Gliederung:
1. Bodenklassen und Bodentypen 3
2. Bodensystematik 4
3. Die Bodenzonen der Erde 5
3.1 Die Zone der Braunerden 5
3.2 Die Zone der Podsole 6
3.3 Die Zone der Tundren- und Frostmusterböden 6
3.4 Die Zone der Steppenböden 6
3.5 Die Zone der Wüstenböden 7
3.6 Die Zone der Tropenböden 7
4. Europa 8
4.1 Einleitung 8
4.2 Bodenbildung Europas 8
4.3 Die Böden Mitteleuropas S.10
4.4 Die Böden des mitteleuropäischen Flachlandes S.10
4.5 Die Böden der Lößzone
S.13
4.6 Die Böden der Mittelgebirge S.13
4.7 Die Böden des Oberrheingrabens S.15
4.8 Die Böden des Alpenvorlandes S.15
4.9 Zusammenfassung der Böden Mitteleuropas S.16
4.10 Die Böden Nord- und Westeuropas S.17
4.11 Die Böden um das Mittelmeer S.18
4.12 Die Böden des Weichsel- und des Donauraumes S.19
5. Asien S.20
5.1 Einleitung Asien S.20
5.2 Der Vorderen Orients S.20
5.3 Die Böden der trockenen Gebiete Asiens S.22
5.4 Zonale Bodenverteilung in Westasien S.23
5.5 Nordeurasien - Der Dauerfrostboden S.23
5.6 Böden des gemäßigten Klimas S.24
5.7 Böden der heißen Zone Asiens S.24
5.8 Böden dauerfeuchter Gebiete Asiens S.24
5.9 Böden der Gebirgsländer S.25
5.10 Bodenbewirtschaftung Asiens. S.25
6. Entwicklung der Lößsteppen Eurasiens S.26
7. Schluss S.27
2
1. Bodenklassen und Bodentypen
Zu Bodentypen werden Böden zusammengefasst, die sich in einem ähnlichen Entwicklungszustand befinden. Das bedeutet, dass bei ihnen eine bestimmte Konstellation der bodenbildenden Faktoren besteht. Diese Konstellation hat gemeinsam mit den Prozessen der Bodenentwicklung gleiche Merkmale und Horizonte geschaffen. Rohböden sind Bodentypen mit einem lückenhaft entwickelten humosen Horizont. Ihre Eigenschaften sind gänzlich vom Ausgangsgestein geprägt. Rohböden die aus Festgesteinen bestehen heißen Lithosole und Rohböden aus Lockergesteinen nennt man Regosole. Im nächsten Abschnitt des Textes sollen die Böden aus welchen sich die Bodenzonen Eurasien größtenteils zusammensetzten, erklärt werden. Dabei möchte ich aber nicht auf alle Böden die es gibt detailliert eingehen.
Als erstes gibt es die Syroseme, welches Rohböden gemäßigter Klimagebiete sind Sie sind nach Gesteinen gegliedert und kommen meist an steilen Hängen, wo Erosionen eine fortschreitende Entwicklung des Bodens verhindert, vor. Des Weiteren gibt es den Remark und den Yerma. Der Remark ist ein Rohboden der in kalten Gebieten, wie der Arktis und der nördlichen Tundra, zu finden ist. Der Yerma wird der Rohboden der Halbwüsten und der Wüsten genannt. Der Remark wird nach der Froststrukturbildung und der Yerma nach dem Ausgangsgestein unterteilt.
Als nächsten kommen die so genannten A h -C-Böden. Dies sind Rohböden die durch Verwitterung eindeutige A h -Horizonte entwickelt haben und deren Merkmale vom Gestein bestimmt sind. Diese A h -C-Böden bezeichnet man als Ranker (aus Silikat- und Quarz-Gesteinen), Rendzina (aus kalk - oder stark CaCo 3 -haltigen Gesteinen), Vertisol (aus montmorillonitreichen Tonen mit Selbstmischungseffekt) oder Schwarzerde. Die Schwarzerden besitzen mächtige Mull-A h -Horizonte, welche aus kalkhaltigen Sedimenten wie Löß bestehen und durch intensive Tätigkeit der Bodenfauna im Steppenklima entstanden sind. Nun folgen die Braunerde und die Parabraunerde. Die typische Braunerde ist ein A h -B v -C-Boden, wobei die Verbraunung und Verlehmung den dominierenden Prozess bei der Bodenentwicklung darstellt.
Als weiterer Bodentyp können die Podsole bezeichnet werden. Diese Böden sind meist aschefarbigund haben ein O l -O f -O h -A h -A e -B h -B s -C-Profil. Durch eine starke Versauerung im Oberboden lagen sich ausgewaschene Verbindungen im B-Horizont an. Podsole entstehen meist in Gebieten mit starken Niederschlägen, einer rohhumusbildenden Vegetation und einem durchlässigen, basenarmen Gestein.
3
Bei Hydromorphen Böden ist das Bodenwasser von entscheidender Bedeutung. Diese Grundwasserböden haben meist einen hohen Grundwasserstand. Zu diesen Böden gehören Gleye, Pseudogleye und Auenböden. Gleye besitzen meist einen Grundwasserstand von 40-130 cm unter dem Grund und Boden. Pseudogleye sind typische Staunässe-Böden, die sich durch einen jahreszeitlichen Wechsel von Vernässung und Austrocknung auszeichnen. Bei Auenböden schwank der Grundwasserspiegel meist mit dem Wasserstand des Flusses, außerdem sind Auenböden oft Überflutungen ausgesetzt. Zu den Grundwasserböden zählen noch die Marschböden und die Salzböden die in Trockengebieten durch eine Auskristallisation von Salzen aus hoch stehendem Grundwasser oder durch künstliche Versalzung entstehen 1 .
2. Bodensystematik
Es gibt gegenwärtig einige unterschiedliche Systeme der Bodengliederung. Eines davon ist das von Dokutschajew aufgebaut Prinzip der Zonalität der Böden. Die Bodenzonen sind dabei nach den klimabedingten Vegetationszonen benannt. Es ergeben sich hieraus die Tundra-, Taiga-, Steppen-, Halbwüsten-, Wüsten und Tropenböden. Bei den zonalen Böden ist der ausschlaggebende bodenbildende Faktor das Klima. Bei den intrazonalen Böden sind die bodenbildenden Faktoren das Gestein und das Wasser. Des Weiteren sind Zonale und intrazonele Böden vom Relief und von der Einwirkung des Menschen abhängig. Dieses Gliederungsprinzip bildet den Rahmen der in der Sowjetunion angewandten Bodensystematik.
In Deutschland ist dagegen die Bodensystematik von Mückenhausen, bei welcher die Bodentypen die zentrale Stellung einnehmen, sehr verbreitet. Bei dieser Systematik werden die Kategorien verwandter Typen zu Klassen mit generellen Horizontabfolgen zusammengezogen. Die oberste Kategorie umfasste die Typen der Böden. Danach folgt eine Unterteilung in Subtypen und Varietäten. Als letztes kommt eine Kategorie, welche die Bodenform, Bodenart und das Ausgangsgestein bewertet.
In den USA nutzt man wiederum ein ganz anderes Klassifikationsschema. Daher kann gesagt werden, dass es viele verschiedene Bodensystematiken in den einzelnen Ländern der Erde
1 vgl. BREBURDA 1987, S. 53-58
4
gibt. Alle haben ihre Unterschiede in der Bodenbewertung und jede einzelne Bodensystematik hat ihre Vor- und Nachteile 2 .
3. Die Bodenzonen der Erde
Als die Bodenzonen der Erde wird das Vorkommen von zonalen Böden bezeichnet, bei denen der dominierende bodenbildende Faktor das Klima ist. Diese Zonen reichen vom Äquator bis in die Polargebiete hinein. Von Äquator aus betrachtet kommt als erstes die Zone der Tropenböden, in welchen wie der Name schon sagt, ein Tropenklima vorhanden ist. Als nächstes folgt die Zone des Trockenklimas welche Wüsten- und Halbwüstenböden beheimatet. Die Steppenböden und Mediterranböden bilden dann eine Art Übergangszone bis zur Zone des gemäßigten Klimas die sich vor allem aus Braunerden zusammensetzt. Als vorletztes ist dann die Zone der Podsolböden zu erwähnen die sich durch ein boreales Klima auszeichnet. Nahe den Polargebieten folgt zu guter letzt die Zone der Tundren- und Frostmusterböden.
Neben diesem Schema Köppens von 1931 gibt es allerdings auch noch weitere Systeme der Bodenzonalität. Zum Beispiel das von Robert Ganssen von 1965, mit welchem ich im späteren Verlauf meiner Arbeit versuchen möchte die Bodenzonen Eurasiens und das Vorkommen der verschiedenen Böden in den jeweiligen Ländern zu beschreiben 3 .
3.1 Die Zone der Braunerden
Braunerden sind die Klimaxböden der gemäßigten Klimazone. Sie entwickeln sich bei einer Jahresmitteltemperatur von zirka 8-10°C und 500 - 800 mm Niederschlag. Sie besitzen ein A h -B v -C-Profil. Parabraunerden, die meist aus feinkörnigen Substraten wie Löß oder Geschiebemergel entstehen, sind flächenhaft noch weiter verbreitet als die Braunerden. Die Mächtigkeit des Solums, die bei Braunerden mit durchschnittlich 50 cm zu verzeichnen ist, beträgt bei Parabraunerden in trockenen Beckenlagen 90 - 100 cm und in feuchteren Gebieten sogar 120 - 150 cm 4 .
2 vgl. BREBURDA 1987, S. 58-59
3 vgl. SEMMEL 1983, S. 43
4 vgl. SEMMEL 1983, S. 44-68
5
3.2 Die Zone der Podsole
Die Podsolbodenzone ist nördlich im Anschluss an die Braunerdezone zu finden. Die Böden dieser Zone sind typisch für das boreale Klima, welches sich durch eine niedrige Jahresmitteltemperatur und eine geringe Verdunstung auszeichnet. Dies ist auch der Grund, dass in der Zone der Podsole meist eine Nadel- und Birkenwaldvegetation zu finden ist. Eine große Verbreitung der Podsole ist in Skandinavien, Schottland und der Sowjetunion zu erkennen. Oft wechseln sich Podsole mit Gley- und Moorböden ab, die in Senken auch Dauerfrostboden enthalten können. Da die Podsolierungstendenz in einigen Gebieten extrem ist, können Podsole auch auf stark kalkhaltigen Gesteinen entstehen 5 .
3.3 Die Zone der Tundren- und Frostmusterböden
In der waldarmen oder waldfreien Tundrenzone, die sich nördlich des borealen Waldgebietes befindet, ist ein häufiges Vorkommen von Dauerfrostboden festzustellen. Aus diesem Grund entstehen im Auftauboden ebener Gebiete Tundragley-Böden. In der Waldtundra kommen auch Moorböden vor, welche sich mit Gley-Podsolen abwechseln. Vegetationen mit relativ großen Mengen an Rohhumus lässt Nanopodsolböden entstehen. In der vegetationsfreien Landschaft in den nördlichen Teilen der Tundrazone sind Frostmusterböden zu finden 6 .
3.4 Die Zone der Steppenböden
Südlich der Brauerdezone existiert eine Zone, die sich durch Steppenböden auszeichnet. Das Klima zeichnet sich durch Trockenperioden und durch Feuchtperioden aus. Einerseits ist es zu trocken, dass Wälder entstehen könnten, andererseits ist es aber auch so feucht, dass der Boden durch kleine Gräser und Sträucher bedeckt wird. Die relativ große Wurzelmasse der Gräser sorgt für eine Humusanreicherung im Mineralboden. Durch ein kaltes Winterklima kann sich die organische Substanz nicht gut mineralisieren und so entstehen meist mächtige A h -Horizonte. Typische Steppenböden bilden die Schwarzerden und die Prärieböden, welche vor allem im südlichen Teil der Sowjetunion und in Südosteuropa vorkommen. Als
5 vgl. SEMMEL 1983, S. 83-86
6 vgl. SEMMEL 1983, S. 86-88
6
Ausgangsgestein ist meist Löß vorzufinden, durch den die Gräser gut ihre großen Wurzelmassen entwickeln können.
Die Böden, insbesondere die Schwarzerde, besitzen eine hohe potentielle Fruchtbarkeit. Diese ist durch eine hohe Austausch- und Wasserkapazität bedingt. Allerdings schränkt das Steppenklima die Bodenfruchtbarkeit auch ein, sodass es oft zu Dürreperioden kommt und auch die Gefahr der Winderosion spielt in der Steppenzone eine wichtige Rolle 7 .
3.5 Die Zone der Wüstenböden
In den extremen Trockengebieten der Erde sind durch die fehlenden Niederschläge der chemischen Verwitterung nur begrenzte Wirkungsmöglichkeiten gegeben. Oft entstehen auf den Gesteinen nur Salz- oder Kalkkrusten. Durch die mechanische Verwitterung kommt es zur Bildung von gröberen Korngrößen wie Schutt, Sand oder auch Schluff. Vor allem treten so genannte „Staubböden“, die aus lockerem und nur durch eine schmächtige Kruste geschütztem Oberboden bestehen, auf. In den Becken sind durch eine Ansammlung von Niederschlagswasser, das Salz in den Sanden oder Gesteinen der Umgebung gelöst hat Solontschake, also Salzböden, existent. Eine weitere Bodenart der Wüstenzone bilden die Oasenböden, die durch Grundwasser nahe der Oberfläche in Becken oder an Flüssen vorhanden sind 8 .
3.6 Die Zone der Tropenböden
Die Tropenzone zeichnet sich durch ein heißes, immer- oder wechselfeuchtes Klima aus, das gute Voraussetzungen für eine intensive chemische Verwitterung der Gebiete schafft. Typische Böden sind Rotlehme oder Latosole, welches tiefgründig entwickelte Böden mit kräftigen braunroten Farbtönen sind. Sie zeichnen sich meist durch einen verhältnismäßig hohen Tongehalt und eine hohe Aggregat-Stabilität aber auch durch eine geringen Gehalt an leicht verwitterbaren Materialien, eine geringe Umtauschkapazität und einen geringen Nährstoffgehalt aus. In Eurasien sind sie vor allem in Indien zu finden 9 .
7 vgl. SEMMEL 1983, S. 88-90
8 vgl. SEMMEL 1983, S. 90-92
9 vgl. SEMMEL 1983, S. 92-100
7
Arbeit zitieren:
2006, Bodenzonen Eurasiens, München, GRIN Verlag GmbH
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