Leistungssport in der DDR - Mittel zum Zweck 1
Inhaltsverzeichnis
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 2
1. EINLEITUNG 3
2. GESCHICHTLICHE ZUSAMMENHÄNGE UND INNERDEUTSCHE BEZIEHUNGEN. 3
2.1. Geschichtlicher Überblick 3
2.2. Innerdeutsche Sportbeziehungen. 5
3. AUFBAU DES SPORTSYSTEMS. 7
3.1. Staatliches Komitee für Körperkultur und Sport 7
3.2. Der DTSB und dessen Abteilungen 8
3.2.1 Das Nationale Olympische Komitee (NOK) der DDR 9
3.2.2. Die Leistungssportkommission (LSK) 9
3.2.3. Funktionsweise/Aufbau der Kaderpyramide 10
4. INNE-N UND AUßENPOLITISCHE AUFGABEN DES SPORTS 11
5. INTERNATIONALE SPORTBEZIEHUNGEN DER DDR. 13
5.1. Brüderliche Zusammenarbeit mit den sozialistischen Ländern 14
5.2. Beziehungen zu Ländern der Dritten Welt 15
5.3. Bilaterale Beziehungen zu kapitalistischen Ländern 16
6. DOPING - MITTEL UM DIE GESTECKTEN ZIELE ZU ERREICHEN 17
7. ZUSAMMENFASSUNG 18
LITERATURVERZEICHNIS 20
Leistungssport in der DDR - Mittel zum Zweck 2
Abkürzungsverzeichnis
BRD Bundesrepublik Deutschland bzw. beziehungsweise DDR Deutsche Demokratische Republik DHfK Deutsche Hochschule für Körperkultur DSA Deutscher Sportausschuss DTSB Deutscher Turn- und Sportbund ebd. ebenda ESA Einheitliche Sichtung und Auswahl etc. et cetera FDGB Freier Deutscher Gewerkschaftsbund FDJ Freie Deutsche Jugend IOC International Olympic Committee (Internationales Olympisches Komitee) KJS Kinder- und Jugendsportschulen LSK Leistungssportkommission NOK Nationales Olympisches Komitee NSW nichtsozialistischer Wirtschaftsraum SBZ Sowjetische Besatzungszone SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands U.M. Unterstützende Mittel vgl. vergleiche VR Volksrepublik z.B. zum Beispiel ZK Zentralkomitee
Leistungssport in der DDR - Mittel zum Zweck 3
1. Einleitung
Die DDR hatte in der ganzen Welt als „Wunderland des Sports“ großen Bekanntheitsgrad erlangt, das wird auch aus zahlreichen Literaturquellen ersichtlich. Der Sport spielte in der DDR eine bedeutende Rolle, er war „nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck!“ 1 . Um außenpolitisch auf sich aufmerksam zu machen und dadurch Einfluss auf wirtschaftliche Bereiche zu erhalten, nutzte das DDR-Regime die sportlichen Erfolge ihrer Athleten.
In der vorliegenden Arbeit wird die Bedeutung des DDR-Leistungssports detaillierter betrachtet und deren Auswirkungen auf die Beziehungen zu anderen Ländern. Eine der Hauptfragen, die im Zusammenhang mit dem Sportsystem der DDR von besonderem Interesse ist, ist folgende: Wie war es der DDR möglich, die gesteckten Leistungsziele zu erreichen und mit welchen Mitteln versuchte sie zum Erfolg zu gelangen? Um diese zwei Fragen zu erläutern, müssen mehrere Aspekte in Betracht gezogen werden. Dazu zählen unter anderem der Aufbau, die Gestaltung und die Organisation des Sportsystems.
Als Grundlage für diesen Aufsatz dienen hauptsächlich die Werke: „Diplomatie im Trainingsanzug - Sport als politisches Instrument der DDR in den innerdeutschen und internationalen Beziehungen“ von Gunter Holzweißig und „Sport - Medium der Politik?“ von Ulrich Pabst.
2. Geschichtliche Zusammenhänge und innerdeutsche Beziehungen
Um die Funktionsweise und den Aufbau des Sportsystems der DDR besser zu verstehen, müssen zuerst einige geschichtliche Fakten und auch der innerdeutsche Sportverkehr etwas näher betrachtet werden.
2.1. Geschichtlicher Überblick
Am 17. Dezember 1945 wurden aufgrund der Alliierten Kontrollratsdirektive Nr. 23 alle Sportvereine aufgelöst, um zu verhindern, dass Gruppierungen aus der Naziherrschaft Bestand haben konnten. Die Entwicklung des Sportsystems in der DDR war in vielerlei Hinsicht durch den Stalinismus geprägt. So entstanden in der SBZ nach sowjetischem Vorbild kommunale Sportorganisationen, an deren Aufbau auch
1 Ausspruch Honeckers, vgl. Pabst, S.81
Leistungssport in der DDR - Mittel zum Zweck 4
bürgerliche und sozialdemokratische Sportfunktionäre teilnahmen. Sie hatten eine Mittlerrolle zwischen der sowjetischen Besatzungsmacht und den Parteifunktionären der Kommunistischen Partei einerseits und der „politisch oppositionell eingestellten Bevölkerung“ 2 andererseits inne. In den neuen Sportorganisationen sollten jedoch traditionelle Werte der kommunistischen Arbeitersportvereine bewahrt werden. In der SED gab es eine Parteikommission, die Volkssportvereine nach traditionellen sportfördernden Prinzipien errichten wollte. Allerdings scheiterte dieses Vorhaben an der Parteiführung der SED, da diese fürchtete, den Einfluss auf die Sportorganisationen zu verlieren.
Am 7.März 1946 wurde die FDJ, und kurze Zeit später auch der FDGB, zum Hauptträger des Sports in der SBZ ernannt. Aber aufgrund von ineffizienten Entwicklungen wurde am 1.Oktober 1948 der Deutsche Sportausschuss (DSA) in Ost-Berlin gegründet, mit dem Ziel, eine einheitliche Sportbewegung aufzubauen sowie den internationalen und gesamtdeutschen Sportverkehr zu koordinieren. Als im Jahre 1949 die DDR und die BRD gegründet wurden, war damit gleichzeitig eine unterschiedliche Entwicklung der Systeme vorprogrammiert, was auch für den Sektor Sport galt. Konkurrenzbeziehungen untereinander wurden zu einem großen Teil im Sport ausgetragen. Mit Bildung des DSA wurden der FDJ und dem FDGB die Entscheidungsbefugnisse entzogen. Aber bereits fünf Jahre später, am 24.Juli 1952, wurde das „Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport“ gegründet, dessen Aufgabenbereich sich auf alle Belange der Körperkultur und des Sports erstreckte. Damit wurde der DSA im Bereich Sport entmachtet und seine Aufgabe bestand nur noch in der „allgemeinen Agitation und Propaganda“ 3 .
Als weitere Stufe der Zentralisierung und Intensivierung der sportlichen Förderung und Entwicklung gründete die SED am 22. Oktober 1950 in Leipzig die „Deutsche Hochschule für Körperkultur“ (DHfK), als zentrale Lehr- und Forschungsstätte des Sports in der DDR. Hier wurden zahlreiche Sportfunktionäre, Trainer, Sportmediziner und auch Spitzensportler ausgebildet.
Um auch in sportwissenschaftlicher Hinsicht an vorderster Position zu rangieren, wurde im März 1952 der Wissenschaftliche Rat des DSA gebildet, der als wichtiges Gremium in Beratungs- und Koordinierungsfragen 4 diente.
2 Holzweißig, S. 13
3 vgl. Spitzer, Teichler, Reinartz, S.20
4 vgl. Pabst, S.134
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Diplom-Kauffrau Erika Otto, 2002, Leistungssport in der DDR - Mittel zum Zweck, München, GRIN Verlag GmbH
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