Abb.Abbildung
BGBBürgerliches Gesetzbuch BIZBank für internationalen Zahlungsausgleich bzw.beziehungsweise d.h.das heißt EUREuro engl.englisch evtl.eventuell f.folgende ff.fortfolgende gem.gemäß ggf.gegebenenfalls GoBGrundsätze ordnungsmäßiger Buchführung GuVGewinn-und Verlustrechnung HGBHandelsgesetzbuch insb.insbesondere i. S.im Sinne sog.sogenannte US$US-Dollar u. U.unter Umständen v.a.vor allem Vgl.Vergleiche z.B.zum Beispiel
Abb. 1: Ausstehende Nominalsbeträge deutscher Banken aus Derivaten...............4
Abb. 2: Währungsswap...........................................................................................6
Abb. 3: Zinsswap.....................................................................................................7
GLIEDERUNG
Seite
1. Einleitung. 1
2. Grundlagen von Swapgeschäften. 2
2.1. Kurzer historischer Überblick. 2
2.2. Erscheinungsformen von Swapgeschäften. 3
2.2.1. Währungsswap. 5
2.2.2. Zinsswap. 7
2.2.3. Kombinierter Zins-und Währungsswap. 8
2.2.4. Weitere Swapgeschäfte. 9
3. Rechtscharakter von Swapgeschäften. 10
3.1. Zinsswap. 10
3.2. Währungsswap. 11
3.3. Kombinierter Zins-und Währungsswap. 12
4. Bilanzierung von Swapgeschäften. 12
4.1. Dokumentationspflicht. 12
4.2. Bilanzierung bei Geschäftsabschluss. 13
4.3. Bilanzierung am Bilanzstichtag. 14
4.3.1.Ausgeglichenheit zwischen Ansprüchen und Verpflichtungen
beischwebenden Geschäften. 14
4.3.2.Nicht-Ausgeglichenheit zwischen Ansprüchen und
Verpflichtungenbei schwebenden Geschäften. 15
4.3.2.1.Positiver Erfolgsbeitrag. 16
4.3.2.2.Negativer Erfolgsbeitrag. 16
4.3.3.PeriodengerechteAbgrenzung von Swapzahlungen. 19
4.4. Bilanzierung bei planmäßiger Erfüllung oder vorzeitiger Auflösung20
4.5. Besondere Bilanzierungbei sichernden Swapgeschäften. 21
4.6. Anhangsangaben. 23
4.7 Zusammenfassung der Ergebnisse zur Bilanzierung. 23
5. Zusammenfassung 24
1. Einleitung
Die Globalisierung von Handel und Wirtschaft hat den Zugang zu internationalen Geld-und Kapitalmärkten sehr erleichtert. Diese Faktoren sowieder schnelle Informationsfluss führen heutzutage zunehmend zu Zins-und Kursschwankungen und stellen Unternehmen, die international operieren, vor entscheidende Probleme beider Sicherung ihrer Finanzgeschäfte. 1 Um das Risiko für zukünftige Zins-und Währungsschwankungen zu begrenzen, ist es notwendig, Sicherungskonzepte anzuwenden, die einerseits risikotransparent, andererseits aber auch kostengünstig sind. Transparenz stellt insbesondere ein grundlegendes Ziel für die Adressaten der externen Rechnungslegung (Gläubiger und Investoren) dar, die einen sicheren Einblick in die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage gewährleistet sehen wollen, um ihrerseits Chancen und Risiken des jeweiligen Unternehmens richtig einschätzen zu können.
Um das Ziel der Risikominimierung bei Handelsgeschäften unter den Bedingungen von Zins-und Währungsschwankungen zu erreichen, werden zunehmend derivative Finanzinstrumente eingesetzt, wobei innerhalb dieser Gruppe die sog. Swapgeschäfte in der Praxis eine große Bedeutung haben. Allerdings ist diese Form der Risikominimierung hinsichtlich der wichtigen realitätsnahen Darstellung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens sehr komplex, da deren Behandlung im handelsrechtlichen Jahresabschluss noch nicht abschließend geklärt ist und man an vielen Stellen noch darüber diskutiert, wie man die inhärenten Risiken von Derivaten kontrollieren kann. 2 Mittels derivativer Finanzgeschäfte werden Risiken aber auch handelbar. Auf diese Weise erfüllen sie einen wichtigen volkswirtschaftlichen Zweck,weilsie zur makroökonomisch optimalen Allokation des Kapitals und der Risiken beitragen. 3
Hinsichtlich der Abbildung derivativer Finanzgeschäfte im handelsrechtlichen Jahresabschluss existieren keine eigenständigen Vorschriften im Rahmen des HGB. Bilanzierung und Bewertung der Kreditderivate sind daher aus den kodifizierten Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung (GoB) abzuleiten und haben unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Gehalts zu er-
1 Vgl.Olfert: (Finanzierung), 1999, S. 346
2 Vgl. Happe: (Grundsätze), 1996, S.1 3 Vgl. ebenda
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folgen. Fehlende Rechnungslegungsvorschriften und die Besonderheiten im Zusammenhang mit Swapgeschäften stellen den Bilanzierenden damit nicht nur vor offene Fragen, sondern eröffnen auch die Möglichkeit einer Bilanzpolitik und der bewussten Gestaltung des Jahresabschlusses.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die derzeitigen Möglichkeiten der Abbildungen vonSwapgeschäften im handelsrechtlichen Jahresabschluss darzustellen, wobei v.a. die Zins-und Währungsswaps sowie die kombinierten Zins-und Währungsswaps aufgrund ihrer großen Bedeutung für den Markt betrachtet werden.
2. Grundlagen von Swapgeschäften 2.1 Kurzer historischer Überblick
Der heutzutage existierende Markt für Swapgeschäfte ist auf die Wechselkursschwankungen Anfang der siebziger Jahre sowie auf die Kontrolle des internationalen Kapitalverkehrs, welche von vielen Ländern damals aufrechterhalten wurde, zurückzuführen. 4 Die britische Regierung versuchte durch den Aufschlag auf den Kassakurs den Devisenkauf für ausländische Investitionen zu verhindern, dass britische Unternehmen in den USA statt in Großbritannien investierten. Durch die Aufnahme von Finanzmitteln im Ausland konnte jedoch der Aufschlag auf den Kassakurs umgangen und somit die Kapitalverkehrsrestriktionen der britischen Regierung ausgehebelt werden. 5 Bei sog. Parallel-Krediten vereinbarten zweiUnternehmenmitHauptsitz in verschiedenen Ländern,der im Land der anderen Partei gelegenen Tochtergesellschaft Landesmittel zur Verfügung zu stellen. DerVertrag wurde jeweilsdirekt zwischen Muttergesellschaft und Tochtergesellschaft der anderen Partei geschlosen. Zahlungen waren somit nur auf jeweils ein Land beschränkt,da dieTochterunternehmenZinszahlungendirekt an die Muttergesellschaftder anderen Partei abführten.
4 Vgl.Happe: (Grundsätze),1996,S. 9 ff.
5 Vgl. Betsch: (Corporate Finance), 2000, S. 145
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Eine Weiterentwicklung waren die sog. Back-to-Back-Kredite, bei dem auch grenzüberschreitende Zahlungen auftraten.Die benötigten Finanzmittel wurden dazu nicht mehr der im selben Land gelegenen Tochtergesellschaft des Kreditpartners zur Verfügung gestellt, sondern direkt zwischen den beiden Muttergesellschaften getauscht. Die Beträge wurden dann an die Tochtergesellschaften weitergeleitet.
Beide Verfahren weisen allerdings für die Vertragsparteien gravierende Nachteile auf. 6 Zunächst sind zwei unterschiedliche Vertragswerke zwischen den Partnern abzuschließen, die auf unterschiedlichem nationalen Recht beruhen. Außerdem sind beide Darlehensformen mit einem Ausfallrisiko verbunden, da der Ausfall der Zahlungen bei einer Partei den jeweils anderen Vertrag nicht tangiert; die Zahlungsverpflichtung ist somit nicht automatisch aufgehoben. 7 Darüberhinaus führt die Abbildung der Darlehensgeschäfte zu einer nicht immer erwünschten Bilanzverlängerung, die durch die Einbuchung sowohl der
Darlehensverbindlichkeit auf der Passivseite, als auch durch die Einbuchung der Darlehensforderung auf der Aktivseite entsteht. Hierdurch ergeben sich u.U. bestimmte Verschlechterungen bilanzieller Kennzahlen, wie z.B. der Eigenkapitalquote 8 . Schließlich besteht ein zusätzliches Risiko für beide Vertragsparteien, dass durch Wechselkursschwankungen der Wert der Fremdwährungsverbindlichkeiten bzw. die Fremdwährungszinszahlungen beträchtlich erhöht werden.
Nach dem Abbau der britischen Kapitalmarktrestriktionen im Jahr 1979 verloren die beiden oben vorgestellten Finanzinstrumente der Parallel-Kredite und der Back-to-Back-Kredite stark an Bedeutung.Siewurden von modernen Finanzinstrumenten wie den im folgenden dargestellten Swapgeschäften abgelöst.
2.2 Erscheinungsformen vonSwapgeschäften
Derivative Finanzgeschäfte führen ihren Namen auf den Umstand zurück, dass ihr Wert aus einem Grundgeschäft (z.B. Aktienkurs, Devisenkurs, Zinssatz, Aktienindex) abgeleitet, d.h. deriviert wird. Das volumenmäßig stärkste derivative
6 Vgl. Happe: (Grundsätze), 1996,(Grundsätze), S. 11
7 Vgl.Derselbe, S. 12 8 Eigenkapitalquote=Eigenkapital/Gesamtkapital
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Finanzinstrument ist der Finanz-Swap, der aufgrund seiner fehlenden Standardisierung zu den OTC 9 -Finanzinstrumenten zählt. Diese werdennicht an organisierten und zentralisierten Märkten gehandelt. Allerdings existieren Musterverträge, die insofern zu einer Standardisierung der Verträge führen 10 . Die Vertragspartner von Swapgeschäften treffen die vertraglichen Vereinbarungen somit direkt miteinander oder aber ein Kreditinstitut tritt als Vermittler (Intermediär) zwischen beiden Parteien auf. 11
Die Bedeutung der Derivate und insbesondere die zunehmende Bedeutung von (Zins-)Swapgeschäften stellt folgende Tabelle heraus: 12
Ende Dezember 2001 betrug der Anteil der Swapgeschäfte an den Derivaten weltweit ca. 56 %. Davon entfielen allein ca. 53 % auf Zinsswaps. 13 Bei einem Swap handelt es sich um ein Finanzierungsinstrument, das den Austausch (engl. = to swap) von Zahlungsströmen beinhaltet, die zinsähnlich auf einen Grundbetrag berechnet werden. Diese getauschten Zahlungsverpflichtungen können sowohl auf periodischen auf den Nominalbetrag bezogenen Prozentsätze (Zinsswaps) als auch auf Kapitalbeträgen (Währungsswaps) basieren. 14
9 OTC = „Over the Counter“
10 Vgl. Beck: (Kommentar), 1999, § 246, Rn. 140 11 Vgl. Betsch (Corporate Finance), 2000, S. 145 12 Vgl. Betsch (Corporate Finance), 2000, S. 125 13 Vgl. BIZ-Quartalsbericht, 2002, S. 40 14 Vgl. Maulshagen: (Swapgeschäfte), 1995, S. 243
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Ausgetauscht werden dabei Verbindlichkeiten (Liability Swaps) oder Forderungen (Asset Swaps).
Dem Swapgeschäft liegt die Überlegung zugrunde, dass die beteiligten Vertragsparteien komparative Kostenvorteile an den internationalen Finanzmärkten auf-grund unterschiedlicher Bonitätseinschätzungen und aufgrund unterschiedlicher Marktzugangsmöglichkeiten besitzen. 15 So hat ein deutsches Unternehmen sicher-licheherVorteile, wenn es darum geht,einen Kredit bei einem deutschen Kreditinstitut aufzunehmen, als ein amerikanisches Unternehmen, das eine Finanzierungsmöglichkeit für eine in Deutschland gelegene Betriebsstätte sucht. Durch Swapgeschäfte werden Kapitalmarktteilnehmererstklassiger Bonität in die Lage versetzt, als Swap-Partner ihren Bonitätsvorsprung gewinnbringend zu vermarkten, während bonitätsmäßig schlechter eingestufte Unternehmen in den Genuss günstiger Konditionen kommen können, die ansonsten nicht erreichbar wären. Zudem besteht für Schuldner die Möglichkeit, eine langfristige Mittelaufnahme ausschließlich nach Kostengesichtspunkten auszuwählen. 16 Swapgeschäfte bieten darüberhinaus Möglichkeiten, das Risiko aus Wechselkurs-und Zinskursänderungen zu minimieren bzw. gegenläufige Erwartungen dieser Größen zu kompensieren.
Die Vorteile, die die Unternehmen aufgrund ihrer Stellung auf den jeweiligen Märkten besitzen,sollen also zum Nutzen der beiden Parteien mit Hilfe von Swapgeschäften ausgetauscht werden.
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Swapgeschäfte, die im Rahmen dieser Arbeit nicht alle umfassend abgehandelt werden können. Gegenstand dieser Arbeitsind die beiden bedeutsamsten Grundformen der Swapgeschäfte, der Währungsswap und der Zinsswap sowie die Kombination beider Varianten, der kombinierte Zins-und Währungsswap.
2. 2. 1Währungsswap
Bei Währungsswapvereinbarungen tauschen zwei Vertragspartner Kapital-und Zinsbeträge in unterschiedlichen Währungen. Üblicherweise werden dabei feste
15 Vgl. Perridon/Steiner: (Unternehmung), 2002, S. 315f.
16 Vgl. ebenda
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Arbeit zitieren:
Jens Gerlach, 2002, Die Bilanzierung von Swapgeschäften, München, GRIN Verlag GmbH
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