Anweisung zum Gebrauch der Fernsprecher Geschichte
von Bedienungsanleitungen im 19. Jahrhundert
1 INHALTSVERZEICHNIS 1
2 EINLEITUNG 2
3 THEORETISCHE BETRACHTUNGEN 4
3.1 EXKURS I: WAS IST TECHNIK? 4
3.2 TECHNISCHE TEXTE UND BEDIENUNGSANLEITUNGEN 5
3.3 BESTIMMUNG STRUKTURELLER MERKMALE 8
3.4 EXKURS II: MENTALE MODELLE, METAPHORISCHE KONZEPTE 9
4 TEXTBEISPIELE AM BEISPIEL DER TELEKOMMUNIKATION – BEDIENUNGSANLEITUNGEN IN TELEFONBÜCHERN 10
4.1 MAKROSTRUKTURELLE EBENE 11
4.2 SEMANTISCHE EBENE 12
4.3 SYNTAKTISCHE EBENE 13
5 FAZIT 15
6 BIBLIOGRAPHIE 16
6.1.1 PRIMÄRLITERATUR 16
6.1.2 SEKUNDÄRLITERATUR 16
2 Einleitung
Bedienungsanleitungen sind aus unserer modernen und technologisierten Welt nicht mehr wegzudenken, die Fülle immerwährender Entstehung neuer Technologien macht sie unverzichtbar im Umgang mit diesen Technologien. Dabei ist die Vermittlung von Wissen über Bedienungsanleitungen nicht immer ohne Missverständnisse möglich, was das Bonmot „Kannst Du das Gerät erst einmal bedienen verstehst du auch die Anleitung.“1 zeigt. Obwohl nämlich die Bedeutung einer Bedienungsanleitung immens ist, ist diese Bedeutung erst in jüngster Zeit erkannt worden, was das Produkthaftungsgesetz aus dem Jahr 1990 und die EG- Richtlinie Maschinen von 1994 zeigen.2 Davor wurden verschiedenste Maßstäbe angesetzt, wer wie Bedienungsanleitungen schreiben kann und darf, wie man in Schwenders Buch „Früher haben wir die Anleitungen nebenbei gemacht...“ nachlesen kann. Der Fakt, dass ein Opernsänger Englisch kann, diesen zum Autor von Bedienungsanleitungen für IBM qualifiziert, zeigt diese Entwicklung deutlich.3 Das neunzehnte Jahrhundert leitete oben genannte Entwicklung der Technologisierung mit der industriellen Revolution ein. James Watt oder Thomas Alva Edison traten mit ihren Erfindungen in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Dampfkraft und Elektrifizierung waren die Schlagworte des neunzehnten Jahrhunderts und 1863 schlug die Geburtsstunde des Telefons, entwickelt von Philip Reis. Der Erfinder konnte sich zwar nicht durchsetzen, aber einige Jahre ließ Alexander Graham Bell seinerseits ein ähnliches Gerät patentieren, welches sich – anders als bei Reis in Deutschland – in Amerika rasant durchsetzte. Das neunzehnte Jahrhundert ist aufgrund dieser Entwicklung auch das Jahrhundert, in dem sich, so scheint es eine neue Kategorie von Texten durchsetzt: Bedienungsanleitungen für technische Geräte. Auch wenn die Kategorie Instruktionstexte schon vorhanden ist, denn schon ein Kochbuch ist ein Instruktionstext, fehlen diesem doch ein entscheidendes Merkmal: Der Umgang mit Nahrungsmitteln jeglicher Art muss nicht gleichzeitig ein Umgang mit technischen Geräten sein. Der einzige Text dieser Art, welcher der Gattung Bedienungsanleitung am nahesten zu kommen scheint, ist das „Feuerwerkbuch“ aus dem Jahr 1420, jedoch richtet sich dieser Instruktionstext vorwiegend an den Handwerker, „denn eines der wenigen erhaltenen Exemplare weist auf einigen Seiten Brandspuren auf: ein Hinweis darauf, dass es vor Ort in der Werkstatt aufgeschlagen benutzt wurde.“4 Diese Anleitung enthält zwar typische Merkmale eines Instruktionstextes, sie ist „zielgerichtet und ergebnisorientiert durch das was sie leisten soll“5, jedoch ist dies nicht ein Text für einen typischen Endanwender. Erst die Erfindung technischer Geräte scheint eine Bedienungsanleitung notwendig zu machen, auch die damit einhergehende Mechanisierung der Produktion. Ein mündliches Weitergeben der Gebrauchsanweisung wird dadurch immer unbefriedigender und auch unökonomischer, so dass der Weg zur Gebrauchsanweisung geebnet scheint. Obwohl schon im 18. Jahrhundert Anwenderfachtexte vorliegen – z.B. Joseph Baaders „Theorie der Saug- und Hebepumpen“6 – scheint erst die Erfindung des Telefons – einem Gerät, welchem die Benutzung durch technische Laien inhärent ist – schriftliche Texte für den Endanwender und Laien zu produzieren7, davor so scheint es, ist der Vermittlung technischen Wissens an den Laien nicht die Beachtung gegeben worden, oder aber es war möglich, dieses Wissen mündlich zu erwerben. „Die Regel der Technikvermittlung war bis dato mündlich. Manufakturen gab es nur für Porzellan, Textil, Glas oder Tabakwaren, die keinerlei Erklärung bedurften. Der Handwerker baute mitunter komplexere Gebilde, konnte aber den Käufer bei der Übergabe mündlich einweisen und war auch für Nachfragen erreichbar. Fixierungen aus der vorindustriellen Zeit sind rar.“8 Aus diesem Grund sind auch die Texte aus dem Gebiet der Telekommunikation ausgewählt: Diese Arbeit möchte sich nun mit der Entwicklung der Textsorte Bedienungsanleitung technischer Geräte im neunzehnten Jahrhundert beschäftigen, wobei der erste Teil der Arbeit eher eine synchrone Betrachtung der Textsorte sichtbar macht, während dem zweiten Teil der Arbeit eine diachrone Betrachtung der nun wesentlich eingegrenzten Textsorte vorbehalten sein soll. Wesentlich dafür ist eine kurze Betrachtung des Technikbegriffes in dieser Arbeit und die Stellung des Textes dazu, auch wichtig ist eine Klassifizierung der Textsorte innerhalb der Gattung technischer Texte. Hier spielen Verfasser und Zielgruppe eine große Rolle: insbesondere weil ja Instruktionstexte nicht nur technische Texte sein müssen, aber auch weil die Zielgruppe nicht immer der Endbenutzer ist.
3 Theoretische Betrachtungen
3..1 Exkurs II:: Was ist Technik?
[...]
1 Streib, Riemer. S. 5.
2 Ebd.
3 Schwender. „Früher...“. S. 24.
4 Schwender. „Geschichte...“. S. 6.
5 Ebd.
6 Vgl. Jacob, S. 152.
7 Natürlich gab es auch schon Anwenderfachtexte, z.B. für den Gebrauch und die Funktion der Dampfmaschine (vgl. Jacob. S. 150, 221), jedoch erfüllen diese m.E. nicht die Bedingungen für eine typische Gebrauchsanweisung, welche nicht in erster Linie technisches Wissen über das Gerät (Artefakt, Maschine) vermitteln möchte, sondern den praktischen Gebrauch desselben. Vgl. auch Kapitel 3.4 dieser Arbeit.
8 Vgl. Schwender. „Geschichte...“. S. 12.
Arbeit zitieren:
Markus Nowatzki, 2002, "Anweisung zum Gebrauch des Fernsprechers" - Geschichte von Bedienungsanleitungen im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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