INHALT:
1 EINLEITUNG 3
2 ORLAN UND MEDIALITÄT. 4
2.1 KÜNSTLERISCHE MEDIEN - MATERIALFRAGE 4
2.1.1 Der Körpe 4
2.1.2 weitere Medien 7
2.2 INSZENIERUNG ALS MEDIUM 8
3 ORLAN UND FREIHEIT/IDENTITÄT 9
4 FAZIT: 11
5 QUELLEN: 13
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1 Einleitung
ORLAN ist eine französische Künstlerin, deren vielfältiges künstlerisches Schaffen sich zwischen Performance und Medienkunst bewegt. Bekannt ist sie vor allem dadurch, dass sie sich vor laufender Kamera Operationen unterziehen lassen hat, mit denen sie ihr äußeres Erscheinungsbild ändern wollte. Diese Operationsreihe nennt sie „La Réincarnation de Sainte ORLAN“.
Wichtig ist dabei, dass es ihr hierbei nicht um Schönheit geht, obwohl sie bei den einzelnen Partien ihres Gesichts auf prominente, schöne Frauendarstellungen in der Kunstgeschichte zurückgreift. Vielmehr möchte sie mit der radikalen Show Stellung zu Themen des sozialen Lebens nehmen. Das kritische Potenzial ihres Schaffens umfasst hier viele verschiedene Schichten des Lebens. „(ORLAN) challenges social, cultural, aesthetic, ideological, and religious values in a critcal and analytic manner” 1 . ORLAN selbst sagt über ihre Arbeitsweise, sie habe beschlossen eine radikale Performance zu machen, in der sie die Zutaten der 70er Jahre verwende, dabei aber auf ganz aktuelle Fragen der Spitzentechnologie verweise. 2 Das bedeutet, dass sie der body art ähnliche Verfahren nutzt. Allen voran ist hierbei der Körper im Kunstkontext zu nennen. Aber die Aussage, die ihre Performances dabei machen, behandelt beispielsweise die Problematik der Gentechnik oder andere Themen, die über die Motive anderer weiblicher Künstlerin (etwa Maria Abramovic oder Gina Pane) hinausreichen.
Diese Durchdringung verschiedener Bereiche des Lebens und der Kultur führt dazu, dass die Arbeiten und Performances in keine kunsthistorische Schublade passen. Es ist auch nicht die Absicht dieser Hausarbeit das komplexe Werk in Kategorien zu unterteilen. Dennoch ist es wichtig die Aussagen in ORLANs Kunst herauszuarbeiten und diese einander gegenüber zustellen, um so ein klares Bild der von ihnen ausgehenden Wirkungskraft zu bekommen. Hierbei spielen die verschiedenen Medien, die ORLAN nutzt, die Inszenierung und die Bedeutung des Körpers in seiner sozialen Kompetenz eine entscheidende Rolle. Im Folgenden sollen die eben genannten Aspekte herausgearbeitet werden.
1 Lórand Hegyi: Une Oeuvre entre le démiurge d’aujourd’hui et la référence postmoderne, S.10
2 vgl. Erzeugte Realitäten II - Stelarc, Orlan Louis Bec - Der Körper und der Computer; Realismusstudio 94; Neue Gesellschaft für bildende Kunst 1994, S.12
3
2 ORLAN und Medialität
In vielen kunstwissenschaftlichen Texten über ORLAN wird das Wort „Medium“ genutzt. Der Kontext ist dabei aber zumeist verschieden. Oft ist mit dem Medium der eigene Körper der Künstlerin gemeint, den diese als Kunstwerk versteht. Bezeichnungen wie „Körperskulpturen“ lassen deutlich werden, dass es zu einer Vermischung von Kunst und Körper kommt. Diese geht soweit, dass der Körper zum eigentlichen Objekt des künstlerischen Schaffens wird. Und dabei handelt es sich nicht um einen temporären Zustand wie in Performances der body art, sondern der Körper wird zum permanenten Kunstwerk. Bei dieser Betrachtungsweise wird der Körper traditionellen Materialien (Farbe und Leinwand, Stein etc.) gegenübergestellt und offenbart damit sein modernes Potenzial. Wiederum meinen andere Autoren mit dem Mediumsbegriff jedoch öffentliche Medien wie Fernsehen oder Internet. Diese nutzt die Künstlerin, um ihren Körper, also ihre Kunst, einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Sie will damit provozieren, um so einen öffentlichen Diskurs anzuregen. Neben den Körpern und den öffentlichen Medien gibt es aber auch andere, zum Teil „klassische“ Medien, wie literarische Texte, Leinwände oder Fotos oder auch die Performance.
Was aber bedeuten die Medien und wie kann man zwischen diesen diffus definierten Begriffen unterscheiden? Jedes der „Medien“ kann für sich betrachtet werden, aber erst in ihrem Zusammenwirken, lassen sie die Spannweite und volle Aussagekraft der Kunst ORLANs deutlich werden.
2.1 Künstlerische Medien - Materialfrage
2.1.1 Der Körpe
Das Hauptmedium der Künstlerin ORLAN ist die Künstlerin ORLAN. Bereits in ihren frühen Arbeiten konzentriert sich die Künstlerin auf den eigenen Körper. Sie möchte ihn befragen und auf seine gesellschaftlichen Möglichkeiten hin prüfen. Andererseits geht es aber auch um Identität. Nach eigenen Angaben hat sie sich den Namen ORLAN bereits mit fünfzehn Jahren gegeben. Dies wäre ein Beweis dafür, wie früh sie sich mit der Wirklichkeit von Identitäten beschäftigt hat. Es versteht sich von selbst, dass Identität und die Bedeutung des Körpers in einem öffentlichen Umfeld keineswegs einfach voneinander zu trennen sind. Eine Unterscheidung in ORLANS frühem Schaffen dahingehend zu treffen, wann es ihr um die Bedeutung des Körpers, wann um die Gesellschaft, und wann um Identität geht und wann und wie diese Aspekte wiederum in Wechselwirkung zueinander stehen, ist wichtig. Denn sie alle sind Bestandteile ihres Oeuvres und ziehen sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten.
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Arbeit zitieren:
Marco Hompes, 2009, Orlan - Changing body / Changing Identity, München, GRIN Verlag GmbH
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