2
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Grundsätzliche Vorbetrachtungen. 4
1.1. Pressefreiheit in der DDR. 4
1.2. Die Leninsche Pressetheorie 4
2. Die Printmedien. 5
2.1. Die normative Dimension. 5
2.2. Die materielle Dimension. 7
2.3. Die inhaltliche Dimension. 8
3. Der Hörfunk 9
3.1. Die normative Dimension. 9
3.2. Die materielle Dimension. 10
3.3. Die inhaltliche Dimension. 10
4. Das Fernsehen 12
4.1. Die normative Dimension. 12
4.2. Die materielle Dimension. 12
4.3. Die inhaltliche Dimension. 12
5. Fazit 13
Literaturverzeichnis 15
2
3
Einleitung
Die vorliegende Arbeit untersucht inwieweit die Aufbau-, Inhalts- und Angebotsstrukturen der Massenmedien in der DDR, der Manipulation und Kontrolle des Informations-und Unterhaltungsangebotes dienten und welche wesentlichen Ziele durch die Strukturierung verfolgt wurden.
In drei Hauptblöcken stehen die Medien Presse, Radio und Fernsehen im Fokus der Untersuchung. Innerhalb dieser Blöcke findet folgende dreidimensionale Betrachtung statt. Aus Sicht der normativen Dimension werden die gesetzlichen Fundamente für den jeweiligen Hauptabschnitt betrachtet und die damit im Zusammenhang stehenden Institutionen vorgestellt. Die materielle Ebene verschafft dem Leser einen Überblick über die vorhandenen Ausprägungen des betreffenden Medienzweiges. Die dritte Betrachtungsebene schließlich beschreibt die strukturelle Beschaffenheit des Inhaltes aus einer „Overhead-Position“ anhand von Beispielen.
Im Text wurden Struktur und Funktion als Ursache-Wirkung Prinzip behandelt, d.h. die Struktur gilt als Grundlage für die daraus resultierende Funktion. Deren Betrachtung wiederum erfolgte jeweils aus dem Blickwinkel der gewünschten und der tatsächlich aufgetretenen Effekte.
Ein Anspruch auf Vollständigkeit aller relevanten Fakten kann und wird vom Autor nicht erhoben. Ziel ist es dem Leser den wesentlichen Aufbau, die rechtlichen Hintergründe und die grobe Inhaltsstruktur des DDR-Mediensystems nahe zu bringen. Hierbei steht im Mittelpunkt immer der Aspekt der staatlichen Kontrolle. Die untersuchten Zusammenhänge werden überblicksartig, oft nicht chronologisch präsentiert. Dies war hier möglich, da das Mediensystem der DDR in seiner Gesamtheit wenigen Änderungen unterlag. Infolgedessen dürfen genannte Beispiele aus den verschiedensten Jahren als durchaus repräsentativ für den gesamten Betrachtungszeitraum angenommen werden. Zur Recherche dienten soziologische Fachliteratur, DDR-spezifische Lexika und das Internet, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit der Thematik sind eingeflossen.
3
4
1. Grundsätzliche Vorbetrachtungen
1.1. Pressefreiheit in der DDR
Das Thema Massenmedien und der damit verbundene Informationstransfer sind eng verknüpft mit den Individualrechten Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit. „Westliche Vorstellungen von Medienpolitik basieren auf dem Konzept der pluralistischen Demokratie; deren gesellschaftliche Bedingungen und Ideale liegen der Terminologie zugrunde.“ (R. Geserick, 1989,S. 32).Die Bedeutung des oben genannten Rechtsgutes war der Staatsführung der DDR offensichtlich bewusst. Meinungs- und damit Medienfreiheit waren im höchsten staatlichen Gesetz verbrieft. Bemerkenswerterweise wird in der ersten Verfassung von 1949 sogar explizit auf das Nicht Stattfinden einer Pressezensur verwiesen. (siehe Verfassung der DDR i. d. Fassung vom 07.10.1949 zitiert nach www.documentarchiv.de). Obwohl diese eindeutige Formulierung später gestrichen wurde, blieb Art. 27 mit folgendem Wortlaut: „(1) Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht, den Grundsätzen dieser Verfassung gemäß seine Meinung frei und öffentlich zu äußern. Dieses Recht wird durch kein Dienst- oder Arbeitsverhältnis beschränkt. Niemand darf benachteiligt werden, wenn er von diesem Recht Gebrauch macht.“( Verfassung der DDR i. d. Fassung vom 06.04.1968, zitiert nach www.uni-potsdam.de , 1998) bis zum Zusammenbruch der DDR gültig. Formal existierte also Presse- und Meinungsfreiheit. Es ergab sich jedoch eine de facto Zensur durch den ebenfalls konstitutionell verankerten Führungsanspruch der SED. Dieser durfte keineswegs infrage gestellt oder diskutiert werden. Mit dem Ziel seiner Sicherung und Durchsetzung entstanden subtile und sehr offensichtliche Lenkungsmechanismen im gesamten Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit.
1.2. Die Leninsche Pressetheorie
Die Grundlage der Funktion der Massenmedien in der DDR bildete die marxistischleninistische Pressetheorie, die ihre Ursprünge in den 1840’ern hatte. (vgl. Sand-ford.1976,S. 185) Die Vorstellungen einer „freien Volkspresse“ von Marx und Engels wurden aber nur soweit umgesetzt wurden, wie sie in das Machtschema der Regierung
4
5
passten. „Die Äußerungen von Marx und Engels zur Pressefreiheit unterschlägt die SED.“(G. Holzweißig, 1989 , S. 47)
Wichtiger wurden die theoretischen Erwägungen Lenins zum kommunistischen Umgang mit Massenmedien, speziell der Presse, erachtet. Nach den Grundsätzen seiner Theorie soll die Presse „kollektiver Propagandist“, „kollektiver Agitator“ und „kollektiver Organisator“ sein.
Wie diese abstrakte Formulierung in der Realität aussehen soll, beschreibt Gunter Holzweissig kurz und treffend: „Als Propagandist sollen die Medien die kommunistische Ideologie verbreiten. In der Funktion des Agitators gilt es, die Tagespolitik der SED zu unterstützen und die Werktätigen zu höheren Leistungen anzuspornen. Als Or-ganisator schließlich obliegt es den Medien, anleitend und kontrollierend die Durchführung der von der Partei gefassten Beschlüsse sowie die aufgestellten Wirtschaftspläne zu überwachen.“ (G. Holzweißig, ebenda)
2. Die Printmedien
2.1. Die normative Dimension
Wenn von Individualrechtsverletzungen in der DDR die Rede ist, so scheinen viele Menschen geneigt, diesen Staat als einen rechtsfreien Raum zu betrachten. Dies mag faktisch teilweise stimmen, formal war dem nicht so. Die DDR verfügte durchaus über ein Rechtssystem, mit einer Logik, nach der es arbeitete. Gleichwohl die Intentionen der Legislative streitbar bleiben. Die Entstehung (auf materieller wie intellektueller Ebene) und der Vertrieb von Presseerzeugnissen funktionierten nach normativen Grundsätzen, die Teile dieses Regelwerkes waren. Die Schaffung von staatlichen Instanzen war die Grundlage der Organisation, aber auch der Steuerung und Lenkung des Pressewesens der DDR. Im Folgenden werden die Wichtigsten von ihnen beschrieben. Das Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrates war unter anderem verantwortlich für die Herausgabe von Lizenzen für Presseerzeugnisse. Das Lizenzierungssystem gilt als Erbe der sowjetischen Militäradministration (SMAD), die nach dem 2.Weltkrieg, bis zur Gründung der DDR, das sowjetisch besetzte Deutschland regierte. Gemäß ihrer
5
Arbeit zitieren:
Gordon Peters, 2003, Massenmedien in der DDR - Struktur und Funktion, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Punk in der DDR. Wahre Rebellion oder Spaßnische
Politik - Politische Systeme - Historisches
Hausarbeit, 26 Seiten
Gewalt gegen Frauen in der Familie unter besonderer Berücksichtigung d...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 16 Seiten
"Der Konsum deckt den Gabentisch" - Zur Entwicklung der Werb...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Kommunikation des Staatsapparats und die Lenkung der Medien in der DDR
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Spracherwerb bei Migrantenkindern
Versuch der Darstellung des Le...
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Medien in der DDR. Meinungsfreiheit unter der SED
Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Akzente Waltherscher Minnekonzeption
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 32 Seiten
Zwischen Parteilichkeit und Publikumsinteresse: Die Medien in der DDR
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Louis Althussers Verständnis von Ideologie in seinem Aufsatz 'Ideo...
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Seminararbeit, 22 Seiten
Gewalt in der Familie - Ich liebe dich gewaltig
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit, 17 Seiten
Rock'n'Roll vs. Lipsi - the Influence of American Popular Cult...
Amerikanistik - Kultur und Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Mittelalterliche Literatur im Unterricht
Moderne Lyrik im Themenspektru...
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Tradtitionen utopischer Staatsentwürfe und Robinsonaden
Seminararbeit, 19 Seiten
Eine Untersuchung zum Punk unter Berücksichtigung der Foucaultschen Ma...
Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart
Seminararbeit, 24 Seiten
Internet und Internetzensur in Singapur
Südasienkunde, Südostasienkunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Gordon Peters hat den Text Massenmedien in der DDR - Struktur und Funktion veröffentlicht
Gordon Peters hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare