Einleitung 2
1 Berichtsteil
1.1 Charakterisierung der Firma 3 1.2 Beschreibung der Tätigkeiten 4 1.2.1 Fooldienst 4 1.2.2 Pressespiegel 4
1.2.3 Recherche für Redakteure 5
1.2.4 Eigene Recherchearbeit 6
1.2.5 Erstellen eigener Beiträge 7 1.2.6 Zuschauen 8 1.2.7 Statist beim Dreh 8
2 Kommentar
2.1 Interesse der Studierenden des Medien- u. Kommunikationswissenschaften 9 2.2 Studienbezug des Praktikums 10 2.3 Temporale Organisation 10 2.4 Lokale Organisation 11 2.5 Innere Organisation durch die Firma 11
3 Reflexion
3.1 Objektivität im Journalismus 12 3.2 Werbung und redaktionelles Fernsehprogramm 14
Zusammenfassung 17 Literaturverzeichnis 18 Verzeichnis der Abkürzungen 19
Anhang (Liste der Tätigkeiten, Arbeitsproben etc.) 20
1
Einleitung
Ein Praktikum stellt die beste Möglichkeit dar, den Arbeitsalltag des Berufs kennen zu lernen, den man später vielleicht einmal ergreifen möchte. Schon Jüde (1999) formuliert: „Am besten ist es, schon möglichst früh im Studium ein Praktikum anzutreten.“ Also versuchte ich schon in meinen ersten Semesterferien praktische Erfahrungen zu sammeln.
Vor dem Praktikum stellte sich für mich die Frage, was ich überhaupt kennen lernen und tun möchte und wozu mir ein Praktikum dienen könnte. Nach Jüde (ebd.) dienen Praktika „dazu, die Berufswelt kennen zu lernen, Vorstellungen von einem vielleicht nur vermeintlichen `Traumjob´ zu überprüfen und die im Studium erworbenen Fach-, Schlüssel- und Zusatzqualifikationen zu erproben.“ Außerdem machte ich mir Gedanken darüber, wo ich hospitieren möchte. Da ich bereits einige Erfahrungen im Printjournalismus, in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen gesammelt habe, nicht jedoch im Rundfunk- und Fernsehsektor, suchte ich eine interessante Redaktion in diesem Bereich. Obwohl ich mich noch nicht ganz auf den Beruf des Journalisten festgelegt habe, wollte ich in einem journalistischen Milieu, also redaktionell, arbeiten. Die engere Wahl fiel auf Fernsehsendungen im deutschen Fernsehen mit naturwissenschaftlichen Bezug, wie Abenteuer Erde, Galileo oder Welt der Wunder. Nachdem ich mich mit diesen Sendungen etwas auseinander gesetzt und die jeweiligen Internetseiten angeschaut hatte, bewarb ich mich initiativ bei Welt der Wunder. Diese Sendung interessierte mich deshalb sehr, weil sie sich mit Fragen aus den Bereichen Natur, Tiere, Technik, Wissenschaft, Mensch, Telekommunikation und Abenteuer beschäftigt. Vor dem Praktikum hatte ich geglaubt, Welt der Wunder sei eine von Pro Sieben eigenproduzierte Sendung, doch nach einem Telefongespräch mit meiner Betreuerin Erika Hirsch stellte sich heraus, dass die Produktionsfirma H5B5 die Sendung für Pro Sieben produziert. Voller Hoffnung und Erwartung begann ich das Praktikum bei der H5B5 Media AG in München.
Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, eine kurze Beschreibung und Bewertung der ausgeführten Tätigkeiten und der Arbeitsatmosphäre möchte ich in diesem Bericht referieren. Im dritten Teil folgt eine Reflexion über das Thema Objektivität im Journalismus, zwischen Wahrheit und Werbung.
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1 Darstellung des Praktikums
1.1 Charakterisierung der Firma
Die H5B5 Media AG ist eine Film- und Fernsehproduktionsfirma, die auf dem internationalen Markt unabhängig Filme und Fernsehsendungen produziert, vermarktet und verkauft. Dabei hat sie sich auf den Bereich der Familien- und Unterhaltungsserien und -filme spezialisiert. Auch in dem Bereich Science-Fiction und Dokumentation versucht die Firma die europäische Marktführerschaft zu erobern. Die Aktiengesellschaft produziert nicht nur selbst, sondern übernimmt auch Co- und Auftragsproduktionen. Unter anderem produziert die H5B5 Media AG die Sendungen Welt der Wunder (Pro Sieben), Was ist Was TV (Super RTL), Ocean Men (Imax-Format), TimeSlot (weltweit) und Klugbeißer (Super RTL). Neben der Sendung Welt der Wunder, die als wissenschaftliches Programmsegment bei Pro Sieben jeden Sonntag um 19 Uhr ausgestrahlt wird, gibt es bereits verschiedene von der Redaktion entwickelte Mer-chandisingprodukte, wie fünf CD-Roms und eine Video Edition im Handel. Seit dem 18. November 2001 wird Welt der Wunder in einem neuen virtuellen Studio aufgezeichnet:
„Als erstes Fernsehformat hat Welt der Wunder [Hervorhebung des Verfassers] 3D-Composing Elemente eingeführt. Die Marktposition wird kontinuierlich ausgebaut und die Zahl der Zuschauer auf konstant 4 Millionen gesteigert.“ (H5B5 Media AG. Welt der Wunder 2002).
Mit der modernen Technik können so komplexe Sachverhalte noch verständlicher dargestellt werden. Für die Zukunft sieht will die H5B5 Media AG das Ziel erreichen, auf dem europäischen Markt eigene internationale Marken aufzubauen und erfolgreich zu vermarkten (vgl. H5B5 Media AG. Highquality Broadcasting). Dabei sind sie schon einen großen Teil des Weges gegangen und haben einen Teil des Ziels erreicht: „Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage (Herbst 2000) ist die TV-Sendung die beliebteste Wissenschaftssendung im deutschen Fernsehen.“ (H5B5 Mediadaten). Auch für dieses Jahr (2002) hat Pro Sieben bereits die Produktion von 52 weiteren Sendungen in Auftrag gegeben (vgl. Geschäftsbericht, Acrobat Reader). Außer der TV-Sendung gibt es das Wissenschaftsformat auch im Internet, das Portal weltderwunder.de ist seit dem 18. November 2001 online.
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1.2. Ausgeführte Tätigkeiten
1.2.1 Fool-Dienst
Im Laufe meines vierwöchigen Praktikums durfte ich verschiedene Aufgaben erledigen. Jeder Praktikant musste in der Regel einmal in der Woche den sogenannten Fool-Dienst übernehmen. Beim Fool-Dienst muss der Praktikant den ganzen Tag kleinere Aufgaben wahrnehmen, zum Beispiel in der Küche für genügend Kaffee und Tee sorgen, Kopierdienste erledigen oder kleinere Besorgungen machen. Außerdem ist der Praktikant in dieser Zeit für die Post verant-wortlich. Diese muss er morgens am Ostbahnhof beim Postamt und bei der Zentrale von Pro Sieben in Unterföhring abholen.
Sobald morgens die Buchhaltung besetzt war, bekommt der Praktikant etwa 50 Euro, die teilweise zum Tanken oder für kleinere Erledigungen gebraucht wurden. Dann wurde die Post abgeholt und außerdem folgende Zeitungen am Bahnhof gekauft: Die Welt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Berliner Zeitung, die Bild und die tz. Wichtig war das sogenannte Fool-Handy, welches der Praktikant immer mitführen sollte. Falls zwischendurch noch Erledigungen anfielen, konnte die Firma mit Hilfe des Handys die Praktikanten erreichen. Für alle Fahrten stand das Fool-Auto (ein VW Passat) zur Verfügung, das sauber hinterlassen und jeden Freitag gewaschen sowie getankt werden musste. Am Nachmittag zwischen 13 und 14 Uhr musste der jeweilige Fool-Praktikant zu Pro Sieben nach Unterföhring fahren, um die Post der Firma H5B5 dorthin zu bringen (sie wurde von dort aus verschickt) und im Gegenzug Post, die an Pro Sieben geschickt wurde, bei der Poststelle abzuholen.
Fast jeden Tag fiel noch zusätzlich irgendeine Aufgabe an: Jeden Montag zum Beispiel musste man eine Kopie des Sendebands (der am letzten Sonntag gesendeten Welt der Wunder Sendung) bei Pro Sieben abholen. Am Freitag mussten stattdessen Sendebänder ins Dokumentar-Center (von Pro Sieben) gebracht werden.
1.2.2 Pressespiegel
Eine ganze Woche lang hatten die Praktikanten bei H5B5 (zu meiner Zeit waren wir zu fünft) die Aufgabe, die Presseberichte in insgesamt sieben Zeitungen (Süddeutsche Zeitung, Abendzeitung, Bild, tz, Die Welt, FAZ, Berliner Zeitung) auszuwerten. Der Pressespiegel wurde alle vier Wochen von den Praktikanten ausgewertet, ansonsten mussten sich die Redakteure darum kümmern. Wichtig bei der Auswertung war, dass die Artikel, die einen Themenbezug zum Gegenstand Technik, Natur, Abenteuer, Forschung, Telekommunikation oder Tierwelt hatten,
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für die Sendung interessant und möglichst aktuell waren, kopiert wurden. Die Redaktion sammelte dieses Ideenmaterial in einem dafür vorgesehenen Ordner. Ziel war es, möglichst wichtige und spannende Themen herauszufiltern, über die man vielleicht berichten konnte. Besonders, wenn aktuelle und wichtige Ereignisse passiert waren, über die man berichten wollten, wusste man gleich, wo man erste Informationen bekommen konnte.
1.2.3 Recherche für verschiedene Redakteure
Neben dem Fool-Dienst arbeiteten die Praktikanten meistens einem Redakteur zu. Für ihn erledigte der Praktikant allerlei kleinere Arbeiten. Ich habe hauptsächlich mit dem Redakteur Johannes von Kalckreuth zusammen gearbeitet, der einen Beitrag über das Thema Motorradsicherheit herstellten wollte. Dieser Beitrag sollte in der Rubrik „Thema der Woche“ laufen. Die Sendezeit des „Thema der Woche“ beträgt zwischen sechs und acht Minuten. Johannes von Kalckreuth hatte ungefähr eine Vorstellung, welche Aspekte im Beitrag genannt werden sollten. Wir setzten uns zusammen und überlegten, welche Firmen uns mit Videomaterial weiterhelfen könnten. Denn einen Beitrag über dieses Thema von sieben Minuten Länge selbst zu produzieren war sehr aufwendig und sehr teuer. Außerdem wollte der Redakteur ein paar typische Motorradunfälle zeigen, die mit einem zu hohen Kostenaufwand (Stuntman, beschädigtes Motorrad etc.) verbunden wären. Statt dessen wollte er möglich das gesamte Material aus Footage-Bändern zusammenschneiden. Meine Aufgabe war es also, bei verschiedenen Firmen anzurufen und nach Bildmaterial zu fragen. Wir erstellten eine Liste mit verschiedenen Motorradfirmen, wie Kawasaki, Suzuki, Yamaha, Honda und BMW, den Reifenhersteller Metzeler und den Motorradbekleidungsfirmen Dainese und IXS. Ich hatte die Aufgabe, zu recherchieren, welche neuen Sicherheitstechnologien es momentan auf dem Mo-torradmarkt gibt, welche gerade erprobt werden und ob dazu schon digitales Bildmaterial vorhanden ist.
Mit der Zeit konnte ich mich immer mehr in diesen Themenbereich einarbeiten und erhielt eine lange Liste mit vielen Gesprächspartnern (zum Beispiel Institut für Zweiradsicherheit, ADAC, Industrieverband Motorrad, Institut für Fahrzeugsicherheit, Deutsche Verkehrssicherheitsrat, vgl. Anhang.). Die Materialbeschaffung war bei vielen Firmen und Verbänden sehr schwierig, da sie zwar meistens über Pressematerial verfügten, digitales Bildmaterial aber nur sehr schwer beschaffbar war.
Neben den Footage-Bändern sollte ich ein passendes Outfit für den Moderator Hendrik Hey besorgen, der den Beitrag in der Sendung an- und abmoderierte. Also versuchte ich bei den Motorradbekleidungsfirmen einen Motorradanzug und eine Airbag-Weste (die in Deutschland
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Arbeit zitieren:
Sarah Lindner, 2002, Praktikum bei H5B5 Media AG, Redaktion: Welt der Wunder, Produktionsfirma für Pro Sieben, München, GRIN Verlag GmbH
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