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Gliederung
1. Einleitende Vorbemerkung 3
2. Die Bedeutung der Massenmedien im Meinungsbildungsprozess 3
2.1. Grundsätzliches 3
2.2. Die Medienkonsumenten 4
2.2.1. Zielgruppen der Medien. 4
2.2.2. Programmangebot für Nicht-Deutsche 5
2.3. Die Medienproduzenten. 6
2.3.1. Journalisten 6
2.3.2. Das Verhältnis von Journalisten und den Ereignissen, über die sie
berichten. 7
3. Konkrete Untersuchungsergebnisse. 8
3.1. Das Bild in der bundesdeutschen Presse 8
3.2. Darstellung im deutschen Fernsehen 11
4. Die Berichterstattung der Massenmedien in der aktuellen Situation. 12
4.1. Bestandsaufnahme. 12
4.2. Probleme/Kritik 13
4.2.1. Negative sprachliche Darstellung 13
4.2.2. Negative bildliche Darstellung. 14
4.2.3. Relevanz der Berichterstattung 15
4.2.4. Verstärkung negativer Vorurteile 15
4.3. Positive Ansätze im Journalismus 16
5. Zusammenfassende Einordnung der Problematik in den Gesamtzusammenhang
17
6. Abschließende Stellungnahme 17
Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitende Vorbemerkung
"Immer mehr Asylbewerber kommen nach Deutschland. Gestern waren es 1000. Heute werden es wieder 1000 sein. Wie lange geht das noch gut?"
Diese und ähnliche Schlagzeilen waren und sind nicht nur bei der BILD-Zeitung publikumswirksame Aufmacher in den letzten Jahren. Gewalttätige Ausschreitungen gegen Fremde und nächtliche Brandanschläge haben bereits zahlreiche Menschenleben gefordert. Dennoch rutschen diese Meldungen bereits langsam in den hinteren Teil der Fernsehnachrichten. Drohen die Massenmedien einen Gewöhnungseffekt zum Beispiel an angezündete türkische Häuser hervorzurufen, und inwieweit gewöhnen sich die Deutschen dadurch auch im täglichen Leben an die direkte und versteckte Fremdenfeindlichkeit ihrer Mitbürger? Welchen Einfluss hatte die bisherige Darstellung von Minderheiten in den Massenmedien auf das Bewußtsein der Zuschauer und Leser? Gibt es eine Ambivalenz zwischen 'abgebildeter Wirklichkeit' und den realen Zuständen im Zusammenleben von Deutschen und Nicht-Deutschen?
Die vorliegende Arbeit versucht zunächst die grundsätzliche Bedeutung der Massenmedien im Meinungsbildungsprozess der Bevölkerung aufzuzeigen. Gleichzeitig wird dabei die Frage nach der Kompetenz der 'Medienmacher' gestellt. Im Anschluß daran wird anhand konkreter Untersuchungsergebnisse (1986) die Darstellung von Fremden in der bundesdeutschen Presse und im Fernsehen aufgezeigt. Zum Schluß soll die Berichterstattung der Massenmedien über die aktuelle Situation in Deutsch-land kritisch untersucht werden. Hierbei wird beispielsweise der Konflikt dargestellt, in dem sich Journalisten befinden, wenn sie entscheiden, was zur Meldung gemacht wird.
2. Die Bedeutung der Massenmedien im Meinungsbil-
dungsprozess
2.1. Grundsätzliches
Massenmedien erfüllen eine Unterhaltungs- und Informationsfunktion. Weiterhin ist ein wesentlicher Bestandteil die Werbung. Die Gewichtung der einzelnen Funktionen ist zwar von dem jeweiligen Medium abhängig, gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie eine bestimmte Rolle im Meinungsbildungsprozess spielen. Hans Mathias Kepplinger vom Mainzer Institut für Publizistik stellt in einer Untersuchung über die Bedeutung der Fernsehnachrichten für das politische Meinungsbild fest, dass in der Wirkungs-
1 BILD-Zeitung vom 5. September 1991
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forschung seit zehn Jahren eine neue theoretische Entwicklung stattffindet. Statt nach dem Einfluss auf die Einstellungen der Bevölkerung frage man heute nach dem
Einfluss auf die Vorstellungen der Zuschauer. Gleichzeitig sei die Frage nach dem
Einfluss verbaler Inhalte durch die Betrachtung der nonverbalen Darstellungsformen ergänzt worden. Mit ihrem Einfluss auf das Wissen der Bevölkerung bestimmen die Massenmedien, worüber die Menschen nachdenken, also was für sie ein Problem
wird, nicht aber was die Bevölkerung denkt, also nicht wie über ein Problem gedacht wird (Agenda-Setting-Ansatz nach Mc Combs und Shaw). Man müsste diese Position vielleicht folgendermaßen ergänzen: Die Tatsache, dass Medien über Sachverhalte berichten, hat zur Folge, dass die Menschen darüber nachdenken; die Tendenz mit der sie darüber berichten, hat einen Einfluss darauf, wie über eine Problematik gedacht wird. Grundsätzlich kann man also festhalten, dass die Berichterstattung eine Wirkung auf das Meinungsbild der Bevölkerung hat. Im folgenden wird nun zu untersuchen sein, in welcher Form die Darstellung der Migranten durch die bundesdeutschen Massenmedien auf das Bewusstsein der Bevölkerung wirkt (Wirkung der abgebildeten Wirklichkeit), aber auch, welche Faktoren die Berichterstattung beeinflussen und welche Probleme sich aus dieser Ambivalenz ergeben.
2.2. Die Medienkonsumenten
2.2.1. Zielgruppen der Medien
Medienprodukte entstehen immer mit der Absicht, eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Im Printmedienbereich gibt es beispielsweise Fachzeitungen und Magazine, die in erster Linie auf bestimmte soziale Gruppen und Rollenträger konzipiert sind oder Tages- und Wochenzeitungen, die in der Regel eine spezifische Klientel ansprechen. Zwar ist jeder Verleger zunächst an einer möglichst breiten Käuferschicht interessiert (sieht man einmal von den Fachzeitschriften ab), dennoch lässt sich an-hand der Aufmachung und der inhaltlichen Gestaltung eine beabsichtigte Bindungswirkung auf die Käuferschicht erkennen. Dasselbe gilt für das Fernsehen und den Hörfunk. Die Sender sind entweder in ihrem Programmformat auf bestimmte Zielgruppen 'zugeschnitten' (z.B die Hörfunksender der ARD, oder spezifische private TV-Anbieter). Wenn ein möglichst breites Publikum angesprochen werden soll, sind die Programme nach bestimmten Schwerpunkten/Sparten strukturiert, die sich an dem jeweiligen Hörer- und Zuschauerschwerpunkt orientieren. Regionalsender beispielsweise haben einerseits einen sehr starken inhaltlichen Regionalbezug, andererseits richtet sich häufig der Musik- und Wortanteil nach den von Medienforschungsinstituten ermittelten Publikumsinteressen (Rush-hours: Information; vormittags:
2 vgl.: Kepplinger, Hans Mathias u.a., 1989,S. 7 u. 73ff.
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Hausfrauen und Kinder; nachmittags auch Jugendliche, etc.). Die Ziel-gruppenorientierung hat sicherlich mehrere Aspekte, vor allem einen marktwirtschaftlichen. An dieser Stelle soll sie zunächst einmal nur für die weitere Untersuchungkonstatiert werden. Der folgende Abschnitt stellt ein besonderes zielgruppenorientiertes Programmangebot vor. Die muttersprachlichen Fernsehsendungen richten sich in erster Linie an die in Deutschland lebenden Migranten.
2.2.2. Programmangebot für Nicht-Deutsche
Mitte der fünfziger Jahre begann mit dem sogenannten 'Wirtschaftswunder' die staatliche Anwerbung Nicht-Deutscher Arbeitnehmer für die bundesdeutsche Industrie. Die damals als 'Gastarbeiter' nach Deutschland gerufenen Menschen leben seitdem zum Teil in der dritten Generation hier und verließen nicht, wie ursprünglich von politischer Seite gedacht, nach kurzer Zeit wieder die Bundesrepublik, sondern sie nahmen einen langfristigen Platz in unserer Gesellschaft ein. Zur Integration der Menschen sollten schon bald auch die elektronischen Massenmedien ihren Beitrag leisten. Die 'Gastarbeitersendungen' (dieser Begriff ist -leider- zum Teil bis heute noch etabliert) der öffentlich-rechtlichen Anstalten sollten zunächst, den damaligen Integrationskonzepten entsprechend, einerseits den Migranten die deutsche Sprache vermitteln (Telesprachkurse), andererseits Informationen aus ihren Heimatländern in der Muttersprache nahebringen. Gerade der letzte Aspekt wurde und wird zum Teil noch heute von manchen Kritikern aufgegriffen, die einen scheinbaren Widerspruch zwischen der sozialen und beruflichen Integration und einer Pflege der kulturellen und sprachlichen Eigenart ethnischer Minderheiten sehen. Bei dieser Kritik werden allerdings zahlreiche Aspekte vernachlässigt: Das muttersprachliche Programmangebot hat entsprechend den Veränderungen innerhalb der primär angesprochenen Zielgruppe einen intentionalen Wandel durchgemacht. Die meisten Migranten beherrschen inzwischen die deutsche Sprache und passen dementsprechend ihr Zuschauerverhalten den Deutschen an. Gerade deshalb muß die überwiegende Negativdarstellung der Nicht-Deutschen in den Massenmedien (vgl. 3. und 4. Kapitel) für sie im Bewusstsein ein Gefühl der Desintegration vermitteln, bzw. ein Bewusstsein fördern, Mitglied einer 'problematischen Randgruppe' zu sein. Zu diesem psyschologischen Unwohlbefinden kommt die fehlende hintergründige Information über das Heimatland hinzu. Sendungen, die in der Muttersprache diese Informationen und auch zusätzlich Informationen über die Probleme, die sich für die in der Bundesrepublik lebenden Migranten ergeben, liefern, können diesem Gefühl zumindest die teilweise Förderung der kulturellen Herkunftsidentität entgegensetzen. Des Weiteren ergibt sich aus diesem Programm auch eine Vermittlungsfunktion für die Konflikte zwischen den Generationen der hier lebenden Nicht-Deutschen. Nicht zuletzt wird das Pro- grammangebot auch von Deutschen genutzt, so dass neben der Bindung der Migran-
Arbeit zitieren:
Helmut Schäfer, 1993, Die Darstellung der Migranten in den bundesdeutschen Massenmedien: Die Ambivalenz von Wirkung und Wirklichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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