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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Die Entstehung der niedersächsischen Radiolandschaft 6
2.1. Öffentlich-rechtlicher Hörfunk 6
2.2. Privater Hörfunk 7
3. Niedersachsens Radiolandschaft in ihrer heutigen Ausprägung 8
4. Programme im Einzelnen - Heutiger Stand 10
4.1. NDR 1 Radio Niedersachsen 10
4.2. NDR 2 10
4.3. Radio 3 11
4.4. NDR 4 Info 11
4.5. NDR 4 Spezial 12
4.6. N-Joy Radio 12
4.7. Radio ffn 12
4.8. Hit-Radio Antenne 13
4.9. Nichtkommerzielle Lokalradios und Offene Kanäle 13
4.10. Deutschlandfunk 14
4.11. Deutschlandradio Berlin 14
4.12. BFBS 14
5. Programme im Einzelnen - Entwicklungen seit Ende 1986 15
5.1. NDR 1 Radio Niedersachsen 15
5.2. NDR 2 16
5.3. Radio 3 18
5.4. NDR 4 Info 19
5.5. N-Joy Radio 20
5.6. Radio ffn 22
5.7. Hit-Radio Antenne 24
6. Ausblick 26
A. Musikformate 27
B Literaturverzeichnis 30
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1. Einleitung
13 Jahre nach Einführung des dualen Hörfunksystems 1 in Niedersachsen liefern sich private und öffentlich-rechtliche Sender einen harten Konkurrenzkampf. Den beiden kommerziellen Programmen Radio ffn und Hit-Radio Antenne stehen fünf Programme des Norddeutschen Rundfunks (NDR) gegenüber. 2 Nichtkommerzielle Lokalradios und Offene Kanäle, Deutsch-landfunk und Deutschlandradio Berlin sind ebenfalls in Teilen des Landes zu empfangen. 3 Und dass Sender nicht an Landesgrenzen Halt machen, wissen nicht nur die niedersächsischen Anbieter, sondern insbesondere auch Radiomacher in Bremen und Hamburg, die mit ihren Programmen gezielt auch Hörer angrenzender Regionen ansprechen. Folge des Konkurrenzkampfes sind immer neue Programmreformen mit dem Ziel, bei der nächsten Media Analyse noch besser abzuschneiden.
Diese Schrift stellt die niedersächsische Hörfunklandschaft vor. Sie beschreibt programminhaltliche Entwicklungen seit 1986, jenem Jahr, in dem mit ffn das erste private Hörfunkprogramm des Landes auf Sendung ging. Der Schwerpunkt ist bewusst auf den terrestrischen Ultrakurzwellen-Bereich (UKW) und hier insbesondere auf die fünf für Niedersachsen bestimmten NDR-Programme sowie auf Radio ffn und Hit-Radio Antenne gelegt.
Dies macht aus mehrfacher Hinsicht Sinn: Erstens übertragen Kurz-, Mittel- und Langwellensender Programme in erheblich schlechterer Klangqualität als UKW-Sender. 4 Letztere verfügen zwar über eine wesentlich geringere technische Reichweite. Beide Faktoren machen den Bereich aber insbesondere für die Verbreitung lokaler bzw. regionaler Programme interessant 5 , was dazu geführt hat, dass die anderen Frequenzbereiche bei den meisten Hören in Vergessenheit geraten sind. 6 Zweitens: Per Kabelanschluss sind zwar ebenfalls UKW-Programme - und zwar in der Regel in größerer Anzahl als via Antenne - zu empfangen. Tatsache ist jedoch, dass ein Großteil der angeschlossenen Kunden das Kabel (fast) ausschließlich für den Empfang von Fernsehprogrammen nutzt. 7 Drittens: Die in Niedersachsen lizenzierten nichtkommerziellen Lokalradios und Offenen Kanäle befinden noch in einer Erprobungsphase. Da sie zumeist nur wenige Stunden pro Tag senden und selbst in ihrer Gesamtheit nur einen Teil des Landes versorgen, lohnt eine genaue Betrachtung an dieser Stelle nicht. 8 Viertens: Die ausführliche Betrachtung weiterer Sender wäre gewiss interessant,
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würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit sprengen; die Programme beispielsweise des von den niedersächsischen Stationen mitumkämpften Bremer Marktes einzubeziehen, würde nämlich der Betrachtung allein nicht gerecht werden. Der Grund hierfür ist, dass der NDR zusätzlich auf den Radiomärkten Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns vertreten ist 9 und dort ebenfalls auf private Konkurrenten stößt 10 - Sender, die dann ebenfalls berücksichtigt werden müssten.
Den Betrachtungen vorangestellt ist ein kurzer Einblick in die geschichtliche Entwicklung der niedersächsischen Radiolandschaft ab Ende des Zweiten Weltkrieges sowie eine Beschreibung der niedersächsischen Hörfunklandschaft in ihrer heutigen Form. Die Arbeit schließt mit einem Exkurs zum Thema Programmformate sowie dem Literaturverzeichnis. Zuvor sei jedoch ein Blick in die Zukunft gewagt, denn es ist bereits jetzt zu erkennen, dass sich die niedersächsische Radiolandschaft weiter verändern wird.
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2. Die Entstehung der niedersächsischen Radiolandschaft
2.1. Öffentlich-rechtlicher Hörfunk
Die niedersächsische Hörfunklandschaft in ihrer heutigen Ausprägung ist im Zuge einer langjährigen Entwicklung entstanden. Sie findet ihre Wurzeln in der zweiten Hälfte der 40er Jahre.
Die Besatzungsmächte übernahmen nach Ende des Krieges die Rundfunkhoheit. Sie verboten zunächst jeglichen deutschen Sendedienst. 11 Ab dem 4. Mai 1945 sendete der bisherige Reichssender Radio Hamburg 12 unter britischer Leitung. Am 22. September jenes Jahres bekam der Rundfunk in der britischen Zone mit den Funkhäusern Hamburg und Köln den Namen Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR). Berlin und Hannover stießen später hinzu. 13 Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1955 versorgte der NWDR Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Zunächst strahlte er nur ein Hörfunkprogramm über Mittelwelle aus, ab dem 23. März 1947 zusätzlich über Kurzwelle. 14 Am 1. Januar 1948 wurde der NWDR eine Anstalt des öffentlichen Rechts. 15 1950 startete er - erstmals auf Ultrakurzwelle - neue Hörfunkprogramme, die jeweils nur einen Teil des Sendegebiets versorgten. Hierzu zählte das Programm UKW Nord 16 , welches der NWDR Hamburg seit dem 14. Mai jenes Jahres ausstrahlte. 17
Als Nachfolger des NWDR gingen am 1. Januar 1956 der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mit Sitz und Hauptfunkhaus in Hamburg (für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen) 18 sowie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit Sitz in Köln (für Nordrhein-Westfalen) 19 auf Sendung. Am 1. Dezember 1956 startete der NDR sein drittes Hörfunkprogramm. 20 Zum 2. Januar 1981 richtete der NDR eigene Landesprogramme für Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen ein. 21 Am 1. April 1989 startete NDR 4 (heute NDR 4 Info). 22 Nach der deutschen Wiedervereinigung erhielt der NDR den Auftrag, ab 1. Januar 1992 auch Meck-lenburg-Vorpommern mit Rundfunkprogrammen zu versorgen, was eine Sendegebietsvergrößerung der länderübergreifenden Stationen sowie den Start eines NDR-
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Landesprogramms speziell für das neue nordöstliche Bundesland zur Folge hatte. 23 Am 4. April 1994 schließlich ging N-Joy Radio auf Sendung. 24
2.2. Privater Hörfunk
In den 60er Jahren gab es in der Bundesrepublik erste Bemühungen, privaten Rundfunk einzuführen. So verkündete das Bundesverfassungsgericht bereits 1961, dass Rundfunk nicht zwingend öffentlich-rechtlich organisiert sein müsse; es fügte jedoch hinzu, dass Privatfunk gesetzlich geregelt werden müsse. 25 1981 wies das Gericht erneut darauf hin. 26
Das erste niedersächsische Landesrundfunkgesetz (NLRG) trat am 23. Mai 1984 in Kraft. Niedersachsen war damit das erste Bundesland mit, das über ein derartiges Gesetz verfüg-
funkprogramme zugelassen werden. 28 Zuständig für die Zulassung war und ist die Niedersächsische Landesanstalt für Neue Medien (NLM). 29 1985 lizenzierte sie als erstes privatkommerzielles Hörfunkvollprogramm den Veranstalter Radio ffn 30 , welcher am 31. Dezember 1986 auf Sendung ging. 31 1989 vergab die NLM eine Lizenz an Antenne Niedersachsen 32 (heute Hit-Radio Antenne); das Vollprogramm startete seinen Sendebetrieb am 21. Mai 1990. 33 Weil das zum 9. November 1993 novellierte NLRG die Einrichtung nichtkommerzieller Lokalradios und Offener Kanäle innerhalb eines fünfjährigen Betriebsversuchs vorsah, erteilte die NLM 1996 Lizenzen an je sechs Lokalradios und Offene Kanäle. 34 1999 vergab sie erstmals eine Mittelwellenfrequenz, und zwar am Standort Braunschweig. Die Lizenz ging an Mega Radio, der Sendestart ist bislang nicht erfolgt. 35 Ebenfalls noch nicht auf Sendung ist NiedersachsenRock 21, das dritte werbefinanzierte UKW-Privatradio. NiedersachsenRock 21 erhielt erst vor wenigen Tagen die Lizenz für ein Unterhaltungs-Spartenprogramm. 36
kabel-Versuch. Vgl hierzu: Ebd.
NLRG (1993), §§ 54, 58 (2) 5.; vgl. hierzu: NLRG (1993), §§ 53 (2), 55
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3. Niedersachsens Radiolandschaft in ihrer heutigen Ausprägung
Wie sollte sich eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt verhalten, wenn die - bisherigen -Hörer ihrer Programme in Scharen zu privaten Sendern abwandern? „Einige raten dazu, sich auf die kleine, feine Rolle des Minderheiten-Versorgers zurückzuziehen, die Mehrheit den ‚Privaten’ zu überlassen, auf die nächste Gebührenerhöhung zu hoffen und nachzudenken über den Verzicht auf Werbung“. 37 Der NDR sah darin eine „Anleitung zum Selbstmord“ 38 und wählte „einen anderen Weg (...), entschlossen, die Herausforderung durch die kommerzielle Konkurrenz anzunehmen.“ 39 Folge ist, dass den privatkommerziellen Sendern Radio ffn und Hit-Radio Antenne eine öffentlich-rechtliche Anstalt gegenüber steht, für die Faktoren wie Einschaltquoten und Zielgruppenausrichtung ebenfalls elementare Bedeutung erlangt haben. Mit inzwischen fünf Programmen, allesamt durchformatiert und größtenteils auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet, ist der NDR in ganz Niedersachsen präsent.
Programmreformen gehören für öffentlich-rechtliche wie auch private Programme zum Alltag. Die Privatsender haben dabei stets darauf zu achten, in ihrem Programm Anforderungen der NLM zu erfüllen. Für den NDR gilt zu bedenken, dass seine in Niedersachsen ausgestrahlten Programme - mit Ausnahme der NDR 1-Landeswelle - auch für andere Bundesländer produziert werden und es daher schwieriger ist, auf die Erfolge eines jeweiligen Konkurrenten zu reagieren. „Eine Programmkorrektur, die in Hamburg Erfolg verspräche, könnte in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern zu beträchtlichen Hörerverlusten führen.“ 40
Verschärft wird der Wettbewerb dadurch, dass in Niedersachsen zahlreiche weitere Radiosender zu empfangen sind. Hier ist insbesondere das von Niedersachsen umschlossene Bundesland Bremen zu nennen: Vier öffentlich-rechtliche Programme aus dem Hause Radio Bremen (RB) 41 sowie das private Radio Wir von Hier (ehemals Antenne Bremen) 42 strahlen zum Teil weit nach Niedersachsen ein. Auch an den Grenzen zu anderen Bundesländern bzw. Staaten kommt es zu ähnlichen Situationen. Zwar ist dies eine nicht ungewöhnliche Erscheinung, das Besondere daran ist jedoch, dass einige der benachbarten, sehr grenznah gelegenen Sendeanlagen mit extrem hoher Feldstärke arbeiten und somit weit nach Niedersachsen einstrahlen. 43
Arbeit zitieren:
Marcel Maack, 1999, Die niedersächsische Hörfunklandschaft - Programminhaltliche Veränderungen seit 1986, München, GRIN Verlag GmbH
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