Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hauptteil. 4
2.1. Ein neues Medium und die Erwartungen, die an es gestellt wurden 4
2.2. Gesetzliche Bestimmungen im Rundfunk 5
2.2.1. Hans Bredow (1879-1959) 7
2.3. Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben 8
2.4. Beispiel: Der Westdeutsche Rundfunk. 10
2.5. Vergleich: Radiokultur auf dem Land 11
3. Schluss 14
4. Literaturverzeichnis. 15
2
1. Einleitung
Als im Oktober 1923 der Hörfunk in Deutschland erstmals sein Programm startete, war dies auch gleichzeitig der Beginn des ersten elektronischen Massenmediums. Anfang der Zwanziger Jahre war die Informationsübertragung auf das Zeitungswesen beschränkt; eine Technik, die Ton und Bild übertragen könnte, schien zwar möglich, jedoch in ferner Zukunft. Das Fernsehen sollte erst zehn Jahre später vereinzelte (Test-)Sendungen durchführen.
Trotz der Euphorie dieser technischen Sensation war unter deutschen Publizisten der Rundfunk zweitrangig, sie waren auf den schriftlichen Ausdruck konzentriert, hatten kaum Interesse an einem Engagement in der neuen Branche. Während die Zeitungen einen hohen Andrang an Publizisten hatten, stand man dem Rundfunk, was die langfristige journalistische Bedeutung angeht, skeptisch gegenüber. Teilweise war die Wirkung des gesprochenen Wortes
unterschätzt, weil nicht bekannt,
neuen Möglichkeiten. Als ab 1923 Tagesmeldungen ausgestrahlt wurden, so geschah dies, indem aus Zeitungen vorgelesen wurde. Die Rundfunksender verfügten lange nicht über eigene Redakteure oder eine Nachrichtenagentur. Der Westdeutsche Rundfunk musste dieses 2
Verfahren fast zwei Jahre lang beibehalten.
In der politisch instabilen Republik, die sich eigentlich eine Zensurfreiheit zum Ziel gesetzt hatte und dies in ihrer Verfassung verankert hatte, musste bald eine Richtlinie herausgegeben werden, die ihren eigenen Zweck ad absurdum führte. Um die Parität der Parteien und somit die demokratischen Grundsätze zu garantieren, wurde eine Regelung zur Überparteilichkeit des Mediums beschlossen, deren Umsetzung jedoch von links- und rechtsradikalen Flügeln insofern eingefordert wurde, dass auch eine pro republikanische Ausrichtung nicht gestattet 3 sein sollte.
Im Folgenden möchte ich die Rundfunkkultur in der Politik der Weimarer Republik beziehungsweise die Politik in der Radiokultur darstellen und werde dafür die Regelungen zum Hörfunk und deren praktische Funktionsweise erläutern und einen Vergleich mit der ländlichen Radiokultur anstellen.
1
Bausch, Hans: Der Rundfunk im politischen Kräftespiel der Weimarer Republik 1923-1933, Tübingen 1956, S.113. 2 Ebd., S.117.
3
2. Hauptteil
2.1. Ein neues Medium und die Erwartungen, die an es gestellt wurden
Als das neue technische Wunder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, kamen viele Stimmen auf, die Erwartungen an das neue Medium stellten. Die Tatsache, dass es nun ein Gerät gab, das das ganze Volk erreichbar machte, versah es auch mit Aufgaben, die es nicht erfüllen konnte, zum Beispiel die Überwindung sozialer Konflikte als ein
Integrationsmedium.
Polarisierung sollte das Radio den Hörer auf humanitäre Werte lenken und Konflikte entschärfen. Verantwortungsvoller Umgang wurde sehr ernst genommen, denn diese neue Möglichkeit der Verbindung wurde gar als Grundlage des vernünftigen Lebens untereinander 5 gesehen.
Nach den Vorstellungen einiger Schriftsteller würde der Rundfunk eine politische Sprengkraft entfalten, Bertold Brecht forderte sogar, das Radio als wechselseitigen Kommunikationsapparat zu nutzen. Er stellte sich vor, dass die Hörer ihr Programm teilweise selbst bestimmen sollten und somit der Rundfunk die öffentliche Meinung präsentiere. Tatsächlich wurden Hörerwünsche jahrelang kaum beachtet, gegen diese Unmündigkeit 6 wandte sich Brecht.
Radio sollte zunächst nicht als Nachrichtenmedium, sondern zur bildenden Unterhaltung genutzt werden, dadurch sollten Konflikte der einflussreichen Zeitungskonzerne vermieden werden. Durch eben diesen Bildungsanspruch sollte auch noch ein weiterer Zweck verfolgt werden: die Abschwächung der Gegensätze zwischen Stadt und Land., Homogenität sollte erreicht werden. Rundfunk sollte gleichsam Spiegelbild und Produzent einer nationalen 7
Einheit unter kulturpolitischen Vorzeichen werden.
3 Ebd., S.117. 4
Knoch, Habbo: Die Aura des Empfanges. Modernität und Medialität im Rundfunkdiskurs der Weimarer Republik, in: Kommunikation als Beobachtung. Medienwandel und Besellschaftsbilder 1880-1960, hg.v. Habbo Knoch und Daniel Morat, München 2003, S.142. 5
Schneider: Radiokultur in der Weimarer Republik, S.202. 6
Knoch: Die Aura des Empfanges, S.204. 7 Ebd., S.143-145.
4
All diese Erwartungen waren von sozialen und politischen Vorstellungen geprägt, in denen sich die politischen Kulturen der Weimarer Republik widerspiegelte.
2.2. Gesetzliche Bestimmungen im Rundfunk
Ein zentrales Problem, was sich bald stellte, war die Frage der Freiheit und Unabhängigkeit 8 des Rundfunks.
Wie auch im europäischen Ausland üblich, unterstand der Rundfunk als Teil des Postbeziehungsweise Fernmeldewesens dem Staat. In Deutschland gehörten die einzelnen Sender der Reichspost an, die für die technische Instandhaltung verantwortlich war und die
Ausstrahlungsrechte an Rundfunkgesellschaften weiter verpachtete.
des Rundfunks wurden von jedem Haushalt zwei Reichsmark erhoben. Post 51% aller Stimmen der Aktiengesellschaften der Sender. Sie war auch für den sogenannten Patriotischen Numerus Clausus verantwortlich, der eine prodemokratische Einfärbung des Radioprogramms vorsah. Überparteilichkeit sollte durch Staatsnähe erreicht werde. So wurde zum Beispiel allabendlich das Deutschlandlied gespielt und der Deutschnationalen Volkspartei und prodemokratischen Präsidentschaftskandidaten eine 11 Plattform gegeben.
Die Entwicklung des Radioprogramms hing eng mit der organisatorischen Entwicklung eines Senders zusammen. Um Einfluss auf die Programmpolitik zu haben, war es für politische Parteien Voraussetzung, eine Vertrauensperson in einem Sender zu gewinnen. Konnten sie die Personalpolitik mitbestimmen, wäre auch eine politische Ausrichtung in ihrem Sinne 12 möglich. Die Unabhängigkeit der Institution war undenkbar und ebensowenig angestrebt. Dennoch verlangten besonders die antidemokratischen Parteien eine Überparteilichkeit
beziehungsweise Neutralität der Radiosender,
8
Schneider: Radiokultur in der Weimarer Republik,202. 9
Schneider, Irmela: Radiokultur in der Weimarer Republik, Tübingen 1984, S.202. 10
Lerg, Winfried B.: Rundfunkpolitik in der Weimarer Republik, München 1980, S.115. 11
Schneider: Radiokultur, S.206. 12
Bausch: Der Rundfunk im politischen Kräftespiel, S.112. 13 Ebd., S.115.
5
Arbeit zitieren:
Katharina Hoffmann, 2009, Politik im Rundfunkwesen der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Katharina Hoffmann hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare