Gliederung:
1. Einleitung: 3
1.1. Im Zeitalter von Absolutismus und Aufklärung 3
1.2. Zur Geschichte der Schweiz 3
2. Sein Leben: 4
2.1. Eine nicht leichte Kindheit 4
2.2. Schule und Studium 4
2.3. Schwieriger Kampf um die Liebe zu einer Frau 5
2.4. Berufsfindung in der Landwirtschaft 6
2.5. Pädagogische Ansätze der Armenerziehung, Neuhof 7
2.6. Beginn der Schriftstellerei/ Erziehungstheorien 8
2.7. Erfolgreiche Jahre in der Praxis 9
a. Stans 9
b. Burgdorf 10
c. Iferten 11
2.8. Tragödie des Alters 11
3. Pestalozzi und die Politik 12
4. Zu seinen Werken 14
5. Schlusswort 15
6. Literaturangaben 16
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1.Einleitung
1.1. Im Zeitalter von Absolutismus und Aufklärung
Zu Lebzeiten Pestalozzis herrschte in den weitesten Teilen Europas der Absolutismus vor, eine Regierungsform in der der Herrscher die absolute Staatsgewalt inne hatte. Er berief sich lediglich auf das Gottesgnadentum, war aber ansonsten in seinem Handeln völlig unabhängig. Die wichtigsten Instrumente des Machthabers waren das ihm allein unterstehende Heer, die von ihm abhängige Bürokratie und die oberste Gerichtsbarkeit. Dagegen wurden die Stände, der Adel und der Klerus völlig entmachtet und hatten keinerlei Mitspracherecht.
Der Höhepunkt bzw. die Vollendung des Absolutismus vollzog sich dann in Frankreich unter Ludwig XIV. bis hin zur französischen Revolution 1789.
Das Zeitalter der Aufklärung hatte begonnen. In dieser geistesgeschichtlichen Epoche des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine neue Philosophie. Man setzte von nun an jegliches Vertrauen in die Vernunft (“ratio”) als Quelle der Erkenntnis, Maßstab aller Werte und Richtlinie menschlichen Handelns. Man stellte bewusst Werte, Normen, Institutionen und Konventionen in Frage, um deren rationale Legitimation zu überprüfen.
Durch die Aufklärung wurde schließlich die Idee des Liberalismus geprägt, einer freiheitlichen, freisinnigen Welt-, Staats- und Wirtschaftsordnung. Mit dem Glauben an die Allgemeingültigkeit der Vernunft und die Berechtigung ihrer Betätigung und Verwirklichung, widersetzte man sich dem Zwang des Absolutismus.
1.2. Zur Geschichte der Schweiz
Im 15. Jahrhundert erhielt die Schweiz den Namen der “Alten Eidgenossenschaft”, damals ein Staatenbund von dreizehn vollberechtigten Orten, mehreren “zugewandten Orten”, Schirmorten und gemeinsamen Untertanengebieten. Alle Orte waren völlig souverän mit demokratischen Verfassungen. Die einzige gesamteidgenössische Instanz war die Tagsatzung, in welcher über gemeinsame Herrschaften und Soldpolitik entschieden wurde.
Im 16. und 17. Jahrhundert entstanden in Zürich, Basel und Schaffhausen Zunftaristokratien, daneben herrschten in Bern, Freiburg, Solothurn und Luzern bevorrechtigte Geschlechter. Im 18. Jahrhundert erreichte die Aristokratisierung schließlich ihren Höhepunkt. Die politische Machtausübung beschränkte sich nur noch auf eine kleine Oberschicht, das Patriziat. Doch zu dieser Zeit entwickelten Anhänger der Aufklärung, vor und nach der französischen Revolution, Reformpläne zur Modernisierung der “Alten Eidgenossenschaft”, womit sie bei den Franzosen auf Zustimmung trafen. 1798 wurde die Schweiz schließlich unter Napoleon Bonaparte von französischen Truppen besetzt. Der bisher lockere Staatenbund wurde zur “Helvetischen Republik“ vereinigt, mit einer auferlegten Verfassung, der sich die Bürger der Schweiz allerdings stark widersetzten. Daraufhin entstand 1803 die “Mediationsakte”, die das Land wieder zu einem
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Staatenbund mit 19 Kantonen machte.
Beim “Wiener Kongress”(1815) erhielt die Schweiz die Anerkennung dauernder Neutralität, zusätzlich wurde die Zahl der Kantone durch Wallis, Neuenburg und Genf auf 22 erhöht. Innenpolitisch handelte es sich von nun an um einen Staatenbund mit souveränen Kantonen. In den alten Orten übernahmen die Zünfte der bevorrechtigten Geschlechter die Herrschaft, bei den Städtekantonen waren die Landschaften gegenüber den regierenden Hauptstädten rechtlos.
2. Sein Leben
2.1. Eine nicht leichte Kindheit
Johann Heinrich Pestalozzi wurde am 12. Januar 1743 in Zürich geboren. Seine Eltern waren der Chirurg Johann Babtist Pestalozzi, Sohn einer gutbürgerlichen Kaufmannsfamilie, und die aus einer landschaftlichen Untertanenfamilie stammende Susanne Hotz. Das Ehepaar lebte mit seinen Kindern in mittelständigen, fast ärmlichen Verhältnissen.
Pestalozzis Vater starb bereits im Alter von 33 Jahren. Er selbst war gerade erst fünfeinhalb Jahre alt. Dieses Ereignis und die darauf folgende Kindheit ohne väterliche Fürsorge prägten ihn ungemein. Seine Mutter übernahm die Erziehung der drei Kinder zusammen mit der Magd ”Babeli”, die dem Vater am Sterbebett versprochen hatte, bei der Familie zu bleiben.
Der halbverwaiste Junge genoss in seiner Kindheit eine liebevolle Erziehung und Fürsorge, in der er allerdings nicht das entsprechende Selbstvertrauen bekam, welches in seinen jungen Jahren so wichtig gewesen wäre. Ihm fehlte deutlich eine führende Hand, jemand der ihm hätte zeigen können, wie es in der Welt zuging und ihm die notwendige Stärke vermittelt hätte. Er musste sich um nichts kümmern, von seinen Erzieherinnen bekam er alles. Er bezeichnete sich später selbst als “Weiber-und Mutterkind”.
2.2. Schule und Studium
1754 betrat Pestalozzi erstmals die Lateinschule. Auf Grund der Defizite in seiner Kindheit war er zu Beginn ein eher mittelmäßiger Schüler, doch er war sehr bemüht und dies rentierte sich auch in den kommenden Jahren. 1761 besuchte er dann das Collegium Humanitatis, wo er seinen gymnasialen Abschluss erlangen sollte.
Im Alter von siebzehn Jahren wurde er schließlich Student. Es begann die Zeit an der theologischen Hochschule Collegium Carolinum, wo er die Classis philologica-und philosophica, die Vorstufen des Theologiestudiums, durchlief.
Während dieser Zeit waren die Gelehrten Bodmer und Breitinger seine Lehrer. Neben den zukünftigen Pfarrern unterrichteten sie auch angehende Nichttheologen in den allgemein bildenden Fächern, wo auch Pestalozzi interessierter Zuhörer wurde. Sie schwärmten von Rousseau und verbreiteten ihre Philosophie, durch wenig Mittel, Sparsamkeit und Verzicht die eigene Selbständigkeit zu sichern. Die Kinder aus ärmeren Elternhäusern wurden ihre Anhänger.
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Schließlich entstand aus diesen Schülern Bodmers der Bund der “Patrioten“ 1 , eine Vereinigung junger, angehender Politiker, auch Pestalozzi gehörte ihnen an. Zuerst nannten sie sich “Moralische, Politische und Historische Gesellschaft”, später “Helvetische Gesellschaft”. Man saß wöchentlich zusammen, las u. a. Montesquieu und Rousseau 2 , diskutierte und hielt Vorträge. Sie traten öffentlich gegen Ungerechtigkeiten auf und widersetzten sich in gewissem Maße der Obrigkeit. Der Staat sollte in seine ursprüngliche Einfachheit zurückgeführt werden. Pestalozzi interessierte sich in dieser Zeit mehr und mehr für politische Angelegenheiten, geschichtliche Hintergründe und philosophische Belange. Ganz im Gegensatz zu seinem Theologiestudium, welches dabei vernachlässigt wurde. Da es aber nie sein Wunsch war, später einmal Pfarrer zu werden, kam es letztendlich dazu, dass er im Herbst 1765 sein Studium abbrach.
Im Kreise der “Patrioten” begann er anschließend publizistisch zu arbeiten und 1766 erschien seine erste Abhandlung ”Agis”, die das tragische Schicksal eines Sozialreformers beschrieb. Als sein Freund und ehemaliger Studienkollege Lavater 1765 die moralische Wochenzeitschrift “Der Erinnerer” herausbrachte, begann dort Pestalozzis Mitarbeit. Somit hatte er nach dem gescheiterten Studium eine neue Aufgabe gefunden.
1767 erschien dann das “Bauerngespräch”, eine Schrift die die Obrigkeiten der schweizer Städte regelrecht angriff. Der Verfasser, ein Anhänger Bodmers, ergriff die Flucht und einige seiner Vertrauten, darunter auch Pestalozzi, gerieten in den Verdacht der Mittäterschaft. Sie wurden einige Tage in Arrest genommen, der “Erinnerer” wurde verboten. Damit endete diese Phase seines Lebens und ein neuer Abschnitt begann. Seine Interessen und die seiner Kollegen Lavater und Füssli wichen zu diesem Zeitpunkt bereits voneinander ab. Eine weitere Zusammenarbeit wäre demnach nicht sinnvoll gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war Pestalozzi keine unbekannte Person mehr. Er hatte bereits als “Patriot” auf sich aufmerksam gemacht, und auch als Schriftsteller begann er sich im engeren Kreis einen Namen zu machen.
2.3. Schwieriger Kampf um die Liebe zu einer Frau
Im Jahre 1767 lernte Pestalozzi seine zukünftige Frau Anna Schulthess kennen. Sie stammte aus einer angesehenen Züricher Familie, die man wohl zu den regierenden Geschlechtern der Stadt zählen konnte.
Anna hatte fünf Brüder, die jüngeren von ihnen waren in Pestalozzis Alter und somit kam er in Kontakt mit der Familie. Kaspar Schulthess gehörte auch dem Bund der “Patrioten” an, ebenso wie Annas damaliger Verlobter Bluntschli, ein junger begabter Theologe, im Freundeskreis “Menalk” genannt. Doch er erkranke früh an Tuberkulose und starb nach langem Leiden schließlich im Mai
1 Patriotismus: Begeisterte Verehrung und Liebe zum Vaterland, enge gefühlsmäßige Bindung zur eigenen Nation. (Microsoft Encarta Enzyklopädie 1993-97)
2 Jean-Jaques Rousseau (1712-1778): Franz-schweiz. Schriftsteller u. Kulturphilosoph der Aufklärung;
Charles de Montesquieu (1689-1755): Franz. Schriftsteller und Staatsphilosoph; Begründer der modernen
Arbeit zitieren:
Jessica Schaake, 2002, Johann Heinrich Pestalozzi - Eine Biographie, München, GRIN Verlag GmbH
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