Inhaltsverzeichnis
Kapitel Seite
1. Einleitung
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2. Der kanadische Medienmarkt 3
2.1. Zur Entwicklung kanadischer Massenmedien 3
2.2. Entscheidende Faktoren 5
2.2.1. Medienindustrie 5
2.2.2. Werbemarkt 7
2.2.3. Konsumentenmarkt 7
2.2.4. Regulierungsinstanzen 7
2.3. Die Hauptakteure auf dem Medienmarkt 8
2.3.1. Presse 8
2.3.2. Rundfunk 10
2.3.3. Onlinemedien 13
2.4 Marktanalyse 13
2.4.1. Marktstruktur 14
2.4.2. Marktverhalten 15
2.4.3. Marktergebnis 16
3. Die Rolle Kanadas auf dem globalen Medienmarkt 18
3.1. Ökonomisierung 18
3.2. Kommerzialisierung 19
3.3. Internationalisierung und Globalisierung 20
4. Fazit
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Bibliographie 24
-1-
1. Einleitung
„Konvergenz, vor wenigen Jahren noch ein abstrakter Begriff, ist in Kanada schnell zur konkreten Realität geworden. Eine Serie von Übernahmen und Fusionen in den Jahren 2000 und 2001 hat die größten Medienorganisationen des Landes unter das Dach weniger Organisationen zusammengebracht. Die Bundesregierung hat keinen Hinweis darauf gegeben, dass sie den politischen Willen hat oder die gesetzlichen Mittel, diesen Trend aufzuhalten. Die neuen Hauptakteure in der kanadischen Medienszene besitzen Anteile am Fernsehen, an der Telekommunikation, an Zeitungen, Zeitschriften sowie an der Internetindustrie und geben so Anlass zu Sorgen bezüglich einer zentralisierten Kontrolle von Medieninhalten durch die Konzerne […], der weiteren Kommerzialisierung und der Zugangsbarrieren für neue Wettbewerber.“ (Gasher/Raboy 2001, 839)
Diese meiner Meinung nach sehr treffende kurze Beschreibung des kanadischen Medienmarktes zeigt sehr deutlich die aktuellen Tendenzen innerhalb der kanadischen Kommunikationsindustrie auf. Legte man bis zum Ende der 70er Jahre großen Wert darauf, vor allem Rundfunkagenden staatlich zu regulieren so wurde Anfang der 80er Jahre durch die Auflösung des natürlichen Monopols der Telekommunikationsunternehmen schrittweise eine Liberalisierungswelle eingeläutet die zur Jahrtausendwende ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Alte Prinzipien der staatlichen Regulierung wurden zugunsten von Privatisierung und Deregulierung aufgegeben und es gab einschneidende Veränderungen am kanadischen Medienmarkt.
Diese Veränderungen sowie die daraus neu entstehende Situation in Kanada möchte ich im ersten Teil dieser Arbeit genauer untersuchen. Der zweite Teil soll dann dazu dienen, die gewonnenen Erkenntnisse in einen internationalen Kontext zu bringen um Kanadas neue Bedeutung auf dem Weltmedienmarkt grob einschätzen zu können.
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2. Der kanadische Medienmarkt
Der erste Teil meiner Arbeit soll einen Überblick über den kanadischen Medienmarkt liefern. Im ersten Kapitel werden Konzepte des kanadischen Telekommunikationssystems hervorgehoben. Dabei wird auf das System des Common-Carrier und auf die spezifisch kanadische Form des natürlichen Monopols auf dem Telefonmarkt eingegangen sowie die besondere Bedeutung der Regulierungsinstanzen hervorgehoben. Kapitel zwei versucht, charakteristische Einflussfaktoren auf dem kanadischen Medienmarkt zu charakterisieren, dazu gehören die Medienindustrie, der Werbe- und Konsumentenmarkt sowie die aktuelle Bedeutung der Regulierungsbehörden.
Im dritten Kapitel sollen die Hauptakteure auf dem Medienmarkt beschrieben werden. Näher untersucht werden in diesem Kontext Presse, Rundfunk sowie die in Kanada sehr intensiv genutzten Onlinemedien. Im letzten Kapitel des ersten Abschnitts wird schließlich versucht werden, anhand der gewonnenen Erkenntnisse den kanadischen Medienmarkt nach ausgewählten medienökonomischen Gesichtspunkten zu analysieren. Hierzu werfe ich auf Basis des industrieökonomischen SCP-Modells einen Blick auf Marktstruktur, Marktverhalten sowie Marktergebnis. Zunächst aber zur Entwicklung kanadischer Massenmedien.
2.1. Zur Entwicklung kanadischer Massenmedien
Dieses Kapitel soll keinen chronologischen Überblick über die technischen Innovationen am kanadischen Telekommunikationssektor liefern, vielmehr sollen in aller gebotenen Kürze spezifische Konzepte des kanadischen Telekommunikationssystems hervorgehoben werden, um exemplarisch für den gesamten Medienmarkt Entscheidungen der in Kanada bis heute außerordentlich mächtigen Kontroll- und Regulierungsinstanzen zu verstehen. Erst seit den Jahren 2000 bzw. 2001 wurden wirtschaftliche Verflechtungen im Mediensektor zunehmend zur kanadischen Realität 1 , dazu aber später mehr.
Nach Winseck (1998, 2) waren 1998 99% aller kanadischen Haushalte mit zumindest einer Telefonleitung ausgestattet, ebenfalls 99% konnten terrestrisches Fernsehen empfangen,
1 Vgl. Gasher/Raboy 2001, 839
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dies lässt bereits auf das bedeutende wirtschaftliche Potential der Telekommunikationsindustrie schließen, die ungefähr 6% des BIP ausmacht und somit auch zu einem bedeutenden Faktor der Wirtschaftspolitik wird. Die meisten Telekommunikationsunternehmen liegen in privater Hand und werden von der ‚Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission’ CRTC kontrolliert und reguliert.
Kennzeichnend für die kanadische Kommunikationsindustrie waren seit ihrem Bestehen verschiedene Konzepte staatlicher Regulierung. Winseck (1998, 4) beschreibt diese folgendermaßen:
„For much of this century, the telecoms industries in Canada have been governed by their status as common carriers, a belief that telecoms were natural monopolies, and public interest-oriented regulation by a semi-autonomous regulatory agency (now the CRTC). These factors have left an indelible imprint on the evolution of telecoms and continue to set the baseline for discussions about the future of the industry [...].”
Im Gegensatz zum Common-Carrier Modell der Telekommunikation steht das Kommunikationssystem der elektronisch verbreiteten Massenmedien. Winseck zeigt in einer Tabelle die wichtigsten Unterschiede der beiden Modelle.
Der Unterschied im Verständnis der beiden Modelle führte wohl auch zur Sonderstellung des Internets. 1999 erklärte die CRTC, sie werde vorerst keinen Bereich des Internets regulieren, da dieses zum größten Teil weder Gegenstand des Rundfunkgesetztes noch des Telekommunikationsgesetztes sei 2 .
2 Vgl. Gasher/Raboy 2001, 848
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Seit dem Ende der 70er Jahre wurde das strikte Common-Carrier Konzept des Telekommunikationsmarktes sukzessive aufgeweicht. Das natürliche Monopol der Telekommunikationsunternehmen wurde aufgehoben, neue Bewerber betraten den Markt und große Teile der staatlichen Unternehmen wurden privatisiert. Winseck (1998, 214) beurteilt die Veränderungen wie folgt:
„The result of these regulatory changes in Canada is one of the most ‘liberalised’ telecoms regulatory regimes in the world”
Parallel zu dieser großen Liberalisierungswelle im gesamten Mediensektor kam es zur Jahrtausendwende zu einer Reihe von Fusionen und Übernahmen die die größten Medienunternehmen unter das Dach weniger Organisationen zusammengebracht hat. Gasher/Raboy (2001, 839) dazu:
„Die neuen Hauptakteure in der kanadischen Medienszene besitzen Anteile am Fernsehen, an der Telekommunikation, an Zeitungen, Zeitschriften sowie an der Internetindustrie und geben so Anlass zu Sorgen bezüglich einer zentralisierten Kontrolle von Medieninhalten durch die Konzerne, der Nutzungsbreite von Quellen, der den Kanadiern zur Verfügung stehenden Informationsvielfalt, der weiteren Kommerzialisierung der öffentlichen Kommunikation und der Zugangsbarrieren für neue Wettbewerber.”
2.2. Entscheidende Faktoren
Im folgenden Kapitel soll untersucht werden, wodurch der kanadische Medienmarkt charakterisiert werden kann. Ich habe mich auf vier Bereiche konzentriert: erstens auf die Bedeutung sowie aktuelle Entwicklungen innerhalb der Medienindustrie, zweitens auf den Einfluss des Werbemarktes, drittens auf die Rolle und Art des Konsumentenmarktes und viertens auf das nicht zu vernachlässigende Gewicht der verschiedenen Regulierungsinstanzen, im speziellen der ‚Canadian Radio-Television and Telecommunications Commission’ CRTC.
2.2.1. Medienindustrie
Nach Geoffrey Gurd wird Kanadas Medien- bzw. Kulturindustrie durch zwei extreme Pole gekennzeichnet: er nennt sie ‚symbolic environment’ und ‚industry environment’. Erstere meint staatliche Organisationen, zuständig für die Regulierung der kulturellen Produktion sowie verschiedenste andere regulative Kommissionen, ‚industry environment’ meint
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Arbeit zitieren:
Martin Hasenöhrl, 2003, Zur Medienökonomie in Kanada - eine Analyse des kanadischen Medienmarktes, München, GRIN Verlag GmbH
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