D e c k b l a t t 1
I n h a l t s v e r z e i c h n i s 2
1. E i n l e i t u n g 3
2. I u l i a n b i s z u m T o d d e s C o n s t a n t i u s 4
2.1. K i n d h e i t u n d J u g e n d I u l i a n s 4
2.2. D i e R ü c k w e n d u n g z u m a l t e n G ö t t e r k u l t 8
3. I u l i a n a l s A l l e i n h e r r s c h e r 17
3.1. M a ß n a h m e n n a c h d e m R e g i e r u n g s a n t r i t t 17
3.2. D i e F ö r d e r u n g d e r S t ä d t e 19
3.3. W i e d e r h e r s t e l l u n g d e s a l t e n G ö t t e r k u l t e s 21
3.4. R e f o r m d e s H e i d e n t u m s 27
4. D a s S c h e i t e r n d e r h e i d n i s c h e n R e s t a u r a t i o n 30
4.1. I u l i a n i n A n t i o c h e i a 30
4.2. D e r P e r s e r f e l d z u g 31
5. S c h l u s s b e m e r k u n g 35
L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s 37
Q u e l l e n a n g a b e z u m T i t e l b l a t t 39
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1. E i n l e i t u n g
Trotz seiner kurzen Regierungszeit als alleiniger Augustus von nicht einmal 20 Monaten ist Flavius Claudius Iulianus sowohl einer der bekanntesten als auch einer der umstrittensten Augusti in der Geschichte des Imperium Romanum. 1 Für Hartwin Brandt „liegt [dies] zweifellos zum einen an der außergewöhnlich guten Quellenlage [2] , zu der Julians eigene Schriften (Briefe und Reden) einen gewichtigen Teil beitragen, zum anderen an seiner gewaltigen politischen Energie und an seinen programmatischen Ansprüchen an sich selbst und seine Zeitgenossen.“ 3 Iulian war sehr gebildet und vielseitig begabt. 4 Er machte Missstände im Römischen Reich aus und beabsichtigte eine ungeheure Reformtätigkeit zu entfalten, um das Reich von Grund auf zu restaurieren. Dass er seine Ziele d ennoch nicht erreichen konnte und die Gründe dafür aufzuzeigen, ist das Anliegen dieser Arbeit.
Das erste Bestreben meiner Hausarbeit ist daher der Versuch zu erklären, weshalb ausgerechnet Iulian, der letzte Spross der christlichen konstantinischen Dynastie, die Christen als besondere Übeltäter im Reich ansah. Aus seinen Vorbehalten gegenüber dem Christentum ergibt sich, dass das Hauptanliegen seiner Politik die Wiederherstellung des alten Götterkultes war. Das zweite Ziel meiner Arbeit ist aus diesem Grund, die Religionspolitik Iulians darzustellen. In diesem Zusammenhang können und sollen jedoch seine anderen Tätigkeiten nicht außer Acht gelassen werden, weil sich aus dieser Betrachtung unmittelbar die nächste Fragestellung ergibt. Als drittes wird geklärt werden, ob das Scheitern der heidnischen Restauration vorprogrammiert war und weshalb es wohl auch durch eine längere Regierungszeit Iulians nicht zu verhindern gewesen wäre. Bei all dem soll vor allem auch Iulian selbst „zu Wort kommen“. Gerade im Falle Iulians wäre es sicher interessant, die Frage zu diskutieren: „Was wäre gewesen, wenn ... ?“ Neben seiner beeindruckenden Persönlichkeit macht für mich gerade die Diskussion dieser Frage die Faszination des Kaisers aus. Weil es letztlich jedoch müßig ist, sich mit dieser Frage zu beschäftigen, soll dies im Rahmen dieser Arbeit auch nicht geschehen.
1 BRANDT, HARTWIN (1998): Geschichte der römischen Kaiserzeit. Von Diokletian und Konstantin bis zum Ende der konstantinischen Dynastie (284-363), Berlin: Akademie Verlag GmbH, Seite 49
2 Eine ausführliche Darstellung der Quellenlage findet sich in DEMANDT, ALEXANDER (1989): Die Spätantike.
Römische Geschichte von Diocletian zu Justinian 284-565 n. Chr., München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), (Handbuch der Altertumswissenschaften Abteilung 3, Teil 6), Seiten 93f
3 BRANDT, HARTWIN (1998): Seite 49
4 DEMANDT, A LEXANDER (1996): Das Privatleben der römischen Kaiser, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), Seiten 196f, 200f
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2. I u l i a n b i s z u m T o d d e s C o n s t a n t i u s
2.1. K i n d h e i t u n d J u g e n d I u l i a n s
Um erklären zu können, wieso Iulian eine Antipathie gegen das Christentum hatte und weshalb seine heidnische Restauration zum Scheitern verurteilt war, ist es zunächst nötig sein Leben bis zum Tod des Constantius zu betrachten.
Iulian wurde 331 5 in Konstantinopel geboren und wuchs im dortigen Kaiserpalast auf. 6 Sein Vater Iulius Constantius war ein Halbbruder Constantins des Großen und hatte bei Hofe eine angesehene Stellung inne. 7 Seine Mutter Basilina, „eine Dame aus sehr begütertem, vornehmen Hause“ 8 , starb bereits wenige Monate nach seiner Geburt. 9 Nach dem Tod Constantins am 22. Mai 337 kam es zu einer vom Heer eingeleiteten Säuberungsaktion unter den Nachkommen des Constantius Chlorus, dem Vater Constantins. 10 Die Oberbefehlshaber stellten in Übereinstimmung mit den Armeen f est, allein die direkten Nachkommen Constantins als Herrscher anerkennen zu wollen. 11 Iulians Vater und sechs weitere Verwandte und hohe Würdenträger des Reiches, darunter ein älterer Stiefbruder, wurden getötet. 12 Nur Iulian und sein elfjähriger Halbbruder Gallus wurden verschont, Iulian wegen seines kindlichen Alters und Gallus wegen einer schweren Erkrankung. 13 Es ist unklar, ob einer der neuen Kaiser, Constantin II., Constantius II. oder Constans, die Ermordung angeordnet hatte. 14 Fest steht allerdings, dass diesen die Morde nicht ungelegen kamen. 15 Der neue Herrscher des Ostens, Constantius, hatte einen weiteren Vorteil, weil er das Vermögen seiner
5 Zur Diskussion um Iulians Geburtsdatum siehe DEMANDT, ALEXANDER (1989): Anmerkung 1, Seite 94
6 WIEMER, H ANS-ULRICH (1997): Iulian, in: CLAUSS, M ANFRED (Hg.) (1997): Die römischen Kaiser. 55
historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), Seiten 334-341, hier Seite 334
7 ebd.: Seite 334
8 BORRIES, E. V. (1918): Iulianos [26], in: KROLL, WILHELM (Hg.) (1918): Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Neunzehnter Halbband. Iugurtha bis Ius Latii, Stuttgart: Alfred Druckmüller Verlag, Spalten 26-91, hier Spalte 26
9 ebd.: Spalte 26
10 GOTTLIEB, G UNTHER (1997): Constans, in: CLAUSS, MANFRED (Hg.) (1997): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), Seiten 315-321, hier Seite 316
11 ebd.: Seite 316
12 WIEMER, HANS-ULRICH (1997): Seite 334
13 BORRIES, E. V. (1918): Spalte 27
14 GROß-ALBENHAUSEN, KIRSTEN (1997): Constantius II., in: CLAUSS, MANFRED (Hg.) (1997): Die römischen Kaiser. 55 historische Portraits von Caesar bis Iustinian, München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck), Seiten 322-333, hier Seiten 322f
15 ebd.: Seite 323
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Verwandten konfiszieren konnte. 16 Iulian sprach später davon, dass das Erbe seiner Ahnen mit der Schärfe des Messers geteilt wurde. 17
Die Erziehung des nun Vollwaisen übernahm in der Folgezeit 18 der arianische Bischof Eusebios von Nikomedeia, ein Verwandter von Iulians Mutter. 19 Als dieser 339 zum Bischof von Konstantinopel ernannt wurde, kehrte auch Iulian wieder in seine Heimatstadt zurück. 20 Hier überließ der Bischof Iulians Erziehung dem gebildeten Eunuchen Mardonnios, 21 „der zwar Christ war, aber Julian für Homer und die alten Griechen zu begeistern verstand.“ 22 Eusebios hatte bereits die christliche Erziehung von Iulians Mutter übernommen, und ebenso hatte Mardonnios Basilina in die Wissenschaften eingeführt. 23 Außerdem besuchte Iulian zu dieser Zeit eine öffentliche Schule. 24
Irgendwann in den Jahren 342/344, vermutlich nach dem Tod von Eusebios 343, 25 schickte Constantius Iulian und Gallus für mehrere Jahre in die abgelegene kaiserliche Domäne Macellum in Kappadokien. 26 Es ist anzunehmen, dass dieser keinen Grund für eine besondere Härte gegenüber den beiden hatte, wie sich ja auch in den Jahren 351bzw. 355 zeigte. 27 „Die Erziehung, die Constantius für die beiden Brüder anordnete, (...) [erscheint] in durchaus sachgemäßer Weise aus Freiheit und Zwang gemischt (...). Allerdings muß 28 man dabei in Rechnung stellen, daß er ein eifriger, ja ängstlicher Christ [arianischer Prägung war], und daß
16 ebd.: Seite 323
17 Iulian: Oratio VII 21, zitiert nach: FLAMANT, JAQUES, PIETRI, CHARLES, GOTTLIEB, GUNTHER (1996): Julian Apostata (361-363) und der Versuch einer altgläubigen Restauration, in: Die Geschichte des Christentums. Religion Politik Kultur. Band 2. Das Entstehen der einen Christenheit: (250-430), deutsche Ausgabe herausgegeben von BROX, N ORBERT ; E NGELS, ODILO; KRETSCHMAR, G EORG; MEIER, KURT ; SMOLINSKY, HERIBERT , deutsche Ausgabe bearbeitet von Thomas Böhm, u.a., Übersetzung aus dem Französischen: Thomas Böhm u.a., Freiburg im Breisgau / Basel / Wien: Verlag Herder (1996), Seiten 396-413, hier Seite 397
18 Die Jahresangaben bis zur Ernennung des Gallus zum Caesar sind offenbar noch umstritten, weil sie in der Literatur teilweise sehr unterschiedlich angegeben werden. Ich habe mich für die Angaben entschieden, die nach meiner Ansicht den in sich stimmigsten Ablauf der Ereignisse ergeben.
19 WULFERT , HEIKO (1992): Julianus Apostata, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Band 3. Jedin, Hubert - Kleinschmidt, Beda, begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz, fortgeführt von Traugott Bautz (1992), Herzberg: Verlag Traugott Bautz, Spalten 780-784, hier 780
20 ebd.: Spalte 780
21 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
22 ebd.: Seite 95
23 FLAMANT, JAQUES, U.A. (1996): Seite 397
24 BORRIES, E. V. (1918): Spalte 27
25 FLAMANT, JAQUES, U.A. (1996): Seite 397
26 WIEMER, HANS-ULRICH (1997): Seite 334
27 BORRIES, E. V. (1918): Spalte 27
28 In alle von mir zitierten Textstellen habe ich die Originalschreibweise beibehalten, sofern dies nicht durch eckige Klammern kenntlich gemacht ist, und nicht auf die neue Rechtschreibung umgestellt.
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sein Christentum sehr engherzig und von der Duldsamkeit seines Vaters weit entfernt war.“ 29 Entsprechend sorgte der arianische Bischof Georgios von Kappadokien vor allem für Iulians christliche Erziehung. 30 „Er [(Iulian)] wurde in Bibelkunde unterrichtet; Die Überlieferung, daß er in dieser Zeit getauft worden sei, das Amt eines Lektors versehen und eine Märtyrerkapelle gestiftet habe (...), mag erfunden sein, um seinen Abfall [vom Christentum] krasser hervortreten zu lassen.“ 31 „Julian gab sich damals [dennoch] nicht lediglich nach außen als guter Christ; er war es und nicht viel fehlte, daß er es geblieben wäre.“ 32 In Macellum interessierte sich Iulian auch weiterhin für heidnische Schriften. 33 Er lieh sich begeistert Bücher in der Bibliothek des Bischofs, unter denen sich neben christlicher Lektüre auch heidnische Werke im Besonderen von Vertretern des Neuplatonismus befanden. 34 Gerade Iamblichos, der den Neuplatonismus mit Porphyrios „im Sinne einer religiösen Heilsbotschaft weiterentwickelt hatte, wobei auch mystisch-magische Elemente und Praktiken, wie die sogenannte Theurgie, Eingang fanden“, beeindruckte Iulian. 35
Etwa im Jahre 348 durften Iulian und Gallus Macellum verlassen und nach Konstantinopel zurückkehren. 36 „Dort hörte Iulian bei dem heidnischen Philosophen Nikokles, bis er von Constantius unter der Aufsicht des mittelmäßigen, christlichen Rhetors Hekebolios[, den Iulian ebenfalls schon in Konstantinopel gehört hatte, wieder] nach Nikomedien geschickt wurde.“ 37 Letzterer nahm ihm wohl auf Anweisung des Constantius das Versprechen ab, keine Vorlesungen heidnischer Gelehrter zu hören. 38 Obwohl in Nikomedeia auch der bedeutende heidnische Rhetor Libanios 39 lehrte, hielt sich Iulian an sein Versprechen. 40
29 ebd.: Spalte 28
30 BRANDT, HARTWIN (1998): Seite 53
31 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95, FLAMANT, JAQUES, U.A. (1996): Seite 397, sieht den in Theodorets
Kirchengeschichte zu findenden Bericht dagegen als „Beweis“ an; Vgl. THEODORET VON CYRUS (1926): Des Bischofs Theodoret von Cyrus Kirchengeschichte. Aus dem Griechischen übersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. Andreas Seider, München: Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet (Bibliothek der Kirchenväter Band 51), Seite 172, III 2; Andere Kirchenhistoriker berichten ähnliches.
32 ROSEN, KLAUS (1997): Kaiser Julian auf dem Weg vom Christentum zum Heidentum, in: Jahrbuch für Antike und Christentum. Jahrgang 40. 1997 (JbAC 40), Münster Westfalen: Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co, Seiten 126-146, hier Seite 133
33 JULIAN APOSTATA (1999): Der Barthasser, herausgegeben von Giebel, Marion, Stuttgart: Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Seite 74 (Nachwort von Marion Giebel)
34 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
35 GIEBEL, MARION (1999): Seite 74
36 FLAMANT, JAQUES, U.A. (1996): Seite 397
37 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
38 BORRIES, E. V. (1918): Spalte 27
39 Zum Verhältnis von Libanios und Iulian siehe das Buch von WIEMER, HANS-ULRICH (1995): Libanios und
Julian. Studien zum Verhältnis von Rhetorik und Politik im vierten Jahrhundert n. Chr., München: C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck)
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„Wenn sich Julian dennoch von einem H örer des Libanius Redennachschriften besorgte, so deswegen, weil er vom besten Rhetor profitieren wollte, nicht weil ihn dessen Heidentum anzog.“ 41 Ich denke, dass sich an dieser Episode recht gut zeigt, dass Iulian intelligent war und, wenn es in seinen Augen nötig bzw. unumgänglich war, durch geschicktes Vorgehen seine Interessen verfolgen konnte, ohne andere dabei vor den Kopf zu stoßen. 42
Wie Iulian die bedrückenden Ereignisse seiner Kindheit und Jugend erlebt und verarbeitet hat, ist nicht bekannt. 43 Nach meiner Meinung ist es jedoch höchst wahrscheinlich, dass die Ermordung seines Vaters für den nicht einmal sechsjährigen Iulian ein traumatisches Erlebnis gewesen war, zumal Iulian die Vorwürfe später in einem Brief an die Bürger Athens selbst erhob. 44 Johannes Leipoldt schrieb dazu: „Durch solche Geschehnisse wird Julians Urteil über die ersten christlichen Herrscher beeinflußt, und damit zugleich seine Vorstellung vom Christentume.“ 45 Und auch wenn die Anlage in Macellum mit einem prächtigen Palast und mit Bädern, Gärten und Quellen reich versehen war, 46 bin ich dennoch der Meinung, dass auch ein goldener Käfig letztendlich immer ein Käfig bleibt. Außerdem ist klar, dass sein Lebensweg auch in Zukunft von den Entscheidungen des Constantius abhängig blieb. 47
Festzuhalten bleibt weiterhin, dass Iulian als Christ erzogen wurde, aber auch einen tiefen Einblick in die klassische griechische Bildung, Literatur, Philosophie und Religion, erhielt, 48 und zwar im wesentlichen durch die gleichen Lehrer wie seine Mutter. Diese Kombination ist jedoch keineswegs als Hinweis auf seine spätere Apostatie zu interpretieren, sondern zeigt lediglich das um 350 Übliche: „Christliche Theologie und neuplatonische Philosophie entdeckten Gemeinsamkeiten, so daß man einen gläubigen Studenten nicht mehr gleich zum Häretiker zu stempeln brauchte, wenn er (...) Jamblichus las oder sich [seinen] Schülern anschloß.“ 49 „Christliche Eltern schickten ihre Söhne ohne Gewissenbisse zu heidnischen
40 so Libanios in oratio 18,13ff, zitiert nach DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
41 ROSEN, KLAUS (1997): Seite 134
42 Dass er als Kaiser von seiner Fähigkeit keinen Gebrauch mehr machte, werde ich in den Kapiteln 3 und 4 zeigen.
43 WIEMER, HANS-ULRICH (1997): Seite 334
44 ROSEN, KLAUS (1997): Seite 126
45 LEIPOLDT, JOHANNES (1964): Der römische Kaiser Julian in der Religionsgeschichte, Berlin: Akademie-Verlag (Sitzungsberichte der sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-historische Klasse. Band 110. Heft 1), Seite 6
46 so Sozomenos in seiner Kirchengeschichte V 2, 9, zitiert nach DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
47 WIEMER, HANS-ULRICH (1997): Seite 334
48 ebd.: Seite 334
49 ROSEN, KLAUS (1997): Seite 130
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Rhetoren und Philosophen.“ 50 So lobte Iulian als Kaiser zwar seinen alten Lehrer Mardonnios, aber er sagte nie, dass ihn dieser die ersten Schritte zum Heidentum geführt hätte. 51 Iulian scheint vielmehr gerade dadurch ein Kind seiner Zeit zu sein, dass „er sich seiner religiösen Zukunft keineswegs sicher war.“ 52 Zu dieser Zeit gab es zwischen Christentum und Heidentum noch eine Vielzahl von Abstufungen, die von vielen Menschen genutzt wurden, weil „der Wunsch [verbreitet war], für sich persönlich eine Brücke zwischen alter und neuer Religion zu schlagen.“ 53 Dafür dass Iulian zu dieser Zeit „noch nicht den Wunsch [verspürte], über die Lektüre der Klassiker hinaus tiefer in die heidnische Religion einzudringen“ 54 , spricht vor allem, dass Libanios nichts darüber berichtet. 55 „Er hätte sicher dem Prinzen bereits für Nikomedien, wo sie beide zur gleichen Zeit gelebt hatten, Neigungen zum Christentum zugeschrieben, wenn sie ihm damals im geringsten nachgesagt worden wären.“ 56
2.2 D i e R ü c k w e n d u n g z u m a l t e n G ö t t e r k u l t
Nach dem Tod des Constans 350 ernannte Constantius Gallus am 15. März 351 zum Caesar, wodurch auch Iulian mehr Bewegungsfreiheit erhielt. 57 „Iulian hätte es ihm [(Constantius) ansonsten] im Brief an die Athener sicher vorgeworfen, nachdem er die Maßnahmen des Kaisers zur Gängelung und Überwachung der Knaben [(Iulian und Gallus) in Macellum] beschrieben hatte.“ 58 Wohl um Iulian aus der Politik herauszuhalten, gestattete ihm Constantius, seine philosophischen Studien weiterzuführen, 59 was auch genau seinen Neigungen entsprach. In den Jahren von 351 bis 354 studierte er in Kleinasien bei Vertretern des Neuplatonismus. 60 In Pergamon hörte er den Schüler des Iamblichos Aidesios und in Ephesos dessen Schüler Maximus, der ihn in besonderem Maße faszinierte. 61 „Maximus’ Persönlichkeit und seine Verbindung von Theurgie und Philosophie gaben Julian zweifellos Anstöße, sich näher mit der heidnischen Religion zu beschäftigen.“ 62 Klaus Rosen führt in seinem Artikel aber überzeugend aus, dass der Einfluss des Maximus angesichts der äußeren
50 ebd.: Seite 130
51 ebd.: Seiten 132f
52 ebd.: Seite 129
53 ebd.: Seite 130
54 ebd.: Seite 134
55 ebd.: Seite 134
56 ebd.: Seite 134
57 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
58 ROSEN, KLAUS (1997): Seite 132
59 DEMANDT, ALEXANDER (1989): Seite 95
60 ebd.: Seite 95
61 ebd.: Seite 95
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Arbeit zitieren:
Thorsten Dollmetsch, 2002, Kaiser Iulian - Der gescheiterte Philosoph auf dem Thron der Caesaren, München, GRIN Verlag GmbH
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