Ich erkläre ehrenwörtlich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen nicht benutzt und die den Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe. Die Arbeit wurde bisher in gleicher oder ähnlicher Form keiner anderen inländischen oder ausländischen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht. Die vorliegende Fassung entspricht der eingereichten elektronischen Version.
Datum: Unterschrift:
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Tabelle 1: Inflationsraten 14
Tabelle 2: Entwicklung der Außenhandelspreise 16
Tabelle 3: Arbeitslosenraten in Prozent 17
Tabelle 4: Entwicklung der Belastung der öster. Zahlungsbilanz 19
Tabelle 5: Salden der Handelsbilanz (in Mrd. US-Dollar) 20
Tabelle 6: Salden der Leistungsbilanz (in Mrd. US-Dollar) 21
Abbildung 1: Angriffsrichtung Israels. 6
Abbildung 2: Ölpreis seit 1970 12
Abbildung 3: Autofreier Sonntag 1973 24
Abbildung 4: Aufkleber 24
Abbildung 5: Entwicklung der autofreien Sonntage 25
Abbildung 6: Sommerzeit (DST) 26
Abbildung 7: Nächtigungen im Tourismus 28
Abbildung 8: VW Golf I (1974) 29
3
Inhaltsverzeichnis
VORWORT V
1. EINLEITUNG 1
2. ÖL - DAS SCHWARZE GOLD. 2
3. DIE RESSOURCE WIRD ZUM MACHTFAKTOR. 3
3.1. DAS KONZESSIONSSYSTEM UND DIE „SIEBEN SCHWESTERN“ 3
3.2. DAS „50:50 - ABKOMMEN“ 4
3.3. DIE OPEC. 5
3.4. DER DRITTE ARABISCH-ISRAELISCHE KRIEG 1967 6
4. ENTSTEHUNG UND HINTERGRÜNDE ZUR ÖLKRISE 1973/74. 8
4.1. DIE VORARBEIT 8
4.2. DAS MOTIV 9
4.2.1. Declaratory Statement der OPEC-Mitgliedsstaaten 1968 9
4.2.2. Mu’ammar al-Gaddhafis Machtübernahme in Lybien 1969 10
4.2.3. Abkommen von Teheran und Tripolis 1971. 10
4.3. DIE VERWENDUNG VON ERDÖL ALS WAFFE 11
5. DIE AUSWIRKUNGEN AUF DEN DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM. 13
5.1. DIE WIRTSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN. 13
5.1.1. Anstieg der Inflation. 13
5.1.2. Rückwärtsbewegung von Produktion und Beschäftigung. 16
5.1.3. Ungleichgewichte in der Handels- und Leistungsbilanz 18
5.2. DIE GESELLSCHAFTSPOLITISCHEN AUSWIRKUNGEN 22
5.2.1. Das Sonntagsfahrverbot. 22
5.2.2. Die Sommerzeit 25
5.2.3. Der Begriff „Energieferien“ 28
5.2.4. Effiziente Fortbewegung mittels energiesparender Autos. 29
6. ZUSAMMENFASSUNG 31
7. LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 32
Da mich die Wirtschaftsgeschichte von Kindesbeinen an interessiert, war es für mich naheliegend, eine Arbeit auf diesem Gebiet zu verfassen. Mein Hauptinteresse gilt hierbei dem 20. Jahrhundert, in erster Linie den beiden Weltkriegen und den unzähligen Krisen, die sowohl lokale als auch globale Auswirkungen hatten. Vor allem die Weltwirtschaftskrise 1929, die Fünfziger und Sechziger Jahre sowie die beiden Erdölkrisen in den 70er Jahren reflektieren hier meine Begeisterung für die Wirtschaftsgeschichte.
Da in der Vergangenheit bedeutende Wirtschaftsereignisse aufgetreten sind, bestand die anfängliche Schwierigkeit in der Auswahl eines passenden Themas. Unzählige wirtschaftliche Ereignisse des letzten Jahrhunderts wären einer Darstellung und Analyse gerecht geworden.
Schlussendlich fiel meine Auswahl auf die Ölpreiskrise 1973/74, da diese in einem indirekten Zusammenhang mit dem Anstieg des Rohölpreises des Jahres 2007/08 stand.
An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Frau Mag. Hohenwarter bedanken, die mich durch diese Lehrveranstaltung geführt hat und mir beim Schreiben dieser Arbeit hilfreich zur Seite stand.
Der Titel meiner Arbeit lautet „Ölpreiskrise 1973/74 - Auswirkungen auf den deutschsprachigen Raum“ und ich möchte damit folgende Fragestellung konkret behandeln: Welche wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen hatte die Ölpreiskrise 1973/74 auf den deutschsprachigen Raum?
Um zu verstehen, wie es überhaupt zu einem Ölpreisschock kommen konnte, wird zu Beginn meiner Arbeit auf die Entwicklung des Erdöls und der damit verbundene Weg zu einem politischen Machtfaktor behandelt. An erster Stelle werden das Konzessionssystem, das „50:50 - Abkommen“ und die Entstehung der OPEC erläutert. Im nächsten Schritt werden der dritte arabisch-israelische Krieg und die damit verbundene Gründung der OAPEC angesprochen.
Kapitel 3 meiner Arbeit befasst sich ausschließlich mit der Entstehung und den Hintergründen zur Ölpreiskrise 1973/74. Hier soll in erster Linie verdeutlicht werden, dass durch das Ölembargo der Ölförderländer des Nahen Ostens ein enormer Preisanstieg des Erdöls für alle Rohölsorten folgte. Vor allem für die westliche Welt bedeutete dies zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe.
Auch die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Auswirkungen auf den deutschsprachigen Raum sollen in dieser Arbeit ausführlichst behandelt werden. Auf der wirtschaftlichen Seite sind vor allem der Inflationsanstieg, der Produktions- und Beschäftigungsrückgang und die Ungleichgewichte in der Handels- und Leistungsbilanz von entscheidender Tragweite und werden demgemäß auch eingehend behandelt. Anschließend werden die gesellschaftspolitischen Auswirkungen, in erster Linie das Sonntagsfahrverbot, die Sommerzeit und die Energieferien, angesprochen. Auch die erstmalige Entwicklung energiesparender Autos und die damit verbundene steigende Attraktivität des Dieselmotors wird in der Arbeit her-vorgehoben.
1
Geschichtlich wird die Entdeckung des schwarzen Goldes auf die Zeit der Antike zurück geführt. Bereits damals wurde die schwarze Flüssigkeit für verschiedene Zwecke verwendet. 1 In den Aufzeichnungen von Plutarch findet sich, dass „das Gebiet von Babylon voll von Unter-grundfeuer“ sei 2 und Plinus der Ältere erwähnte in seinen Aufzeichnungen einen Ölsee bei Samosata sowie brennende Flüsse und Fontänen. 3
Im Jahre 1806, nachdem die russische Armee die Stadt Baku am Kaspischen Meer eroberte, fand man eine fettähnliche, schwarze Masse die aus dem Boden heraus quellte. Der Zar ent-sandte daraufhin eine Kommission zur Untersuchung der Masse, die zu dem Ergebnis kam, dass es sich um eine nutzlose Absonderung der Erde handelt. 4 Erst 50 Jahre nach der Entdeckung des schwarzen Goldes in Baku nahm das Erdöl seinen wirtschaftlichen und politischen Platz in der Geschichte ein. Edwin L. Drake stieß am 27. August 1859 in Titusville in Pennsylvania auf unzählige ergiebige Ölquellen und löste damit den ersten Aufschwung der Ressource aus.
Im 20. Jahrhundert wurde die Geschichte für das schwarze Gold für den Nahen und Mittleren Osten geschrieben. Es war William Knox d’Arc, ein britischer Unternehmer, der 1901 in Persien eine langfristige Konzession - von sechzig Jahren - zur Suche nach Naturgas und Petroleum erhielt. In erster Linie hatte er die Aufgabe, Erdöl zu fördern und wirtschaftlich nutzbar 5 zu machen.
In den Nachfolgejahren wurde das schwarze Gold hauptsächlich für den privaten Haushalt genutzt. Beleuchtungs-, Koch- und Raumheizzwecke standen dabei an erster Stelle. Im Jahre 1911 übersteig in den USA erstmals der Erdölverbrauch für den Automobilverkehr den Haushaltsverbrauch. 6
1 Vgl. Hohensee Jens, Der erste Ölpreisschock 1973/74. Die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der arabischen Erdölpolitik auf
die Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa. Franz Steiner Verlag Stuttgart. 1996, S. 9.
2 Vgl. Steinbach Udo, Rüdiger Robert, Der nahe und mittlere Osten: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Geschichte, Kultur, in: Hohensee Jens,
Der erste Ölpreisschock 1973/74. Die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der arabischen Erdölpolitik auf die Bundesre-
publik Deutschland und Westeuropa. Franz Steiner Verlag Stuttgart. 1996, S. 9.
3 Vgl. Hohensee Jens, 1996, S. 9.
4 Vgl. Hungerbühler Eberhard, Rettet uns die Sonne vor der Energiekatastrophe? in: Hohensee Jens, Der erste Ölpreisschock 1973/74. Die
politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der arabischen Erdölpolitik auf die Bundesrepublik Deutschland und Westeuropa.
Franz Steiner Verlag Stuttgart. 1996, S. 9.
5 Vgl. Hohensee Jens, 1996, S. 9.
6 Vgl. Hatak Walter, Die Erdölkrise 1973 und ihre ökonomischen Konsequenzen. Wirtschaftswiss. Diss., Matzen 1977, S. 3.
2
Bei genauer Betrachtung des 20. Jahrhunderts zeigen sich bedeutende Einschnitte, die für die Vervierfachung der Erdölpreise 1973/74 und der damit verbundenen globalen Hysterie ver-antwortlich waren. Vor allem das vorherrschende Konzessionssystem, das „50:50 -Abkommen“ und die Gründung der OPEC dürfen als entscheidende Wegbereiter genannt werden. Auch der dritte arabisch-israelische Krieg hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet.
3.1. DAS KONZESSIONSSYSTEM UND DIE „SIEBEN SCHWESTERN“
Die Wurzeln des Konzessionssystems beruhen auf der Tatsache, dass die Länder im Nahen Osten weder über die technischen Kenntnisse, noch über die Mittel verfügten um etwaige Erdölvorkommnisse ausfindig zu machen und zu fördern. Dadurch war es den Ölgesellschaften möglich, das alleinige Recht über die Erschließung, Produktion und den Verkauf des Erdöls zu beanspruchen und über den Bau von neuen Pipelines, Ankerplätzen und Raffinerien zu entscheiden. Die Gegenleistung der Erdölgesellschaften an die Ölförderländer für die Bewilligung der Konzessionen erfolgte vorwiegend als eine einmalige Zahlung zuzüglich einer jährlichen Gebühr, so genannten „Royalities“, an das jeweilige Ölförderland im Nahen Osten. Diese jährliche Gebühr entsprach einem fix festgelegten Anteil und war unabhängig von den Gewinnen der Erdölgesellschaften. 7
In den späten 1940ern waren nahezu alle Konzessionen im Nahen Osten und ebenso auch in Venezuela und Indonesien im Besitz von sieben internationalen Ölgesellschaften. Zu diesen zählten die fünf US-Gesellschaften Standard Oil, Texaco, Mobil, Gulf, Standard Oil of Cali-fornia sowie die Royal/Dutch Shell und die British Petroleum Company. In der Ölsprache auch kurz die „sieben Schwestern“ oder „Mayors“ genannt. 8
Vorrangig durch die Konzessionen aber auch durch interne Absprachen haben sich die Ölgesellschaften die Macht eines Nachfragekartells gegenüber den erdölfördernden Ländern im
7 Vgl. Tugendhat Christopher, Gigant Erdöl. Wirtschaft, Politik, Strategie, in: Gieler Wolfgang, Internationale Wirtschaftsorganisationen:
Entstehung-Strukturen-Perspektiven. LIT Verlag Berlin - Hamburg - Münster 2005, S. 221.
8 Vgl. Kreiser Günter, Die Energiekrise und die Strategien der Energiesicherung. Franz Vahlen Verlag München 1979, S. 11f.
3
Arbeit zitieren:
Christoph Stachel, 2009, Ölpreiskrise 1973/74 - Auswirkungen auf den deutschsprachigen Raum, München, GRIN Verlag GmbH
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