Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Fragestellung 1
2
3 Indexikalischer Ausdruck
4 Die Bedeutung von Eigennamen 2
5 Fiktionale Personen 3
6 Definition des Eigennamens 4
7 Zusammenfassung 5
8 Literatur 8
1 Einleitung
Arthur W. Burks modifiziert die von Frege und Russell eingeführte Beschreibungstheorie durch seinen Versuch, eine eigene Theorie über den Begriff des Eigennamens der gewöhnlichen Rede zu entwickeln. Darin behauptet er, daß man allein mit beschreibenden Kennzeichnungen keinen Gegenstand ausreichend identifizieren könne. Auch die von Searle und Wittgenstein gemachten Vorschläge der Bündeltheorie, daß die Bedeutung eines Eigennamens in einem Bündel von Kennzeichnungen bestehe, lehnt er ab. Immerhin, so Burks, sei es möglich, daß es zwei identische Gegenstände gibt, die exakt dieselben Eigenschaften aufweisen. Auch deiktische Ausdrücke allein reichen nicht aus, da der gemeinte Gegenstand ohne zusätzliche Beschreibung nicht eindeutig bezeichnet werden kann.
Über die Fragestellung, ob es eine Objektsprache gibt, die einen Eigennamen ersetzen kann, ohne selbst einen Eigennamen zu enthalten, entwickelt Burks seine These der indexikalischen Ausdrücke: die Verbindung einer Beschreibung mit einem deiktischen Ausdruck. Anschließend wendet er sich der Frage nach der Bedeutung von Eigennamen zu, wobei er die Geltungsbedingung für Eigennamen fiktionaler Personen mit einbezieht. Am Ende seiner Betrachtungen sieht Burks sich in der Lage, eine korrekte Erklärung für den Begriff des Eigennamens abzugeben.
2 Fragestellung
Burks greift Freges Idee auf, “mit einem Zeichen (Namen, Wortverbindungen, Schriftzeichen) außer dem Bezeichneten, was die Bedeutung des Zeichens heißen möge, noch das verbunden zu denken, was ich den Sinn des Zeichens nennen möchte, worin die Art des Gegebenseins enthalten ist.” 1 Das heißt, daß zur Bedeutung eines Eigennamens eine Kennzeichnung gehört, bzw. diese erst die Bedeutung ausmacht. Burks sieht nun das Problem, daß auch Kennzeichnungen Eigennamen enthalten, die ihrerseits erklärt werden müssen. Die so entstehende Erklärungskette hätte möglicherweise überhaupt kein Ende. Also fragt er sich, ob es vielleicht eine objektsprachliche Beschreibung gibt, die mit einem Eigennamen identisch ist, aber selbst keinen Eigennamen enthält.
Burks versucht im Folgenden zu zeigen, daß eine korrekte Erklärung der Eigennamen gegeben werden kann, indem man einen indexikalischen Ausdruck verwendet.
1
3 Indexikalischer Ausdruck
Burks unterscheidet zwei Arten von Symbolen: indexikalische Symbole und nicht-indexikalische
Symbole. 2 Die grundlegende Form des indexikalischen Symbols sei “dies P , wobei “dies ein
indexikalisches Symbol ist und “P ein nicht-indexikalisches (z.B. “fest , “der längste Fluß
Europas) Eine indexikalische Kennzeichnung ist ein zusammengesetztes Symbol aus
indexikalischem und nicht-indexikalischem Symbol. Das zusammengesetzte Symbol, z.B.
“dieser Zeitpunkt , kann unter gewissen Umständen durch ein elementares Symbol wie “jetzt
ersetzt werden.
Zur Bedeutung dieser indexikalischen Ausdrücke benutzt Burks folgendes Beispiel: Man stelle
sich eine Sprache vor, die keine Eigennamen kennt. Herr A könnte Herrn B bezeichnen durch:
“der Mann mit der und der Eigenschaft, der sich jetzt in dieser allgemeinen raumzeitlichen
Region befindet. Kurz: “dies 1
Auch ein Herr C, der in einer völlig anderen Beziehung zu Herrn B steht, ihn womöglich nicht
einmal kennt, kann mit Hilfe indexikalischer Symbole auf Herrn B referieren. Er wird vermutlich
andere nicht-indexikalische Symbole verwenden, was “dies P 2 zur Folge hätte. Dennoch ist
Herr B durch die raumzeitliche Konstante ausreichend bestimmt (selbst wenn es einen Herrn D
mit denselben “P 2 -Eigenschaften geben sollte) Führte man nun einen Eigennamen ein, wäre er
lediglich die Abkürzung für die indexikalischen Symbole “dies P 1 und “dies 2
Somit kommt Burks zu folgendem Resultat: Eigennamen sind mit indexikalischen Symbolen
synonym. 3
4 Die Bedeutung von Eigennamen
F ür A.W. Burks haben Eigennamen generell Bedeutung. Um das o.g. Beispiel aufzugreifen:
Wenn Herr A Herrn B bezeichnet, gibt es in der akuten Verwendungssituation des Namens
genau eine bestimmte Bedeutung. Bezeichnet aber Herr C Herrn B, wird jener mit dem Namen
B eine andere Bedeutung verbinden. Dadurch ergibt sich theoretisch eine unendlich große Zahl
von möglichen Bedeutungen für einen Eigennamen. Diese Vielfalt wurde bereits von Frege
erkannt : “Gewiß sollte in einem vollkommenen Ganzen von Zeichen jedem Ausdrucke ein
bestimmter Sinn entsprechen aber die Volkssprachen erfüllen diese Forderung vielfach nicht. 4
F ür Burks entstehen durch diese Vielfalt in der gewöhnlichen Sprache keine Nachteile, weil die
1
Frege , G.: “Über Sinn und Bedeutung. Der Gedanke", S. 64.
2
Burks , A.W.: “Eine Theorie der Eigennamen , S. 136.
3
ebd. , S. 137.
2
Arbeit zitieren:
Thomas Wörther, 2004, Zu Arthur W. Burks "Eine Theorie der Eigennamen", München, GRIN Verlag GmbH
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