Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Systemtheorie 2
3. Soziale Systeme: 3
Aufbau und Funktionsweise
4. Systemtheorie und Massenmedien 7
5. Massenmedien und Realität’ 9
6. Schlussbetrachtung S.12
Literaturverzeichnis
II
Einleitung
Wer auch immer versucht sich als Nicht-Systemtheoretiker mit dem Bereich der Systemtheorie vertraut zu machen, hat ein weites Feld vor sich. Allein der Kern dieser Theorie, der sich auf Niklas Luhmanns moderne Systemtheorie reduzieren lässt, weist eine hochgradige Komplexität auf, die nicht zuletzt damit zu erklären ist, dass der Begründer seine Theorie als „besonders eindrucksvolle Supertheorie“ bezeichnet, die überdies einen Universalitätsanspruch stellt. 1 „Universalität der Gegenstandserfassung in dem Sinne, daß sie als soziologische Theorie alles Soziale behandelt und nicht nur Ausschnitte [...].“ 2 Einer Vielzahl seiner zahlreichen Buch-Publikationen und Aufsätze liegt die von ihm entworfene Theorie zugrunde, doch ist dieses Thema derart komplex, dass es nicht weiter verwundert, wenn Luhmann sich zugehörigen Teilgebieten sehr detailliert widmet. In seinem 1984 erstmals erschienenem Werk „Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie“ stellt der Soziologe seine umfassende Theorie, mit der er die Welt zu beschreiben sucht, zusammenfassend vor. Neben Sekundärliteratur stellt dies eine Erleichterung für jeden dar, der einen guten Zugang zur Systemtheorie sucht.
Bereits der Begriff Systemtheorie lässt darauf schließen, dass jene Supertheorie die Welt mittels verschiedener Systeme erklärt, die bestimmte Strukturen, Merkmale, Ausmaße und Einflüsse vorweisen können. Auch die Medien 3 bilden in unserer heutigen Zeit ein solches System, das es in der folgenden Arbeit exemplarisch für weitere Systeme zu untersuchen gilt. Ziel soll eine stark vereinfachte und modellhafte Darstellung Luhmanns Theorie am Beispiel des Funktionssystems ‚Massenmedien’ sein. Der Begriff ‚Kommunikation’, der sich wie ein roter Faden durch „das Labyrinth der Systemtheorie mit ihren zahlreichen Quer- und Rückverweisen“ 4 zieht, sowie weitere in der Systemtheorie
1 Niklas Luhmann: Soziale Systeme, Grundriß einer allgemeinen Theorie, Frankfurt am Main 1987, S. 19.
2 Ebd. S. 9
3 Im Folgenden wird dieser Begriff durch Luhmanns bezeichnenden Terminus der ‚Massenmedien’ ersetzt.
4 Josef Wehner: Wie die Gesellschaft sich als Gesellschaft sieht - elektronische Medien in systemtheoretischer Perspektive. In: Klaus Neumann-Braun, Stefan Müller-Doohm (Hg.): Medien und Kommunikationssoziologie. Eine Einführung in zentrale Begriffe und Theorien. Weinheim/München 2000. S. 94
1
unersetzbare Termini werden eingeführt, ihre Inhalte und Beziehungen zueinander erörtert. Nach eingehender theoretischer Erläuterung Luhmanns Theorie wird die Funktionsweise des Systems Massenmedien samt ihrer Problemstellungen als Beispiel herangezogen.
Systemtheorie
Auch wenn es im Folgenden ausschließlich um die von Niklas Luhmann weiterentwickelte moderne Systemtheorie geht, muss doch festgehalten werden, dass es innerhalb der ursprünglichen Systemtheorie drei Richtungen zu unterscheiden gibt.
Sowohl die allgemeine Systemtheorie, verbunden mit dem österreichischen Biologen Ludwig van Bertalannfy, als auch die auf den amerikanischen Mathematiker Norbert Wiener zurückgehende Kybernetik finden für die hiesige Arbeit keine Verwendung. 5 Ideengeschichtlich knüpft Luhmann 6 an die dritte Strömung, die strukturell-funktionale Systemtheorie des Soziologen Talcott Parsons an, dessen Schüler er in den 1960er Jahren war. 7 Parsons Theorie stellt die Welt ebenfalls als eine Menge zu unterscheidender Systeme dar, allerdings gilt sein Interesse der Struktur jener Systeme, und nicht deren Funktion. Letzteres wird von Luhmann in seinen Ausführungen primär behandelt. Für ihn besteht die Welt aus Systemen, aus Funktionssystemen und deren Umwelt.
Soziale Systeme - Aufbau und Funktionsweise
Luhmanns Beschreibung der Welt mit Hilfe der Unterscheidung von System und Umwelt, lässt sich graphisch z.B. anhand dieses Modells darstellen:
5 Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie, Bd. 3, München 1992.
6 *1927 in Lüneburg, † 1998 Bielefeld
7 Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg, Soziologie-Studium an der University of Harvard, 1968 erlang er die Professur für Soziologie.
2
Arbeit zitieren:
Yvonne Vitt, 2002, Systemtheorie - Eine Einführung in die luhmannsche Universaltheorie am Beispiel des sozialen Funktionssystems 'Medien', München, GRIN Verlag GmbH
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