- II -
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis / Tabellenverzeichnis III
1. Ziel und Besonderheiten von Typologien. 1
2. Grundlagen der Typenbildung 2
2.1 Bedeutung des Wortes Typus. 2
2.2 Begriff und Wesen des Typus und der Typologie 3
3. Der Prozess der Typenbildung. 5
3.1 Auswahl und Zusammenstellung der Merkmale 5
3.1.1 Inventur der Untersuchungsobjekt 5
3.1.2 Definition der Merkmale 6
3.2 Konstruktion der Typen. 8
3.2.1 Arten von Typen. 8
3.2.2 Kombination von Merkmalen 9
3.2.3 Methoden zur Bildung von Typen 9
3.2.4 Typenbildung anhand der Indexbildung 11
4. Zusammenfasssung. 13
5. Literaturverzeichnis 14
6. Anhang 15
- III - Abbildungsverzeichnis
Abb. 2.1: Unterschiede von Typologie und Klassifikation…………………………4
Abb. 3.1: Merkmalsraum des Schichtindex……………………………………….12
Tabellenverzeichnis
Tab. 3.1: Merkmalsarten…………………..……………………………………….7
- 1 - 1.Ziel und Besonderheiten von Typologien
Die Komplexität der Welt macht es unmöglich, jede Einzelheit menschlicher Handlungen zu analysieren und zu verstehen. Um den Untersuchungsprozess zu erleichtern, ist es notwendig, alle Menschen in verschiedene Gruppen anhand verschiedener Merkmale wie z.B. Geschlecht oder Nationalität einzuteilen. Diese Einteilung nennt man Typologisierung.
Typologien vereinen unterschiedliche Typen eines Untersuchungsobjekts zu einem Spektrum von Typen, die sich hinsichtlich mehrerer Merkmalsausprägungen ähneln. Ziel einer Typologie ist die ordnende und gruppierende Beschreibung der Realität anhand mehrerer sinnvoll gewählten Merkmale bzw. deren Ausprägungen. Sie stellt eine Strukturierung und Ordnung von Untersuchungsbereichen dar. „Somit dienen Typologien der Erkenntnisgewinnung über zu beobachtenden Phänomene“. 1 Typologien sind also das Ergebnis eines Gruppierungsprozesses, jeder Typus muss sich durch eine möglichst hohe interne Homogenität auszeichnen. Auf diese Weise wird das Gemeinsame und Charakteristische des Typus hervorgehoben. Untereinander sollten die Typen hohe Heterogenität aufweisen, damit ein Überblick über die Fülle und Breite des Untersuchungsgebiets entsteht. 2
Der Typusbegriff spielt in den empirischen Sozialwissenschaften eine große Bedeutung und wird sowohl für die deskriptive als auch für theoretische bzw. heuristische Zwecke benützt. 3 Aber auch in den Wirtschaftswissenschaften werden Typologien in verschiedenen Subdisziplinen verwendet. So werden Typologien unter anderem in der Marktformlehre, der Klassifikation von Unternehmen oder im Käuferverhalten zur Anwendung kommen. Laut Seifert haben die verschiedenen Typologien seit den 50er Jahren zur Sichtung, Ordnung und Systematisierung der Mannigfaltigkeit wirtschaftswissenschaftlicher Phänomene beigetragen. 4 Vor allem im Bereich Marketing spielt die Typologisierung eine große Rolle um bestimmte Zielgruppe identifizieren zu können.
Ziel dieser Arbeit ist es, Erkenntnisse über die Grundkonzepte, Aufbau und Vorgehensweise einer wissenschaftlichen Typologisierung zu gewinnen. Es soll eine Antwort auf die Frage „Wie führt man eine empirisch begründete Typenbildung?“ gefunden werden. In dieser Arbeit wird das wissenschaftliche Typologisieren aufbauend auf der Arbeit von Prof. Dr. Hans Knoblich analysiert und dargestellt.
1 Seifert (2002), S. 32. 2 Vgl. Kluge (1999), S. 42. 3 Vgl. Kluge (1999), S. 13. 4 Vgl. Seifert (2002), S. 32.
- 2 - 2.Grundlagen der Typenbildung
2.1 Bedeutung des Wortes Typus
Das Wort Typus entstammt dem griechischen Wort typos. Schon in der griechischen Sprache hatte das Wort typos eine Vielzahl von Bedeutungen, gerade auch im übertragenen Sinne. Typos bedeutet unter anderen Gestalt, Muster, Modell oder auch Gepräge. Platon führte das Wort in die Philosophie ein, wo es wiederum eine neue Bedeutung erhielt. In diesem Sinne wird hier eine intuitiv erschaute, überirdisch verankerte Idee, die in irdischen Dingen nur unvollkommen repräsentiert sein kann, verstanden. 5
Die Bedeutungen des Wortes Typus sind so zahlreich und unterschiedlich, dass eigentlich nicht vom Typus an sich gesprochen werden kann. Grundsätzlich muss jede Wissenschaft den für ihre Zwecke geeignete Typus Bedeutung entwickeln, definieren und begründen. Der für die betriebswirtschaftliche Forschung in Frage kommende Bedeutungsinhalt von Typus ist der des Musters, des Vorbildes, in dem nur das Wesentliche der Erscheinungen Ausdruck findet. 6
Für die Zwecke der vorliegenden Arbeit bezeichnen Typen generell Teilgruppen, die gemeinsame Eigenschaften (Merkmale) aufweisen und durch die spezifische Konstellation der Eigenschaften beschrieben und erklärt werden können. Die Auswahl der den Typus kennzeichneten Eigenschaften ist vom jeweiligen Untersuchungszweck abhängig. 7 Ein Typ ist somit ein ausgewählter Repräsentant realer Phänomene eines Untersuchungsobjektes und dient zur Begriffsbildung, indem er relevante, zusammengehörige Merkmale in einem Typen vereint und somit das Wesentliche des Typus zum Ausdruck bringt. 8 Über diese deskriptive Ebene hinaus werden Typen auch benützt, um Sinnzusammenhänge innerhalb eines Typus und zwischen verschiedenen Typen zu analysieren. Ein Typus ist durch das Gemeinsame derselben Teilgruppe charakterisiert, so dass jeder Typus eine hohe interne Homogenität aufweist. 9
5 Vgl. Knoblich (1969), S. 24. 6 Vgl. Knoblich (1972), S. 143. 7 Vgl. Sodeur (1974), S. 9. 8 Vgl. Ahrend (2001), S. 67f. 9 Vgl. Seifert (2002), S. 36.
- 3 - 2.2Begriff und Wesen des Typus und der Typologie
Typus vs. Begriff
Charakteristisch für das typologische Verfahren ist es, dass es die Gesamtheit der für das Erkenntnisobjekt wichtigen Erscheinungen und Daten zur Anschauung bringt. Bei der begrifflich-klassifizierenden Methode geht meist dieser unmittelbare Zusammenhang mit der gesamten Gestaltung des Erkenntnisobjektes verloren. Der Begriff bezieht sich auf sämtliche möglichen Individuen, die die entsprechende Bestimmtheit aufweisen. Der Typus wiederum bezieht sich auf sämtliche aktuell wirklichen Individuen, die das Typusbild an sich tragen oder getragen haben. 10
Ein starrer Begriff wird durch das Vorhanden oder nicht Vorhanden von ihm definierten Merkmalen in festgelegter Ausprägung gekennzeichnet. Die Eigenschaften, die durch einen starren Begriff ausgedrückt werden, werden einem Objekt entweder zugesprochen oder abgesprochen. Starre Begriffe, die in Form der Definition oder Klassifikation vorliegen können, lassen sich scharf und eindeutig voneinander unterscheiden. Diese Unterscheidung ist bei Typen nicht immer durchführbar, da auch zwei Typen fließend ineinander übergehen können. 11
Typenbildung vs. Klassifikation
Die Typologie ist ein Verfahren, das in der Lage ist, die Vielzahl von Erscheinungen in einem Fachgebiet zu ordnen und überschaubar zu machen. In dem Sinne können wir auch von einer typologischen Ordnung reden, die prinzipiell die gleiche Funktion wie die klassi-fikatorische Ordnung hat. Trotzt der Ähnlichkeit müssen Klassifikation und Typenbildung streng auseinandergehalten werden. 12
Von einer Klassifikation ist die Rede, wenn ein Untersuchungsobjekt nach einem bestimmten Merkmal und dessen Ausprägungen gegliedert wird. Jedes Element kann nur einer Klasse bzw. einer Ausprägung des Merkmals zugeordnet werden. Die Elemente einer Klasse zeigen in allen Merkmalen, die für die Klassifikation entscheidend sind, genau die gleichen Ausprägungen. 13 Eine Klassifikation kann sowohl eindimensional als auch mehrdimensional erfolgen. Ein Beispiel für solche Klassifikation wäre die Gliederung der Rohstoffe nach der Zugehörigkeit zu den drei Naturreichen in pflanzliche, tierische und mineralische Rohstoffe.
10 Vgl. Knoblich (1969), S. 25. 11 Vgl. Knoblich (1969), S. 25f. 12 Vgl. Knoblich (1972), S. 142. 13 Vgl. Kluge (1999), S. 32f.
Arbeit zitieren:
Marco Castillo, 2008, Typologisieren als wissenschaftliche Methode, München, GRIN Verlag GmbH
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