PH Heidelberg SS 2002
Seminar: Tierische Texte - Tierdichtung in der Grundschule
Melanie Knapp
Unterrichtsentwurf
Unterrichtsfach: Deutsch Thema des Unterrichts: Die Fabel „Die beiden Ziegen“ Zeit: 90 Minuten Klasse: 3
1
Inhalt
Einleitung 3
Sachanalyse 4
Die Fabel
Der Autor: Jean de la Fontaine
Die beiden Ziegen - das Original von Jean de la Fontaine
Die beiden Ziegen - Bearbeitung für Kinder
Analyse der bearbeiteten Fassung der Fabel „Die beiden Ziegen“
Didaktische Analyse 9
Zielbestimmung
Begründungen
Handlungs- und Produktionsorientierung
Methodische Analyse 12
Einstieg
Erarbeitung I
Erarbeitung II
Schluss
Pausen
Unterrichtsverlaufsskizze 14
Literatur 16
Anhang
Arbeitsblatt
2
Einleitung
Im Folgenden möchte ich einen Unterrichtsentwurf zur Fabel „Die beiden Ziegen“ vorstellen. Es geht in dieser Fabel um das Thema Nachgeben. Ich erachte es für sehr wichtig, mit den Kinder über dieses Thema zu sprechen, da ich es schon oft erlebt habe, wie sich Kinder über Kleinigkeiten streiten, wie den besseren Sitzplatz oder etwa wer sich zuerst etwas nehmen darf. In diesen Situationen möchte keiner nachgeben, oft muss der Streit von einem Dritten geschlichtet werden. Deshalb finde ich es wichtig, sie zum Nachdenken anzuregen, ob sie nicht schneller und einfacher zu einer Lösung kommen könnten, wenn sie nachgeben würden. Die ausgewählte Fabel stellt dieses Thema sehr bildlich und verständlich dar und kann deshalb als Anstoß zu Überlegungen über das eigene Verhalten dienen.
Ich werde mich nun zuerst fachwissenschaftlich mit dem Thema der Fabel „Die beiden Ziegen“ auseinander setzen, bevor ich die Lernziele des vorgeschlagenen Unterrichts beschreibe. Zuletzt möchte ich den geplanten Verlauf darstellen.
3
Sachanalyse
Die Fabel
In den folgenden Ausführungen über den Begriff der Fabel beziehe ich mich auf Payrhuber (vgl. Payrhuber in Lange 2000, S. 267-279).
Der Begriff Fabel geht zurück auf das lateinische Wort ‚fabula’, das verwandt ist mit ‚fari’ (= sprechen) und ‚fateri’ (=bekennen). Seit dem 18. Jahrhundert wird der Begriff Fabel als Gattungsbezeichnung für Erzählungen verwendet, in denen Tiere, Pflanzen oder Dinge eine führende Rolle spielen und in denen eine bestimme Lehre verdeutlicht werden soll.
Die ältesten Fabeln entstanden um 2000 v. Chr. Der griechische Sklave Aesop schrieb Fabeln erstmals um 600 v. Chr. auf.
In Deutschland war die Fabel als Schullektüre beliebt und wurde besonders im Mittelalter als Mittel zur moralischen Schulung der Kinder angesehen. Martin Luther brachte die aesopischen Fabeln in eine für Kinder verständliche Sprache. Jean de la Fontaine schrieb im 17. Jahrhundert viele ausgeschmückte humorvolle Fabeln, um zum Lesen zu motivieren, wurde aber für diese ausführliche Art kritisiert. Die Zeit der Aufklärung kann als Höhepunkt der Fabel bezeichnet werden. Lessing geht in dieser Zeit wieder zurück zur aesopischen Tradition und schreibt kurze pointierte Fabeln.
Im 20. Jahrhundert wird die Fabel auch als Mittel zur Kritik an politischen Strömungen genutzt. Die Moral der Fabel wird oft nicht mehr so offensichtlich präsentiert.
Die Fabel ist ursprünglich in politische und aktuelle Zusammenhänge verwoben. Der Redner wollte seinen Zuhörern einen bestehenden Konflikt verdeutlichen und in seinem Sinne lösen. Zu diesem Zweck erzählte er eine Fabel. Die Fabel entstand also aus spontanen kunstvollen Argumentationsmitteln.
Man erwartete und erwartet auch heute noch, mit dem Erzählen von Fabeln das Denken und Handeln von Menschen beeinflussen zu können. Es sollen sittliche Wahrheiten oder allgemein-menschliche Erfahrungen veranschaulicht werden. Außer der Absicht, durch Fabeln zu belehren, verfolgen einige Autoren auch die Absicht, den Leser zu unterhalten. Diese Autoren schmücken die Fabel aus oder schreiben in Reimen, um das Lesen einfacher und mehr zum Vergnügen des Lesers zu gestalten. Besonders im 18. Jahrhundert konkurrierten diese zwei Positionen, die ‚unterhaltende’, hier ist Jean de la Fontaine als Vertreter zu nennen, sowie die ‚belehrende’, hierzu ist Lessing zu zählen.
Charakteristisches Merkmal der Fabel ist vor allem die gleichnishafte Rede. Eine bestimmte Lehre oder Wahrheit wird in eine erfundene Geschichte eingekleidet. Sie wird allerdings nicht verschlüsselt oder verrätselt, da sie für jedermann verständlich sein soll. Durch dieses fiktive Modell werden die bekannten Verhältnisse und Verhaltensweisen von Menschen in eine kritische Distanz gerückt. Der Leser kann von diesem Modell aber jederzeit auf die Wirklichkeit rückbeziehen und die entscheidende Aussage auf sich oder andere übertragen. Diese entscheidende Aussage bringen viele Autoren auf einen abstrakten Begriff, eine Moral. Steht diese Moral am Schluss der Fabel, so nennt man sie Epimythion. Das Promythion ist die Moral zu Beginn der Fabel. Viele Autoren verzichten aber auch auf die Formulierung einer Mo-
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Arbeit zitieren:
Melanie Knapp, 2002, Die Fabel "Die beiden Ziegen" von Jean de la Fontaine - Unterrichtsentwurf für Klasse 3, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Fabel – "Löwe, Esel und Fuchs" von Aesop
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Shanty hat den Text Die Fabel "Die beiden Ziegen" von Jean de la Fontaine - Unterrichtsentwurf für Klasse 3 kommentiert
Shanty
Fabel???.
HI Melanie,
ich sehe hier aber leider keine Fabel! Kannst du sie vielleicht noch reinschreiben?
Shanty
am Sunday, December 16, 2007-