damit befassen. So schreibt er, dass die Textlinguistik sich zum Ziel setzt, die Struktur, d. h. den grammatikalischen und thematischen Aufbau, sowie die kommunikative Funktion konkreter Texte transparent zu machen und nachprüfbar darzustellen.
Sie kann dadurch Einsichten in die Regelhaftigkeit der Textbildung (Textkonstitution) und Textrezeption (Textverstehen) vermitteln und dazu beitragen, dass die einzelnen Individuen die eigene Textkompetenz verbessern, d. h. beim Einzelnen die Fähigkeit zu fördern, fremde Texte zu verstehen und eigene Texte zu produzieren.
Großes Fremdwörterbuch (2002) definiert die Textlinguistik als ein Teilgebiet der Linguistik, das sich mit Wesen, Aufbau und Inhalt von Texten beschäftigt.
Die Grundkonzepte der Textlinguistik sind:
Der Text (-Begriff) Die Textfunktionen Merkmale der Textstruktur (Kohärenz/Kohäsion) Die verschiedenen Texttypen Die verschiedenen Textsorten
Übersicht über Kategorien und Kriterien der linguistischen Textanalyse nach Brinker: Situation: hier geht es darum, zu bestimmen, a.) welche Kommunikationsform (direktes Gespräch, Telefongespräch, Rundfunk- oder Fernsehsendung, Zeitung, Buch usw.) vorliegt und b.) welcher Handlungsbereich (privat, offiziell, öffentlich usw.) zu konstatieren ist.
Textfunktion: wie z. B.
Alle diese Funktionen (Intentionen) können im Text auf direkte oder indirekte Weise signalisiert sein.
Thematische Kohärenz:
a.) Thema: Arten wie Gegenstand, Ereignis, These usw. b.) Themenentfaltung: Grundformen wie
Grammatikalische Kohärenz: (feststellen, ob es überhaupt ein zusammenhängender Text ist) Hier sind zu beachten: a.) Prinzip der Wiederaufnahme (explizit/implizit) b.) Konjunktionale Verknüpfung.
Innerhalb der Textlinguistik lassen sich zwei Hauptrichtungen unterscheiden: sprachsystematische und kommunikationsorientierte. Diese beiden Richtungen schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern sie stehen vielmehr in gewisser Abhängigkeit zueinander. Der Unterschied besteht darin, dass sprachsystematisch orientierte Textlinguistik (die bis Ende der 60er Jahre die dominantere war) ausschließlich auf die Sprachsystemkompetenz (Wissen über die Sprachlichen Regularitäten, Grammatik, also Form- Grammatikorientiert) orientiert ist, wohingegen die kommunikationsorientierte Textlinguistik sich auf die konkrete Anwendung und Bedeutung dieser sprachlichen Systeme in konkreten Kommunikationssituationen bezieht (also untersucht die Bedeutung und somit die Funktionen von sprachlichen Einheiten). Kommunikationsorientierte Textlinguistik ist folglich nicht als ein Substitut (Ersatz) der sprachsystematischen zu verstehen, sondern als ihre Erweiterung um weitere (funktionsorientierte) Merkmale.
Wie es unschwer zu erkennen ist, haben diese beiden Hauptrichtungen unterschiedliche Ausgangspunkte und somit auch unterschiedliche Ziele in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Texten. Daraus resultiert die Tatsache, dass der Untersuchungsgegenstand Text auch völlig unterschiedlich definiert wird, doch dazu soll es später ausführlicher eingegangen werden. Im ersten Schritt soll zunächst allgemein auf den Begriff des Textes eingegangen werden.
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Zum Textbegriff
Der Begriff „Text“ stammt aus dem lateinischen Wort Textum, welches den Nomen des lateinischen Verbs texere darstellt. Während Ersteres Gewebe bedeutet, steht Zweiteres für verketten oder verbinden von etwas.
Als Text kann eine inhaltlich und sprachlich kohärente (zusammenhängende), begrenzte Abfolge von sprachlichen Zeichen (Schriftzeichen, Wörter, Phrasen Sätze) mit kommunikativer Funktion bezeichnet werden.
In dieser Definition des Textes, der von Klaus Brinker stammt, wird der Textbegriff als eine sprachsystematische und zugleich kommunikative Einheit beschrieben, die eine Relation zwischen mehreren Textualitätsmerkmalen voraussetzt:
Kohärenz (grammatische und thematische Zusammenhänge); d. h. dass sprachliche Zeichen, die in einem Text vorkommen, miteinander harmonieren müssen, sowohl auf grammatische als auch auf lexikalische (inhaltliche) Ebene. Die einzelnen Konstituenten des Textes müssen also so aufeinander abgestimmt sein, dass es einen Sinn ergibt. Begrenztheit (Anfang - Ende)
Das Textthema (muss erkennbar sein, oder auch mehrere Themen)
Kommunikative Funktion (Sinn eines Textes: Dieser Punkt orientiert sich auf die Frage, zu welchem Zweck der jeweilige Text in einer bestimmten Kommunikationssituation eingesetzt wird, also welchen Sinn oder Intention verfolgt er. Diese Frage umfasst gleichzeitig eine andere Voraussetzung, nämlich, dass Texte immer in einer bestimmten Kommunikationssituation eingebettet sind, in der sie mit einem bestimmten Ziel gesendet und empfangen bzw. produziert und verstanden werden).
Relative Abgeschlossenheit (bezieht sich auf sprachliche und auch semantische Abgeschlossenheit: d. h. Handlung, die ein Text beschreibt, muss vollendet sein).
K. Brinker schreibt dem ersteren (der fast deckungsgleich mit dem vierten Kriterium ist), der inhaltlichen und sprachlichen Kohärenz, eine wichtige Bedeutung zu, indem er einen interessanten Terminus „Nicht-Text“ einführt und kategorisiert.
Der Begriff Nicht-Text impliziert, dass dem jeweiligen sprachlichen Gebilde keine Kohärenz (Sinn) zugesprochen wurde. Demzufolge gilt jeder Versuch einer Textproduktion als gescheitert, wenn er wegen mangelnden oder fehlenden sprachlich- (grammatischen) oder inhaltlichen Zusammenhängen nicht verstanden wurde.
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Ein Text besteht in der Regel aus mehr als zwei Sätzen, diese Mehrsätzigkeit ist allerdings keine Voraussetzung, denn ein Text kann auch bloß aus einem Wort oder aus zwei Wörtern bestehen wie z. B. Hilfe! Alle aussteigen! Guten Tag! usw.
Wawrzyniak (1980) definiert den Text als einen wesentlichen Bestandteil menschlicher Kommunikation, denn seiner Ansicht nach erfolgt jegliche Kommunikation mittels Texte, die zwischen den Kontaktpartnern (Sprecher und Adressat, Schreiber und Leser) ausgetauscht werden. WICHTIG! Unter Texten verstehen wir hier sowohl schriftliche als auch mündliche Äußerungen, die unterschiedliche Länge haben können. Die Rede ist von einem Ein-Wort-Text bis zum Gesamttext eines mehrbändigen Romans. …………………………………………………………………………………………..
Zum Begriff der Textfunktion
Der Terminus Textfunktion wird in der Textlinguistik als im Text mit bestimmten festgelegten Mitteln ausgedrückte Kommunikationsabsicht des Emittenten (Senders) definiert. Es handelt sich also um die kommunikative Absicht des Senders, die der Empfänger im fertig produzierten Text erkennen soll. Der Textproduzent legt sozusagen schon vorher fest, als was sein Adressat (eine Person oder ein breiteres Publikum wie z. B. ein ganzes Volk oder Nation) den Text auffassen soll (z. B. als informierend, als appellierend, selbstverpflichtend oder erklärend…) In einem Text bezieht sich der Emittent immer auf bestimmte Regeln oder Konventionen sprachlicher oder kommunikativer Art, die dem Rezipienten die wahre kommunikative Absicht des Emittenten signalisieren.
In diesem Zusammenhang weist Brinker darauf hin, zu beachten, dass ein Text mehr als nur eine Funktion signalisieren kann. Wichtig ist nur, dass eine bestimmte Funktion den anderen dominiert. Demnach muss eine klare Abgrenzung zwischen der Grundfunktion und den Zusatzfunktionen des Textes gemacht werden.
Brinker (2001) unterscheidet fünf zentrale Grundfunktionen eines Textes, die in einem konkreten Text auf direkte oder indirekte Weise signalisiert sein können. Diese sind: Informationsfunktion (Repräsentative) bezweckt das vermitteln von Wissen. Explizierende Paraphrase: ich (der Sender) informiere sich (den Empfänger) über einen Sachverhalt (Textinhalt).
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Arbeit zitieren:
N. L., 2007, Grundlagen der Textlinguistik der geschriebenen Sprache, München, GRIN Verlag GmbH
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