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Die Märchen der Brüder Grimm

Seminararbeit, 2002, 16 Seiten
Autor: Yvonne Vitt
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Veranstaltung: Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur
Institution/Hochschule: Universität Siegen (FB Germanistik)
Tags: Märchen, Brüder, Grimm, Klassiker, Kinder-, Jugendliteratur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 16
Note: 1
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V15738
ISBN (E-Book): 978-3-638-20764-5

Dateigröße: 189 KB


Textauszug (computergeneriert)

Die Märchen der Brüder Grimm
Eine Entwicklungsgeschichte von der Naturpoesie zum Kinderklassiker

 

 

 


von Yvonne Vitt

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 1

2. Epochale Einordnung S. 2

2.1 Die Brüder Grimm und die Entstehung der „Kinder- und Hausmärchen“

3. Die Grimmsche Literaturgeschichtskonzeption S. 4

4. Zur Überlieferung und Bearbeitungspraxis S. 6

5. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm als Klassiker der Kinderliteratur S. 8

6. Schlussbetrachtung S. 11

7. Literaturverzeichnis S. 13

 



1. Einleitung

Nahezu jeder von uns wird bereits im Kindesalter mit der literarischen Gattung des Märchens Bekanntschaft gemacht, ja Freundschaft geschlossen haben. Von Kindesbeinen an wurden wir versorgt mit allerlei den Märchen zugehörenden phantastischen Stoffen, mit Geschichten von Helden, ob arm oder reich, die sich einer Welt von Feen und Hexen, Zauber und Magie gegenübersehen. Eine besondere Faszination strahlen diese Geschichten aus, die sich dem Schema der strikten Trennung von Gut und Böse bedienen, um letztendlich den Siegeszug der Gerechtigkeit zu feiern.

Die Brüder Grimm, Hans Christian Andersen oder E.T.A. Hoffmann sind uns als Autoren dieser Erzählungen bekannt, und selbst denjenigen unter uns, die sich nicht als ausgesprochene Verfechter dieses literarischen Stoffes wähnen, sind „Dornröschen“, „Aschenputtel“, „Rotkäppchen“, „Die kleine Meerjungfrau“ oder auch „Nussknacker und Mäusekönig“ wenn nicht durch Vorlesen oder eigenes Lesen, so doch durch Adaptionen kultureller Einrichtungen und Medien bekannt. Eine besondere Stellung genießen die über die Landesgrenzen hinaus bekannten Märchen der Brüder Grimm. Ihre Kinder- und Hausmärchen, die erstmals 1812 / 1815 in zwei Bänden in Buchform erschienen, gehören häufig zum Inventar deutscher Kinderzimmer und erfreuen sich noch heute großer Popularität bei Groß und Klein.

Unangefochten nehmen sie die Stellung eines Klassikers in der weniger Jugend- als Kinderliteratur ein; eines Klassikers, der ganz traditionell in keiner Kinderstube fehlen darf. So populär aber die Inhalte der Märchen bei den Erwachsenen und ihren Kindern sind, so unbekannt ist auch die Tatsache, dass diese „Kinderklassiker“ ursprünglich nicht für Kinder geschrieben wurden. Mit Augenmerk auf die Frage, wie aus dieser nicht für Kinder bestimmten Sammlung von Erzählungen ein Kinderklassiker werden konnte, sollen im Folgenden daher nicht die Inhalte der Märchen im Mittelpunkt der Untersuchung stehen, sondern ihre Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte.

2. Epochale Einordnung

Das Bild, das uns vielleicht vor unserem inneren Auge erscheint, wenn wir an Kinder denken, die sich von Mutter oder Großmutter Märchen vorlesen lassen, ist nahezu gleichermaßen mit demselben Begriff verbunden wie der epochale Ursprung eben dieser Erzählungen: Romantik.1 Das Wort „romantisch“, das als Ableitung von Roman und Romanze bereits im 17. Jahrhundert auftauchte, bezeichnete eine poetische Welt, in der sich die Vorliebe für das Emotionale, das Phantastische, das Wunderbare, aber auch das Geheimnisvolle und Schaurige begründete.2 All dies der Romantik zugehörige finden wir in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm wieder, die zur Zeit dieser geistigen Strömung tätig waren und deren Leben unabdingbar mit ihrer Sammlung von Volksmärchen in Verbindung steht. Um dem Faden der Entstehungsgeschichte und -entwicklung folgen zu können, ist es lohnenswert einen Schritt zurückzugehen und einige biographische Eckdaten der beiden Autoren aufzugreifen.

2.1 Die Brüder Grimm und die Entstehung der ‚Kinder- und Hausmärchen’

[...]


1 Zeitliche Einordnung: 1788-1835. Als Reaktion auf den Rationalismus der Aufklärung und die Formenstrenge der Klassik war die geistige und literarische Strömung der Romantik sehr irrational ausgerichtet.
2 Entsprechend waren die bevorzugten Gattungen der Romantiker 1. der Roman, der zu einer Art Universal- Gattung erhoben wurde, da in ihm alle Gattungen vereint werden sollten, 2. die Novelle, die phantastische, märchenhafte und legendäre Motive verwendete und 3. die in die Prosa eingebettete Lied-Lyrik, die den stimmungshaften Ton verstärken sollte.


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