Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
3
2 Entstehungsgeschichte des Jena-Plans
4
3 Der Jena-Plan von Peter Petersen
6
3.1 Theoretische Grundlagen 6
3.1.1 Grundgedanken der Erziehungslehre Peter Petersens 6
3.1.2 Die Pädagogische Situation 7
3.1.3 Die vier Bildungsgrundformen: Gespräch, Spiel, Arbeit
und Feier 8
3.2 Schulpraktische Inhalte 10
3.2.1 Stammgruppen statt Jahrgangsklassen 10
3.2.2 Wochenarbeitsplan statt Fetzenstundenplan 10
3.2.3 Berichte und Erfolgserfahrungen statt Zensuren 11
3.2.4 Gestaltung der Lernumwelt 12
4 Jena-Plan-Pädagogik heute
12
4.1 Kritik am theoretischen Begründungskonzept 12
4.2 Jena-Plan-Pädagogik als Balance zwischen Lern- und
Lebenswelt in der Schule 14
4.3 Der Jena-Plan als Basis für Schulentwicklung 15
5 Jena-Plan-Pädagogik - ein schulpädagogischer
Ansatz für die Gegenwart?
16
6 Resümee
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Literaturverzeichnis
2
1 Einleitung
In Europa und auch in Deutschland steigt in den letzten Jahren immer mehr das Interesse von Eltern und Lehrern an reformpädagogischen Schulmodellen.
Im Mittelpunkt dieser reformpädagogischen Konzepte steht eine „Pädagogik vom Kinde aus“. Pädagogische Prinzipien dieser Bildungskonzepte sind u.a. Selbstständigkeit, Mitbestimmung, Eigenverantwortung und selbst bestimmtes Lernen. Ziel ist es, das Kind bei der Entwicklung und Entfaltung seiner Individualität und Persönlichkeit zu unterstützen. Eines der bedeutsamsten reformpädagogischen Modelle des 20. Jahrhunderts ist der Jena-Plan von Peter Petersen. Es bietet eine mögliche Ausgangsform für die Gestaltung der Schule von heute. In diesem Ansatz geht es um die Gestaltung eines anregungsreichen und nach vielen Seiten hin offenen Schullebens. In Deutschland arbeiten bereits ca. 30 Schulen auf Basis des Jena-Plans (Jenaplan-Initiative Bayern e.V., 2003).
Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich die schulpädagogische Konzeption „Jena-Plan“ von Peter Petersen vorstellen.
Ausgehend von einem Abriss der Entstehungsgeschichte des Jena-Plans werde ich auf theoretische Begründungen eingehen und schulpraktische Inhalte sowie konstituierende Merkmale des Konzepts beschreiben. Zum Abschluss der Arbeit möchte ich der Frage nachgehen, ob Jena-Plan-Pädagogik den Anforderungen der Schule von heute gerecht werden kann.
Die Arbeit soll einen Kurzüberblick über das reformpädagogische Modell des Jena-Plans von Peter Petersen geben und nach der Aktualität für die Schule von heute fragen. Aufgrund des begrenzten Umfangs der Hausarbeit werde ich mich auf Ausführungen zu Petersens schulpädagogischen Konzepts beschränken und die kontroverse Diskussion über seine Rolle im Nationalsozialismus außer Acht lassen.
3
2 Entstehungsgeschichte des Jena-Plans
Peter Petersen (1884-1952) absolvierte sein Studium in den Fachrichtungen Philosophie, Geschichte, Psychologie, evangelische Theologie, Anglistik und Nationalökonomie von 1904-1909 an den Universitäten in Leipzig, Kiel, Kopenhagen und Posen. Nach seiner Promotion und der Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen war er als Pädagoge und Universitätslehrer tätig.
Seit 1911 engagierte er sich in der Schulreformbewegung der Reformpädagogik. Im Deutschen Bund für Schulreform war er zuerst Schriftführer und später Sekretär. Innerhalb dieser Tätigkeit entwickelt er seine Vorstellungen von einer Einheitsschule für alle Kinder, eines ganzheitlichen Schulmodells vom Kindergarten bis zum Abitur. Im Mittelpunkt des Erziehungs- und Bildungsgeschehens soll die Selbsttätigkeit des Kindes und die Entfaltung der Autonomie seiner Person stehen (Eichelberger, 2000).
In der Hamburger Lichtwark-Schule, deren Leitung Petersen 1920 übernahm, nehmen seine pädagogischen Vorstellungen weiter Gestalt an. Die Lichtwark-Schule wurde auf der Grundlage der Schulreformbewegung gegründet und bot ihm die Möglichkeit der Erprobung neuer Ideen für Unterricht und Schulleben. Hier entwickelt Petersen zusammen mit seinen Kollegen Prinzipien der „neuen“ Schule, schul- und unterrichtsorganisatorische Maßnahmen sowie neue Wege bezüglich der Inhalte und Gestaltung des Unterrichts (Dietrich, 1995). Zu seinen neuen pädagogischen Grundsätzen zählen u.a. das Bestreben, das gesamte Leben in die Schule zu holen und somit ganzheitliches Lernen zu gewährleisten oder die Überwindung der Klassen- und Konfessionsgrenzen. Die Schule wird als Schulgemeinde gesehen, in der Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam die Verantwortung tragen.
1923 wird Petersen an die Universität von Jena berufen und übernimmt dort den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft sowie die Leitung der angegliederten Universitätsübungsschule für angehende Lehrer. An dieser Schule hat er wiederum die Chance, seine schulreformerischen Gedanken, Ideen und Forderungen weiter zu vervollkommnen und auszuprobieren. 1925 legt er einen ersten Bericht seiner Arbeit an der Jenaer Versuchsschule unter dem Titel „Eine Grundschule nach den Grundsätzen der Arbeits- und Lebensgemeinschaftsschule“ vor.
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Unter dem gleichen Titel stellt Peter Petersen 1927 auf der IV. Internationalen Konferenz des Weltbundes für Erneuerung der Erziehung in Locarno erstmals die Ergebnisse des Jenaer Schulversuchs einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit vor.
Dort prägten zwei englische Sekretärinnen der „New Education Fellowship“ den Namen Jena-Plan. Die Bezeichnung erfolgte ähnlich wie beim Dalton-Plan nach dem Ort, an dem das Konzept zum ersten Mal von seinem Erfinder praktiziert wurde. Diese Bezeichnung war nun für das internationale Publikum auch sprachlich besser zu handhaben. Als einführende Schrift in die Arbeit der Jenaer Versuchsschule entstand der „Kleine Jena-Plan“, ein Abriss der Grundgedanken des schulpädagogischen Konzepts Petersens. (Dieses Werk ist heute mit seinen 60 Auflagen eine der meist gelesenen pädagogischen Schriften.) In den Jahren 1930 bis 1934 folgten drei Forschungsberichte über den Stand und die Entwicklung der Reformarbeit an der Jenaer Versuchsschule. Diese Berichte werden zusammen in der Literatur als der „Große Jena-Plan“ bezeichnet. Dietrich beschreibt die Jena-Plan-Schule resümierend als „ ... Ergebnis langjähriger schulpraktischer Reformversuche und theoretischer Auseinandersetzungen Petersens und seiner engsten Mitarbeiter mit der Pädagogik des 19. Jahrhunderts und des frühen 20. Jahrhunderts“ (Dietrich 1995, S. 146). In die Gestaltung des Konzepts sind verschiedene Anregungen anderer Reformbestrebungen, wie z.B. von Freinet oder Decroly mit eingeflossen. Der Jena-Plan steht somit in engem Zusammenhang mit der deutschen und internationalen Reformpädagogik. „Während sich die Schule des 19. Jahrhunderts am Unterrichtsstoff orientiert, soll jetzt das Kind der Ausgangspunkt aller Erziehungs- und Unterrichtsmaßnahmen sein“ (Dietrich 1995, S. 147).
Neben seiner schulpädagogischen Konzeption umfasst Petersens pädagogisches Werk zwei weitere Schwerpunkte. Zum einem die Arbeit an der Erziehungstheorie und damit der Begründung seines schulpraktischen Konzepts. Und zum anderen die pädagogische Tatsachenforschung, die die Möglichkeit eröffnen soll, empirisch gewonnene Erkenntnisse der Schulpraxis der theoretischen Unterrichtsforschung zugänglich zu machen.
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3 Der Jena-Plan von Peter Petersen
3.1 Theoretische Grundlagen
3.1.1 Grundgedanken der Erziehungslehre Peter Petersens
Petersens Mitarbeit und sein Engagement in der Schulreformbewegung bewegten ihn dazu, seine schulpädagogische Konzeption auch theoretisch zu begründen. Pädagogische Theorie ist für ihn nicht von der pädagogischen Praxis trennbar. Die Erziehungswissenschaft muss die Schulpraxis begleiten und gestalten. Beide Teile stehen in einer wechselseitigen Beziehung. Der Einheit von Theorie und Praxis geht die Sinndeutung von Mensch und Welt voraus und bildet die Grundlage für Petersens Denken und Handeln (Dietrich 1995).
Die sehr komplexe Erziehungstheorie von Petersen wird von Döpp-Vorwald (1969) in Form von vier Hauptgedanken zusammengefasst.
1. Autonomie der Pädagogik ist eine Grundüberzeugung Petersens. Sie beinhaltet zum einem die Selbstständigkeit der Wissenschaft und zum anderen die Eigenständigkeit des erzieherischen und pädagogischen Geschehens in der Wirklichkeit, welches Gegenstand des pädagogischen Erkennens und Denkens ist. Durch dieses Pädagogisch-Eigentliche unterscheidet sich der ganze Erziehungsbereich von sonstigen Seinsbereichen der menschlichen Welt.
2. Petersens Menschenbild (als anthropologische Voraussetzung für dessen Erziehungsverständnis) enthält nach Döpp-Vorwald zwei grundlegende Motive. Erstens das Eigentliche des Menschen, das spezifisch Menschliche an ihm, sein geistiges Sein. Und zweitens beinhaltet Petersens Menschenbild im Unterschied zur Tradition der humanistischen Pädagogik ein realistisches Menschenverständnis, welches die Endlichkeitserfahrung und Begrenzung des Menschen betont. Auf dieser Basis erklärt Petersen „ ... wie der Mensch sein ganz konkretes Sein von der ihm zugeordneten endlichen Wirklichkeit her gewinnt ...“ und das Erziehung „ ... immer von der Wirklichkeit ausgehen und den Menschen in seine Wirklichkeit hineinführen ...“ muss (Döpp-Vorwald 1969, S. 119).
3. Das Erziehungsverständnis Peter Petersens umfasst verschiedene Komponenten. Der Prozess der Menschwerdung, der Vergeistigung ist das zentrale Grundgeschehen aller Erziehung. Für Petersen wird der Mensch erst durch Erziehung zum Menschen. Erziehung
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Arbeit zitieren:
M.A. Claudia Lippert, 2005, Der Jena-Plan – eine schulpädagogische Konzeption für die Gegenwart?, München, GRIN Verlag GmbH
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