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Inhalt
1. Einleitung ... 2
2. Problemdarstellung ... 3
3. Welchen Stellenwert haben Kinder in unserer Gesellschaft? ... 4
4. Kinder in Deutschland ± Eine Faktensammlung ... 6
5. Kinderarmut in Deutschland ... 7
5.1 Definition ... 7
5.2 Ursachen ... 8
5.2.1 Arbeitslosigkeit ... 9
5.2.2 Alleinerziehende ... 10
5.2.3 Ausländische Familien ... 11
5.3 Auswirkungen auf die Sozialpolitik der BRD ... 12
6. Gesetzliche Regelung für Kinder ... 13
6.1 Konzeptionen für eine Politik gegen Kinderarmut ... 14
6.2 Sozialpolitik für Kinder ... 15
7. Fazit ... 16
8. Literaturverzeichnis ... 18
2
1.
Einleitung
Mit Hilfe der hier vorliegenden, von mir persönlich im Rahmen des im Sommersemester
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Goethe-8QLYHUVLWlW)UDQNIXUWDP0DLQDQJHIHUWLJWHQ+DXVDUEHLWÄ:REOHLEWGLHWürde des
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ich mich konzentrierter mit dem politischen sowie gesellschaftlichen Phänomen der
Kinderarmut auseinandersetzen. In Artikel 20 Abs. 1 unseres Grundgesetzes ist
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allerdings nicht. Darüber hinaus fehlt auch eine grundlegende Bestimmung dessen, was er
sein sollte oder leisten will. Was beinhalten die Begriffe demokratisch und sozial für die
Erscheinungsform der Kinderarmut? Welchen Stellenwert haben Kinder in unserer
heutigen Gesellschaft? Nachdem diese einleitenden Fragen geklärt worden sind, folgt eine
Bestandsaufnahme zum Thema in Form einer Faktensammlung, um anschließend in
medias res das konkrete Problem der Kinderarmut anzugehen. Hierfür erfolgt zunächst
eine Begriffsklärung, anschließend werden den Ursachen und den daraus resultierenden
Folgen nachgegangen. Weiter wird der Blick auf die Auswirkungen für die Sozialpolitik
angesprochen. Welche Perspektiven sind gegeben und lassen sich in der Zukunft noch
weiter ausbauen? Abschluss dieser Ausarbeitung bildet ein zusammenfassendes Resümee
mit eigener Stellungnahme.
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1
Kinder- und
Jugendarmut ist somit schon lange nicht mehr nur ein Problem in den Entwicklungsländern
der Welt. In Deutschland stieg die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die in relativer
Armut leben, in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich an. In einem der reichsten
Länder der Welt scheint es paradox anzumuten, dass immer mehr Kinder existieren, die in
Armut leben bzw. unmittelbar davon betroffen sind. Schon lange scheinen
Wohlstandsgesellschaft und Armut keine unvereinbare Gegensätze mehr zu sein.
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Doch
obwohl der deutsche Staat erhebliche Summen für die soziale Sicherung ausgibt, war im Jahr
1
Bericht zur Lage der Kinder, Unicef Mai 2008: http://www.unicef.de/5497.html.
2
vgl.: Eckhardt, T., Arm in Deutschland, 7-12.
3
2005 jeder Zehnte von Armut bedroht.
3
ÄDeutschland gibt für Kinder so viel Geld aus wie
kaum ein anderes OECD-Land. Trotzdem zählt es bei der Verwirklichung gleichwertiger
Lebensverhältnisse und Chancengleichheit zu den Schlusslichtern.
4
Armut hat in dem
Bewusstsein unserer Gesellschaft daher einen festen Stellenwert eingenommen. Jedoch ist
immer noch zu beobachten, dass der eigenen Thematik der Kinderarmut als eigenständige
Disziplin noch viel zu wenig Aufmerksamkeit gezollt wird, sie ist vielmehr in den festen
Kontext der familienpolitischen Betrachtungen eingebettet. Beschäftigt man sich nun näher
mit dem Thema der Kinderarmut in der Bundesrepublik Deutschland, so wird deutlich, dass
es sich dabei längst um keine Einzelerscheinung mehr handelt. Tatsächlich sieht es so aus,
dass gerade Kinder in unserer Gesellschaft, aus unterschiedlichen Beweggründen, in Armut
leben, womit nicht nur vordergründig finanzielle und materielle Einschränkungen sowie
Entbehrungen gemeint sind. Die Gründe und Auswirkungen der Kinderarmut gestalten sich
dabei sehr differenziert und mehrdimensional. Mehr denn je ist in unserem Sozialstaat eine
Politik gefordert, die gerade Kinder mit all ihren Bedürfnissen in den Blick nimmt. Hierbei
wird die staatliche Politik als Intervention in bereits konstituierte soziale Beziehungen
begriffen.
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2. Problemdarstellung
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6
, führten die verschiedenen Wirtschaftskrisen und Hungersnöte der vergangenen
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Immer mehr
Kinder und Jugendliche leiden unter der Armut ihrer Eltern. Nach Angaben des Deutschen
Kinderhilfswerks seien zu niedrige Löhne ein entscheidender Grund für die Kinderarmut
iQ 'HXWVFKODQG³
7
Um angemessen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können,
braucht man Geld. Wie bereits eingangs erwähnt, stellt das Phänomen der Kinderarmut in
Deutschland ein immer ernstzunehmendes Problem dar, dass nach schnellen sowie
effektiven
Handlungsmöglichkeiten sucht. Für diese Entwicklung wird vor allem der
demographische
Wandel
mit
seinen
daraus
resultierenden
grundsätzlichen
3
4XHOOHÄ/HEHQVODJHQLQ'HXWVFKODQG'HU$UPXWV
- und ReichtumsEHULFKWGHU%XQGHVUHJLHUXQJ³-XOL
http://www.bmas.de/portal/26892/property= pdf/dritter_armuts_und_reichtumsbericht_kurzfassung.pdf.
4
OECD Bericht 2009: http://www.welt.de/politik/deutschland/article4441286/Jedes-sechste-deutsche-Kind-lebt-
in-Armut.html.
5
vgl.: Kaufmann, F.-X., Staatliche Sozialpolitik und Familie, Vorwort.
6
Eckardt, T., Arm in Deutschland, 13.
7
http://www.topnews.de/kinderarmut-in-deutschland-drei-millionen-kinder-betroffen-374285.
4
Strukturveränderungen in der Gesellschaft verantwortlich gemacht. Jedoch hat die
sozialwissenschaftliche Forschung dieses Thema lange Zeit verdrängt. So wurde der Blick
auf die Kinderarmut erst seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre geschärft.
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Kinder finden gegenwärtig in zunehmendem Maße das Interesse der Öffentlichkeit. Diese
neue Aufmerksamkeit für Kinder bietet neuartige Herausforderungen für alle Bereiche der
Gesellschafts- und Sozialpolitik und insbesondere für die Familienpolitik. Es wird
angestrebt, den gesellschaftlichen Handlungsbedarf für Kinder und die adäquate
Gestaltung von Kindheit auf den verschiedenen politischen Ebenen Rechnung zu tragen.
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längst zu einem brisanten Thema avanciert ist, stellt sich zunehmender die Frage nach der
Verwirklichung der Würde des Kindes in einem Sozialstaat, wie es die Bundesrepublik
Deutschland sein will. Nach neusten Statistiken leben derzeit in Deutschland rund 5 Millionen
Kinder an oder sogar unter der Armutsgrenze ± bei steigender Tendenz. Nach einer
Untersuchung des Bundesfamilienministeriums sind bereits jetzt um die 2,4 Millionen Kinder
armutsgefährdet. Darüber hinaus leben 5 Millionen Kinder tatsächlich in armen
Verhältnissen.
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Nach der Definition des Deutschen Kinderhilfswerks liegt Kinderarmut dann vor, wenn das
Einkommen einer Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als die Hälfte eines
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3. Welchen Stellenwert haben Kinder in unserer Gesellschaft?
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Schlagzeile in der Tagespresse. Und die große Frage: Wer hat
versagt? Die Familie, die Gesellschaft oder doch die Politik? ± Kinder ein glückliches Leben
zu ermöglichen und sie zu verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen stellen
Grundmaxime in der Kindeserziehung dar. Um diese Ziele adäquat verwirklichen zu können,
EHGDUI HV XD GHU ILQDQ]LHOOHQ 8QWHUVWW]XQJ VHLWHQV GHV 6WDDWHV 'HQQ ÄLPPHU PHKU (OWHUQ
8
vgl.: Zander, M. (Hrsg.), Kinderarmut, 7.
9
vgl.: http://politik.germanblogs.de/archive/2009/03/10/kinderarmut-in-deutschland-tendenz-steigt.htm.
10
http://www.topnews.de/kinderarmut-in-deutschland-drei-millionen-kinder-betroffen-374285.
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11
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unantastbar. Sie zu achten und zu
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Persönlichkeiten finden in diesem Grundgesetzartikel, Absatz eins, keine ausdrückliche
namentliche Berücksichtigung.
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Aber würde man diesen Satz näher ausdifferenzieren, dann
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Kindern qualitativ die gleiche Würde zu, wie allen anderen Menschen auch. Denn es sind die
Kinder, die den Reichtum einer Gesellschaft, eines ganzen Landes ausmachen. Auf sie
blicken die älteren Generationen hoffnungsvoll in die Zukunft. Allzu oft wird jedoch
vergessen, dass gerade die Kinder in unserer Gesellschaft auf Grund ihres Zukunftsauftrages
des besonderen Schutzes bedürfen. Nicht selten scheint der Staat der Würde des Kindes zu
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bereits 1983 der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl.
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Die Segmentierung der Gesellschaft, vor allem wie sie bei den Kindern zu beobachten ist, ist
erschütternd und nimmt stetig zu. Bereits heute leben 50.000 Kinder in Deutschland in
Notunterkünften, in Obdachlosenheimen oder gar auf der Straße. Mehr als eine Millionen
Kinder sind in unserem Land Sozialhilfeempfänger. Die Zahlen werden sich noch drastisch
erhöhen, wird jetzt nicht von Seiten der Politik entschieden eingegriffen. Dabei ist zu
bedenken, dass den besten Schutz von Kindern ein intaktes soziales und familiäres Umfeld
gewährleisten kann. Wie kann ein solches funktionierendes Beziehungsgeflecht
wiederhergestellt werden?
Heidrun Graupner stellte bereits vor Jahren fest, dass die Kindheit generell mit einem
außerordentlichen Armutsrisiko verknüpft ist. Es sind vor allem die Kinder die von Armut
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Weiter stellt sie
offen die Frage, ob der Sozialstaat, so wie ihn das Grundgesetz verlangt, überhaupt existiert.
15
Angesichts dieser erschreckenden Bestandsaufnahme lässt sich zweifellos kritisch
11
http://www.caritas.de/kinderarmut.
12
vgl.: Kösters, W., Politik für die nächste Generation, 86.
13
vgl.: Brüning, N.; Krumrey, H., Kinder ein Luxus?, 21f.
14
Eckardt, T., Arm in Deutschland, 53.
15
Vgl.: Graupner, H., Armut raubt die Zukunft: http://www.sueddeutsche.de/politk/247/415015/text/.
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hinterfragen, welchen Stellenwert Kindern in unserer heutigen Gesellschaft beimessen wird.
Zunehmend werden die Stimmen von denjenigen lauter, die Rechte für Kinder fordern ± im
Interesse der Zukunftschancen für Kinder und somit im Interesse für alle Menschen in
unserem Sozialstaat.
Die wohl existenziellste Frage in diesen Kontext angesichts einen sozialen Rechtsstaates
lautet: Kann aus dem Sozialstaatsprinzip des Artikel 20 Abs. 1 GG, der die rechtliche
Grundordnung Deutschlands normiert, in Verbindung mit dem Menschenwürdegebot des
Artikel 1 Abs. 1 GG eine Gewährleistungspflicht des Staates für ein menschenwürdiges und
somit auch kindgerechtes Existenzminimum abgeleitet werden?
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4. Kinder in Deutschland Eine Faktensammlung
Bei der Darstellung der Kinderzahlen in Deutschland beziehe ich mich vorwiegend auf eine
Statistik aus dem Jahr 2006. Die aktuellen Zahlen bei der Beobachtung von Armut bei
Kindern liegen gewiss ein wenig höher. Aus der vorliegenden Statistik ergibt sich folgendes
Bild:
In der Bundesrepublik Deutschland leben insgesamt 82 000 000 Menschen. Davon sind 14,4
Millionen Kinder. Diese wachsen in 12,5 Millionen Haushalten auf. 9,25 Millionen leben im
so genannten klassischen Familienmodell, d.h. dass Mutter und Vater sind miteinander
verheiratet. Von 3,25 Millionen Kindern sind die Elternteile unverheiratet oder
alleinerziehend.
Von diesen 14,4 Millionen Kindern sind 3,6 Millionen Einzelkinder. 6,9 Millionen Kinder
haben ein Geschwisterkind, 2,7 Millionen Kinder haben 2 Geschwisterkinder. Lediglich 1,15
Millionen Kinder, das entspricht gerade mal 8% der Gesamtkinderzahl, haben drei oder
mehrere Geschwister.
2,5 Millionen Kinder sind von der Armut betroffen. 1,6 Millionen Kinder unter 15 Jahren sind
Sozialhilfeempfänger.
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Vor allem Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern sind
durch geringeres Einkommen und höhere Ausgaben stärker von Armut gefährdet als der Rest
der Bevölkerung. Verdienen beide Elternteile in Vollzeit oder Teilzeit, ist das Armutsrisiko
16
vgl.: Bieritz-Harder, R., Menschenwürdig leben, 168-170.
17
vgl.:
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