3
2 Einleitung
Beim Studium der Pädagogik ist es unumgänglich, sich mit dem Thema Sozialisation zu befassen. Zu diesem Zweck hielt Herr R. Maier im WS 99/00 an der Johannes Gutenberg – Universität in Mainz das Seminar „Sozialisationstheorien“. In Bezug auf die Soziogenese darf dabei die Sozialisation in den Bereichen Familie und gesellschaftliche Schicht nicht unbeachtet bleiben. Diese Bereiche bereiten aber auch große Schwierigkeiten, denn das soziale Umfeld von „Familie“ und „Gesellschaftsschicht“ unterliegt einer großen Anzahl von Einflussfaktoren, die sowohl die Familienmitglieder, als auch den mit ihnen verbundenen Sozialisationsrahmen betreffen, bzw. die Arbeitserfahrung und das damit verbundene gesellschaftliche Weltbild. Solche sind u.a. die ökonomischen Verhältnisse und die damit verbundenen Unterpunkte wie Gesellschaftsschicht, Beruf, u.s.w. . Darum soll es in dieser Arbeit gehen. Als Grundlage dient hier der Artikel „Gesellschaftsstruktur, familiale Sozialisation und gesellschaftliches Bewußtsein“ von Walter R. Heinz. Die Gliederung der Arbeit soll sich stark an der Gliederung des Artikels orientieren, um einen besseren Vergleich mit dem Originaltext zu ermöglichen und die Sinnabschnitte zu erhalten.
3 Voraussetzungen und Begriffsklärung
In seiner Anleitung stellt Heinz zunächst die funktionalistische und sysemtheoretische Sozialisationskonzeption vor. Er kritisiert den theoretischen Angelpunkt dieser Konzeption, in dem das Kind „... an eine konforme Erfüllung gültiger, weitgehend unhinterfragter Rollenerwartungen...“ (Heinz in: Hurrelmann 1976,
4
S.90 11) ) in verschiedenen späteren und aktuellen Lebenssituationen
herangeführt werde. Er führt an dieser Stelle Habermas an, der ein Gleichgewicht von individueller Entwicklung und der Annahme gesellschaftlicher Normen in seiner Kommunikations- /Interaktionstheorie fordert. Heinz selbst definiert eine Konzeption des Sozialisationsprozesses als „... Aneignung von gesellschaftlichem Bewußtsein... “ (Hurrelmann 1976, S.90). Auf dieser Grundlage versteht er Sozialisation als einen Prozess, „... in dem das Individuum sich durch Erkenntnistätigkeit mit der materiellen und gesellschaftlichen Umwelt in Beziehung setzt.“ (Hurrelmann 1976, S.90). Das heißt, dass ein Kind seinen Platz in der Gesellschaft findet, in dem es diese aktiv für sich erschließt und reflektiert, und es auf diese Weise ein soziales Bewusstsein ausbildet. Die dazu benötigten Mittel sind seiner Meinung nach vor allem die Sprache und gesellschaftlicher Austausch. Von Rubinsteins These, dass neben der Art und Weise des Wissenserwerbs auch die Auswahl der Inhalte entscheidend sei (siehe Abb.1), leitet Heinz ab, dass die verschiedenen Wertvorstellungen und Ideologien verschiedener gesellschaftlicher Schichten unterschiedliche Vorraussetzungen für die Ausbildung des oben genannten gesellschaftlichen Bewusstseins bieten.
Er geht im folgenden vor allem auf die Arbeiterschicht und Mittelschicht der kapitalistischen Gesellschaft ein, untersucht aber zunächst die Merkmale der Schichten und bisherige Forschungen.
4 Gesellschaftsstruktur und
schichtspezifisches
Sozialisationsforschen
Die bisherigen Sozialforschungen in diesem Bereich kritisiert der Autor vor allem in Bezug auf die undifferenzierte Einteilung und Kriterien für die Schichtendefinition. Dieser Teil seines Artikels soll etwas kurz gehalten werden, da zu dem eigentlichen Thema, dem Einfluss von der gesellschaftlichen Klassenzugehörigkeit der Familie auf die Soziogenese des Kindes, nicht viel beiträgt. Heinz bemängelt vor allem, dass die gesellschaftliche Sozialstruktur bisher nur in die Bereiche „manuelle“ und „nicht- manuelle“ Berufe untergliedert worden sei, das
6
„Sozioökonomische Problem“ (Hurrelmann 1976, S.91) auf den Lebensstil verschoben und ökonomisch, kulturell, arbeits- und berufsbezogen verschiedene Gruppierungen zu fiktiven Schichten zusammengefasst worden seien. Er stellt dem die Forderung nach einer Klassenanalyse der Gesellschaft entgegen, um die Lebensbedingungen und Ideologien der sozialen Unterschichten herausarbeiten zu können. So werde die Wissenschaft für die Untersuchung der Einflussfaktoren, die die familiale Sozialisation beeinträchtigen (Abb.2) sensibilisiert.
4.1 Arbeitssituation und gesellschaftliches
Bewusstsein
Heinz versucht nun die verschiedenen Arten gesellschaftlichen Bewusstseins in Bezug auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen der lohnabhängigen Schichten darzustellen. Er berichtet, dass die bisherigen Forschungsergebnisse zu einfachen polaren Modellen von Gesellschaftsbildern geführt hätten: Während Arbeiter ein geschlossenes machtorientiertes Gesellschaftsbild besitzen, entwickeln Angestellte ein prestigeorientiertes hierarchisches Gesellschaftsmodell. Arbeiter seien hierbei kollektiv, Angestellte individualistisch orientiert. Dem Schwerpunkt in der
Arbeit zitieren:
Dipl.-Päd. Frank Stula, 2000, Sozialisationstheorien I, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Mass Customization als innovativer Ansatz
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 47 Seiten
Nationaler und internationaler Kreuzfahrtmarkt im produktpolitischen V...
Diplomarbeit, 112 Seiten
Total Quality Management, Chancen und Grenzen der Implementierung
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Studienarbeit, 30 Seiten
Marketing und Vertrieb des Produktes - Der Marketing-Mix
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Seminararbeit, 11 Seiten
Strategische Planung und strategisches Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 25 Seiten
BSC und EFQM - Konkurrenz oder Komplementarität beider Managementkonze...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 18 Seiten
Kindheit im Wandel - Veränderte Bedingungen des Aufwachsens in jüngere...
Referat (Ausarbeitung), 39 Seiten
Tying, exklusive Verträge und das Kartellrecht im Fall Microsoft
Seminararbeit, 48 Seiten
Unternehmensbewertung nach dem Ertragswertverfahren und der DCF Method...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hauptseminararbeit, 33 Seiten
Kulturelle Charakteristik Russlands und Besonderheiten der Geschäftsbe...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 26 Seiten
Implementierung des Balanced Scorecard Konzeptes
Grundsätzliche Anforderungen a...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 72 Seiten
Das Verhältnis zwischen Augustus und Senat zu Beginn des Prinzipats
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Seminararbeit, 23 Seiten
Konsolidierungsmethoden im Konzernabschluss nach HGB IAS und US-GAAP u...
BWL - Investition und Finanzierung
Hauptseminararbeit, 90 Seiten
Frank Stula hat den Text Sozialisationstheorien I veröffentlicht
Frank Stula hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare