II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS. IV
1 RECHTFERTIGUNG DER THEMENSTELLUNG 1
2 THEORIE DER ÖFFENTLICHEN AUSGABEN 1
2.1 DEFINITIONEN UND GRUNDELEMENTE 1
2.2 PARETO-EFFIZIENTES MARKTGLEICHGEWICHT 2
2.3 MARKTVERSAGEN IM FALL ÖFFENTLICHER GÜTER. 4
2.4 STAATLICHE INTERVENTION ZUR ÜBERWINDUNG DES MARKTVERSAGENS. 5
2.5 BEREITSTELLUNG VERSUS PRODUKTION 6
3 ÖFFENTLICHE ODER PRIVATE LEISTUNGSERSTELLUNG - EINE
VERGLEICHENDE ANALYSE 7
3.1 STAATLICHE EIGENPRODUKTION 7
3.1.1 Charakteristik. 7
3.1.2 Vorteile. 8
3.1.3 Nachteile 9
3.2 PRIVATE PRODUKTION 11
3.2.1 Charakteristik. 11
3.2.2 Vorteile. 12
3.2.3 Nachteile 12
3.3 EMPIRIE. 14
4 ZUSAMMENFASSUNG 15
5 LITERATURVERZEICHNIS V
1 Rechtfertigung der Themenstellung
Das Ausmaß der Steigerung der Staatsquote in den westlichen Industrieländern führt regelmäßig zu Forderungen nach Privatisierung, Abbau von Bürokratie und Rückzug des Staates aus verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens. Doch steht zu befürchten, dass die in der Öffentlichkeit oftmals polemisch geführte Debatte mehr zerstören als bewirken könnte. Eine sachliche Analyse der Gründe für staatliches Eingreifen in die Wirtschaft muss die Grundlage für Entscheidungen bilden.
Öffentlichen Güter können, wenn ihre Bereitstellung durch das Auftreten von Marktversagen gefährdet ist einen solchen Grund liefern. Sie haben deshalb zentrale Bedeutung für diese Arbeit. Stellt der Staat sie bereit, um die Folgen des Marktversagens zu korrigieren, entstehen dabei neue Probleme und Unvollkommenheiten. Um einen Teil dieser Probleme in den Griff zu bekommen, kann sich die Rolle des Staates auf die Bereitstellung beschränken. Die Produktion kann dann im privaten Sektor erfolgen. Dieses Vorgehen, die Bedingungen sowie die Vor- und Nachteile der privaten bzw. öffentlichen Produktion sind Gegenstand dieser Arbeit.
Das zweite Kapitel definiert grundlegende Begriffe, gibt Indikationen für staatliches Eingreifen und erklärt den wichtigen Unterschied zwischen Bereitstellung und Produktion. Im Punkt 3.1 wird die staatliche Produktion untersucht. Der Charakteristik folgt die Nennung der wesentlichen Vor- und Nachteile. Analog ist das Vorgehen für die private Produktion im Punkt 3.2. Abschließend wird auf die Empirie vergleichender Untersuchungen zum Thema eingegangen. Eine Zusammenfassung am Ende der Arbeit stellt die wichtigsten Aussagen noch einmal in kompakter Weise dar.
2 Theorie der öffentlichen Ausgaben
2.1 Definitionen und Grundelemente
Die von einer Volkswirtschaft bereitgestellten Güter und Dienstleistungen 1 können nach der Rivalität im Konsum grob in öffentliche und private Güter unterschieden werden. Ist Konsumrivalität nicht gegeben, schränkt die Nutzung eines Gutes durch einen Konsumenten 2 den Nutzen eines anderen Konsumenten desselben Gutes nicht ein. An-
1 Istim folgenden inhaltlich eine Unterscheidung zwischen Gütern und Dienstleistungen entbehrlich,
finden stattdessen die zusammenfassenden Bezeichnungen Güter bzw. Leistungen Verwendung.
2 Die Nutzung des Gutes durch Konsumenten und Produzenten wird aus Gründen der Vereinfachung
einheitlich als Konsum bezeichnet.
gewandt auf das öffentliche Gut Landesverteidigung bedeutet dies, dass dessen Nutzen allen Einwohnern zur Verfügung steht und für einen einzelnen Staatsbürger z.B. durch die jährliche Schwankung der Einwohnerzahl nicht beeinträchtigt wird. Für private Güter gilt dagegen das Kriterium der Konsumrivalität. 3
Allerdings sind öffentliche Güter, für die fehlende Konsumrivalität in Reinform gilt, eine Idealisierung. In der Realität setzt aufgrund des technologischen Entwicklungsstandes und der jeweiligen Marktbedingungen bei wachsender Nutzerzahl eine Qualitätsminderung der konsumierten Menge des Gutes ein. Diese als Überfüllungsphänomen bezeichnete Wirkung kann beispielsweise bei überfüllten Hörsälen oder auch bei überfüllten öffentlichen Strassen beobachtet werden. Dementsprechend ist die Klassifikation eines Gutes als „öffentlich“ nicht mehr absolut, sondern es ist sinnvoll Abstufungen in der Klassifizierung zuzulassen. Güter mit maximalen Grad an Öffentlichkeit werden als reines öffentliches Gut bezeichnet, solche bei denen Überfüllungsphänomene auftreten als nicht reines öffentliches Gut. 4
Verschiedene Autoren wenden auch das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip zur Unterscheidung öffentlicher und privater Güter an. Danach hat der Anbieter eines privaten Gutes die volle Kontrolle über dessen Verwendung. Nur wer den geforderten Preis zahlt, kommt in den Genuss des Gutes. Dies verlangt Teilbarkeit und individuelle Zurechenbarkeit. Bei öffentlichen Gütern hingegen sind diese Merkmale schwer oder gar nicht realisierbar. Gründe hierfür sind technische Unmöglichkeit oder unverhältnismäßig hohe Kosten der Überwachung. 5
2.2 Pareto-effizientes Marktgleichgewicht
Nach dem ersten Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik stellt sich in einer Volkswirtschaft unter idealisierten Bedingungen 6 ein pareto-effizientes Gleichgewicht ein, dass bereits Adam Smith mit der Metapher der unsichtbaren Hand beschrieb. Für dieses Gleichgewicht ist typisch, dass es den Mitgliedern der Volkswirtschaft unmöglich ist durch einen beliebigen weiteren Gütertausch ein Individuum besser zu stellen (ein höheres Nutzenniveau zu erreichen) ohne dabei gleichzeitig ein anderes zu schädigen (ein
3 Vgl. Cansier, D., Bayer, S. (2003), S. 109f.
4 Vgl. Rosen, H. S., Windisch, R. (1992), S. 128.
5 Vgl. Cansier, D., Bayer, S. (2003), S. 109f.
6 Idealisierende Bedingungen sind hauptsächlich das Vorliegen flexibler Preise, Konsumenten und Produ-
zenten als Preisnehmer, konvexen Indifferenzkurven und Produktionsmöglichkeiten sowie Umverteilung
der Erstausstattung der Individuen.
Arbeit zitieren:
Matthias Grabe, 2003, Öffentliche versus private Produktion öffentlicher Leistungen, München, GRIN Verlag GmbH
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