I
Kurzfassung
Multiphasenpumpen werden vor allem in der Erdölförderung eingesetzt. Die Wellen-Naben-Verbindungen von modernen Multiphasenpumpen bestehen in der Regel aus zwei verschiedenen Chrom- Nickel- Stählen. Eine mögliche Kombination ist z.B., dass die Welle und die Spannmutter aus 1.4542 und die Schraubenspindel aus 1.4462 gefertigt werden. Bei dieser Kombination kann im Einsatz Spaltkorrosion auftreten, wodurch die Festigkeit der Welle herabgesetzt wird. Dadurch sind unerwartete Ausfälle und Zerstörungen, auch mit Personenschäden, möglich. Im Rahmen der Arbeit wird untersucht, wie sich verschiedene Erdölanteile im Formationswasser auf die Spaltkorrosion auswirken. Zur Durchführung der Versuche wurde eine Spaltkorrosionsmesszelle entwickelt, in welcher reale Bedingungen nachgestellt werden können. Während der Versuche wurde mit realem Formationswasser und Erdöl jeweils aus der Mittelplate gearbeitet. Die Versuche wurden bei einer Drehzahl von 1480 und Temperaturen von Raumtemperatur bis zu 70°C durchgeführt.
Als Ergebnis dieser Diplomarbeit wird gezeigt, wie Erdöl mit dem realen Formationswasser vermischt und wieder getrennt wird. Dabei wurden die Temperaturen und der Erdölanteil im Elektrolyt variiert. Es wurde untersucht, bei welchem Erdölanteil und bei welchen Temperaturen keine Korrosion mehr auftritt. Die Ergebnisse spiegeln den Erdöleinfluss auf die gemessenen Korrosionsströme im Vergleich zu reinem realen Formationswasser wieder. Außerdem wird gezeigt, welcher der beiden Stähle in dieser Zusammensetzung anodisch in Lösung geht.
II
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung I
Literaturverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen 4
2.1 Korrosion. 4
2.2 Spaltkorrosion 6
2.3 Passivierung 8
2.4 Diffusionsgrenzschichtdicke 8
2.5 Löslichkeit von Erdöl und Formationswasseremulsionen 10
3. Versuchsdurchführung 14
3.1 Die Werkstoffe 14
3.2 Formationswasser/ Erdöl/ Elektrolyt 15
3.3 Versuchsaufbau 17
3.4 Durchführung der Messreihen 21
4. Auswertung und Vergleich der Ergebnisse 23
4.1 Vermischung von Erdöl und RFW 23
4.2 Versuche mit 1.4462 und 1.4542 als Mischelektrode 26
4.3 Versuche im ZRA- Betrieb 34
5. Zusammenfassung und Ausblick 38
Anhang 40
Versuchsübersicht 41
Aufgabenstellung 42
Laborprotokoll der Wasseranalyse 44
III
Literaturverzeichnis
A. Aloui
Untersuchung des Einflusses von unterschiedlichen Ölen, bei verschiedenen Temperaturen auf den Korrosionsstrom in einem Pumpenspalt Helmut Schmidt Universität, Diplomarbeit 2006
A. Große
Untersuchungen bezüglich der Leitfähigkeit von Multiphasenflüssigkeiten verschiedener Zusammensetzungen im Pumpenspalt einer Schraubenspindelpumpe in Abhängigkeit der Drehzahl Helmut Schmidt Universität, Diplomarbeit 2006
H. Henke
Untersuchung des Spaltkorrosionsverhalten eines rotierenden Bauteils Helmut Schmidt Universität, Diplomarbeit 2009
S. Kabelac
Vorlesungsreihe „Thermodynamik der energiewandelnden Prozesse“ Helmut Schmidt Universität 2009
O. Klein
Errosionskorrosion Teil 1, Powerpointpräsentation Helmut Schmidt Universität 2009
Thomas Nassauer
Schriftliche Ausarbeitung des Experimentalvortrages zum Thema „Korrosion und Korrosionsschutz Philipps-Universität Marburg 1999
G. Pompe
Binäre Phasensysteme
Helmut Schmidt Universität, Studienarbeit 2007
IV
M. Röhnke
Untersuchung des Spaltkorrosionsverhaltenszwischen den Werkstoffen 1.4462 und 1.3974 beim Einsatz in rotierenden Bauteilen Helmut Schmidt Universität, Studienarbeit 2009
J. Sigmund
Löslichkeitsuntersuchungen von Erdöl/ Formationswasseremulsionen Helmut Schmidt Universität, Studienarbeit 2008
DIN EN ISO 8044 (ehemals DIN 50900 Teil 1 )
Korrosion von Metallen und Legierungen - Grundbegriffe und Definitionen Ausgabe: 1999-11
Stahlschlüssel 2006
http://www.artikelpedia.com/artikel/chemie/1/erdl--frderung-vorkommen-60.php März 2010
http://www.bornemann.com/ 23
Februar 2010
http://www.flowserve.com/files/Files/Images/Products/Pumps/fpd-3a_main.jpg Februar 2010
http://www.quiminet.com/archivos_empresa/8d3e927a15ba068a4d79a8e8121df 297.pdf Februar 2010
http://www.schweizer-fn.de/stoff/v2_start_stoff.htm
Stand 08.07.2009
http://www.uni-kiel.de/anorg/bensch/lehre/Dokumente/versuch_k3_emulsionen.pdf Stand 1997
V
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1-1: MPP im Teilschnitt 1 Abbildung 1-2: Vollschnitt einer zweispindeligen Schraubenpumpe 2 Abbildung 2-1: Funktionsweise elektrochemische Korrosion 4 Abbildung 2-2: Tabelle Korrosionsarten 6 Abbildung 2-3: Belüftungselement 7
Spaltkorrosion an passiven Werkstoffen durch Ausbildung von Kon-8
Abbildung 2-4:
zentrationselementen Abbildung 2-5: Ausbildung der Diffusionsgrenzschicht 9 Abbildung 2-6: Destabilisierungsprozess einer Emulsion 11 Abbildung 2-7: empirisch ermittelter Viskositätsverlauf 12 Abbildung 2-8: Löslichkeitsversuch mit Roherdöl und RFW bei 80°C 13 Abbildung 2-9: Löslichkeitsversuch mit Roherdöl und RFW bei 45°C 13
Gefüge des 1.4542 bei 200 facher Vergrößerung unter einem LM 14
Abbildung 3-1:
(100% Martensit)
Gefüge des 1.4462 bei 500 facher Vergrößerung unter einem LM (50% 14
Abbildung 3-2:
Ferrit, 50% Austenit) Abbildung 3-3: RFW 16 Abbildung 3-4: Utensilien für den Versuchsaufbau 17 Abbildung 3-5: Wasserbrücke 18 Abbildung 3-6: Rotor in zerlegter und zusammen gesetzter Form 20 Abbildung 3-7: Stromabnahme zwischen Rotor und Potentiostaten 20 Abbildung 3-8: Versuchsaufbau 21
70% Ölanteil- RT: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 23
Abbildung 4-1:
45 sec
70% Ölanteil- 40°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 23
Abbildung 4-2:
45 sec
70% Ölanteil- 55°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 24
Abbildung 4-3:
45 sec
70% Ölanteil- 70°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 24
Abbildung 4-4:
45 sec
25% Ölanteil- RT: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 25
Abbildung 4-5:
45 sec
25% Ölanteil- 40°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 25
Abbildung 4-6:
45 sec
25% Ölanteil- 55°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 25
Abbildung 4-7:
45 sec Abbildung 4-8: 25% Ölanteil- 70°C: von links nach rechts: 0sec, 5 sec, 15 sec, 30 sec, 25
VI
45 sec
Abbildung 4-14: Versuch bei 60% Erdölanteil, 1.4462- Spaltfläche, Vergrößerung: 22,8x 30 Abbildung 4-15: Versuch bei 45% Erdölanteil, 1.4542- Spaltfläche, Vergrößerung: 15,2x 30
Abbildung 4-18: Versuch bei 35% Erdölanteil, 1.4542- Außenfläche, Vergrößerung: 12x 31 Abbildung 4-19: Versuch bei 40% Erdölanteil, 1.4542- Spaltfläche, Vergrößerung: 22,8x 31 Abbildung 4-20: Versuch bei 40% Erdölanteil, 1.4542- Spaltfläche, Vergrößerung: 22,8x 31 Abbildung 4-21: Versuch bei 65% Erdölanteil, 1.4542- Spaltfläche, Vergrößerung: 15,2 32 Abbildung 4-22: Versuch bei 70% Erdölanteil, 1.4542- Spaltfläche, Vergrößerung: 15,2 32 Abbildung 4-23: Stromdichte über Erdölanteil und Temperatur 32
Proben 1.4462 und 1.4542 fotografiert nach Versuch bei 65% Erdölan-33
Abbildung 4-24:
teil Abbildung 4-25: 1.4542 und 1.4462 im ZRA- Betrieb bei 0% Erdölanteil 35
Versuch bei 0% Erdölanteil im ZRA- Betrieb, 1.4542- Spaltfläche, 35
Abbildung 4-26:
Vergrößerung: 4,8x
Versuch bei 0% Erdölanteil im ZRA- Betrieb, 1.4542- Spaltfläche, 36
Abbildung 4-27:
Vergrößerung: 12x
Versuch bei 0% Erdölanteil im ZRA- Betrieb, 1.4542- Spaltfläche, 36
Abbildung 4-28:
Vergrößerung: 22,8x Abbildung 4-29: 1.4542 und 1.4462 im ZRA- Betrieb bei 70% Erdölanteil 36
Versuch bei 70% Erdölanteil im ZRA- Betrieb, 1.4542- Spaltfläche, 37
Abbildung 4-30:
Vergrößerung: 22,8x
Versuch bei 70% Erdölanteil im ZRA- Betrieb, 1.4542- Spaltfläche, 37
Abbildung 4-31:
Vergrößerung: 22,8x
VII
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzung Bedeutung Ag/AgCl- Elektrode Silber/ Silberchlorid- Elektrode
F
i
ISSV e.V.
tung LM Lichtmikroskop MPP Multiphasenpumpe POM Polyoxymethylen Ref.- Elektrode Referenzselektrode RFW Reales Formationswasser RT Raumtemperatur O/W- Emulsion Öl- in Wasser- Emulsionen/ engl. oil- in water- emulsion SKMZ Spaltkorrosionsmesszelle W/O- Emulsion Wasser- in Öl- Emulsionen/ engl. water- in oil- emulsion ZRA engl. Zero Resistance Ammeter/ dt. 0 Ohm- Ampere- meter
1
1. Einleitung
Erdöl ist der wichtigste Energieträger im Primärenergieverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland. Mit einem Anteil von circa 35% an der Gesamtprimärenergienutzung ist es zurzeit und in mittelbarer Zukunft unersetzbar. 1 Da die Erdölvorkommen weltweit begrenzt sind und die Anzahl von leichtzugänglichen Quellen immer kleiner wird, ist es wichtig neue Fördermethoden zu entwickeln, um neue schwerer zugängliche Quellen, z.B. in der Tiefsee oder in der Antarktis, zu erschließen. Bei den herkömmlichen Fördermethoden wird das Multiphasengemisch aus Öl, Gas und andern Bestandteilen unter Ausnutzung des vorhandenen Lagerstättendrucks gefördert. Wenn der Druck nicht mehr ausreicht, muss die Quelle geschlossen werden, obwohl sie noch lange nicht erschöpft ist. Deshalb werden nun Multiphasenpumpen (MPP) eingesetzt. Mit Hilfe des Einsatzes von MPP ist es möglich, den vorhanden Lagerstättendruck zu erhöhen, Druckschwankungen auszugleichen, eine gleichbleibende Fördermenge zu garantieren und eine bessere Ausbeute der Hydrokarbonreserven zu erzielen. 2 In der Abbildung 1-1 ist eine MPP im Teilschnitt abgebildet.
Da MPP immer häufiger in schwer zugänglichen Regionen, unter klimatisch schwierigen Umweltbedingungen oder in besonders geschützten Regionen eingesetzt wer-
1 S.Kabelac, Vorlesungsreihe „Thermodynamik der energiewandelnden Prozesse“, Hamburg 2009
2 http://www.bornemann.com/ 23. Februar 2010
3 http://www.flowserve.com/files/Files/Images/Products/Pumps/fpd-3a_main.jpg
Arbeit zitieren:
Johannes Barz, 2010, Untersuchung des Einflusses von verschiedenen Erdölanteilen im Formationswasser auf die Spaltkorrosion verschiedener metallischer Werkstoffe, München, GRIN Verlag GmbH
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