Abstract
Whereas Venture Capital and Private Equity developed in the USA already in the 1960ties, first activities in Germany started the 1970 and peaked during the "New Economy" hype in 1997-2000. At the end of 2009, the German Venture Capital and Private Equity industry had EUR 36.5 billion under management and 6.593 companies in their portfolios. The economic crisis, however, also hit the German Private Equity industry in 2008 and 2009. This resulted in significantly reduced fundraising and consequently, reduced investment activity. Exits were also difficult to realize and the number of writeoffs increased. First recovery could, however, be observed in the 3 rd quarter 2009, when the investment volumes and number of companies financed increased again.
Economic benefits generated by Private Equity respectively Venture Capital are reported on the micro-and macroeconomic level. Main microeconomic benefits are above-average growth and improvement of the earning position. On the macroeconomic level positive impacts are a higher number of foundations in research-intensive industries, transfer of knowledge into new product development and subsequent economic growth. The share of Private Equity-financed companies' turnover in the German Gross Domestic Product has reached 8.5% in 2009, which is a significant increase compared to 5.2% in 2004. However, investments in German companies in percentage of the national GDP are slightly below-the European average.
In order to select future portfolio companies, Private Equity and Venture Capital investors apply certain investment criteria and conduct a profound evaluation process. Apart from providing funding, they also support their portfolio companies with management expertise and network. Finally, a successful exit is the objective of all parties involved.
- I -
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................................................... I
Abbildungsverzeichnis. II
Abk ürzungsverzeichnis. III
Literaturverzeichnis. IV
1. Einleitung 1
1.1 Einführung. 1
1.2 Abgrenzung und Begriffsdefinitionen. 1
2. Die Bedeutung von Private Equity - Investoren. 5
2.1 Entwicklung des Private Equity- und Venture Capital-Marktes in Deutschland. 5
2.2 Private Equity als Anlageklasse 8
2.3 Die Rolle von Private Equity und Venture Capital - Investoren 9
3. Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity-Investoren in Deutschland 10
3.1 Makroökonomische Bedeutung. 10
3.2 Mikroökonomische Bedeutung 12
4. Vorgehensweise von Private Equity-Investoren beim Erwerb einer Beteiligung 15
4.1 Selektionskriterien von Private Equity-Investoren 15
4.2 Ablauf einer Private Equity-Transaktion 16
5. Vorgehensweise von Private Equity-Investoren bei der Veräußerung einer Beteiligung 18
5.1 Exit und Timing 18
5.2 Börseneinführung 19
5.3 Verkauf an ein anderes Unternehmen 19
5.4 Verkauf an andere Finanzinvestoren. 20
5.5 Rückkauf der Anteile durch den ursprünglichen Eigentümer. 20
5.6 Ausstieg durch Verschuldung 20
5.7 Totalabschreibung 21
6. Zusammenfassung und Fazit 21
- II -
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Terminologie Private Equity
Abb. 2: Abgrenzung Venture Capital und Private Equity
Abb. 3: Investitionen nach Finanzierungsphasen
Abb. 4: Jährliche Private Equity-Investitionen in Deutschland
Abb. 5: Fundraising deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften 1991-2009
Abb. 6: Investitionen nach Branchen
Abb. 7: Mehrwert von Beteiligungskapital
Abb. 8: Anteil der Privaten Equity-Investitionen in Europa am nationalen BIP in Prozent
Abb 9: Durchschnittliche Entwicklung des Umsatzes je Finanzierungsanlass
- III - Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung BIMBO Buy-in Management Buy-out BIP Bruttoinlandsprodukt BVK Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften DD Due Diligence EBIT Earnings before interest and taxes EVCA European Private Equity & Venture Capital Association hrsg. v. herausgegeben von HTTP Hypertext Transfer Protocol i.d.R. in der Regel IPO Initial Public Offering LBO Leveraged Buy-out LOI Letter of intent M&A Merger&Acquisitions MBI Management Buy-in MBO Management Buy-out Mrd. Milliarden PE Private Equity u.a. unter anderem URL Unique Resource Locator USA United States of America VC Venture Capital vgl. vergleiche WWW World Wide Web
- 1 - 1.Einleitung
1.1 Einführung
Das Image von Private Equity Investoren hat durch die von Franz Müntefering im April 2005 initiierte „Heuschreckendebatte“ in Deutschland erheblich gelitten und zu einer undifferenzierten Betrachtung von Hedge Fonds und Private Equity Investitionen geführt. Zu berücksichtigen ist auch, dass sich die geäusserte Kritik offenbar auf das Vorgehen von angelsächischen Private Equity Investoren bezogen hat, die deutsche Unternehmen übernommen und mit hohen Schulden belastet hatten. Als Beispiele seien hier die Werkstattkette Autoteile Unger (ATU) oder die ehemalige Henkel-Tocher Cognis genannt, die mehrere Jahre nach der Übernahme noch mit der Schuldenlast kämpfen. Die Unternehmen wurden durch Kohlberg, Kravis, Roberts and Company LP (KKR) bzw. durch Permira und Goldman Sachs Capital Partners übernommen.
Doch lässt sich dieses negative Bild nicht generell auf Private Equity Investitionen übertragen, im Gegenteil: Mit einem verwalteten Kapital von 36,5 Mrd. EUR, 1,2 Millionen Beschäftigten in PEfinanzierten Unternehmen und 6.593 finanzierten Portfoliounternehmen per Ende 2009 1 nehmen Private Equity- und Venture Capital Gesellschaften in Deutschland in der Finanzierung von Unternehmen eine bedeutende Rolle ein. Insbesondere für junge Unternehmen, die keine Sicherheiten für Bankkredite bieten können, jedoch über interessante neue Technologien verfügen, sind Private Equity (PE) bzw. Venture Capital (VC)-Gesellschaften oftmals die einzige Finanzierungsquelle. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Industrie wurde bereits von einer Reihe von Autoren untersucht, teils auf nationaler, teils auf europäischer Ebene. Auch die konkrete Auswirkung des Einstiegs professioneller Investoren auf das finanzierte Unternehmen war bereits Gegenstand von Untersuchungen, insbesondere in den USA, wo aufgrund der längeren Historie der Industrie umfangreicheres Forschungsmaterial existiert. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die Aktivitäten, die Rolle und die Bedeutung von PE- und VC-Gesellschaften in Deutschland geben.
1.2 Abgrenzung und Begriffsdefinitionen
Die seit Jahren anhaltende Niedrigzinsphase macht es für Kapitalanleger zunehmend schwieriger, attraktive Renditen bei gleichzeitig vertretbarem Risiko zu erwirtschaften. Alternative Anlageformen wie Private Equity und Hedge Funds gewinnen daher als Ergänzung zu traditionellen Kapitalanlagen immer mehr an Bedeutung. Während Hedge Funds überwiegend marktgängige Anlageformen zugrunde liegen, stellt PE eine neuartige Investitionsform im Vergleich zu traditionellen Anlagen wie Aktien, Ren-
1 Vgl. BVK (2010a), S. 2
- 2 -ten oder Immobilien dar. 2 Die Abgrenzung erlangt insbesondere vor dem Hintergrund der Regulie-rungsbestrebungen auf europäischer Ebene für sogenannte „Alternative Investments“ eine steigende Bedeutung. Obwohl es sich bei Private Equity und Hedge Funds um grundlegend unterschiedliche An-lageansätze handelt, sollen als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise nun einheitliche gesetzliche Re-gulierungen für beide Anlageformen entwickelt werden. Sollten die ersten Vorschläge zur „AIFM-Richtlinie“ umgesetzt werden, hätte dies für die gesamte PE-Branche gravierende Nachteile. 3
Ein Hedge Fund verfolgt im Gegensatz zu Private Equity unterschiedliche Handelsstrategien und setzt dafür verschiedene Instrumente ein. Hierzu gehören u. a.: Tätigen von Leerverkäufen (Short Selling) Einsatz von Arbitrage-Strategien Handel mit Optionen oder anderen Derivaten
Benutzung von Leverage (Hebelwirkung) durch die Aufnahme von Fremdkapital
Hedge Funds sind meist als Private Investment Partnership (USA) oder als Offshore-Vehikel organisiert und werden nicht an ihrer relativen, sondern an der absoluten Wertentwicklung gemessen. Zudem besteht die Möglichkeit der Absicherung gegenüber rückläufigen Märkten.
Ein weiteres Merkmal von Hedge Funds ist, dass sie i.d.R. nur Anteile an börsennotierten Firmen kaufen, während PE-Investoren i.d.R. Mehrheitsbeteiligungen oder ganze, nicht börsennotierte Unternehmen kaufen und damit den Zugriff auf die Cash Flows erhalten.
Unter Private Equity werden Beteiligungen am Eigenkapital nicht börsennotierter Unternehmen ver-standen. Der Oberbegriff PE lässt sich - je nach Lebensphase eines Unternehmens - weiter unterteilen in Venture Capital (VC) und PE. 4 Venture Capital, auch Risiko- oder Wagniskapital genannt, gilt als Instrument der Frühphasen-Finanzierung von Unternehmen, also jenem Zeitraum, in dem Unternehmensidee, Gründung und Produktkonzeption des Unternehmens bis hin zur Markteinführung des Produkts zu finanzieren sind. Die Frühphasen, auch „early stage“ genannt, werden in die Seed- und Startup Phase unterteilt. 5
2 Vgl. Krämer, W. (2005), S. 4
3 Vgl. Stellungnahme der European Private Equity und Venture Capital Association (EVCA) (2009), S. 2
4 Vgl. Punzet, M. (2002), S. 3
5 Vgl. Schefczyk (2007), S. 41
Abbildung 1: Terminologie Private Equity (Quelle: BVK, 2009c)
In diesen Phasen sind häufig sogenannte „Business Angels“ aktiv, d.h. vermögende Privatpersonen mit Management- und Branchenerfahrung, die neben Kapital auch Know-How und persönliches Netzwerk zur Verfügung stellen. Der Kapitaleinsatz dieses „informellen“ Beteiligungskapitals ist meist geringer als der von VCs, das Risiko ist jedoch bei Frühphaseninvestments am höchsten. 6 Die darauffolgende First Stage und Second Stage Phase werden auch als Wachstumsphase bezeichnet. In dieser Phase benötigt das Unternehmen Kapital zur Finanzierung der geographischen Expansion oder für den Aufbau eines diversifizierten Produktportfolios. 7 Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) geht in seiner Definition von VC noch weiter und schließt neben der Early Stage und Expansionsphase auch Later Stage-Finanzierungen mit ein. Buy-outs und Mezzanine-Finanzierungen werden als nicht zugehörig abgegrenzt. 8 Venture Capital Investments sind entsprechend der frühen Unternehmensphasen durch ein hohes Risiko gekennzeichnet, da oftmals noch kein marktfähiges Produkt vorliegt bzw. der Markterfolg noch nicht sichtbar ist. Auch handelt es sich i.d.R. um illiquide Anlagen, für die im Falle der Veräußerung aktiv ein Käufer gesucht werden muss.
Die Segmentierung von VC und PE bezieht sich somit hauptsächlich auf den Risiko- und Größenaspekt und die Art der Finanzierung mittels Eigen- oder Fremdkapital. Reine VC-Gesellschaften operieren i.d.R. mit 100% Eigenkapital, während PE-Gesellschaften bei Buy-Out-Finanzierungen größere Anteile Fremdkapital hinzuziehen. In der Frühphasenfinanzierung sind neben Business Angels vor allem klei-
6 Vgl.Weitnauer, W. (2007), S. 6
7 Vgl. Weitnauer, W. (2007), S. 9
8 Vgl. BVK (2010c)
Arbeit zitieren:
Sonja Keppler, 2010, Bedeutung und Aktivitäten von Private Equity und Venture Capital-Gesellschaften in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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