Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Definition Karikatur 2
3. Die Geschichte der Karikatur. 4
4. Die Karikatur als Quelle im Geschichtsunterricht 6
4.1 Die Arbeit mit Karikaturen 7
4.2 Zugriffsmöglichkeiten. 9
5. Schluss. 10
6. Literatur. 12
1
1. Einleitung
Jede Zeitung und Zeitschrift bringt heute graphisch gestaltete Kommentare zu als bedeutsam erachteten Ereignissen und Themen. Häufig werden Themen und Probleme des Alltags behandelt. Doch dies ist kein Phänomen der heutigen Zeit, denn auch schon vor Jahrhunderten entstanden Zeichnungen mit denen Kritik am bestehenden System geübt wurde. Die Rede ist von Karikaturen. Um den Schülern eine bessere Ausbildung und eine angemessene Vorbereitung auf das Leben zu ermöglich, sollen neue Methoden des Unterrichts den Schüler mehr fordern und fördern. Der Lehrer tritt dabei etwas in den Hintergrund und übernimmt lediglich die Position eines Moderators, der den Unterricht in die richtige Richtung leitet, jedoch nicht zum Alleinunterhalter wird. Die Lernenden sollen zu mehr Selbsttätigkeit und Kreativität im nun handlungsorientierten Unterricht herangezogen werden. Grundlage für die folgenden Überlegungen ist die Notwendigkeit, Schüler in ein immer noch aktuelles Medium des politischen Meinungskampfes einzuführen und sie für eine eigene Urteilsbildung sensibel zu machen. Spätestens mit dem Beginn der Französischen Revolution setzt nahezu jedes aktuelle Geschichtsbuch für die Sekundarstufe I oder II auch Karikaturen ein, und es gibt in Handbüchern, in Zeitschriften und als Monographien eine Vielzahl von Arbeiten zu diesem Themenkomplex. Doch sie sollen meist nur den illustrativen Zweck erfüllen, deren vielfältige Bearbeitungsmöglichkeiten eine willkommene Abwechslung zum Frontalunterricht beziehungsweise zur Textbearbeitung darstellt. So werden zu behandelnde (Einstiegsphase) oder behandelte (Schlussphase) Themen durch Karikaturen "veranschaulicht" oder gar "verdeutlicht.
In der folgenden Hausarbeit soll untersucht werden, was eine Karikatur ausmacht und wie sie sich entwickelt hat. Anschließend wird dargestellt, warum der Quellenwert der Karikatur so bedeutend für den Geschichtsunterricht ist und welche Möglichkeiten es gibt, diese einzusetzen um dabei den Schüler entsprechend zu fordern.
2. Definition Karikatur
Der Bezeichnung Karikatur stammt aus dem Italienischen und leitet sich von „Caricatura“ ab. Dieser Begriff stammt von dem Verb „caricare“ ab, welches übersetzt „beladen“ beziehungsweise „überladen“ bedeutet. 1
1 Vgl. Sauer, Michael: Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber 2000. S. 100
2
Das erste Kennzeichen der Karikatur stellt die Technik der Verdichtung in den bildlichen Mitteln dar. Das Ziel ist die erkennbare Ähnlichkeit in entstellter Wiedergabe. Die Tendenz einer Karikatur ist das zweite bedeutende Merkmal, denn Karikaturen sind einseitig und parteilich. 2 Ihre Tendenzhaftigkeit erlaubt die Einteilung in feindselige, zynische, entblößende und skeptische Karikaturen, denn sie kann sowohl befreiendes Gelächter sowie auch Spott herrufen. Ihre Grenzen sind fließend. 3 Das dritte entscheidende Kennzeichen ist der auf das Publikum ausgerichtete Charakter. Jede Karikatur braucht mindestens drei Personen: den Karikaturisten, den Karikierten und den Karikaturbetrachter. Der Karikaturist will den Betrachter durch sein in ungewohnter, verfremdender und entlarvender Weise dargestelltes Objekt zum Nachdenken anregen und in ihm plötzliche Einsichten hervorrufen. 4 Die Künstler streben mit ihrer Karikatur die entscheidende Wirkung auf die Öffentlichkeit an. 5 Als Ursache für die Beliebtheit ihrerseits ist der Appell an die Gefühle des Betrachters nennenswert. 6 Die Kennzeichnung einer Karikatur ist Voraussetzung, um ihren Quellenwert zu beschreiben. Sie sind schnelle Reaktionen auf Ereignisse und Prozesse und haben deshalb eine zeitliche Nähe zu den Ereignissen, da sie entweder gleichzeitig oder kurz nach ihnen entstehen. „Ihre Zeichner sind zur Aktualität verpflichtet, da sie stets unter Zeitdruck stehen.“ 7 Sie sind als Überrest sowohl Medium, als auch Gegenstand des Ereignisses. Karikaturen vermitteln Wissen über die Vergangenheit durch die Darstellung von Urteilen und Deutungen über Personen und Ereignisse. 8 Umbrüche und Krisenzeiten wie beispielsweise die Französische Revolution oder die Revolution von 1848/49 waren deshalb meist Blütezeiten der Karikatur, waren sie doch Mittel der politischen Auseinandersetzung. 9 Des Weiteren sind sie ein Teil der politischen Öffentlichkeit und verweisen auf die Interessen der damaligen Gesellschaft, weil sie für diese gemacht und ein Teil derselben sind. Karikaturen kommentieren, kritisieren und bringen Ereignisse auf den Begriff. Sie machen Vorgänge anschaulich um mit ihm bedeutend umzugehen. Außerdem emotionalisieren sie, werten massiv und eindeutig, da sie Auskunft über die Werturteile geben. 10
2 Vgl. Pandel, Hans-Jürgen: Karikaturen. Gezeichnete Kommentare und visuelle Leitartikel. In: Handbuch
Medien im Geschichtsunterricht. 4.Auflage. Düsseldorf 2007. S. 259
3 Vgl. Sauer, Michael: Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber 2000. S. 100
4 Ebd.
5 Vgl. Uppendahl, Herbert: Die Karikatur im historisch-politischen Unterricht- eine Einführung mit
Unterrichtsbeispielen. Freiburg 1978. S. 8
6 Vgl. Uppendahl, Herbert: Möglichkeiten des Einsatzes von Karikaturen. In: Pandel, Hans-Jürgen/ Schneider,
Gerhard: Medien im Geschichtsunterricht. Düsseldorf 1985
7 Pandel, Hans-Jürgen: Karikaturen. Gezeichnete Kommentare und visuelle Leitartikel. In: Handbuch Medien im
Geschichtsunterricht. 4.Auflage. Düsseldorf 2007. S. 260 f.
8 Vgl. Ebd. S. 266 f.
9 Vgl. Sauer, Michael: Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber 2000 S. 100
10 Vgl. Pandel, Hans-Jürgen: Karikaturen. Gezeichnete Kommentare und visuelle Leitartikel. In: Handbuch
Medien im Geschichtsunterricht. 4.Auflage. Düsseldorf 2007. S. 262
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Arbeit zitieren:
Marie-Therese Härtelt, 2009, Karikaturen im Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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