Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschlechterdifferenzierung und Grenzziehungen 4
3. Geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes 6
3.1 Segregation, was bedeutet das in diesem Kontext ? 6
3.2 Darstellung des Arbeitsmarktes 6
3.2.1 Trennung der Arbeitswelt in Frauen- und Männer-Berufe 7
4. Entwicklung und Ursache der Arbeitsmarktsegregation 10
5. Theorien zur Erklärung der geschlechtsspezifischen Segregation 11
5.1. Akteurorientierter Ansatz 11
5.2. Strukturorientierter Ansatz 13
6. Schlußbemerkung 14
7. Literaturnachweis 15
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1. Einleitung
In der Nachkriegszeit hat eine große Veränderungen in der Erwerbsbeteiligung der Frauen stattgefunden. Die Verteilung der Chancen beim Zugang zu bestimmten Berufsgruppen und die beruflichen Karriereaussichten sind zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern ungleich verteilt. Dies kommt zunächst darin zum Ausdruck, daß man von typischen Männerberufen und typischen Frauenberufen spricht. Auch heute noch besetzen eher Männer die technischen Berufe und Frauen soziale und Dienstleistungsberufe. Heute haben sich Frauen aber mit der Zeit Berufsfelder erschlossen, die traditionell nur Männer vorbehalten waren. Diese Verschiebung von Berufsfeldern ist jedoch nur vordergründig als Verbesserung für die Stellung der Frau auf dem Arbeitsmarkt zu sehen. Die Hierarchieebenen bestehen nach wie vor. Vereinzelt finden Verschiebungen statt, doch in leitenden Positionen sind Frauen nach wie vor selten zu finden. Im Folgenden möchte ich unter anderem folgende Fragen klären: Gibt es typische Frauenberufe bzw. Männerberufe? Warum existiert trotz Angleichung der Bildungschancen und steigender weiblichen Erwerbsquote immer noch eine Arbeitsmarktsegregation ? Was sind die Gründe für eine Arbeitsmarktsegregation und sind sie wirklich vorhanden ? Werden durch Überschreitungen der Grenzen gesellschaftliche Differenzen in Hinsicht der gesellschaftlichen Berufszuordnung aufgehoben oder kommt es erst recht zu einer Betonung der Grenzen ?
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2. Geschlechterdifferenzierung und Grenzziehungen
Die soziale Ordnung wird über die Grenzziehung hergestellt. Ordnungen entstehen, indem Personen, Dinge und Handlungen separiert und auf spezialisierte soziale Räume verwiesen werden. Nach Michéle Lamont existieren Grenzen aber nicht nur in Form kognitiver Klassifikationsmuster in den Köpfen der Handelnden, sie werden stabilisiert durch praktisches Handeln und sind verfestigt in sozialen Strukturen.
Es existiert kein Zweifel, dass Grenzen durch praktisches Handeln permanent reproduziert werden müssen und gleichzeitig in Strukturen verfestigt sind, die das Handeln mediatisieren und gezielt lenken. Grenzziehungen produzieren Identität und sind gleichzeitig eine wesentliche Bedingung für Ungleichheit. Die Separierung der Menschen in unterschiedliche soziale Gruppen vermittelt auf der einen Seite ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ist insofern Basis für die Bildung von Identitäten, auf der anderen Seite ist sie eine triviale aber gleichzeitig auch basale Voraussetzung für Ungleichheiten.
Männer und Frauen haben in unserer Gesellschaft different zu sein. Angleichungen und Überschreitungen der Grenzen werden durch symbolische oder räumliche Markierungen versucht, wieder sichtbar zu machen. Die Geschlechterdifferenz erscheint uns oft als naturgegeben. Hatmann Tyrell (1989) vermerkt, das geschlechtliche Differenzierung ein kulturell höchst
voraussetzungsvoller Klassifikationsprozess ist. Das angeborene Geschlecht kann als Vorgaben bzw. als ein Anhaltspunkt für die soziale Differenzierung genutzt werden, es ist aber nicht zwingend. Die Entstehung und der Ausbau der geschlechtlichen Arbeitsteilung ist eine kulturelle Option, kein biologischer Zwang. Demzufolge ist es wichtig festzuhalten, das die körperliche Differenz nicht die Ursache für soziale Differenzierung ist, sondern primär für die Rechtfertigung dieser Differenzierung dient.
Die geschlechtliche Differenzierung macht aus einem kleinen Unterschied eine große Unterscheidung. Ein sehr gutes Beispiel, für die Verdeutlichung der angesprochen großen Unterscheidung, ist die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes. Die Vorstellung, dass nicht nur die Arbeitenden ein Geschlecht haben, sondern auch die Arbeit geschlechtlich geprägt ist, wurde durch die Frauenforschung gefördert. Die geschlechtsspezifische
Arbeitsmarktstrukturen und betriebliche Personaleinsatzformen sind demnach nicht einfach Ausdruck ökologisch zweckrationaler Verteilungen von Personen auf unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten, sondern muss als Resultat komplexer Definitions- und geschlechtsspezifischer Zuweisungsprozesse von Arbeit und Qualifikation durch die beteiligten Akteure gesehen werden. Die Zweigeschlechtlichkeit ist hierbei natürlich ein wichtiger Faktor, der nicht vergessen werden darf. Zum Abschluss dieses kleinen Exkurs möchte ich daran
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Arbeit zitieren:
Alexandra Stöhr, A. Stöhr, 2001, Der aktuelle Arbeitsmarkt in der BRD Arbeitsmarktsegregation und Geschlechterverhältnisse, München, GRIN Verlag GmbH
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