2.1 Rhetorik als Programm 24
4.3 Der Pathos in der Path´ etique 24
5 Schlussbemerkung 27
1
1 Einleitung
Beethovens Klaviersonate Nr. 8, op. 13 in c-Moll ist nach der eigenen Bezeichnung des Komponisten ”Grande Sonate Path´ etique” 1 bekannt geworden unter dem leicht verk¨ urzten Namen ”Path´ etique”. Bis heute geh¨ ort sie zu den bekanntesten Fr¨ uhwerken des Komponisten. Kaiser [7] zufolge hanuberhaupt 2 , andere wie delt es sich sogar um Beethovens popul¨ arste Sonate ¨
Cooper [2] bezeichnen sie zumindest als sein fr¨ uhestes, heute popul¨ ares Werk. In der Literatur wurden Beethovens Klaviersonaten im Allgemeinen sowie die Path´ etique im Speziellen umfangreich untersucht. ¨ Altere [4, 12, 15, 16]
und neuere Sekund¨ arliteratur liegt gleichermaßen vor [3, 5, 7, 17, 27]. Auch in j¨ ungster Zeit erschienen noch neue Publikationen zum Thema, wie die Analyse Smirnovs [23], oder werden in ¨ uberarbeiteter Fassung neu aufgelegt, wie zuletzt im Falle von Mauser [11].
Unter den zahlreichen Artikeln, die sich ausschließlich dem op. 13 widmen, befinden sich auch solche, die dezidierte Spezialfragen betrachten [14, 22]. Schon alleine vor dem Hintergrund der Popularit¨ at der Sonate dr¨ angt sich eine n¨ ahere Behandlung im Rahmen eines Seminars ¨ uber Beethovens Klaviersonaten offensichtlich auf. Das Spektrum der vorliegenden Literatur als auch der historische und biographische Kontext der Entstehung der Path´ etique 3 und ihre besondere Rolle innerhalb des fr¨ uhen Gesamtwerks Beethovens 4 legen dabei eine Herangehensweise nahe, die nicht rein analytisch auf den Notentext bezogen ist. Statt dessen bietet es sich an, eine weiter fassende Auswahl werksrelevanter Aspekte in jeweils dem Zweck angemessener Tiefe
1 Der Text auf der Titelseite des Nachdrucks der Originalausgabe von 1801 beginnt laut Katalog des Beethovenhauses Bonn mit: ”Grande Sonate path´ etique”. Schindler [19] impliziert, dass dieser Titel von Beethoven selbst stammt. W¨ ortlich heißt es in Bezug auf die W¨ urdigung poetischer Werksaspekte durch die Kritik: ”Es ist nicht unwahrscheinlich, daß der Componist durch den charakterisirenden [sic!] Beisatz ’path´ etique’ dem Kritiker den Weg gezeigt (...)” [19, S. 66]. Ein autographischer Beleg hierzu fehlt; abweichend wurde auch vertreten, der Titel sei vom Verleger hinzugef¨ ugt worden, vgl. [26, S. 63], [13, S. 73]
2 Bezugnehmend auf die Path´ etique heißt es bei [7, S. 156] w¨ ortlich: ”Beethovens popul¨ arste Sonate. Gewiß nicht bedeutender, ’g¨ ultiger’ als Opus 10 Nr. 3 - aber eben doch etwas bebend und selbstbewusst Neues.”
3 Der Zeitpunkt der Komposition f¨ allt in Beethovens pr¨ agende, erste Wiener Zeit, nach Schlossers (vgl. [1, S. 95]) bzw. Schindlers [19] Einteilung an das Ende seiner ersten Periode und zudem in die Zeit seines einsetzenden gesundheitlichen Leidens; mehr dazu in Abschnitt 2, S. 3
4 Abgesehen von der seit der Zeit ihrer Erstver¨ offentlichung durchgehend hohen Popularit¨ at der Sonate kommt der Path´ etique eine exponierte Bedeutung innerhalb Beethovens erster Schaffensperiode zu und stellt in dieser insbesondere auch einen Wendepunkt in der zeitgen¨ ossischen Rezeption Beethovens dar [19, S. 66], [13, S. 78]. Auch der ihr verliehene Titel begr¨ undet eine Sonderstellung.
2
zu behandeln. Hierunter fallen neben den bereits erw¨ ahnten Aspekten insbesondere auch der programmatische Gehalt des Titels und dessen Einfluss auf Rezeption und Interpretation. Ziel ist es, einen guten ¨ uber die Path´ etique als Gesamtes zu geben Uberblick ¨
um hierdurch nicht nur dem Zweck der Arbeit bestm¨ oglich gerecht zu werden, sondern auch Beethovens eigener Forderung, seine Werke stets als Gesamtes zu verstehen 5 . Die f¨ ur diesen Zweck erforderliche umfassende Perspektive kann notwendiger Weise nicht in gleicher Detailtiefe technisch analysieren, wie eine rein hierauf bedachte Arbeit dazu im Stande w¨ are. Erforderlich sind dagegen jeweils eine technische wie auch eine hermeneutische Analyse in grundlegender Tiefe, sowie eine umfassende Betrachtung der vorgenannten Aspekte des werksgeschichtlichen Umfelds.
Der weitere Teil dieser Arbeit ist folgendermaßen gegliedert: Abschnitt 2 fasst den Kontext der Entstehungsgeschichte der Path´ etique zusammen, Abschnitt 3 f¨ uhrt in die Struktur des Werks ein und analysiert dieses hierzu in knapper Form nach S¨ atzen gegliedert. Die anschließenden Betrachtungen in Abschnitt 4 analysieren und deuten die Sonate weitergehend als Ganzes und unter Einbeziehung extramusikalischer Faktoren sowie unter besonderer Ber¨ ucksichtigung ihres Titels, bevor Abschnitt 5 mit einigen zusammenfassenden Anmerkungen abschließt.
2 Historischer und biographischer Kontext
Der genaue Zeitraum, innerhalb dessen Beethoven die Path´ etique entworfen und niedergeschrieben hat, ist nicht bekannt. Durch die Ver¨ offentlichung Ende 1799 l¨ asst sich der Zeitpunkt des Abschlusses auf den Oktober dieses Jahres beschr¨ anken. Erhaltene Skizzenb¨ ucher legen f¨ ur Cooper [2] zudem nahe, dass die fr¨ uhesten Entw¨ urfe nicht vor 1798 datieren k¨ onnen 6 . Uhde und Voss verorten den zeitlichen Rahmen der Entstehung ebenfalls in den Jahren 1798 und 1799 [27, S. 206], [28, S. 89].
In jedem Falle jedoch liegt der Entstehungszeitraum der Sonate in Beethovens erster Wiener Zeit, die f¨ ur den Komponisten durch wachsende Anerkennung als K¨ unstler und vor allem auch durch die gl¨ anzende Entwicklung seiner Karriere gepr¨ agt ist 7 . W¨ ahrend er als Pianist bereits weithin als her-
5 Vgl.[6]
6 Cooper und andere diskutieren jedoch auch die M¨ oglichkeit, dass die Entw¨ urfe in einem parallelen, nicht erhaltenen, Skizzenbuch oder auf einzelnen, verlorenen Skizzenbl¨ attern entstanden sein k¨ onnten [2, S. 88f]
7 Vgl. [13, S. 70], [19, S. 66]
3
ausragend bekannt ist 8 , hat er als Komponist noch keinen gefestigten Ruf, gilt als jung und aufstrebend. Von der Kritik, unter anderem in der noch jungen aber schon bedeutenden Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung, wird er mit wechselhaften und selten durchgehend freundlichen Rezensionen bedacht 9 .
In die gleiche Zeit f¨ allt zudem der Beginn seines gesundheitlichen Leidens, der ersten Anzeichen zunehmender Ertaubung 10 . M¨ oglicherweise war Beethoven zudem im Jahr 1797 l¨ anger und ernsthaft erkrankt; aus diesem Jahr gibt es kaum Aufzeichnungen und in der Literatur wurden Vermutungen ¨ uber eine
schwere gesundheitliche Krise ge¨ außert 11 .
Von einer in dieser Zeit geschriebenen Sonate, zumal einer mit erkl¨ art emotionalem (pathetischem) Programm, kann man demnach annehmen, dass die gegens¨ atzlichen Aspekte von Beethovens Zukunftsaussichten sich in ihr widerspiegeln.
Analog zu den antithetischen Aussichten beim Blick in Beethovens Zukunft entwickeln sich auch die Ereignisse in seinem Leben selbst in den Jahren der Entstehung der Path´ etique und kurz davor. 1798 stirbt sein enger Freund Lorenz 12 (Lenz) von Breuning im Alter von 21 Jahren - in der gleichen Zeit jedoch kn¨ upft er auch pr¨ agende neue Freundschaften, insbesondere die zu Carl Amenda.
Nach Schindlers [19] bzw. Schlossers [20] Einteilung 13 von Beethovens Leben in drei ”Perioden”, der bis heute dominierenden Einteilung 14 , f¨ allt die Zeit der Entstehung der Path´ etique noch gerade in die erste Periode, die Schindler zur Jahrhundertwende enden l¨ asst. Demnach kann die Path´ etique als eines
8 Prod’homme schreibt dazu: ”Man betrachtete ihn als den besten Pianisten seit Mozart” [13, S. 70], vgl. auch [1, S. 78]
9 Vgl. [19, S. 60ff]
10 Prod’homme schreibt dazu: ”[Zur gleichen Zeit] hatte er schon die ersten Anzeichen jenes ¨ Ubels versp¨ urt, das vielleicht in dem Lento e mesto der D-dur-Sonate einen ersten Widerhall fand: ’... Nur hat der neidische D¨ amon, meine schlimme Gesundheit, mir einen schlechten Stein ins Brot geworfen; n¨ amlich: mein Geh¨ or ist seit drei Jahren immer schw¨ acher geworden (...)’” [13, S. 71]
11 Vgl. [1, S. 78]
12 Vgl. [2, S. 90]
13 Laut [1, S. 95] geht die Perioden-Einteilung auf Schlosser [20] zur¨ uck. In dem d¨ unnen Band Schlossers aus dem Jahr 1828 wird der Begriff der ”Periode”zwar verwendet, allerdings eher beil¨ aufig im Rahmen der (unvollst¨ andigen) Nennung wichtiger Beethoven-Werke, denn zum Zwecke einer systematischen Gliederung. Außerdem schreibt Schindler, dass die Einteilung letztlich aus einem Gespr¨ ach zwischen ihm und Stephan von Breuning sowie Beethoven pers¨ onlich an dessen Krankenbett erwachsen ist. Mithin kann die erste authentische Periodeneinteilung unbeschadet der Ver¨ offentlichungsdsaten schlecht alleine Schlosser zugeschrieben werden.
14 Vgl. [9, S. 857]
4
der letzten Fr¨ uhwerke Beethovens betrachtet werden. Nun liegt grunds¨ atzlich die Vermutung nahe, dass Werke, deren Entstehung in die Umbruchszeit zweier Lebens- und Schaffensperioden f¨ allt, auch eine besondere Bedeutung f¨ ur die k¨ unstlerische Entwicklung eines Komponisten haben k¨ onnten. Eine Vermutung, der einerseits h¨ ochst kritisch zu begegnen ist, da die Schindlerschen Perioden, trotz ihrer wohl weitgehend im Einvernehmen mit Beethoven selbst gesetzten Einteilung 15 , nicht unumstritten sind 16 . Andererseits wird die These jedoch speziell f¨ ur den Fall der Path´ etique durch mehrere Indizien gest¨ utzt. Erstens sind hier Besonderheiten und Neuerungen in der Sonate selbst zu sehen, die im folgenden Abschnitt 3 n¨ aher besprochen werden. Zweitens stellt die Path´ etique auch in der Rezeption durch die zeitgen¨ ossische Kritik einen Wendepunkt zu Gunsten Beethovens dar 17 . Zudem hat die Indizienlage dazu gef¨ uhrt, dass die Path´ etique in weiten Teilen der Literatur als Durchbruch in der stylistischen Entwicklung Beethovens gesehen wird 18 . So schreibt Uhde zusammenfassend: ”In vielen Beethoven-B¨ uchern wird op. 13 als ’Durchbruch’ zum eigenen Ausdrucksstil angesehen” [27, S. 207].
Ein weiterer biographischer Hintergrund der Entstehungszeit der Path´ etique ist zumindest zu erw¨ ahnen: die Sonate ist dem F¨ ursten Karl von Lichnowsky gewidmet, einem der ersten F¨ orderer Beethovens, dem unter anderem auch bereits op. 1 gewidmet war. ”Bei jedem dieser Namen ¨ offnet sich auch [ein] Biographiefenster - etwa mit Lichnowsky der Blick auf Beethovens erste Wiener Zeit” [9, S. 854]. Ein Fenster, das nicht nur den m¨ oglichen Entstehenszeitraum der Path´ etique vollst¨ andig einschließt, sondern dessen Bedeutung durch die pers¨ onliche Widmung zus¨ atzlich verst¨ arkt wirkt. Wie steht nun F¨ urst Lichnowsky in Zusammenhang mit der Path´ etique? Solomon [24, 82ff] schreibt, dass Beethoven nicht nur bereits einige Wochen nach seiner Ankunft in Wien zun¨ achst im Haushalt der Lichnowskys eingezogen ist, sondern auch sp¨ ater seine Wohnung so w¨ ahlte, dass er in unmittelbarer N¨ ahe von Lichnowskys Residenz blieb. Auch Beethovens kurze Zeit zur¨ uckliegende Reisen nach Prag und Berlin im Jahre 1796i, wurden von Lichnowsky arrangiert und fanden in seiner Begleitung statt [24, S. 83]. Anhaltspunkte f¨ ur eine ideelle oder gar direkt inhaltliche Beeinflussung von Beethovens Schaffen werden jedoch nirgends gegeben. Die Schlussfolgerung, dass die Enge Bindung zum
15 Vgl. [19, S. XXI]
16 Vgl. [9, S. 856], [1, S. 95]
17 So ist beispielsweise die Kritik der Allgemeinen Musikalischen Zeitung zur Path´ etique eine der ersten Beethoven-Kritiken in dem Journal, die als durchwegs wohlwollend beurteilt werden kann (vgl. [19, S. 66]), obwohl der Kritiker hier gerade noch den Mangel an wirklich Neuen Ideen (zumindest hinsichtlich einzelner Themen) bem¨ angelt.
18 Vgl. [1, S. 98]
5
F¨ ursten Lichnowsky lediglich als biographischer Hintergrund (weitgehend) ohne Einfluss auf die Musik zu sehen ist, deckt sich auch mit der generell kompromisslosen k¨ unstlerischen Unabh¨ angigkeit Beethovens gegen¨ uber seinen F¨ orderern 19 und ganz konkret mit der speziellen Beziehung zum Haushalt des F¨ ursten. Letztere war wohl f¨ ur Beethoven nicht nur gepr¨ agt durch seine Dankbarkeigt dem M¨ azenen gegen¨ uber, sondern teils auch durch das Gef¨ uhl, uberm¨ aßig patroniert 20 oder gar ”bemuttert”zu werden, m¨ oglicherweise mit-¨
hin auch den Wunsch nach innerlicher Distanz.
3 Aufbau und Strukturanalyse
Vereinbarung 1 Taktz¨ ahlweise
Die Takte z¨ ahlen nach S¨ atzen jeweils ab eins, Auftakte werden nicht mitgez¨ ahlt und gegebenenfalls explizit als Auftakt benannt. Takte in Wiederholbereichen (1,2) erhalten keine unterschiedlichen Taktnummern und werden gegebenenfalls explizit unterschieden. Das Grave des ersten Satzes erh¨ alt eine eigene Z¨ ahlung, die Exposition beginnt erneut mit Takt eins.
Vereinbarung 2 Akb¨ urzungen
Zur funktionalen Benennung von Tonika, Subdominante und Dominante werden als Abk¨ urzungen die Buchstaben t, s, d (Moll) sowie T, S, D (Dur) wie ublich verwendet, in analoger Bedeutung die Stufenbezeichnungen i, ii etc. ¨
(Mollakkorde auf der jeweiligen Stufe) sowie I, II etc. (Dur).
19 Vgl. [9, S. 854]
20 Beethoven selbst schreibt von Lichnowsky zwar einerseits in Dankbarkeit als ”den von Allen erprobtesten”und ”w¨ armsten Freund”, jedoch erw¨ ahnt er ebenso die seine Freiheit beschr¨ ankenden Schattenseiten derartig f¨ ursorglicher Patronage: ”Mit großm¨ utterlicher Liebe (...) hat man mich dort erziehen wollen, und die F¨ urstin Christiane h¨ atte eine Glasglocke ¨ uber mich machen lassen wollen, damit kein Unw¨ urdiger mich ber¨ uhre.”(zitiert nach [10, S. 39]). Die innere Konfliktsituation Beethovens ist auch bei Solomon wiedergegeben: einerseits wird hier sogar - ganz anders als sonst von Beethoven bekannt - unter Berufung auf Joseph August R¨ ockel (zitiert nach A.W. Thayer, Thayers Life of Beethoven. 2 vols. Ed. Elliot Forbes. Princeton University Press, 1964, rev. ed. 1967, S. 389) angenommen, dass die Familie des F¨ ursten, anders als andere M¨ azenen, sogar das ”Recht auf Vorschl¨ age”bez¨ uglich ¨ Anderungen an Beethovens Werken gehabt h¨ atte [24, S. 83]. Andererseits heißt es auch: ”(...) he in turn experienced some considerable emotional conflict in relation to them. He wanted their affection and favor, but he had an equally strong wish to be free of their custody, which sometimes had the effect of suffocating protectiveness.” [24, S. 83]
6
Abbildung 1: Das Seufzer-Thema des Grave (erster Takt)
Die Path´ etique besteht - ganz traditionell - aus drei S¨ atzen. Der erste Satz beginnt mit einem f¨ ur Beethoven nicht v¨ ollig untypischen 21 , vorangestellten langsamen und schwerm¨ utigen Grave-Teil, der bedingt als Einleitung verstanden werden kann. Der anschließende Teil des ersten Satzes folgt weitgehend der Sonatenhauptsatzform 22 und ist ein Allegro di molto e con brio. Auff¨ allig, vom typischen Muster der Sonatenhauptsatzform abweichend und in dieser Form neu 23 ist die Wiederkehr einiger Grave-Takte vor der Durchf¨ uhrung und vor der Reprise.
Der zweite Satz ist ein Adagio cantabile in rondo¨ ahnlicher Liedform, bestimmt durch eine einpr¨ agsame und auch heute noch sehr bekannte Melodie 24 .
Der Dritte Satz, Rondo Allegro, in dem das Grave-Thema aus dem ersten Satz in Ankl¨ angen wieder aufgegriffen wird 25 , kehrt zu Ausgangstonart und Haupttempo des ersten Satzes zur¨ uck.
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Christoph Pinkel, 2009, Einordnung, Strukturanalyse und Hintergrund von Beethovens Op. 13, Klaviersonate 8: "Pathétique", München, GRIN Verlag GmbH
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