Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Popularität von Verschwörungstheorien um die Kennedy-Ermordung 2
3. Oliver Stone 3
4. Hintergrund des Films 4
4.1. Kurzinhalt 4
4.2. Motivationsgründe 5
4.3. Kontroversen und Kritik um JFK 5
5. Verschwörungstheorien in und um JFK. 7
5.1. Verschwörungstheorien in JFK. 7
5.2. Verschwörungstheorien um JFK 8
5.3. Bewertung der Verschwörungstheorien 10
6. Schlussbemerkung 12
Literaturverzeichnis 14
Anhang - Informationen zum Film 16
1. Einleitung
Vor gut zehn Jahren sorgte ein Film weltweit für Schlagzeilen und volle Kinosäle: Oliver Stones JFK mit Kevin Costner in der Hauptrolle. Mehr als 25 Jahre nach der Ermordung Kennedys kam somit zum ersten Mal ein Spielfilm in die Kinos, der die Ereignisse des 22. November 1963 filmisch aufzuarbeiten versuchte. Aspekte der Kennedy-Ermordung wurden davor zwar in Filmen hin und wieder angesprochen, wie zum Beispiel in Woody Allens Annie Hall oder Stanley Kubricks Full Metal Jacket 1 , doch noch nie wurde ein Film in Angriff genommen, der sich ausschließlich mit den Hintergründen der Ermordung befasste. Es versteht sich nahezu von selbst, dass ein derartiger Film nicht ohne Aufsehen in den Medien hergestellt werden konnte. Nicht nur würde er alte Wunden vieler Amerikaner wieder aufreißen, sondern auch eine erneute Diskussion in der amerikanischen Öffentlichkeit und Presse hervorrufen. Beides ist geschehen.
Eines der vorherrschenden Themen in der Diskussion war, inwieweit der Film authentisch sein kann und wie realistisch die dargestellten Ereignisse für eine neue Generation wirken. Doch hierzu bemerkt Historiker Robert A. Rosenstone vollkommen richtig:
„the Hollywood historical film will always include images that are at once
invented and yet may still be considered true; true in that they symbolize,
condense, or summarize larger amounts of data; true in that they carry out
the overall meaning of the past that can be verified, documented, or
reasonably argued.“ 2
Gerne wird bei dieser Diskussion der eigentliche Kern des Films, nämlich die durch Staatsanwalt Jim Garrison geäußerte Verschwörungstheorie außer acht gelassen. Aber genau diese lädt zu einer näheren Betrachtung ein, denn sie ist vielschichtiger, als auf den ersten Blick angenommen. Die vorliegende Arbeit untersucht die im Film thematisierte Verschwörungstheorie, aber auch Interpretationen des Films, die wiederum selbst als Verschwörungstheorie gelten könnten. Zunächst wird jedoch auf das Phänomen des noch immer vorherrschenden Interesses an Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Kennedy-Ermordung eingegangen. Danach wird kurz die Biographie von
1 Vgl. Frewin, Anthony. The Assassination of John F. Kennedy. An Annotated Film, TV, and
Videography, 1963-1992. Westport, CT.: Greenwood Press, 1993. S. 95 ff.
2 Rosenstone, Robert A.: „JFK: Historical Fact/ Historical Film.“ In: American Historical Review.
97 (1992): 506-511. Hier: S. 509
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Oliver Stone geschildert, da seine Standpunkte und Meinungen die Machart von JFK nachhaltig prägten. Im Anschluss daran werden einige Hintergründe des Films, vor allem die damit verbundene Kontroverse betrachtet. Abschließend werden die Verschwörungstheorien vorgestellt und bewertet.
2. Die Popularität von Verschwörungstheorien um die Kennedy-Ermordung
Warum sind Verschwörungstheorien, die mit der Kennedy-Ermordung zusammenhängen noch immer so populär? Peter Knight bietet hierfür zwei Erklärungen an. Einerseits liefern Verschwörungstheorien „a consoling sense of closure, gravity and coherence in the face of the seeming randomness of a disaffected loner killing the President.“ 3 Zum anderen führte die Ermordung Kennedys zu einem weitreichenden Glaubensverlust sowohl an amerikanische Tugenden, die Kennedy zu verkörpern schien, als auch an die Legitimierung der Behörden, die mit der Untersuchung der Ermordung beauftragt waren. 4 Nach wie vor sind die Geschehnisse des 22. November 1963 für mehrere Generationen von Amerikanern ein bedeutsamer Einschnitt der neueren US-Geschichte, selbst wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren waren. Viele fühlen sich sogar persönlich von den Ereignissen betroffen und geprägt, unter anderem auch Robert J. Groden, der seit seinem 18. Geburtstag mit den Erlebnissen klarzukommen versucht und der Oliver Stone als „technischer Berater“ für JFK zur Verfügung stand. 5 Auch Oliver Stone selbst sieht sich als ein „Opfer“ des Attentats, indem er das Vietnam-Trauma mit der Ermordung in seinem Film in Verbindung bringt.
Daniel Pipes vertritt dagegen die Ansicht, dass Verschwörungstheorien in den USA einfach eine Modeerscheinung seien, vor allem Verschwörungstheorien, die sich um die Kennedy-Ermordung ranken. 6 Und auch all die Unstimmigkeiten und die Zweifel vieler Amerikaner genügen Pipes nicht als Begründung für die andauernde Popularität dieser Verschwörungstheorien. Er sieht vor allem in der Kommerzialisierung von Verschwörungstheorien einen Grund für die
3 Knight, Peter. Conspiracy Culture - From the Kennedy Assassination to the X-Files. London:
Routledge, 2000. S.78.
4 Vgl. Ebd.
5 Vgl. Ebd. S. 79 f. Peter Knight setzt den Begriff „technical consultant“ bewusst in
Anführungszeichen, da er dessen Fachkenntnis offensichtlich anzweifelt.
6 Vgl. Pipes, Daniel. Conspiracy: how the paranoid style flourishes and where it comes from.
New York: Free Press, 1997. S. 14.
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anhaltende Beliebtheit: So besuchen beispielsweise jährlich sechs Millionen Menschen den Ort, an dem Kennedy in Dallas ermordet wurde. Um es auf die Spitze zu treiben, kann man sogar in einem offenen Lincoln Continental genau die Strecke nachfahren, die der Präsident am Tage seiner Ermordung zurücklegte, inklusive der Fahrt zum Parkland Memorial Hospital. 7 Der Film JFK ist dabei nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Es gibt daneben noch ein Museum aller Verschwörungstheorien um die Ermordung, Brettspiele, Autoaufkleber und natürlich T-Shirts. 8
3. Oliver Stone
Oliver Stone wurde am 15. September 1946 in New York geboren. Obwohl er aus einer wohlhabenden Familie stammte, brach er 1965 sein Studium an der Yale University ab, um am Pacific Institute in Saigon Englisch, Mathematik und Geschichte zu unterrichten. Von 1967 diente er für 15 Monate in Vietnam an der Front und kehrte von diesem Erlebnis desillusioniert in die Heimat zurück. Nachdem er sich kurzzeitig dem Drogenkonsum hingegeben hatte, fing er an der New York University ein Filmstudium an und drehte erste Kurzfilme. 9
Nachdem sein erster Regieversuch 1974 erfolglos blieb, konzentrierte er sich mehr auf das Verfassen von Drehbüchern. Für sein Drehbuch zu Alan Parkers Film Midnight Express erhielt er 1978 den Oscar. Er schrieb unter anderem das Drehbuch zu Conan The Barbarian (1982), Brian De Palmas Scarface (1983) und Year of the Dragon (1985). 10 Mit seinem Vietnam-Drama Platoon wurde Stone 1986 international bekannt und gewann den Oscar als bester Regisseur. Seitdem thematisiert er in seinen Filmen immer wieder unbequeme Stoffe, mit denen er die öffentliche Diskussion sucht, so zum Beispiel die Anonymität der Großstadt in Talk Radio (1988), die Geldgier und das Machtstreben in Wall Street (1987) oder die Gewaltdarstellung in den Medien in Natural Born Killers (1994). Außerdem liefert er immer gerne seine Version der US-Geschichte ab, wobei es sich fast ausschließlich um das Thema Vietnam dreht. In seinen Filmen Born On The Fourth Of July (1989), Nixon (1995) und JFK zeigt sich
7 Vgl. Ebd., S. 16.
8 Vgl. Ebd.
9 Vgl. Remsperger, Daniel. „Oliver Stone“. In: Koebner, Thomas (Hrsg.): Filmregisseure.
Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. Stuttgart: Reclam, 1999. S.654-657.
Hier: S. 654 f.
10 Vgl. Lexikon des Internationalen Films. (CD-ROM Ausgabe), München: Systhema Verlag
GmbH 1999.
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Arbeit zitieren:
Uwe Sperlich, 2001, Oliver Stones JFK, München, GRIN Verlag GmbH
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