Zeitwahrnehmung beim Säugling
- kreuzmodale Wahrnehmung
Hausarbeit im Fach Wahrnehmungspsychologie
Axel Fleischmann, 2. Semester
Fachhochschule für Kunsttherapie SS 2003
Nürtingen, 30. Juni 2003
1
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort und Einleitung 3
2. Methoden in der Säuglingsforschung 4
2.1. Präferenzparadigma 4
2.2. Habituierungsparadigma 5
2.3. Überraschungsparadigma 5
2.4. Familiarisierungs- Neuheits Methode 5
3. Sinnesorgane / Wahrnehmung 6
4. Zeitwahrnehmung 6
4.1. Das operative Zeitschema nach Piaget 7
4.2. Das sensu- motorische Stadium nach Piaget 8
5. Kreuzmodale Wahrnehmung 9
5.1. Wahrnehmung von Synchronie 10
5.2. Wahrnehmung von Dauer 11
5.3. Wahrnehmung von Frequenz 11
5.4. Wahrnehmung von Rhythmus 13
6. Ergebnisse der Arbeit 14
7. Literaturverzeichnis 15
2
1. Vorwort und Einleitung
Für mich stand fest, dass diese Arbeit etwas mit „Zeit“ zu tun haben wird, aus der Assoziation heraus, dass mir die Zeit fehlt: Zwei kleine Töchter, Studium und Arbeit lässt zu Stoßzeiten wenig Spielraum übrig. Ich nahm mir vor, meinen Schwerpunkt auf das Zeiterleben von psychisch kranken Menschen zu legen, jedoch wechselte mein Interesse dann doch eher zur Zeitwahrnehmung von Kindern.
Als ich mich in das Thema eingelesen hatte, dämmerte mir, dass ich mich auf entwicklungspsychologisches Terrain begab. Ich entschied mich durch die Beschränkung auf einen Lebensabschnitt - das Säuglingsalter - die entwicklungspsychologischen Aspekte weitgehend herauszunehmen. Da in dieser relativ kurzen Zeitspanne aber unglaublich viele Vorgänge u.a. bei der Zeitwahrnehmung ablaufen, spielt die Entwicklung bei der Wahrnehmung eine Rolle.
In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Untersuchungen von Wahrnehmungs- und Entwicklungspsychologen, die mit interessanten Methoden dem Säugling Antworten zu seiner Wahrnehmungsfähigkeit entlocken wollen. Wie nimmt ein Säugling seine zeitliche Umwelt wahr? Welche Möglichkeiten hat er, die zeitlichen Strukturen zu erkennen? Sind diese Fähigkeiten angeboren oder erlernt? Durch die mühsame Recherche für diese eingegrenzte Thematik beziehe ich mich im Hauptteil auf einen Text von LEWKOWICZ im englischsprachigen Original, verzichte auf Zitate und übersetze sinngemäß nach meinen Kenntnissen und Möglichkeiten.
Den Anteil der endogenen und exogenen Rhythmen an der Zeitwahrnehmung ließ ich aus Platzgründen unberücksichtigt, aber er ist prinzipiell nicht zu vernachlässigen. Ich danke meiner Familie für die Geduld und Unterstützung.
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2. Methoden in der Säuglingsforschung
Im kommenden Kapitel werde ich über Untersuchungen berichten, die in der Säuglingsforschung angewandt werden. Um die Ergebnisse angemessen interpretieren zu können, werde ich einen kurzen Überblick über die Methoden darstellen (DOERNER, 1999, S.34 ff). Es bedarf besonderer Experimente, um Säuglinge nach ihrer Wahrnehmung zu „fragen“, da sie nicht einfach antworten können. In den letzten 20 Jahren entstanden faszinierende Messungen, unter anderem mit Hilfe von sehr differenzierten Videoaufzeichnungsmöglichkeiten - um den Säugling vor Ort beobachten zu können - Apparaturen zur Aufzeichnung und Auswertung von Augenbewegungen, die sich im Millisekundenbereich abspielen und verändern.
2.1. Präferenzparadigma
Im Speziellen hat das paarweise Präferenzparadigma weite Verbreitung gefunden. Man zeigt dem Säugling nebeneinander zwei Gesichter und erfasst die Zeit, die der Säugling die beiden fixiert. Dabei zeigt er eine visuelle Präferenz für ein Gesicht, beispielsweise das der Mutter und lässt somit auf seine Fähigkeit zu diskriminieren, schließen. Wie diese längere visuelle Fixierung zu bewerten ist, ist nicht eindeutig. Zum einen werden in den Experimenten der Säuglingsforscher verschiedene ‚Maßeinheiten’ genommen, der eine bewertet die Dauer der ersten Blickzuwendung, der andere misst die gesamten Blickkontakte innerhalb des Paradigmas. So kommt es zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ein weiteres Problem ist, dass eine gemessene Präferenz noch nichts darüber aussagt, wie der Säugling den Unterschied wahrnimmt und welche Bedeutung er ihm zugesteht. Es gibt auch Experimente von Bower, dass Säuglinge Unterschiede bemerkten, aber keine Präferenz zeigten (DOERNER, 1999, S.35).
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Arbeit zitieren:
Axel Klöss-Fleischmann, 2003, Zeitwahrnehmung beim Säugling - kreuzmodale Wahrnehmung, München, GRIN Verlag GmbH
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