Integrierte Kommunikationsstrategie einer Zentralbibliothek als Dokumentenlieferdienst 2
II. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsangabe 1
II. Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Definitionen 3
2.1. Bibliothek 3
2.2. Zentralbibliothek 3
2.3. Dokumentenlieferdienst 3
3. Bibliotheksgeschichte 4
4. Dokumentenlieferdienst 5
4.1. Entwicklung 5
4.2. Ablauf 5
5. Marketing-Kommunikation 6
6. Integrierte Kommunikation 6
6.1. Begriff 6
6.2. Kommunikationsinstrumente 6
6.3. Formen der integrierten Kommunikation 7
6.4. Corporate Identity (CI) 8
7. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) 8
7.1. Institution 8
7.2. Leitbild 9
7.3. Management der Bibliothek als Dokumentenlieferdienst 9
8. Entwicklungstendenzen 13
IV. Abbildungsverzeichnis 15
V. Tabellenverzeichnis 15
VI. Quellenverzeichnis 15
Integrierte Kommunikationsstrategie einer Zentralbibliothek als Dokumentenlieferdienst 3
1. Einleitung
Unsere Gesellschaft befindet sich im Wandel von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft, bei der die Gewinnung, Verarbeitung, Vermittlung und Nutzung von Information und Wissen zu zentralen Aufgaben werden. Durch die Möglichkeiten der elektronischen Datenübertragung werden traditionelle Formen der Informationsvermittlung, mündlich oder durch gedrucktes Wort, tendenziell in Frage gestellt. Damit müssen auch die Bibliotheken ihre bisherige Rolle als Verwahr- und Verwaltungsstelle von Printmedien überdenken und ein neues Image entwickeln.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in Deutschland ein auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe beruhender Leihverkehr zwischen den Bibliotheken, da erkannt worden war, dass keine Bibliothek alle von ihren Benutzern benötigten Materialien besitzen konnte. Angesichts der weltweiten Medien- und Informationsflut hat diese Entwicklung im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen.
Aus diesen Gründen wird auch die integrierte Kommunikation eine bedeutsame Aufgabe für die Kommunikationspolitik von Bibliotheken haben. Lange war dies kein grundlegendes Thema für Bibliotheken doch durch den Wandel der Zeit müssen sich auch solche öffentliche Einrichtungen intensiv mit Marketingmaßnahmen beschäftigen. Grund dafür ist unter anderem die Informationsüberlastung und der zunehmendem Wettbewerb. Gleichzeitig verändern sich auch die Anspruchgruppen. Benutzer haben individuelle Kommunikationsbedürfnisse und erwarten dialogorientierte Kommunikationsangebote. In diesem Beitrag soll speziell auf eine Zentralbibliothek als Dokumentenlieferdienst und deren integrierter Kommunikationsstrategie eingegangen werden. Als Beispiel wähle ich die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
2. Definitionen
2.1. Bibliothek
Eine Bibliothek ist eine Dienstleistungseinrichtung, deren Hauptbestandteil die publizierte Information in ihren verschiedenen Formen ist. Außerdem bietet sie Dienstleistungen wie die Beschaffung des Zugangs zu digitalen Publikationen (zum Beispiel Artikel elektronischer Zeitschriften, elektronische Bücher, Publikationsserver einer Bildungseinrichtung), Beschaffung und Nutzung von gedruckten Publikationen, Unterstützung bei der Publikation von eigenen Texten oder Lehrmaterialien, Lehren von Informationskompetenz (zumeist an Wissenschaftliche Bibliotheken) oder Förderung von Lesekompetenz (zumeist an Öffentlichen Bibliotheken).
Der Begriff „Bibliothek“ wird nicht einheitlich verwendet. Er steht für eine öffentliche Einrichtung, für einen Ort, ein Gebäude, für eine geordnete und benutzbare Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen, schließlich auch für eine solche Sammlung selbst.
2.2. Zentralbibliothek
Bibliotheken können nach ihren Hauptfunktionen unterschieden werden, wie z.B. Gebrauchsbibliotheken von Archivbibliotheken oder Zentralbibliotheken von
Zweigbibliotheken oder auch Wissenschaftliche Bibliotheken von Öffentlichen Bibliotheken. Diese Einteilungskriterien können sich durchaus überlappen.
2.3. Dokumentenlieferdienst
Ein Dokumentenlieferdienst ist ein Dienstleister, der Kopien von Fachartikeln aus Fachzeitschriften, Beiträge aus Sammelbänden (Konferenzbände usw.) oder Teile anderer Publikationen als Fotokopie oder in elektronischer Form gegen Entgelt per Post oder E-Mail liefert.
Integrierte Kommunikationsstrategie einer Zentralbibliothek als Dokumentenlieferdienst 4
Es handelt sich somit, um eine Weiterentwicklung der Fernleihe.
Die bekanntesten deutschen Dokumentenlieferdienste sind Subito (ein Verein aus Bibliotheken) und GetInfo.
Zurzeit gibt es einen Rechtsstreit um diese Dokumentenlieferdienste, da nicht sicher ist, ob das deutsche Urheberrecht einen solchen Dienst der elektronischen Lieferung gestattet.
3. Bibliotheksgeschichte
Die Geschichte der Bibliothek beginnt bereits im alten Ägypten und Mesopotamien. Es gab bereits damals große Büchersammlungen, aus denen uns die Papyrusrollen bekannt sind, welche auf bis zu 1866 v. Chr. datiert sind. Ebenfalls sind die in den Ruinenstädten von Assyrien und Babylonien entdeckten Tafeln und Zylinder mit Schriftzeichen Überreste einer Art von Bibliothek.
Weiter zieht sich die Geschichte hin zu den Griechen, wo sich zur Zeit der Freiheit nur wenige Spuren von Privatbibliotheken finden lassen. Nach dem Untergang der Freiheit wurde die griechische Kultur in die Nachbarländer, nach Asien, Ägypten und Italien, verpflanzt, was die Gründung von Bibliotheken zur Folge hatte.
In Rom gab es die ersten Büchersammlungen erst nach dem zweiten Punischen Krieg. Es gehörte damals zum guten Ton, eine Bibliothek im eignen Haus zu haben. Die Geschichte erstreckt sich dann weiter über das Mittelalter. Im Zuge der Völkerwanderung wurden zahlreiche der alten Bibliotheken zerstört, über Jahrtausende angehäuftes Wissen ging teilweise für immer verloren.
Es waren dann vor allem Klöster, in denen die Mönche die noch erhaltenen Schriften der antiken Autoren vor dem Vergessen retteten. Dies taten sie durch das Kopieren von Handschriften.
In der Renaissance begann eine neue Epoche mit der Erfindung der Buchdrucks. Die Kosten und Mühen für die Sammlung waren nun wesentlich geringer. Nach der Schließung der Klöster sind die Bibliotheken den Städten und Kirchen oder Landesherren und Bildungsanstalten zugeteilt worden. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden die ersten Bibliotheken der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die erste Öffentliche Bibliothek in Deutschland entstand bereits 1828 mit der Gründung der Vaterländischen Bürgerbibliothek.
Zum Ende des 19. Jahrhundert entstanden dann nicht nur wissenschaftlichen Bibliotheken sondern auch viele Öffentliche Bibliotheken (kommunale Bibliotheken). Dadurch konnten dann Bürgern einer Stadt, Gemeinde oder Landkreises kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr klassische Literatur, Belletristik und Sachbücher ausleihen. 1900 kam es zur Gründung des Vereins deutscher Bibliothekare (VDB) und es tagte der erster deutscher Bibliothekartag in Marburg.
Am 3. Oktober 1912 wurde die Deutschen Bücherei in Leipzig gegründet. 1990 wurde Die Deutsche Bibliothek (DDB) als deutsche Nationalbibliothek mit drei Standorten gegründet. Zu diesem Zusammenschluss gehörten die Deutschen Bibliothek (Frankfurt/Main), die Deutschen Bücherei (Leipzig) und des Deutschen Musikarchivs (Berlin).
Neben den „klassischen“ gedruckten Medien - wie Büchern, Zeitungen und Zeitschriften - bietenBibliotheken heute auch die ganze Bandbreite elektronischer bzw. audiovisueller Medien (Hör- und Videokassetten, CDs, CD-Roms und DVDs) an. Auch Computerarbeitsplätze, an denen die Benutzer in Datenbanken oder Verbundkatalogen recherchieren können, gehören heute vielfach zur Ausstattung einer größeren Bibliothek. Moderne Bibliotheken sind darüber hinaus Anbieter von Veranstaltungen wie Workshops, Ausstellungen, Seminaren und Kolloquien. In speziellen Schulungen vermitteln sie zudem den Umgang mit den bei ihnen vorhandenen elektronischen Informationsangeboten.
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4. Dokumentenlieferdienst
4.1. Entwicklung
Entstanden ist der Dokumentenlieferdienst auf Grund der Erkenntnis, dass eine Bibliothek nicht alle benötigten Materialien besitzen kann, welche die Benutzer von ihr fordern. Es entwickelte sich in Deutschland bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein auf dem Prinzip
der gegenseitigen Hilfe beruhender Leihverkehr zwischen den Bibliotheken. 1 Durch die Zunahme an Medien und Informationen nimmt diese Entwicklung auch im 21. Jahrhundert nicht ab. Im Gegenteil, heute erstreckt sich der Leihverkehr auf das gesamte Bundesgebiet.
Zunächst soll er nur der Förderung von Forschung und Lehre dienen. Zugleich vermittelt er Sach- und Fachliteratur für Ausbildung, Fort- und Weiterbildung. Um einen Überblick der Bibliotheksbestände zu bekommen und den Lieferdienst zu steuern, wurde mit Ende des zweiten Weltkrieges begonnen Zentralkataloge aufzubauen. Standorte waren meist große Wissenschaftliche Bibliotheken und um 1990 wiesen sieben Zentralkataloge rund 50 Millionen Titel nach. Inzwischen sind diese Kataloge in die regionalen Verbundzentralen integriert und verlieren an Funktion.
Verbundzentralen sind auf einem regional beschränkten Raum entstanden und haben sich zu länderübergreifenden Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Anfangs stand der Aufbau einer kooperativ geführten Katalogdatenbank im Vordergrund aber durch Erweiterung des Aufgabenspektrums und den Ausbau ihrer Dienstleistungen sind sie zu Wettbewerbern auf dem Markt der Informationstechnologie geworden.
4.2. Ablauf
Bis in die 1980er-Jahre lief der Leihverkehr wie folgt ab: Wenn die Bibliothek das vom Leser (Benutzer) gewünschte Medium nicht hatte, gab dieser einen roten Leihschein bei seiner Bibliothek ab. Diese prüfte anhand von Bibliographien die Richtigkeit der bibliographischen Angaben und schickte den Bestellschein (Leihschein) dann an den Zentralkatalog der betreffenden Region. Dort wurde festgestellt, bei welcher Bibliothek der Region sich das Medium befinden sollte. Bei Fehlmeldungen wurde der Leihschein an den nächsten Zentralkatalog der nächsten Region weiter geschickt, bis das betreffende Medium aufgefunden wurde. Die gebende Bibliothek schickte den Titel dann an die nehmende Bibliothek, woraufhin diese dann den Benutzer benachrichtigte. Dieser Vorgang dauert oft mehrere Wochen. Auf Grund von überregionalen Bestandsnachweisen gelang es seit den 1980er-Jahren einer Bibliothek direkt die gebende Bibliothek zu bestimmen und die Anfrage direkt an diese zu senden.
Heute kann der Benutzer in einer Verbunddatenbank selber recherchieren und selber bestellen. Allerdings läuft die Lieferung weiterhin über die nehmende und gebende Bibliothek. Das heißt abzuholen und zurückzugeben hat der Leser sein Medium immer noch in seiner Bibliothek. Dieser Vorgang bedeutet eine enorme Beschleunigung des Leihverkehrs. Bestellwünsche, welche sich in deutschen Bibliotheken nicht verwirklichen lassen, werden in den Internationalen Leihverkehr übergeleitet.
Die neueste Form der Fernleihe ist der Dokumentendirektlieferdienst. Ziel hier ist es noch schneller liefern zu können. Verwirklicht werden kann dies durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese Art der Lieferung spielt sich direkt zwischen Bibliothek und Benutzer ab, wobei gegeben sein muss, dass beide einen Internetzugang besitzen. Er ermöglicht die Online-Recherche wie auch die Bestellung und direkte Lieferung von Fachliteratur an den unmittelbaren Benutzerarbeitsplatz. Der bedeutendste Direktlieferer Deutschlands ist SUBITO.
1 Plassmann, Rösch, Seefeldt, Umlauf, 2006, S. 190
Arbeit zitieren:
Astrid Seefeld, 2008, Integrierte Kommunikationsstrategie einer Zentralbibliothek als Dokumentenlieferdienst, München, GRIN Verlag GmbH
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