Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1
2. Konditionierung
2
2.1 Klassische Konditionierung 2
2.2 Operante Konditionierung 2
3. Gründer der instrumentellen / operanten Konditionierung
3
3.1 Edward L. Thorndike: Instrumentelle Konditionierung. 3
3.2 Skinner und das operante Konditionieren (Lernen durch Verstärkung) 4
4. Verstärkung und Bestrafung
6
3.1 Primäre und sekundäre Verstärker 6
3.2 Verschiedene Arten von Verstärkung und Bestrafung 6
3.3 Verstärkungspläne 7
3.4 Zeitintervall zwischen Verhalten und Verstärkung 8
5. Anwendung in der Praxis
9
5.1 Tokensysteme 9
5.2 Kontingenzmanagement 10
5.3 Premackprinzip 10
6. Schlußbemerkungen 11
Literaturverzeichnis 12
1. Einleitung
In unserem Alltagsleben kommen wir häufig in Situationen, in denen wir durch operante Konditionierung lernen, wie folgendes Beispiel veranschaulicht:
Ein dreijähriges Kind greift mit der Hand auf eine heiße Herdplatte und verbrennt sich dabei die Finger. Die Vermutung liegt nah, dass es dies nicht wieder tun wird.
Aber nicht nur im Alltagsleben spielt das Prinzip der operanten Konditionierung eine große Rolle. Auch in der Lernpsychologie wurde die Erforschung dieser Theorie über einen langen Zeitraum hinweg als Schlüssel zum Verständnis erlernten Verhaltens bei Mensch und Tier angesehen. Sie beschreibt eine Möglichkeit zur Überwindung unerwünschten und zur Förderung positiven Verhaltens. 1
In dieser Arbeit werde ich mich mit der operanten Konditionierung und ihrer praktischen Anwendung auseinandersetzen. Zunächst werde ich in einem kurzen Abriss auf die klassische Konditionierung zurückgreifen um die Unterschiede im Ablauf des Reiz-Reaktions-Schemas aufzuzeigen. Danach werde ich die Erkenntnisse und Rahmenbedingungen der operanten Konditionierung vorstellen, die uns vor allem Thorndike und Skinner mit ihren Experimenten geliefert haben. Zentraler Aspekt der Arbeit werden die Formen der Konsequenzen sein, die auf ein bestimmtes Verhalten folgen. Diese sog. Verstärkung bzw. Bestrafung bildet die entscheidende Komponente der operanten Konditionierung. Im abschließenden Teil werde ich dann auf einige konkrete Modelle zu sprechen kommen, mit denen die Prinzipien der operanten Konditionierung in der Praxis umgesetzt werden können.
1 Vgl. Spada, Hans [Hrsg.] (1992): S. 325
1
2. Konditionierung
Der Begriff Konditionierung steht für das Erlernen eines bestimmten Reiz-Reaktions-Verhaltens, d.h. auf einen bestimmten Reiz (Stimulus) erfolgt eine entsprechende Reaktion (Response). Bei der Konditionierung wird zwischen klassischer und operanter Konditionierung unterschieden.
2.1. Klassische Konditionierung
Unter klassischer Konditionierung versteht man das Prinzip der Steuerung von ursprünglich unkonditionierten Reaktionen (ungelernte, unwillkürliche und automatische Reaktionen, wie Essen, Schlafen, Fortpflanzen etc.) durch ursprünglich neutrale Außenreize. Verknüpft man einen neutralen Reiz mit einem unkonditionierten Reiz, erfolgt nach einer gewissen Zeit eine bedingte Reaktion, d.h. der neutrale Reiz reicht zur Auslösung des Verhaltens aus.
Der Psychologe Iwan P. Pawlow führte dazu zu Beginn des 20. Jahrhunderts Experimente an hungrigen Hunden durch. Die Hunde bildeten beim Anblick von Futter Speichel in ihren Speicheldrüsen. Im nächsten Schritt koppelte er diesen unkonditionierten Reiz mit einem neutralen Reiz, der ursprünglich keine Speichelbildung auslöste. In diesem Fall war es ein Ton, den er erklingen lies, kurz bevor das Futter gezeigt wurde. Nach wiederholter Paarung löste der Ton auch ohne nachfolgendes Zeigen des Futters beim Hund Speichelfluss aus. Der Ton war zu einem konditionierten Reiz geworden. 2
2.2 Operante Konditionierung
Im Gegensatz zum klassischen Konditionieren, bei dem der Lernende innerhalb des Reiz-Reaktions-Schemas passiv ist und unwillkürlich lernt, steht beim operanten Konditionieren spontan gezeigtes, aktives Verhalten und die Konsequenz dieses Verhaltens im Vordergrund. Diese Konsequenz erfolgt in Form einer Verstärkung bzw. Bestrafung. Die Konsequenz wiederum entscheidet wie häufig das Verhalten in Zukunft auftreten wird. Deshalb kann man auch sagen, dass die Konsequenz der Umwelt die entscheidende Variable beim operanten Lernen ist, wie auch das Kind aus dem einleitenden Beispiel leidvoll erfahren musste.
2 Vgl. Mietzel, Gerd (1998): S. 126f
2
3. Gründer der instrumentellen / operanten Konditionierung
Als Pioniere in der Entwicklung des Verfahrens der operanten bzw. instrumentellen Konditionierung gelten die Psychologen Thorndike und Skinner. Sie führten Experimente mit Tieren durch, bei denen sie erwünschtes Verhalten belohnten. In der Folge tauchte dieses Verhalten vermehrt auf.
3.1 Edward L. Thorndike: Instrumentelle Konditionierung
Ungefähr zur gleichen Zeit, als Pawlow seine Versuche an Hunden durchführte, begann in Amerika Thorndike seine Experimente an Katzen. Im Unterschied zu Pawlow, der die Verknüpfung von Reizen untersuchte, befasste er sich mit den Auswirkungen der Konsequenzen von Verhalten.
Thorndike sperrte dazu eine Katze in einen Käfig, dessen Tür durch eine Schlaufe zu öffnen war und platzierte Futter davor. Die Katze lief zuerst im Käfig herum und kratzte an den Wänden. Nach einiger Zeit trat sie zufällig in die Schlaufe, die Tür öffnete sich und damit war der Weg zum Futter frei. Nach mehrfacher Wiederholung des Versuchs verringerte sich die von der Katze zum Öffnen des Käfigs benötigte Zeit immer mehr. Nach vielen Durchgängen war schließlich die erste Bewegung des Tieres der Griff zur Schlaufe. Die Katze hatte nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ gelernt. Ihr Verhalten wurde zu einem Instrument um eine angenehme Konsequenz herbeizuführen. Diese Formulierung ist der Hintergrund des Begriffs der „instrumentellen Konditionierung“.
Lernen durch Versuch und Irrtum (,,trial-and-error") ist ein Suchprozess, bei dem das zufällig richtige Verhalten durch den Erfolg verstärkt wird und in Zukunft vermehrt auftritt. Deshalb wird die Theorie Thorndikes auch Lernen am Erfolg genannt.
Aus seinen Untersuchungen leitete Thorndike das sog. Gesetz des Effekts (Law of effect) ab, welches besagt, dass ein Verhalten, auf das Konsequenzen folgen, die für den Organismus eine Befriedigung oder einen Erfolg darstellen, wiederholt wird, während ein Verhalten, auf das keine oder unangenehme Konsequenzen folgen, abnimmt. Die Konsequenzen eines Verhaltens bestimmen somit dessen künftige Auftretenswahrscheinlichkeit. 3
3 Vgl. Mietzel, Gerd (1998): S. 133f
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Arbeit zitieren:
Andreas Weinfurter, 2003, Operante Konditionierung, München, GRIN Verlag GmbH
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