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Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung
2. Unternehmenskrise
2.1. Begriff
2.2. Arten
2.3. Ablauf
3. Kennzahlen
3.1. Begriff
3.2. Arten
3.3. Funktionen
4. Früherkennung im Unternehmensbereich
4.1. Definition und Abgrenzung
4.2. Zielsetzung
5. Einsatz von Kennzahlen zur Krisenfrüherkennung
5.1. Voraussetzungen
5.2. Ansatzpunkte Ertrags- und Finanzlage
5.3. Strukturelle Analyse
5.4. Detailanalyse
5.5. Bereichskennzahlen
5.6. Kennzahlensysteme
5.7. Weitergehende Ansätze
5.7.1. Balanced Scorecard
5.7.2. Diskriminanzanalyse
6. Fazit
II. Anhang
III. Literaturverzeichnis VII
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I. Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
d.h. das heißt
f. folgende
ff. fortfolgende
gem. gemäß
Hrsg. Herausgeber
MDA multivariate Diskriminanzanalyse
RL Reichmann und Lachnit
RoI Return on Investment
S. Seite
s. siehe
sog. so genannte
Vgl. Vergleiche
ZfbF Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung
ZVEI Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie
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1
1. Einleitung
Laut Creditreform mussten allein im Jahr 2002 in Deutschland 37.700 Unternehmen Insolvenz anmelden - ein Zuwachs von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr 1 (s. Abb. 1). Dies belegt, dass dem Management von Unternehmenskrisen eine größere Bedeutung denn je zukommt. Mithilfe von modernen Früherkennungssystemen las- sen sich existenzgefährdende Entwicklungen rechtzeitig identifizieren und Gegen- steuerungsmaßnahmen einleiten. Kennzahlen stellen in diesem Zusammenhang ei- ne wichtige Informationsquelle dar, auf deren Grundlage zukunftsorientierte Ent- scheidungen getroffen werden können. 2 Im Folgenden soll daher die Anwendbarkeit von Kennzahlen zur Früherkennung von Unternehmenskrisen analysiert werden.
Die Arbeit ist in sechs Teile untergliedert. Nach der Einleitung erfolgt in Kapitel 2 die Beschreibung des Begriffs der Unternehmenskrise, in Kapitel 3 die Erläuterung des Kennzahlenbegriffs und in Kapitel 4 eine Darstellung der Thematik der Früherken- nung. Kapitel 5 behandelt die Anwendbarkeit von Kennzahlen im Rahmen der Früh- erkennung von Unternehmenskrisen. Kapitel 6 schließlich stellt ein Fazit des behan- delten Themas dar.
2. Unternehmenskrise
2.1. Begriff
Der Begriff der Krise stammt aus dem Griechischen und bedeutet Entscheidung oder Wendepunkt. In der Betriebswirtschaftslehre wird die Definition des Krisenbegriffs überwiegend auf die Existenzgefährdung des Unternehmens angewendet. 3 Hier kann zwischen endogenen, vom Unternehmen beeinflussbaren, und exogenen, nicht vom Unternehmen beeinflussbaren, Krisenursachen unterschieden werden. Führungsfeh- ler und eine unzureichende Eigenkapitalausstattung zählen bei Ersteren zu den häu- figsten Ursachen, konjunkturelle Fehlentwicklungen und strukturelle Veränderungen
1 Vgl. Creditreform: Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen 2002; in:
www.creditreform.de/angebot/analysen/0029/01.php (2003-03-06).
2
Vgl. Geiss, W.: Betriebswirtschaftliche Kennzahlen; Frankfurt am Main, Bern, New York 1986; S. 13ff.
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2
können bei den exogenen Einflussfaktoren als typische Ursachen angeführt werden. Dabei wirken exogene und endogene Krisenursachen oftmals zusammen und stellen damit Gründe für individuelle Unternehmenskrisen dar. 4
2.2. Arten
Nach Schwarzecker und Spandl 5 sind im Wesentlichen drei typische Unternehmens- krisen zu unterscheiden:
1. Krisen, die auf das Zusammentreffen einer Vielzahl von Problemen zurückzufüh-
ren sind,
2. Wachstumskrisen und
3. Schrumpfungskrisen.
Erstere umfassen den größten Teil der Unternehmenskrisen und sind unter anderem anhand von Rentabilitätsproblemen oder einer hohen Fixkostenbelastung im Z u- sammenspiel mit Absatzstagnation bzw. –rückgang zu erkennen. Wachstumskrisen entstehen aufgrund von rascher Expansion, die liquide Mittel im Anlage- oder Um- laufvermögen bindet und dann dem Unternehmen zur Erfüllung der Zahlungsver- pflichtungen entzieht. Symptome können ein negativer operativer Cash-flow oder Eigenkapitalmangel sein. Schrumpfungskrisen zeichnen sich durch veränderte Marktbedingungen aus, die einen Rückgang der Nachfrage und damit der Absatz- zahlen zur Konsequenz haben. Typische Anzeichen sind hier beispielsweise eine hohe Wettbewerbsintensität bei sinkenden Preisen oder eine Verschlechterung der Ertragslage (Verluste). 6
2.3. Ablauf
Die Unternehmenskrise verläuft üblicherweise in drei Phasen 7 (s. Abb. 2):
3
Vgl. Raubach, U.: Früherkennung von Unternehmenskrisen; Frankfurt am Main, Bern, New York 1983; S. 33ff.
4
Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon; CD-ROM Ausgabe; Wiesbaden 2000; Stichwort: Unternehmenskrise.
5
Vgl. Schwarzecker, J.; Spandl, F.: Krisenmanagement mit Kennzahlen; 2. Auflage; Wien 1996; S. 10f.
6
Vgl. Dobler, Th.: Kennzahlen für die erfolgreiche Unternehmenssteuerung; Stuttgart 1998; S. 9.
7
Vgl. Schwarzecker/Spandl; S. 8ff.
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3
I. Strategiekrise (Gefährdung der Erfolgspotenziale)
II. Ertrags- oder Erfolgskrise (Nichterreichen der Deckungsbeitrags- und G e- winnziele)
III. Liquiditätskrise (Gefährdung der Zahlungsfähigkeit)
Als letztes Stadium dieser Kette kann die Insolvenz, d.h. die Zahlungsunfähigkeit an- gesehen werden.
Im Gegensatz zu den oftmals nur schwer erkennbaren Anzeichen für eine Strategie- krise lässt sich die Ertrags- oder Erfolgskrise anhand der dargestellten Merkmale re- lativ leicht mithilfe der Informationen aus dem Jahresabschluss des Unternehmens erkennen und analysieren. Die Liquiditätskrise kann aufgrund ihrer Kennzeichen auch außerhalb der Unternehmung identifiziert werden (Bonitätsverlust). Somit stellt sich die Erkennbarkeit der Krise hier gegenläufig zu deren Entstehung dar 8 .
3. Kennzahlen
3.1. Begriff
Als Kennzahlen sind Zahlen zu definieren, die quantitativ erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form darstellen. 9 Sie sind durch drei Merkmale zu charakterisieren: Kennzahlen sollen Schlussfolgerungen aus wichtigen Sachverhalten und Zusam- menhängen erlauben (Informationscharakter), sie sollen metrisch messbar sein und somit relativ genaue Aussagen zulassen (Quantifizierbarkeit) sowie aufgrund ihrer Form komplexe Zusammenhänge in relativ einfacher Art darstellen (spezifische Form der Information). 10
3.2. Arten
Kennzahlen können als absolute Zahlen oder als Verhältniszahlen dargestellt wer- den. Absolute Zahlen können in diesem Zusammenhang Bestandsgrößen (bspw.
9 Vgl. Reichmann, Th.; Lachnit, L.: Planung, Steuerung und Kontrolle mit Hilfe von Kennzahlen; in: ZfbF; 28. Jahrgang 1976; S. 706.
Arbeit zitieren:
Dominik Risse, 2003, Anwendung von Kennzahlen zur Krisenfrüherkennung in Unternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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