Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Daniel Kehlmann Kurzbiografie 4
3. Ruhm: ein Roman in neun Geschichten Inhalt 6
3.1. Stimmen 6
3.2. In Gefahr 7
3.3. Rosalie geht sterben 8
3.4. Der Ausweg 9
3.5. Osten 11
3.6. Antwort an die Äbtissin 12
3.7. Ein Beitrag zur Debatte 13
3.8. Wie ich log und starb 15
3.9. In Gefahr 17
4. Berührungspunkte und Übereinstimmungen in
Ruhm: ein Roman in neun Geschichten 19
4.1. Das Tag-Nacht-Motiv 20
4.2. Miguel Auristos Blancos 22
4.3. Der Einfluss moderner Kommunikationsmittel auf ihre Konsumenten 26
4.4. Leo Richter 30
5. Rosalie geht sterben eine Analyse 33
5.1. Der Mann mit der roten Mütze 33
5.2. Leo Richter oder Das Göttliche 38
5.3. Eine theologische Geschichte 40
6. Schluss 43
7. Literaturverzeichnis 45
7.1. Quellen 45
7.2. Literatur 46
1. Einleitung
Grundlage der hiesigen wissenschaftlichen Ausarbeitung bildet das im Blockseminar Biblischer Mythos und Weltliteratur gehaltene Referat zu Daniel Kehlmanns' Geschichte Rosalie geht sterben, aus dem im Januar 2009 erschienenen Roman Ruhm: ein Roman in neun Geschichten.
Die Geschichte um die todkranke Rosalie, welche permanent mit ihrem Schöpfer – dem Autor Leo Richter – darüber verhandelt und zu argumentieren versucht, warum er sie nicht am Leben lassen und die, bzw. ihre Geschichte nicht in eine lebensbejahende umschreiben kann, bietet eine Vielzahl an zu untersuchenden Gesichtspunkten.
In der dritten, von insgesamt neun Erzählungen, werden zahlreiche theologische Thematiken, aber auch kontemporäre Probleme des Alltags aufgezeigt – u.a. die des bewusst gewählten Freitods als letzte Lösung, der Glaube an Gott, der damit einhergehende Verhandlungsprozess in puncto Lebensdauer / -qualität, die absolute Abhängigkeit von modernen Verkehrsmitteln und Kommunikationstechniken; die Komplikationen, welche mit deren Ausfall in Verbindung stehen etc. – eine begrenzte Auswahl soll hier folglich der Analyse dienen.
Um einen besseren Zugang zum Stück Rosalie geht sterben zu ermöglichen, sollen zunächst Daniel Kehlmanns' Biografie und eine Inhaltsangabe bezüglich Ruhm: ein Roman in neun Geschichten erfolgen.
Leider ist die gegenwärtige Sekundärliteratur, aufgrund des noch nicht allzu lang andauernden Erfolgs des Autors, nur schwierig zu sichten. Zwar sind mannigfache Rezensionen, Interviews, Klappentexte u.v.m.. im Internet zu finden, doch wissenschaftliche Ausarbeitungen hinsichtlich Kehlmanns' literarischen Schaffens sind nur spärlich vorhanden, so dass wir uns hauptsächlich auf besagte Internetquellen berufen müssen. Ebenfalls kann in diesem Zusammenhang kein Bezug auf autobiografische Details des Schriftstellers genommen werden, da lediglich primäre Fakten seiner Vita publik gemacht wurden.
3
2. Daniel Kehlmann – Kurzbiografie
Daniel Kehlmann, Sohn des verstorbenen Wiener Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler kam am 13. Januar 1975 in München zur Welt. Der gebürtige Wiener Michael Kehlmann, geboren am 21. September 1927, studierte
[...] Germanistik und Philosophie und begann bereits während seiner Studienzeit als Regisseur und Autor zu arbeiten. Von 1950 bis 1953 leitete er das "Kleine Theater im Konzerthaus" und inszenierte an den verschiedensten Häusern in Österreich, Deutschland und der Schweiz, am Theater in der Josefstadt und am Wiener Burgtheater. 1
Nach den Jahren als Intendant an den unterschiedlichsten Bühnen Europas widmete sich Michael Kehlmann zunehmend der Fernsehregie, wobei sein Hauptaugenmerk dabei auf der österreichischen Literatur und Geschichte lag. 2 Neben zahlreichen Verfilmungen und Spielfilmen war Kehlmann bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1990 Leiter der Fernsehspielabteilung des ORF; und ein überaus geschätzter Kollege: „Prof. Michael Kehlmann zählte als Fernsehspiel-Chef und Regisseur zu den profiliertesten Persönlichkeiten des ORF. Wir verdanken ihm eine Reihe von viel beachteten Produktionen.“ 3 Nach drei Schlaganfällen in den darauf folgenden Jahren erlag Michael Kehlmann am 01.12.2005 seinem Leiden im Alter von 78 Jahren.
Dagmar Mettler, Daniel Kehlmanns' Mutter, ist ursprünglich in Köln am Rhein aufgewachsen, lebt nun aber seit über 20 Jahren in Wien. (Ein genaues Geburtsdatum oder Details aus ihrer Kindheit konnten leider nicht ermittelt werden). Die anfängliche Faszination an der Malerei wich in ihrer Jugend dem Drang Schauspielerin zu werden – nach eigenen Aussagen ihre zweite große Leidenschaft. 4
Damals entschied ich mich für die Schauspielerei […] und besuchte die Folkwanghochschule für Musik, Theater, Tanz in Essen. Nach der Schauspielschule spielte ich dann unter anderem in Düsseldorf, Darmstadt und Zürich Theater. 5
1 www.orf.at
2 Vgl. Ebd.
3 Ebd. ORF-Generaldirektorin Dr. Monika Lindner über Michael Kehlmann
4 Vgl. www.mettler-kehlmann.com
5 Ebd.
4
Als dann ihr Sohn Daniel das Licht der Welt erblickte, entschied sie sich nur noch für Spielfilme und dergleichen vor die Kamera zu treten, da sie nicht Gefahr laufen wollte, auf lange Zeit von ihrer Familie getrennt zu sein. „Ich wollte nicht für zu lange von meiner Familie getrennt sein, was unweigerlich der Fall gewesen wäre, wenn ich in Deutschland Theater gespielt hätte.“ 6 In dieser Zeit entdeckte Dagmar Kehlmann ihre verborgene Liebe zur Malerei wieder, bis diese ganz die Oberhand gewann. 7 Und wie unschwer ihrer Homepage zu entnehmen ist, blieb sie dieser Kunst bis heute treu.
Daniel Kehlmann, wie bereits anfänglich erwähnt, kam am 13. Januar 1975 in München zur Welt und zog sechs Jahre später mit seinen Eltern in die Österreichische Hauptstadt Wien. Da sein Vater gebürtiger Wiener war und der Großvater – der expressionistische Schriftsteller Eduard Kehlmann – dort lebte, fiel die Entscheidung nicht schwer um zu siedeln, da man des permanenten, beruflich bedingten Pendelns des Vaters zwischen Deutschland und Österreich Leid war. 8 Nach seinem Schulabschluss studierte Kehlmann am Kollegium Kalksburg Philosophie und Literaturwissenschaft und war nebenher als „[...] freier Mitarbeiter der österreichischen Akademie der Wissenschaften[...]“ 9 tätig.
Beruflich war er unter Anderem 2001 als Gastdozent für Poetik an der Universität Mainz beschäftigt, bis ihm dann schließlich der internationale Durchbruch im Jahr 2003 mit dem Bestseller Ich und Kaminski gelang. Von da an ging es für Kehlmann die Karriereleiter steil aufwärts. Er erhielt Poetikdozenturen an der Universität Göttingen und an der Fachhochschule Wiesbaden, war fortan „[…] Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung [...]" 10 und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine literarisches Werke. Um nur einige zu nennen: 1998 Förderpreis des Kulturkreises beim Bundesverband der Deutschen Industrie, 2005 den Candide Preis des Literarischen Vereins Minden, 2006 den Heimito-von-Doderer-Preis, den Kleist-Preis und 2008 u.a. den Thomas-Mann-Preis.
6 Ebd.
7 Vgl. Ebd.
8 Vgl. www.wikipedia.org
9 www.myfanbase.de
10 www.wikipedia.org
5
3. Ruhm: ein Roman in neun Geschichten – Inhalt
„Geschichten in Geschichten in Geschichten. Man weiß nie, wo eine endet und eine andere beginnt! In Wahrheit fließen alle ineinander. Nur in Büchern sind sie säuberlich getrennt.“ 11
„Ein Roman ohne Hauptfigur! […] Die Komposition, die Verbindung, der Bogen, aber kein Protagonist, kein durchgehender Held.“ 12
Wie der Romantitel bereits ankündigt, besteht Daniel Kehlmanns' Werk aus insgesamt neun einzelnen Geschichten, welche im Roman miteinander verknüpft und doch grundlegend separiert sind. Sie bauen zum Teil aufeinander auf, sind mit- und ineinander verwoben; die einzelnen Protagonisten kennen einander, lieben oder hassen sich und haben doch allesamt ihre ganz eigene Geschichte im Roman.
3.1. Stimmen
Die zentrale Figur in dieser Erzählung bildet der Familienvater Ebeling, der eine suboptimale Ehe führt, zu seinen beiden Kindern keinerlei Beziehung hat und Angestellter in einer Firma für Computerreparatur ist.
Nach längeren Diskussionen mit seiner Familie und Freunden, legt er sich eines Tages ein Mobiltelefon zu, um jeder Zeit erreichbar zu sein. Alsbald mehrere Anrufe eingehen, in denen ihm unbekannte Personen nach einem gewissen Ralf verlangen, ruft Ebeling seinen Mobilfunkanbieter an, um der Möglichkeit nachzugehen, ob seine Telefonnummer zufälligerweise doppelt vergeben wurde, wobei man ihm mehrfach versichert, dass das absolut unmöglich sei. Nach und nach beginnt Ebeling die Rolle des Ralf zu übernehmen und findet gleichsam auch immer mehr Gefallen an diesem Rollenspiel, da besagter Ralf recht wichtig zu sein scheint und dessen Leben erheblich interessanter anmutet als Ebelings' tristes Dasein. „So fühlt es sich also an, wenn man etwas hatte, auf das man sich freute.“ 13 Durch die Telefonate mit fremden Frauen, mit denen er sich allem Anschein nach als Ralf zum Sex verabredet, ist er derartig erregt, dass auch sein eheliches Liebesleben wieder belebt wird. Doch es kommt wie es kommen muss: Ebeling treibt es zu weit und überdenkt weder die persönlichen Konsequenzen, noch die seines Handelns. Das hat u.a. zur Folge, dass er 11 Kehlmann, Daniel. S.201.
12 Ebd. S. 25.
13 Ebd. S. 13.
6
passiv einem Mann am anderen Ende der Leitung dazu rät, sich mittels einer Tablettenüberdosis das Leben zu nehmen und dabei sogar noch pejorative Gefühle für eben jenen hegt. „»Ich tue es wirklich!« Ebeling schaltete das Telefon aus, für den Fall, daß der armselige Mensch ihn zurückrufen würde.“ 14 Als künftig das Telefon bis auf Weiteres stumm bleibt, wird Ebeling depressiv, geht nicht mehr zur Arbeit und macht den Eindruck, dass ihm der Lebensinhalt geraubt wurde. Als sich dann nach zwei versäumten Arbeitstagen sein Chef meldet und ihn beruhigt, dass er ein toller Mitarbeiter sei, auf den man sich verlassen kann, bricht Ebeling in Tränen aus, weil er mutmaßlich erkannt hat, dass es nicht sein Leben war – welches er für kurze Zeit führen durfte – und auch nie sein wird. Bestätigt wird diese Vermutung letztlich durch den Arbeitskollegen, der, nach dem Ebeling beim Essen mehrfach auf sein Handy schaute, meint: „Versteh das jetzt bitte nicht falsch. Aber wer sollte dich schon anrufen?“ 15
3.2. In Gefahr
In dieser Geschichte spielen Leo Richter – ein bekannter deutscher Schriftsteller – und seine Assistentin Elisabeth, welche er erst vor Kurzem kennen lernte und die ebenfalls als seine Geliebte fungiert, die Hauptrollen. Leo ist ein hysterischer, anstrengender, realitätsfremder Mann mittleren Alters, der sich selbst am nächsten zu sein scheint. Elisabeth, die beiläufig erwähnt, dass Leo Richter der Autor von Rosalie geht sterben ist, ähnelt in ihren Wesenszügen, Aussehen und Beruf Leos' fiktiver Heldin Lara Gaspard, die im Laufe des Romans noch mehrfach Erwähnung findet. Beide unternehmen eine Rundreise durch Mittelamerika, bei der Leo als auswärtiger Autor Vorträge an diversen Instituten hält. Während der Reise entdecken sie Plakate eines gewissen Ralf Tanner, der, wie sich später noch herausstellen wird, besagter Ralf ist, welcher in der ersten Geschichte vergebens am Telefon verlangt wird. 16 Im Verlauf der Reise kommt es zu einem Eklat zwischen Leo und Elisabeth, als diese ihn und seinen grotesken Charakter kritisiert und ihm unmissverständlich klar macht, dass sie definitiv keine Schablone für die Figur der Lara Gaspard sein möchte. Doch ihr Reisegefährte ignoriert 14 Ebd. S. 21.
15 Ebd. S. 23.
16 Hier beginnt allmählich die Verwebung der einzelnen Geschichten Gestalt anzunehmen, als Elisabeth noch nebenbei von einem Skandal um Ralf berichtet, der an späteren Stellen wieder aufgegriffen wird.
7
diese Anweisung komplett und fasst sie sogar als neue Inspirationsquelle für weitere Ideen um seine Figur auf.
Im Folgenden beschließt Leo, ganz entgegen seiner Natur, spontan zu handeln und die geplante Reise einfach zu unterbrechen um zu verschwinden. Nach dem anfängliche Skrupel aus dem Weg geschafft wurden, will Leo – nach eigener Aussage – die Pyramiden sehen. Angekommen und von einem Deutsch sprechenden Führer begleitet, stellt Leo fest, dass an diesem Ort abertausende Menschen ums Leben gekommen sind und man es fühlen kann wenn man die Augen schließt 17 – und plötzlich klingelt das Mobiltelefon und die Geschichte nimmt ein abruptes Ende. Aufgelöst wird an diesem Punkt jedoch nichts – weder, wo sich Leo und seine Gefährtin aufhalten, ob Elisabeth nicht eine ebenso erdachte Figur wie Rosalie und Lara ist, noch wer der Anrufer ist, mit dessen Anruf die Geschichte ihr Ende nimmt. Es bleibt spannend.
3.3. Rosalie geht sterben
Rosalie, eine krebskranke 76-jährige Frau fasst den Entschluss, sich nach einer ruhelosen Nacht voller Tränen und Zweifel, in einer Schweizer Institution für Sterbehilfe 18 anzumelden, um dort ihrem Leben ein Ende zu setzten. Sie will ihren beiden Töchtern von ihrem Vorhaben nichts mitteilen, da sie oft genug über die leidige Thematik ihres Ablebens gesprochen haben und es nun eben Zeit wird. Auch ihren vermeintlichen Freundinnen, mit denen sie sich am nächsten Tag wie gewohnt zum Kaffeetrinken trifft, verheimlicht sie die Anmeldung im Institut. Lediglich ihrer Nichte Lara 19 erzählt sie am Abend bei einem Telefonat von ihrem Entschluss, wobei diese eine entscheidende Bemerkung macht: „»Etwas daran ist falsch. Aber schwer zu sagen, was.« […] Man sagt es anderen nicht, man belästigt keinen damit. Das ist das Falsche daran, das hat ihre kluge Nichte gemeint. Man tut es allein oder gar nicht.“ 20 Der Aspekt des bewusst gewählten Freitods und das damit verbundene Für und Wider soll an
17 Da beschrieben wird, wie die drei einen Berg hinaufsteigen, liegt die Vermutung nahe, dass sie sich nicht in Ägypten befinden, um die Cheopspyramide zu sehen, sondern in Süd- oder Mittelamerika, um Relikte der Inkas, Mayas oder Azteken zu bewundern.
18 Wahrscheinlich ist hier die Institution DIGNITAS gemeint. Weiterführende Informationen findet man unter www.dignitas.ch 19 Vielleicht ist Rosalie die Tante der in der vorangegangenen Geschichte erwähnten Figur Leo Richters Lara Gaspard. Denn auch Rosalie ist wie bereits bemerkt nur eine fiktive Figur des Autors. Diese Vermutung bleibt jedoch bis Ende des Buches ungeklärt und somit eine blanke Mutmaßung.
20 Kehlmann, Daniel. S. 62-63.
8
künftiger Position diskutiert werden. Der Ich-Erzähler Leo Richter führt ständige Dispute mit Rosalie über das Umschreiben ihrer Geschichte in eine lebensbejahende Geschichte; lässt sich jedoch nicht von seinem Weg abbringen und gibt Rosalie keine Chance zur Verwirklichung ihrer Änderungswünsche.Ihre Reise nach Zürich wird gebucht und beginnt mit einem Flug, der jedoch schon in Basel, aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse endet. Als Ersatz muss sie in den Zug umsteigen, welcher jedoch auch nicht am geplanten Ziel ankommt, da es auf der Strecke einen Personenschaden gibt, so dass alle Passagiere aussteigen und auf Anschluss warten müssen. Rosalie vertreibt sich die Zeit im angrenzenden Bahnhofslokal, wo sie prompt von einem bizarren Mann angesprochen wird, der sie in einem eigens für sie gestohlenen Auto zu ihrem Ziel, der Klinik für Sterbehilfe bringt. Als der Mann mitten in der Fahrt anhält, Rosalie die Tür aufhält und meint angekommen zu sein, stellt sie erleichtert und doch wütend fest, dass es nicht der richtige Ort ist. In dem Moment, wo sie ihren Fahrer auf jenes Versehen hinweisen will, ist dieser wie vom Erdboden verschluckt und nicht mehr aufzufinden. An spätere Stelle mehr zu diesem ominösen Wegbegleiter.
Die Protagonistin lässt sich per Taxi zur Klinik fahren, wo jedoch Leo Richter auf keinerlei Details eingehen will, bis er – nach eigenen Angaben – seine Geschichte ruiniert und in Rosalies Zimmer erscheint. Dabei lässt er einen Angestellten der Klinik zu Staub zerfallen, erklärt seiner Figur, dass sie nun wieder gesund und erneut 20 Jahre als ist und lässt sie gehen. Rosalie kann ihr Glück kaum fassen und ihr „[...] Dasein erlischt. Von einem Moment zum nächsten. Ohne Todeskampf, Schmerz oder Übergang. Eben noch ein seltsam angezogenes Mädchen, wirr vor Staunen, jetzt nur mehr eine Kräuselung in der Luft […].“ 21 Am Ende bleibt nur noch Leo Richter bestehen, der sich inständig wünscht, dass, wenn er eines Tages in der gleichen Position sein sollte, irgendjemand ihm selbige Gnade zukommen lässt.
3.4. Der Ausweg
Die tragisch-komische Figur ist hier der populäre und allseits gefeierte Schauspieler Ralf Tanner, der aus unerfindlichen Gründen keine Telefonanrufe mehr bekommt. 22 21 Ebd. S. 76-77.
22 Das kann er auch nicht, da Herr Ebeling aus der ersten Geschichte mutmaßlich die gleiche Telefonnummer
9
Arbeit zitieren:
Anna Stöhr, Franziska Weigel, 2009, Daniel Kehlmanns "Ruhm: ein Roman in neun Geschichten." Inhalt – Wirkung – biblische Aspekte, München, GRIN Verlag GmbH
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