Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung 3
Einf ührung und Vorgehensweise 4
Theoretischer Hintergrund 6
Ergebnisse 13
Einschr änkungen 15
Versuch einer Typologie der
Aspect -to-aspect Übergänge 17
Schlussfolgerungen 30
Literaturverzeichnis 32
2
Kurzfassung
Ausgehend von McCloud 1 , der schrieb, dass in japanischen Mangas mehr Aspect-to-aspect Übergänge vorkommen als in westlichen Comics, habe ich in dieser Arbeit 5 japanische Mädchen-Mangas und 5 „westliche“ Comics für Mädchen bezüglich der Panel-Übergänge verglichen 2 .
Wie die folgende Grafik zeigt, gab es in den Mangas viel mehr Aspect-to-aspect Übergänge als in den westlichen Comics. Die Aussage von McCloud, dass in japanischen Mangas mehr Aspect-to-aspect Übergänge verwendet werden, wurde also, zumindest in der verwendeten Stichprobe, empirisch bestätigt. Mädchen-Mangas
Westliche Comics für Mädchen
In der Arbeit wird dann auch noch versucht, kurz über die Gründe für diese Unterschiede nachzudenken und eine Typologie der Aspect-to-aspect Übergänge zu entwickeln.
1 Siehe: McCloud: 1994: 87-82.
2 Siehe: McCloud: 1994: 70-72.
3
Einführung und Vorgehensweise
Ich möchte in dieser Arbeit untersuchen, wie sich die Aspect-to-aspect Panel-Übergänge in Mädchen-Mangas und in „westlichen“ Comics für Mädchen unterscheiden. Dafür habe ich die Panel-Übergänge der 5 Mangas in der April 2010 Ausgabe von Daisuki, einem deutschen Mädchen-Manga-Magazin, und die Panel-Übergänge in 5 westlichen Comics für Mädchen in die 6 Panel-Übergangsarten von McCloud eingeteilt. 3
Titelbild der März 2010 Ausgabe von Daisuki 5
Es wurden dabei jeweils eine Episode der folgenden Mangas aus Daisuki analysiert, die alle von Japanerinnen gezeichnet wurden:
Maid-sama (Hiro Fujiwara), Skip Beat! (Yoshiki Nakamura), Fruits Basket (Natsuki Takaya), Alice Academy (Tachibana Higuchi), Vampire Knight (Matsuri Hino).
3 Bezüglich der genauen Einteilung könnte man sicher streiten. Eine andere Person würde gewisse Bildübergänge sicher anders klassifizieren als ich, obwohl ich mich nach bestem Gewissen darum bemüht habe, der Einteilung von McCloud zu folgen. Aber es ging in der Arbeit ja in erster Linie um die Aspect-to-aspect Übergänge, und dabei ist das Ergebnis so eindeutig, dass es auch noch gültig wäre, wenn eine andere Person zu anderen Klassifizierungsergebnissen als ich kommen würde.
4 http://www.carlsen.de/web/repository/manga/downloads/MD_Daisuki_2010_Web_neu.pdf. (Zugriff: 12. April 2010).
5 Bildquelle: http://www.daisuki-online.de/web/repository/_index/cover/Cover_0410_gross.jpg. (Zugriff: 12. April 2010).
4
Im Vergleich dazu wurden die folgenden Comics analysiert:
Tinkerbell: Die zauberhafte Welt der Feen: Der glückliche Marienkäfer. 6 Diese Geschichte ist aus dem Magazin Disney Fairies, das sich an Mädchen im Alter von 7 bis 9 Jahren richtet. 7 Leider ist in dem Heft keine Angabe zum Verfasser und Zeichner der Geschichte.
Bibi & Tina - Eine Freundschaft zum Pferdestehlen: Die Frühjahrskönigin 8 Bezüglich der Verfasserangaben des Comics findet man nur: „Text und Idee: Vincent Andreas“.
Conny - Pferde, Spaß & Abenteuer: Gefangen auf der Lutterbeck-Farm 9 Es gab keine Angaben zu Autor und Zeichner in dem Magazin. Und auch im Internet habe ich in einer mittellangen Suche keine Angaben zu Autor und Zeichner gefunden. Horseland: Die Neuen 10
Verfasserangaben: Text & Zeichnungen: Tooncafe. Tooncafe ist in Berlin angesiedelt. 11 Das Magazin ist für 6- bis 11-jährige Mädchen gedacht. 12 Witch - Magisch, Mystisch, Megastark: 100 % Witch 13
Der Comic ist „kreiert von Elisabetta Gnone“. Es wird von Disney und in Deutschland von Egmont Ehapa herausgegeben.
6 Nr. 1/10, Seiten: 3-17
7 http://www.presseportal.de/pm/8146/766659/egmont_ehapa_verlag_gmbh. (Zugriff: 12. April 2010).
8 Nr. 04/10. Seiten: 6-15.
9 Nr. 02/10. Seiten: 9-19, 29-36.
10 Nr. 02/10 März - April. Seiten: 8-16, 21-23.
11 www.tooncafe.de/. (Zugriff: 5. April 2010).
12 http://www.blue-ocean-ag.de/horseland.html. (Zugriff: 15. April 2010).
13 Nr. 04/2010. Seiten: 19-62.
5
Theoretischer Hintergrund
McCloud hat in seinem „Understanding Comics“ verschiedene Panel-Übergänge vorgestellt, die ich für meinen empirischen Vergleich verwendet habe:
6 Arten von Panel-Übergängen 15
In dieser Arbeit möchte ich mich vor allem auf die Aspect-to-aspect Übergänge konzentrieren, von denen McCloud 16 , wie schon gesagt, schrieb, dass sie in japanischen Mangas öfters vorkommen als in westlichen Comics.
14 Creative Writing/Comics, letzte Änderung: 30. September 2009: 1.
15 McCloud: 2006: 15.
16 Siehe: McCloud: 1994: 87-82.
6
Häufige Verwendung von Aspect-to-aspect Übergängen in japanischen Mangas 17
Höhere Leserbeteiligung durch typische Manga-Erzähltechniken 18
Es sei angemerkt, dass diese Einteilung von McCloud in die 6 Übergänge nicht unumstritten ist.
So kritisiert etwa Badman, dass sich diese 6 Übergänge „einschränkend“ sind, weil sie sich auf einen „linear, realistic narrative mode“ 19 konzentrieren. Er überlegt dann die folgenden Arten, wie man Panel-Übergänge analysieren kann: “1) narrative time 2) narrative space (still working this out) 3) diegetic level (that is, moving from a story to the story in the story, or moving from the story to the framing narrative) 4) shifts that occur outside narrative time or space.” 20 Als Beispiel für einen “diegetic shift down in level” gibt er die folgenden zwei Panels:
17 McCloud: 2006: 216.
18 McCloud: 2006: 217.
19 Badman: 2006, 7. November.
20 Badman: 2006, 15. November.
7
Diegetic Shift: Eine Geschichte in der Geschichte wird erzählt. “Last week I was driving…” 21 Damit will Badman ausdrücken, dass so ein Panel-Übergang in der Geschichte mit den 6 McCloud-Übergängen nicht genug erfasst wurde.
Auch Neil Cohn hat einen anderen Ansatz als McCloud, um Panel-Übergänge zu analysieren. Er konzentriert sich darauf, welche Rolle ein Einzelpanel in einer Gesamtszene spielt: “One of the characteristics of my approach in contrast to McCloud’s is the degree of scope. All of his relations are just of one panel to the next, whereas mine starts off saying that “a sequence of panels conveys an action/event/situation/idea” and then looks to break that sequence into the functional roles that panels play in relation to the whole. Even though reading and writing occur linearly, understanding might not.” 22
Cohn bietet das folgende Alternativ-Modell zu McCloud, dass auf der folgenden Überlegung basiert: „panels can combine to form larger structures in hierarchic embeddings.“ 23 “1. Establisher (E) - set up an interaction without acting upon it 2. Initial (I) - depict the nascent starting point of an event or action 3. Peak (P) - show the maximal point of tension of an event or action 4. Release (R) - releases the tension of an event or action 5. Refiners (Ref) — act as modifiers by honing in on information contained in one of the core categories” 24
Angewandt auf eine Szene aus dem Manga „Lone Wolf & Cub“ 25 würde dieses Modell dann folgendermaßen aussehen:
21 Badman: 2006, 16. November.
22 Cohn: 2006, 16. November.
23 Cohn: 2007: 12.
24 Cohn: 2007: 12.
25 Koike und Kojima: 1995: 223-224. In: Cohn, 2007: 12.
8
Diese Analyse laut der „visual language grammar“ geht laut Cohn tiefer als eine Analyse nach McCloud. 27 Auch Beaty merkt an, dass mit dem McCloud-System vor allem Übergänge innerhalb einer Szene analysiert werden. 28
Dementsprechend wäre vielleicht auch das Modell von Dittmar eine geeignete Möglichkeit um die „Montage“ von Comic-Sequenzen“ zu untersuchen: „I. Das Segment ist eine autonome Darstellung oder Sequenz… II. oder ist mit der Umgebung narrativ verbunden, III. die Verbindung ist achronologisch… IV. oder es sind chronologische Sequenzen.“ 29
Statt den Aspect-to-aspect Übergängen schlägt Cohn dann diese Einteilung vor:
Hierarchische Panel-Einteilung nach Cohn 30
26 Cohn: 2007: 12.
27 Cohn: 2007: 13.
28 Siehe: Beaty: 1999, April: 69.
29 Dittmar: 2008: 130.
30 Cohn: 2007: 14.
9
Arbeit zitieren:
Bernhard Kopf, 2010, Ein Vergleich der Panel-Übergänge zwischen Mädchen-Mangas und „westlichen“ Comics für Mädchen mit anschließendem Typologie-Entwurf der Aspect-to-aspect Übergänge, München, GRIN Verlag GmbH
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