Universität Lüneburg WS 02/ 03
Seminar: Psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter
Ausarbeitung zum Thema
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Gliederung
1. Einleitung 3
2. Allgemeines zur Angst - Begriffsklärungen 4
3. Klassifikation der Angststörungen 5
3.1 Phobien 5
3.2 Die Generalisierte Angststörung 6
3.3 Die Panikstörung 7
3.4 Die Zwangsstörung 7
3.5 Die posttraumatische und akute Belastungsstörung 8
4. Epidemiologie 8
4.1 Was ist Epidemiologie? 8
4.2 Epidemiologisches Profil der Angststörungen 9
5. Wie entstehen Angststörungen? 10
5.1 Der soziokulturelle Ansatz 10
5.2 Der lerntheoretische/ behavioristische Ansatz 10
5.3 Der biologische / biochemische Ansatz 11
5.4 Der kognitiv- orientierte Ansatz 11
5.5 Der psychodynamische Ansatz 12
6. Der Teufelskreis bei Angstanfällen 13
7. Näheres zur Sozialphobie 14
8. Therapiemaßnahmen bei Sozialphobien 16
Literaturverzeichnis
3
1. Einleitung
Für das Referatsthema Angststörungen habe ich mich entschieden, weil ich mich näher mit der Thematik „normale Angst“ versus „krankhafte Angst“ auseinandersetzen wollte.
Da die Anzahl der von Angststörungen betroffenen Personen gerade in den Industrienationen immens ist und stetig zunimmt, hielt ich es für sinnvoll mich mit diesem brisanten Thema einschließlich der Ursachen und Therapiemodelle zu beschäftigen.
Die Ausarbeitung zum Thema Angststörungen gliedert sich in zwei Hauptbereiche. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Definition, der Epidemiologie und den Ursachenmodellen der Angststörungen. Außerdem gehe ich auf den Teufelskreis der Angst ein.
Im zweiten Teil befasse ich mich näher mit der Sozialphobie und den hierfür geeigneten Therapiemaßnahmen. Für die Sozialphobie habe ich mich entschieden, da sie eine besonders häufige Angststörung darstellt. Allein in Deutschland leiden 8% aller Jugendlichen und Erwachsenen an der Sozialphobie.
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2. Allgemeines zur Angst - Begriffsklärungen
Der Begriff „Angst“ ist verwandt mit dem lateinischen Wort „angustus“ und bedeutet soviel wie „eng“, „beengend“ bzw. „die freie Bewegung behindernd“. 1
Das Psychologie-Lexikon nach Humboldt beschreibt den Begriff der Angst wie folgt: „[Angst ist ] ein mit Beklemmung, Bedrückung, Erregung, oft auch mit quälender Verzweiflung einhergehender Gefühlszustand. Angst ist existentiell, d.h. sie entsteht reaktiv auf jede real erlebte oder auch bloß vorgestellte, häufig nicht einmal voll bewusste Lebensbeeinträchtigung oder -bedrohung.“ 2
Jedoch ist Angst auch ein Warn- und Alarmsignal, das bei der Bewältigung der zugrundeliegenden Bedrohung hilft. Somit ist Angst ein notwendiger, akuter und langfristiger Anpassungs- und Lernvorgang.
Auffällig wird Angst erst dann, wenn sie in einem zu starken oder zu geringen Ausmaß vorhanden ist.
Abzugrenzen von dem durch ein diffuses Bedrohungsgefühl charakterisierten Angstbegriff ist der Begriff der Furcht. Dieser beschreibt das psychische Erleben einer realen Gefährdung oder Bedrohung (Realangst) und kann Vermeidungs- oder Angriffsreaktionen im Hinblick auf die Situation auslösen. Furcht ist immer auf eine spezifische Situation oder auf ein konkretes Objekt gerichtet. Als Beispiel wären hier die unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten auf einen Überfall zu nennen (Gegenangriff oder Flucht). 3
Von Angststörungen - als krankhafter Angst - spricht man, wenn Menschen ständig unter Furcht und Angst leiden und dadurch nicht mehr in der Lage sind ein normales Leben zu führen. Die Ängste der Betroffenen sind schwer, häufig oder anhaltend und werden von geringfügigen, meist unspezifischen oder nicht vorhandenen Bedrohungen ausgelöst.
1 Vgl.: Dorsch, Psychologisches Wörterbuch. 1998. S. 40
2 Humboldt-Psychologie-Lexikon, hrsg. von der Red. Naturw. U. Medizin des Bibl. Instituts.1986, S.31
3 vgl. Zimbardo, Psychologie. 1995. S.615
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3. Klassifikation der Angststörungen
Nach dem Klassifikationssystem DSM-IV 4 werden die Angststörungen in sechs Kategorien eingeteilt:
• Phobien
• Generalisierte Angststörung
• Panikstörung
• Zwangsstörung
• Akute Belastungsstörung
• Posttraumatische Belastungsstörung
Am häufigsten treten die Phobien und generalisierten Angststörungen auf.
3.1 Phobien
Eine Phobie ist eine besonders intensive, aber irrationale Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten und geht mit Vermeidungsverhalten einher, welches in keinem Verhältnis zur eigentlichen Gefahr steht.
Es gibt drei Hauptkategorien von Phobien:
• Agoraphobie
Dies sind Ängste vor öffentlichen Orten und Menschenansammlungen und können als „multiple Situationsphobien“ bezeichnet werden. Gemieden oder nur mit Unbehagen ertragen werden daher folgende Situationen: Aufenthalt in öffentlichen Räumen, besonders wenn diese überfüllt sind, Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Liftfahren, Schlange stehen u.v.m. Das ausgeprägte Vermeidungsverhalten führt oft zu einem totalen Rückzug in die eigene Wohnung.
• Sozialphobie
Eine starke, anhaltende und irrationale Angst vor sozialen oder leistungsbezogenen Situationen, in denen Peinlichkeit eintreten könnte. Es bestehen unangemessen starke Ängste vor sozialen Situationen, z.B. sich in der Gegenwart anderer zu äußern, Personen des anderen Geschlechts anzusprechen, vor anderen zu reden oder zu essen oder in anderer Weise im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer zu stehen. Die sozialen Ängste können
Arbeit zitieren:
Alexandra Ludwig, 2002, Angststörungen - ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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