Danksagung Peter Grander
Danksagung
Ich möchte mich ganz herzlich bei meiner Familie, besonders bei meiner Mutter bedanken, die mich während meiner Ausbildung ständig unterstützt und gefördert hat.
Inhaltsverzeichnis Peter Grander
I. Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 3
1.3 Forschungsfrage 4
1.4 Hypothesen 4
1.5 Aufbau der Bachelorarbeit 5
2. Grundlagen Tourismus 6
2.1 Definition Fremdenverkehr/Tourismus. 6
2.2 Historie 8
2.3 Key Facts Tiroler Tourismus 10
2.4 Der Tiroler Weg 17
2.5 Fazit Tourismusentwicklung 19
3. Nachhaltiger Tourismus. 20
3.1 Definition nachhaltige Entwicklung 20
3.2 Entwicklung nachhaltiger Tourismus 22
3.3 Nachhaltigkeit aus der Sicht der touristischen Marktteilnehmer 25
3.4 Ziele des nachhaltigen Tourismus 27
3.5 Nachhaltigkeit als Trend 28
3.6 LOHAS 31
3.6.1 Werte der LOHAS 31
3.6.2 Merkmale der LOHAS 32
3.6.3 Sichtweise der LOHAS 34
3.6.4 Konsequenzen der LOHAS für den Tourismus 35
3.7 Fazit nachhaltiger Tourismus 36
I
Inhaltsverzeichnis Peter Grander
4. Einflussfaktor kulturelle Identität 37
4.1 Definition kulturelle Identität 37
4.2 Krippendorfs Tourismuswachstumsmaschine 38
4.2.1 Die sieben Nutzen und Gefahren des Tourismus 38
4.2.2 Frage nach dem Saldo der Kosten und Nutzen 39
4.2.3 Die Tourismuswachstumsmaschine - das Modell 41
4.3 Das Vier-Kulturen-Schema von Thiem 43
4.3.1 Ziele des Vier-Kulturen-Schemas 45
4.3.2 Auswirkungen der Dienstleistungskultur auf die Kultur der Zielregion 46
4.4 Fazit der Betrachtungsweise von Krippendorf und Thiem 47
4.5 Kulturelle Identität in Zahlen 47
4.6 Landwirtschaft als Kulturträger im Tourismus 49
4.7 Kulturelle Identität 52
4.8 Hypothese 1 54
5. Einflussfaktor Gastfreundschaft 55
5.1 Definition Gastfreundschaft 56
5.2 Nachhaltige Gastfreundschaft 56
5.3 Gastfreundschaft aus der Sicht der Bereisten 57
5.4 Gefahren übermäßiger gastorientierter Gastfreundschaft. 58
5.5 Der Mensch im Mittelpunkt des touristischen Alltags 60
5.6 Gastfreundschaft in Zahlen 60
5.7 Hypothese 2 62
6. Handlungsempfehlung 63
7. Conclusio 65
7.1 Kritische Reflexion 65
7.2 Ausblick 66
8. Literatur- und Quellenverzeichnis 67
II
Abbildungsverzeichnis Peter Grander
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Dreiklang im Sustainable Development
Abbildung 2: Abgrenzung des Begriffs Tourismus
Abbildung 3: Erweiterung des ursprünglichen Tourismusbegriffes
Abbildung 4: Gegenüberstellung der Tourismusentwicklung
Abbildung 5: Entwicklung der Bevölkerung
Abbildung 6: Entwicklung der Ankünfte
Abbildung 7: Entwicklung der Nächtigungen
Abbildung 8: Nächtigungen nach den wichtigsten Herkunftsländern
Abbildung 9: Entwicklung der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer
Abbildung 10: Entwicklung der Tourismusintensität
Abbildung 11: Entwicklung der Arbeitskräfte im Tourismus
Abbildung 12: Entwicklung der ausländischen Arbeitskräfte im Tourismus
Abbildung 13: Tiroler Weg- Ziele
Abbildung 14: Bedingungen einer nachhaltigen Entwicklung
Abbildung 15: vom „engen“ zum „weiten“ sanften Tourismus
Abbildung 16: Components of different definitions of sustainability
Abbildung 17: Das touristisch-ökonomische Grundmodell
Abbildung 18: Tourismuspolitischer Dreiklang der Nachhaltigkeit
Abbildung 19: CSR Befragung Deutscher Haushalte
Abbildung 20: CSR Befragung Deutscher Haushalte
Abbildung 21: CSR Befragung Deutscher Haushalte
Abbildung 22: Die Kräfte der LOHAS
Abbildung 23: Trendmap 2009
Abbildung 24: Konsequenzen des LOHAS für den Tourismus
Abbildung 25: Die Tourismuswachstumsmaschine
Abbildung 26: Vier Kulturen Schema nach Thiem
Abbildung 27: Zielrahmen zur Bewertung kultureller Auswirkungen
Abbildung 28: Traditionspflege in Tirol
Abbildung 29: Tourismus als Kulturmotor
Abbildung 30: Logo Kulinarisches Erbe
Abbildung 31: Logo Beste Österreichische Gastlichkeit
Abbildung 32: Logo Bewusst Tirol
Abbildung 33: Logo Tiroler Wirtshauskultur.
Abbildung 34: Logo Brixentaler Kochart
Abbildung 35: Gastlichkeit und Gastfreundschaft
Abbildung 36: Entwicklung der Gastfreundschaft in Tirol
III
Abkürzungsverzeichnis Peter Grander
III. Abkürzungsverzeichnis
BEHAGs Big Hairy Audacious Goals = Hochgesteckte riskante Ziele BIP Bruttoinlandsproduckt BLM Berglandmilch CO2 Kohlenstoffdioxid CSD Commission on sustainable Development CSR Corporate Social Responsibility EU Europäische Union GfK Gesellschaft für Konsumforschung LOHAS Lifestyle of Health and Sustainability MBL Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau MCI Management Center Innsbruck NGO Nichtregierungsorganisation OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit
SAEG statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaft SOFFI Soziales Förderungs- und Forschungsinstitut Innsbruck TM Tirol Milch T-MONA Tourismus Monitor Austria UNWTO Welttourismusorganisation
IV
Einleitung Peter Grander
„Die Alpen gehören zu den touristisch am intensivsten genutzten Regionen welt- weit.Rund 11% des Welttourismus und etwa ein Viertel des europäischen Tourismus finden im Alpenraum ihren Niederschlag.“ (Luger, 2007, S. 132) Mit 43.139.250 Übernachtungen im Jahr 2009 ist Tirol das meist bereiste Land Österreichs, 34,7 Prozent der Gesamtnächtigungen in Österreich fallen in Tirol an (vgl. Tiroler Landesregierung, 2010a, online).
Tirol bleibt dabei aber trotzdem seinem Bekenntnis zur Nachhaltigkeit als eines der tourismusintensivsten Länder der Welt mit 65 Gästenächtigungen je Einwohner im Jahr 2008 auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter treu. Über 2/3 aller Tirol Urlauber sind Stammgäste mit hoher Wiederbesuchsabsicht. Der ausgeprägte Charakter Tirols, die authentische Kultur und Kulinarik des Landes, die geschätzte Tiroler Gastfreundschaft mit Gastgeberfamilien, die ihre Gäste wirklich kennen, das alles sind Werte und Leistungen, die Konjunktur haben (vgl. Tirol Werbung, 2009a, online).
Der Tiroler Weg, die Tiroler Tourismusstrategie bis 2012 verweist ebenfalls auf die übergeordnete Orientierung der Nachhaltigkeit (vgl. Tirol Werbung, 2008, S. 5).
1.1 Problemstellung
Aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise wird auch im Tourismus eine Wertberichtigung eingeleitet. Das Verhältnis von Wert und Gegenwert wird von den Kunden immer sensibler behandelt.
Zukünftig muss mehr auf die qualitativen Aspekte der offerierten Serviceleistungen Rücksicht genommen werden. Der Gast des 21. Jahrhunderts wird das Preis-Leistungsverhältnis permanent kritisch hinterfragen (vgl. Smeral, 2005, S. 299).
Der Kunde wird nicht auf seinen Urlaub verzichten, sondern er wird ihn viel bewusster buchen und konsumieren. Der Kunde von heute stellt den Anspruch zu wissen, welche Produkte er konsumiert, woher diese stammen und ob diese fair produziert wurden. Das spiegelt die Wichtigkeit der nachhaltigen Tourismusentwicklung wider.
1
Einleitung Peter Grander
2009 führte Frau Mag. FH Frischhut vom MCI Tourismus eine Studie durch, in der alle Geschäftsführer und Obleute der 36 Tiroler Tourismusverbände zum Thema Nachhaltigkeit und zu einzelnen Bereichen auf diesem Gebiet befragt wurden. Diese Studie stellt eine erste Einschätzung zum Stellenwert von Nachhaltigkeit sowie den Umsetzungsgrad von Maßnahmen in diesem Bereich dar. Kerneraussage der Studie ist, dass das Thema Nachhaltigkeit bereits einen relativen hohen Stellenwert im Tiroler Tourismus hat. Weiters geben 14 der 17 Befragten an, dass Nachhaltigkeit in ihrem Leitbild bzw. in ihrer Strategie verankert ist (vgl. Frischhut, 2009, S. 3f).
Laut dieser Studie hat das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus bereits einen hohen Stellenwert.
Der Autor glaubt, dass es in den letzten Jahren im Tiroler Raum zu einer Verwässerung der kulturellen Identität gekommen ist. Kann die kulturelle Identität in Tirol bei einer derart hohen Tourismusintensität bewahrt werden? Wenn der österreichische Tourismus seine unverwechselbaren Stärken des bestehenden Angebotes, wie die gepflegte Landschaft oder die Kultur nicht gefährden will, muss der künftige Tourismus in eine korrekte Richtung gelenkt werden (vgl. Metzler, 1993, S. 75).
Als weiteren wichtigen Faktor für eine nachhaltige Tourismusentwicklung in Tirol erachtet der Autor die Gastfreundschaft.
Gastfreundschaft hat mit Geben und Nehmen zu tun. Was ist das richtige Maß dafür? Wie viel verlangt der Kunde und wie viel kann man geben? Kann sich der Tiroler Tourismus mittels Gastfreundschaft bzw. die Servicequalität am internationalen Markt behaupten und wird es von den Urlaubern geschätzt? Stärken des europäischen Tourismus sind die Qualität der Dienstleistungen, die Einmaligkeit der Landschaften und die Vielfalt des kulturellen Erbes. Qualitätssteigerung, Entwicklung und Bewahrung von Vielfalt der Kultur, Sicherung der Umwelt sind daher korrekte Wege, die die wirtschaftliche Zukunft sichern werden. Qualitative Aspekte dürfen nicht als Hochpreispolitik verstanden werden. Trends wie Erlebnis und Entfaltung im Urlaub müssen mit neuen Angeboten befriedigt werden. Die Urlaubsregionen mit ihren natürlichen, kulturellen, sozialen und kulinarischen Aspekten und die Entfaltung durch Zeit für Kreativität gewinnen an Bedeutung (vgl. Baumgartner, 2000, S. 24).
„Der Schwerpunkt wird dabei in Zukunft von der Hardware - der touristischen Infrastruktur - zur Software verlagert werden: Betreuung und Beratung anstelle von Betten und Bedienung. Reiseveranstalter werden gemeinsam mit den Anbietern in den Regionen neue Produkte entwickeln, bei welchen Erlebnis, Bildung und Kommunikation im Mittelpunkt stehen.“ (Baumgartner, 2000, S. 24)
2
Einleitung Peter Grander
1.2 Zielsetzung
Zielsetzung der Arbeit ist es, aufbauend auf dem Modell des nachhaltigen Tourismus die Aspekte der kulturellen Identität und Gastfreundschaft zu erläutern und einen Zusammenhang herzustellen.
Der Autor versucht die Ansätze für den Tiroler Tourismus in einer Handlungsempfehlung darzustellen. Der Autor geht davon aus, dass diese 2 Aspekte wichtig sind, um eine nachhaltige Tourismusentwicklung zu gewährleisten.
K-ulturelle Identität G-astfreundschaft
3
Einleitung Peter Grander
1.3 Forschungsfrage
Welche Rolle spielen kulturelle Identität und Gastfreundschaft im System des nachhaltigen Tourismus?
1.4 Hypothesen
Einleitung Peter Grander
1.5 Aufbau der Bachelorarbeit
In der Einleitung soll dem Leser das Thema näher gebracht werden. Dabei wird
kurz auf die Ausgangslage, die Problemstellung, die eigentliche Zielsetzung, die
Forschungsfrage, die Hypothesen sowie auf den Aufbau der Arbeit eingegangen.
Im ersten Kapitel wird der Autor den Begriff Tourismus definieren und auf die
Entwicklung des Tourismus in Tirol und im alpinen Raum eingehen, hier steht der
Begriff der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Darüber hinaus wird auf die Tiroler
Landestourismusstrategie Bezug genommen - Der Tiroler Weg.
Im zweiten Kapitel werden zentrale Begriffe wie Nachhaltigkeit und Tourismus
anhand von theoretischen Grundlagen erläutert. Der Autor geht weiters auf den
Trend Nachhaltigkeit und auf die Dimensionen des nachhaltigen Tourismus ein.
Außerdem wird der Lifestyle of Health and Sustainability diskutiert.
Im dritten Kapitel deutet der Autor den Einflussfaktor kulturelle Identität und ver-
sucht ihn mit nachhaltigem Tourismus in Verbindung zu bringen und durch be-
stehende Studien zu belegen.
Im vierten Kapitel erklärt der Autor den Einflussfaktor Gastfreundschaft und ver-
sucht ihn mit nachhaltigem Tourismus in Verbindung zu bringen und durch be-
stehende Studien zu belegen.
Das fünfte Kapitel stellt eine Handlungsempfehlung des Autors dar.
Eine kritische Reflexion und einen Ausblick in die Zukunft des Tiroler Tourismus
enthält Kapitel sechs.
5
Grundlagen Tourismus Peter Grander
2.1 Definition Fremdenverkehr/Tourismus
Der Begriff Tourismus ist als Bestandteil der deutschen Sprache erst seit 1945 nachweisbar (vgl. Opaschowski, 1989, S. 13).
Damit soll der Sachverhalt Fremdenverkehr ausgedrückt werden, die die historische gewachsene Bezeichnung im deutschsprachigen Raum für Tourismus ist, da aber das Wort fremd eher negativ besetzt ist, wird allgemein für jene Phänomene, die mit Reisen in Beziehung stehen, das Wort Tourismus verwendet (vgl. Perathoner, 2000, S. 239).
„Fremdenverkehr ist der Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern daraus keine dauernde Niederlassung entsteht und damit keine Erwerbstätigkeit verbunden ist.“ (Hunziker & Krapf, 1941)
Diese Definition enthält wesentliche Eigenschaften des heutigen Urlauberreiseverkehrs:
und Ausschluss erwerbstätiger Zwecke
Was der klassischen Fremdenverkehrsdefinition im Vergleich zum heutigen Tourismusbegriff fehlt, ist der motivationale Aspekt, die individuellen Urlaubsbedürfnisse nach Ruhe und Erholung, nach Unterhaltung und Vergnügen, nach Komfort und Luxus, nach Kontrast und Kultur. Die Begriffe Fremdenverkehr und Tourismus werden gleichbedeutend verwendet, sie umfassen den nationalen und internationalen Reiseverkehr (vgl. Opaschowski, 2002, S. 21). Tourismus ist die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus dem Reisen und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthalts-ort weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist (vgl. Kaspar, 1996, S. 16).
„Nach übereinstimmender Auffassung der Welttourismusorganisation (UNWTO), der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) sowie des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft (SAEG) ist der Tourismusbegriff an zwei Grundvoraussetzungen gebunden:
Der Besuch eines Ortes außerhalb des gewöhnlichen Aufenthaltsortes ist
Am Zielort ausgeübte Tätigkeiten werden nicht von dort entlohnt“. (Opaschowski, 2002, S. 21)
6
Grundlagen Tourismus Peter Grander
Bieger definiert folgende Merkmale des Tourismus:
Im Tourismus sind sowohl Geschäfts- als auch Freizeitreisen beinhaltet. Ausschlaggebend ist das Kriterium der Bewegung außerhalb der hauptsächlichen und dauernden Wohn- und Arbeitssituation.
Nicht nur Angebote wie Hotels, Bergbahnen oder Strände bzw. Märkte und Mittler wie Reiseveranstalter und Reisebüros, beinhaltet der Tourismus. Zum Tourismus zählen auch die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Folgen.
Der Tourismus ist nicht nur ein Teil der Wirtschaft, er ist auch Teil des Lebens. Er umfasst den Menschen mit seinem Verhalten und seinen Wirkungen außerhalb seiner gewöhnlichen Umgebung. Der Mensch verbringt immer weniger Zeit in seinem normalen Lebensumfeld. Wenn jemand seine gesetzlichen Ferien in einem westeuropäischen Industrieland ausschöpft und eine durchschnittliche Zahl an Tages- und Wochenendreisen unternimmt, verbringt er 12-15 Prozent seines Lebens als Tourist, exklusive Geschäftsreisen. Bieger fügt hinzu, dass man in der Schule weitgehend auf das Leben zu Hause, Arbeit und Familie, etc. vorbereitet wird, jedoch auf das Verhalten als Tourist sollte man ebenfalls hingeführt werden (vgl. Bieger, 2008, S. 2f).
7
Grundlagen Tourismus Peter Grander
Die alte Tourismusdefinition wurde um zwei Dimensionen erweitert. Erstens wird die Art der erfassten Reisen betrachtet und zweitens werden die betrachteten Effekte berücksichtigt (vgl. Bieger, 2004, S. 38).
„Der Tourismus wird damit als Erscheinungsform über das Verhalten der Menschen anhand der Tourismusnachfrage definiert. Aufgrund dieser eher breiten systemorientierten Definition können auch nicht einfach Tourismusbranchen abgeleitet werden. Es können aber Branchen mit einer größeren oder kleineren Abhängigkeit vom Tourismus (d.h. von der Tourismusnachfrage) abgegrenzt werden.“ (Bieger, 2004, S. 38)
2.2 Historie
Die geschichtliche Entwicklung wird im Anhang detailliert erläutert. Kernerkenntnis der Recherche ist die Gegenüberstellung der Tourismusentwicklung in den Alpen und in Tirol sowie der Beginn erster Nachhaltigkeitsbestrebungen im Tourismus in den siebziger Jahren (vgl. Anhang 1.1 Tourismus in den Alpen und 1.2 Tourismus in Tirol).
8
Grundlagen Tourismus Peter Grander
2.3 Key Facts Tiroler Tourismus
Nachstehend werden die touristisch relevanten Daten der letzten Jahre dargestellt:
Die Bevölkerungsentwicklung in Tirol hat seit 1981 einen steigenden Verlauf genommen. Während in Österreich Steigerungen von rund 10 Prozent seit 1981 zu verzeichnen sind, liegen die Steigerungsraten in Tirol bei rund 19,5 Prozent.
10
Grundlagen Tourismus Peter Grander
In Tirol wurden im Winter 2009 rund 5 Millionen und im Sommer rund 4,1 Millionen Ankünfte verzeichnet. Im Sommer ist in den letzten 10 Jahren eine Steigerung von 14,2 Prozent zu verzeichnen, im Winter sogar eine Steigerung von 26,4 Prozent. In den letzten 10 Tourismusjahren 1 ist eine Steigerung von 20,5 Prozent zu verzeichnen.
1 Das Tourismusjahr weicht vom Kalenderjahr ab, es wird der Zeitraum Sommer und Wintersaison des jeweiligen Jahres zur Berechnung herangezogen. Zum Beispiel Tou-rismusjahr 2009 = Sommersaison 2008 und Wintersaison 2008/09
11
Grundlagen Tourismus Peter Grander
Die Nächtigungsentwicklung im Winter weist in Tirol Steigerungsraten auf. Ein kleiner Rückgang in den Wintersaisonen 2005/06 und 2006/07 ist zu verzeichnen, der neue Rekord in den Wintersaisonen 2007/08 und 2008/09 konnte praktisch gehalten werden.
Die Anzahl der Nächtigungen in der Sommersaison verhält sich seit Anfang der neunziger Jahre rückläufig, jedoch im Sommer 2007 und 2008 sind Nächtigungssteigerungen zu verzeichnen. 2009 konnte das Vorjahresniveau gehalten werden. In den letzten 10 Tourismusjahren sind im Sommer die Nächtigungen mit 1,8 Prozent rückläufig, im Winter ist eine Steigerung von rund 18 Prozent zu verzeichnen.
Das Verhältnis der Nächtigungen von Winter und Sommer ist bei rund 59 Prozent zu 41 Prozent. Gesamt ist in den letzten 10 Tourismusjahren eine Steigerung von 9,1 Prozent zu verzeichnen.
12
Grundlagen Tourismus Peter Grander
Deutschland stellt den größten Quellmarkt mit 52 Prozent dar, gefolgt von Nie-derlande und Österreich. Im Winter wurden in den letzten 10 Jahren in allen Quellmärkten außer in Deutschland Zuwachsraten verzeichnet. Hohe Zuwachsraten sind in Zentraleuropa Skandinavien und Irland zu verbuchen. Im Sommer sind bei den Quellmärkten Deutschland, Belgien, Frankreich, Vereinigtes Königreich, USA und Schweden Verluste zu verzeichnen, hohe Zuwachsraten wurden von Ungarn, Tschechien und der Schweiz generiert.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank in den letzten 10 Jahren von 5,2 Tage auf rund 4,7 Tage. Die Gäste verweilen im Winter 5,1 Tage und im Sommer 4,3 Tage.
13
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Peter Grander, 2010, Nachhaltige Tourismusentwicklung in Tirol im Hinblick auf kulturelle Identität und Gastfreundschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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