Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Sitte und Technik der Totenverbrennung 3
2.1 Scheiterhaufen 5
2.2 Einfluss der Holzmenge und -arten 6
2.3 Vorbereitung der Leiche 6
3 Verbrennungsvorgang 7
4 Änderungen der Knochenstruktur beim Verbrennen 8
5 Methoden der Leichenbranduntersuchungen 10
5.1 Archäometrische Analysemethoden 10
5.2 Anthropologische Methoden 11
6 Vergleich anthropologischer- und archäologischer Methoden für
Leichenbranduntersuchungen 13
7 Fazit 14
8 Literaturverzeichnis 15
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Überreste eines Leichenbrandes Großkopf 2004 5
Abb. 2 : Rekonstruktion eines Scheiterhaufens mit geschichteten Holzstößen Prometheus
Bildarchiv 6
Abb. 3 : Verfärbungen im Knochenquerschnitt Großkopf 2004 8
Abb. 4 : Beispiel für eine morphologische Reihe (links Abschnitte des Os zygomaticum
weiblicher, rechts männlicher Individuen. In der Mitte Fragmente von nicht
geschlechtsbestimmbaren Individuen Großkopf 2004 12
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1 Einleitung
Die Verbrennung der Leichen war in der Vergangenheit eine gebräuliche Bestattungsform. Sie wurde in dem Zeitraum zwischen der jüngeren Bronze- und der beginnenden Völkerwanderungszeit in dem mittel-und nordeuropäischen Raum praktiziert.[Großkopf, 2004] Zwei Wissenschaften, die sich mit den Untersuchungen an Brandbestattungen beschäftigen, sind die Prähistorische Anthropologie und die Archäologie.
Anthropologie (gr. !& " ánthropos „Mensch“ und -logie) ist frei übersetzt „die Wissenschaft vom Menschen“. Das Teilgebiet der Anthropologie, dessen Gegenstand die Erforschung von Skelettfunden des frühgeschichtlichen Periode der Menschheitsgeschichte ist die prähistorische Anthropologie.[Alt,2003]
Im Gegensatz zu der Anthropologie erforscht die Archäologie die Geschichte von Menschen vergangener Zeiten. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der materiellen Hinterlassenschaft der Menschen in einem Zeitraum von den ersten Steinwerkzeugen vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis in die nähere Gegenwart beschäftigt. Der Teil der Archäologie, in dem Brandbestattungen untersucht werden, ist die Prähistorische Archäologie. Objekt der Prähistorische Archäologie sind gegenständliche Quellen (Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas, Steinartefakte etc.) in ihrem jeweiligen Kontext, wie z.B. Bodendenkmale- Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen. Diese werden durch Ausgrabungen, Prospektionen und Zufallsfunde entdeckt, zugänglich gemacht und mit Hilfe formenkundlich-typologischer, historischer und sozialgeschichtlicher sowie naturwissenschaftlicher und statistischer Analysemethoden untersucht.
2 Sitte und Technik der Totenverbrennung
Zwei wesentliche Interpretationen für die Totenverbrennung sind der Seelenglauben und die Totenfurcht. Dabei belegen zahlreiche ethnologische Beispiele eine große Variationsbreite in der Glaubensvorstellung, der Verbrennungstechnik und dem Totenritual.[Großkopf, 2004]. Zu Beginn der Spätbronzezeit (ca.1300-800 Jh. v. Chr.) löst die Brandbestattung, die seit dem Frühneolithikum vorherrschenden Form der Körperbestattung ab. Diese Tendenz zur Brandbestattung läßt sich durch die Eisenzeit, Kaiserzeit bis zur beginnenden Völkerwanderungszeit hindurch beobachten. Jedoch gibt es aus der Übergangzeit manche
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Gräber, die von Form, Struktur und Anordnung der Beigaben her wie Körperbestattungen ausehen. Während im älteren Bereich der Spätbronzezeit noch reich ausgestattete Gräber vorkommen, so werden sie nach und nach ärmlicher und einheitlicher. Große Gräberfelder mit sichtlichen Urnenbestattungen haben der Epoche im süddeutschen Raum auch die Bezeichnung Urnenfelderzeit eingetragen [Tarschel 2008].
Brandbestattungen können auf verschiedene Arten deponiert sein. Bei der Urnenbestattung wird nur der Leichenbrand in einer Urne beigesetzt. Die Urnen werden einzeln oder gruppenweise (Gruppenbeisetzungen) in kleinen Gruben beigesetzt. Urnenbestattungen können Beigaben unterschiedlicher Anzahl und Qualität aufweisen. Diese werden etwas abseits der eigentlichen Bestattung deponiert, was der Begriff der Grabschätze prägt. Die Bewaffnung im Grabzusammenhang wird nicht nur seltener, sie ändert auch in ihrer Zusammensetzung. Beile und Dolche verschwinden sichtlich. Dafür findet sich häufiger die Lanzenspitze, immer öfter auch als einzige Waffe. [Tarschel 2008]
Neben den Urnenbestattungen existieren noch Brandschüttungsgräber, bei denen in der Grabgrube sowohl eine Urne als auch Überreste des Scheiterhaufens vorhanden sind. Dabei handelt es sich um Holzkohle, Aschereste und um kleine fragmentierte Leichenbrandüberreste. [Großkopf, 2004]
Ein Brandgeschehen ist durch zahlreiche Einflussfaktoren gekennzeichnet, deren Bestimmung im Einzelfall schwierig ist. Die Rekonstruktion prähistorischer Leichenverbrennungen muss somit anhand der wenigen vorliegenden Materialien (siehe Abb. 1) Großteils hypothetisch bleiben. Jedoch ist mit einer Reihe von Hinweisen auf die Verbrennung zu rechnen. Mit Hilfe von Holzkohlefunden z.B. lassen sich die verwendeten Holzarten bestimmen. Clinker und Schmelzen von Metall- oder Glasbeigaben sind Indikatoren für die erreichten Temperaturen im Scheiterhaufen. Bodenverfärbungen oder Brandspuren im Boden und an Steinen können auch für die Rekonstruktion der Ausmaße der Verbrennungsplätze genutzt werden.
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2.1 Scheiterhaufen
Die einfachste Form des Scheiterhaufens ist eine oder weniger lose, direkt auf dem Erdboden angelegte Aufhäufung unregelmäßiger Holzscheite. Die meist in Decken oder Tücher gehüllte Leiche wird obenauf gelegt. Die mit dieser Scheiterhaufensform erzielbare Verbrennung ist wenig gründlich. [Becker/ Döhle/ Hellmund/ Leineweber/ Schafberg, 2005] Eine verbesserte Variante stellen Konstruktion aus Feuerböcke und Stangen oder in den Boden eingelassene Pfosten dar, die das Zusammenbrechen des Holzstapels verhindern. Die Feuerböcke und Stangen heben den gesamten Scheiterhaufen etwas von Boden ab, und erlauben so eine erheblich bessere Luftzufuhr. Dies führt zu einer intensiveren Verbrennung. Eine weitere weitverbreitete Variante stellen die geschichteten Holzstöße (Abb. 2) dar. Die Bauweise solcher Scheiterhaufen reicht von einfachen Stapeln bis hin zu komplizierten Rost-, Stamm- oder Balkenkonstruktionen. Abweichungen von den typischen rechteckigen Scheiterhaufen sind in größerer Zahl bekannt. Am häufigsten handelt sich um quadratischem oder rundem Anlagen. Andere Unterschiede zur 'Normalform' ergeben sich meist durch die Lage des Leichnams auf dem Scheiterhaufen oder durch Überbauten. Weitere Sonderformen sind z.B. Gestelle aus vier Pfählen, die eine Plattform mit der Leiche tragen.
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Arbeit zitieren:
Teodora Spasova, 2009, Anthropologie und Archäologie an ausgewählten Beispielen, München, GRIN Verlag GmbH
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