Inhalt
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Bolivien 4
2.1. Geschichte und indigene Stämme 4
2.2. Kokaanbau 6
2.3. Überblick über das politische System. 7
3. Evo Morales 9
3.1. Kindheit/Jugend 10
3.2. Kokabauer/Gewerkschafter 10
3.3. Präsident 12
3.4. Überblick: Nationale Entwicklungspolitik unter Evo Morales 13
4. MAS 15
4.1. Entstehung aus Kokabauerngewerkschaft 15
4.2. Von der sozialen Bewegung zur Partei 16
5. Resümee: Die vier Elemente des politischen Bewusstseins von Evo Morales 17
Literaturverzeichnis 19
Politische Soziologie, Bolivien Buchmayr Abbildungsverzeichnis
Deckblatt: Fahne Boliviens. http://en.wikipedia.org/wiki/Flag_of_Bolivia Abbildung 1 Überblick Verbreitung der indigenen Stämme Boliviens .......................... 6
Abbildung 2 Ergebnis der Wahlen im Juli 2006 ................................................................ 12
Abbildung 3 Morales als Präsidentschaftskandidat mit der traditionellen Wipala im
Politische Soziologie, Bolivien Buchmayr
1. Einleitung
“I don't mind being a permanent nightmare for the United States.” 1
Ein Ausspruch Evo Morales’ vor einer lebhaften Menge von Aymara Indígena, Kokabauern in einem ländlichen Gebiet Boliviens. Ein Ausspruch, der beinahe seine Präsidentschaft zusammenfasst.
Juan Evo Morales Ayma ist, beeinflusst durch die Geschichte seines Landes, seiner eigenen Indígena-Kultur, seiner Vergangenheit als Gewerkschafter und Kokabauer ganz anders mit den Menschen verbunden und bietet völlig andere Konzepte als seine (diktatorischen) Vorgänger.
Seine Erdrutschwahlsiege kamen daher weit weniger überraschend, als man vielleicht denken mag.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Hintergrund des Landes, der internationalen Kontroverse des Kokaanbaus und mit dem Hinterfragen von Morales‘ Strategien und seinen Motivationen und Ambitionen als erster indigener Staatspräsident Boliviens.
2. Bolivien
2.1. Geschichte und indigene Stämme
Um 200 vor Christus entstand die älteste belegte Kultur Boliviens. Im 6. Jahrhundert nach Christus wurde diese von den Aymará abgelöst. Später, im 15. Jahrhundert wurde Boliviens Hochland von den Inkas besiedelt, die die Hochlandgebiete von Bolivien und Peru etwa 100 Jahre lang beherrschten. Das Ende ihrer Vorherrschaft kam 1538, als die Spanier das damalige Hochperu eroberten. Aber auch Deutsch und Italiener, denen es an eigenen Kolonien mangelte, siedelten sich im Land an. Nur kurze Zeit später, im Jahr 1545, startete der Abbau des riesigen Silbervorkommens im Land. Damit begann die leidvolle Geschichte der Ausbeutung des kolonisierten
1 Evo Morales zitiert in McDonnell (2005)
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Politische Soziologie, Bolivien Buchmayr
Landes und seiner indianischen Bevölkerung. Im 17. Jahrhundert war die 4.000m hochgelegene Silbermetropole, die „Pforte zur Hölle“, die reichste aber auch gewalttätigste Stadt der Welt. Der von den europäischen Besetzern geförderte Edelmetallabbau kostete hundertausenden Arbeitern das Leben. Die Indios versuchten den Aufstand 1780, wurden aber von den Kolonialherren blutig niedergeschlagen. Die Nachfahren der spanischen Eroberer begannen ihrerseits jedoch bald darauf selbst, sich gegen das spanische Mutterland aufzulehnen und ihre Freiheit und die Freiheit des besetzten Landes zu fordern. Erst 1825 wurde die Unabhängigkeit des Landes ausgerufen. Die neue Republik wurde nach ihrem ersten Präsidente Simón Bolívar benannt. Die langersehnte Unabhängigkeit von Spanien brachte dem ausgebeuteten Land jedoch weder Wohlstand noch politischen oder sozialen Frieden. Diese unsicheren Umstände resultierten in etwa 200 versuchten oder gelungenen Putschen, in rascher Folge lösten sich Machthaber und Militärdiktaturen ab. Zudem verlor das ehemals doppelt so große Land seinen einzigen Meereszugang an Chile und fruchtbare Amazonasgebiete an Brasilien. 2 Die indigenen Stämme Boliviens heute das Land großflächig verteilt und sind auch unter einander weit verstreut. Eine Volkszählung aus dem Jahr 2001 ergab 8.274.325 Einwohner. Dazu identifizieren sich 62% der Bevölkerung, die älter als 15 Jahre ist mit einer indigenen Volksgruppe. Von indigenen Minderheiten zu sprechen ist bei dieser Zahl also mehr als unangebracht. 3
Die ursprünglichen Völker teilen sich in die andinen Völker und die Völker des östlichen Flachlandes, wo die ethnischen Gruppen, je tiefer sie im Wald leben auch weniger groß sind.
2 Vgl. WorldVision (2005), S.1f
3 Vgl. Evo Morales Profil - „Land“
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Politische Soziologie, Bolivien Buchmayr
Abbildung 1 Überblick Verbreitung der indigenen Stämme Boliviens
Im frühen 20. Jahrhundert lösten politische Konflikte am Balkan Immigrationsströme aus, auch nach Bolivien. So kamen Kroaten, Ungarn, Türken und auch Palästinenser in das Land. Später fanden auch japanische Siedler Gefallen am bolivianischen Siedlungsgebiet. Den Afrobolivianern gebührt besondere Erwähnung. Kongolesen und Angolaner kamen schon mit den ersten Spaniern als Sklaven nach Bolivien. Sie haben in der Kultur des Landes deutliche Spuren hinterlassen. 4 Von den 9 Mio. Einwohnern leben etwa 30 % am Land und schlagen sich als Bauern durch, was auf den überbeanspruchten Böden schwierig ist. Die Regierung unter Evo Morales bemüht sich verstärkt um Agrarreformen, dazu jedoch später mehr.
2.2. Kokaanbau
Wie in einigen anderen Ländern Südamerikas wurde auch in Bolivien die Kokapflanze seit Jahrhunderten kultiviert. Ihr Anbau, Nutzung, Transport, Vermarktung und Export 1988 durch ein drakonisches Gesetz des Kokaregimes und der kontrol-
4 Vgl.Evo Morales Profil - „Land“
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Arbeit zitieren:
Melanie Buchmayr, 2010, Der politische Werdegang des Evo Morales, München, GRIN Verlag GmbH
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