Seminararbeit, 2003, 22 Seiten
Autor: Christian Ferber
Fach: Wirtschaft - Wirtschaftspolitik
Details
Institution/Hochschule: Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion)
Tags: Hartz-Konzept, Personalarbeit, Zukunft
Jahr: 2003
Seiten: 22
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-21546-6
ISBN (Buch): 978-3-638-64473-0
Dateigröße: 204 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Angesichts einer registrierten Arbeitslosigkeit, die seit Jahren – konjunkturell und saisonal bedingt schwankend – tendenziell steigend um die Vier-Millionen-Marke pendelt und angesichts einer Arbeitsplatzlücke, die sich nach vorsichtigen Schätzungen auf 6 Millionen beläuft (Stand 2003), ist die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung in den letzten Jahren immer stärker unter Druck geraten. Die Regierung hat einen Bericht des Bundesrechnungshofes über ungenaue Vermittlungsstatistiken einiger Arbeitsämter zum Anlass genommen, einen Zweistufenplan für kunden- und wettbewerbsorientierte Dienstleistungen am Arbeitsmarkt zu beschließen. In diesem Rahmen ist die Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ unter dem Vorsitz von Dr. Peter Hartz (im Folgenden Hartz-Kommission genannt) eingesetzt worden. Sie hatte den Auftrag, einen neuen Aufgabenzuschnitt der Arbeitsämter und eine entsprechende Organisationsstruktur zu entwickeln sowie ein Durchführungskonzept vorzulegen. Die Vorschläge sollten hauptsächlich darauf abzielen, die Vermittlungsgeschwindigkeit der Arbeitsämter zu erhöhen. Die Hartz-Kommission hat ein Konzept vorgelegt, das nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2005 die registrierte Arbeitslosigkeit halbieren soll. Die Kommission präsentierte 13 Module, die sich im Wesentlichen auf arbeitsmarktpolitische, zum Teil aber auch auf strukturpolitische Maßnahmen beziehen. Mit diesen Vorschlägen soll die Vermittlungstätigkeit der Bundesanstalt für Arbeit gestärkt und beschleunigt werden. Sie soll somit genauer auf die Bedürfnisse von Arbeitslosen und Unternehmen zugeschnitten werden. Entscheidend ist schlussendlich aber nur die Konkretisierung der Vorschläge im Rahmen der zum Teil bereits stattgefundenen gesetzlichen Umsetzung.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion
Abteilung Arbeitswissenschaft
Seminar
Personalarbeit der Zukunft
Sommersemester 2003
Das Hartz-Konzept
Christian Ferber
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Vorstellung der 13 Module des Hartz-Konzeptes und der aktuelle Stand der Umsetzung 3
2.1 Vorbeme3
2.2 Service für Kunden – JobCenter 4
2.3 Familienfreundliche Quick-Vermittlung 5
2.4 Neue Zumutbarkeit und Freiwilligkeit 6
2.5 Jugendliche Arbeitslose – AusbildungsZeit-Wertpapier 8
2.6 Förderung älterer Arbeitnehmer und „BridgeSystem“ 9
2.7 Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe 11
2.8 Kein Nachschub für Nürnberg 12
2.9 Aufbau von PersonalServiceAgenturen (PSA) 13
2.10 „Ich-AG“ , „Familien-AG“ und Mini-Jobs 14
2.11 Personal, Organisation und Steuerung 16
2.12 KompetenzCenter 17
2.13 Finanzierungspaket JobFloater 18
2.14 „Masterplan“ – Beitrag der „Profis der Nation“ 19
3. Fazit 20
1. Einleitung
Angesichts einer registrierten Arbeitslosigkeit, die seit Jahren – konjunkturell und saisonal bedingt schwankend – tendenziell steigend um die Vier-Millionen-Marke pendelt und angesichts einer Arbeitsplatzlücke, die sich nach vorsichtigen Schätzungen auf 6 Millionen beläuft1, ist die Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung in den letzten Jahren immer stärker unter Druck geraten.
Die Regierung hat einen Bericht des Bundesrechnungshofes über ungenaue Vermittlungsstatistiken einiger Arbeitsämter zum Anlass genommen, einen Zweistufenplan für kunden- und wettbewerbsorientierte Dienstleistungen am Arbeitsmarkt zu beschließen. In diesem Rahmen ist die Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ unter dem Vorsitz von Dr. Peter Hartz (im Folgenden Hartz-Kommission genannt) eingesetzt worden. Sie hatte den Auftrag, einen neuen Aufgabenzuschnitt der Arbeitsämter und eine entsprechende Organisationsstruktur zu entwickeln sowie ein Durchführungskonzept vorzulegen. Die Vorschläge sollten hauptsächlich darauf abzielen, die Vermittlungsgeschwindigkeit der Arbeitsämter zu erhöhen.
Die Hartz-Kommission hat ein Konzept vorgelegt, das nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2005 die registrierte Arbeitslosigkeit halbieren soll2. Die Kommission präsentierte 13 Module, die sich im Wesentlichen auf arbeitsmarktpolitische, zum Teil aber auch auf strukturpolitische Maßnahmen beziehen.
Mit diesen Vorschlägen soll die Vermittlungstätigkeit der Bundesanstalt für Arbeit gestärkt und beschleunigt werden. Sie soll somit genauer auf die Bedürfnisse von Arbeitslosen und Unternehmen zugeschnitten werden.
Nun stehen die Arbeitgeber in der Pflicht, alle offenen Stellen bei den Arbeitsämtern zu melden. Die Unternehmer selbst sprechen seit langem von 1,5 Millionen offenen Stellen. Nur wer offene Stellen meldet, kann die verbesserte Vermittlung auch nutzen3. Entscheidend ist schlussendlich aber nur die Konkretisierung der Vorschläge im Rahmen der zum Teil bereits stattgefundenen gesetzlichen Umsetzung.
2. Vorstellung der 13 Module des Hartz-Konzeptes und der aktuelle Stand der Umsetzung
2.1 Vorbemerkungen
Wie bereits zuvor erwähnt, ist die hohe und immer noch steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Man könnte nun der Meinung sein, dieses Problem „einfach“ durch die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze zu lösen. Aus diversen Gründen, auf die später noch eingegangen wird, ist diese theoretische Möglichkeit allerdings nur scheinbar gegeben. Folgendes einfache Beispiel verdeutlicht dies:
Ein Vollzeitarbeitsplatz in einem Unternehmen wird in zwei Teilzeitarbeitsplätze aufgeteilt. Faktisch ist dadurch zwar ein neuer Arbeitsplatz entstanden, der zuvor Vollzeitbeschäftigte muss sich nun allerdings zur Sicherung seiner Existenz einen zweiten Teilzeitjob suchen – unter dem Strich egalisieren sich somit die Maßnahmen.
Ziel der Hartz-Kommission war demzufolge auch nicht die Schaffung zwei Millionen neuer Arbeitsplätze, sondern der Auftrag lautete, Vorschläge zu erarbeiten, die Arbeitslosigkeit bis 2005 um die Hälfte, also um zwei Millionen Arbeitslose, zu reduzieren.
Das Ergebnis der Hartz-Kommission besagt, dass dies durch diverse Maßnahmen (siehe Punkt 2.2 bis 2.14), die darauf abzielen, die Dauer der Arbeitslosigkeit um ein Drittel zu verkürzen und den Zufluss in Arbeitslosigkeit zu reduzieren, erreicht werden kann.
Konkret könnten somit die Ausgaben in Höhe von 39,2 Milliarden Euro in 2001 für Arbeitslosengeld und -hilfe auf 19,6 Mrd. Euro gesenkt werden, falls die durchschnittliche Arbeitsdauer nur noch 22 statt bisher 33 Wochen beträgt sowie der Zugang in Arbeitslosigkeit von 6,3 auf 4,7 Millionen reduziert würde4.
Im Einzelnen ergibt sich folgendes Szenario: Auf Basis des flächendeckenden Ausbaus von Personal-Service-Agenturen (PSA, siehe Punkt 2.9) sollen durch Integration schwer Vermittelbarer 500.000 und durch den Ausbau von Zeitarbeit 280.000 Arbeitslose abgebaut werden. „Ich-AG“ und „Familien-AG“ (siehe Punkt 2.10) als Vorstufe zur Selbständigkeit sollen über ein verringertes Aufkommen an Schwarzarbeit weitere 500.000 Arbeitslose weniger zur Folge haben.
[....]
1 vgl. IG Metall Vorstand (2002): „Stellungnahme zum Hartzpapier - 20.08.02“ S. 2f
2 vgl. Steffen, J. (2002), „Die 13 Module des Dr. Hartz - und was daraus wurde ...“ S. 2
3 vgl. IG Metall Vorstand (2002): „Stellungnahme zum Hartzpapier - 20.08.02“ S. 2f
4 vgl. Steffen, J. (2002), „Die 13 Module des Dr. Hartz - und was daraus wurde ...“ S. 2f
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