Inhalt:
1. Einleitung
2. Typen von Patchworkfamilien
2.1. Stiefmutterfamilien
2.2. Stiefvaterfamilien
2.3. Zusammengesetzte Stieffamilien
2.4. Stieffamilien mit gemeinsamen Kind bzw
gemeinsamen Kindern
3. Probleme in Patchworkfamilien
3.1. Belastungen für das Paar in der Stieffamilie
3.2. Belastungen für Kinder in der Stieffamilie
4. Rollen, Positionen und Aufgaben in der
Patchworkfamilie
5. Therapie mit Patchworkfamilien
5.1. Ziele für Beratung oder Therapie mit
Patchworkfamilien
5.2. Die familientherapeutische Orientierung
5.3. Die Phasen der Therapie
5.4. Die therapeutische Arbeit mit Stiefkindern
6. Der Therapeut in der Arbeit mit Patchworkfamilien
7. Literaturverzeichnis
2
Einleitung
Viele Familien heutzutage bestehen nicht mehr aus Vater, Mutter und einem oder mehreren Kindern. Im Jahr 2002 wurden in Österreich 46 % aller Ehepaare geschieden. 19.000 Kinder waren davon betroffen. 1 Somit steigt die Zahl an allein erziehende Müttern, aber auch Vätern immer weiter an. Ebenso vermehren sich die so genannten Stieffamilien, die auch Patchworkfamilien genannt werden. In der Gesellschaft wurde dies jedoch lange Zeit nicht wahrgenommen. Es gab kaum Studien, Beratungsstellen oder Therapeuten, die sich speziell mit den Problemen der Patchworkfamilien auseinandersetzten. Gott sei Dank hat sich dies in den letzten 25 Jahren sehr verändert. Das Ehepaar Emily und John Visher begannen als eine der ersten über Stieffamilien zu schreiben, und aufzuzeigen welche Probleme eine solche mit sich bringt. Von ihnen wurde auch die Bezeichnung „stephfamiliy“ in der amerikanischen Fachliteratur erstmals eingeführt.
Das es für ein Kind, dass zuerst in einer ganz „normalen“ Familie aufwuchs, zum Problem wird wenn sich plötzlich die Eltern scheiden lassen ist ganz klar. Was bedeutet es aber für dieses Kind wenn die Mama auf einmal jemand neues kennen lernt, dieser bei ihnen einzieht und womöglich noch ein eigenes Kind mitbringt, oder die beiden ein gemeinsames Kind bekommen? Nun treten viele Schwierigkeiten für das Kind, aber auch die anderen Mitglieder der Familie auf. Es gibt plötzlich nicht mehr nur den einen, den richtigen Vater, sondern auch einen Stiefvater, Halbgeschwister, mehrer Großeltern usw. Jedes Kind reagiert anders auf diese neue Familienkonstellation, manche kommen vielleicht nicht mit den neuen Mitgliedern aus, andere haben keine Probleme ihren Platz in der neuen Familie zu finden. In meiner Arbeit möchte ich darstellen mit welchen Problemen eine Patchworkfamilie zu kämpfen hat, und wie eine Therapie mit einer solchen aussehen kann. Zunächst möchte ich jedoch auf die verschiedensten Typen von Stieffamilien eingehen, denn es gibt hierbei viele Möglichkeiten der Zusammensetzung.
2. Typen von Patchworkfamilien
Klarerweise gibt es sehr viele verschiedene Typen von Patchworkfamilien. Manche Autoren unterscheiden hierbei bis zu 24 verschiedene Typen. Ich möchte mich an die Differenzierung von Krähenbül, H. Jellouschek, M. Kohaus-Jellouschek und Weber (1991) in vier verschiedene Typen der Stieffamilie halten:
• Die Stiefmutterfamilie
• Die Stiefvaterfamilie
• Die zusammengesetzte Familie
• Die Stieffamilie mit gemeinsamem Kind beziehungsweise gemeinsamen Kindern
1 Quelle: Der Standard vom 11.07.2002
3
2.1 Stiefmutterfamilien
„Von einer Stiefmutterfamilie sprechen wir, wenn eine Frau zu einem Mann mit seinen leiblichen Kindern komm.“ 2 Das Kind bzw. die Kinder leben also bei seinem Vater und der Stiefmutter, jedoch ist es normalerweise auch noch mit der leiblichen Mutter in Kontakt, womit es sozusagen zwischen den Stühlen steht. Für die Mutter kann diese Situation recht problematisch sein, da sie sich in vielen Fällen von der Stiefmutter bedroht fühlt, vor allem wenn diese versucht den scheinbar freien Platz der Mutter einzunehmen. Der Vater spielt in dieser Konstellation eine große, jedoch auch schwierige Rolle. Er muss sich mit der leiblichen Mutter über die Erziehung ihres gemeinsamen Kindes einig sein, was sich vor allem dann als schwierig gestalten kann, wenn die beiden im Streit auseinander gegangen sind. Er hat außerdem eine besondere Beziehung zu seinem Kind, das diese nun durch die neue Frau/Freundin des Vaters bedroht sieht.
2.2 Stiefvaterfamilien
Eine Stiefvaterfamilie entsteht, wenn ein Mann zu einer leiblichen Frau mit ihren Kindern hinzustößt. Diese Konstellation ist am weitesten verbreitet, da nach Scheidungen meist die Mutter das Sorgerecht für die Kinder erhält. Laut Krähenbühl et al. (1991) treffen für eine Stiefvaterfamilie die gleichen Merkmale wie für eine Stiefmutterfamilie zu. Ein großer Unterschied liegt jedoch in der Tatsache, dass Stiefkinder Stiefväter leichter akzeptieren als Stiefmütter. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist recht oft von der bösen Stiefmutter die Rede, jedoch nicht vom bösen Stiefvater, dadurch ist seine Rolle weniger vorbelastet. Zum anderen ernten Männer von Seiten der Gesellschaft große Anerkennung, wenn sie sich einer Frau mit Kindern annehmen, bei Frauen wird dies hingegen als recht selbstverständlich angesehen.
2.3 Zusammengesetzte Stieffamilien
Eine zusammengesetzte Stieffamilie entsteht, wenn eine Mutter mit ihren Kindern, und ein Vater mit seinen Kindern zusammenkommen.
Während in Stiefvater- oder Stiefmutterfamilien nur einer der beiden Erwachsen mit der Elternrolle vertraut ist, besteht hier ein wesentlicher Vorteil, da beide bereits Erfahrung mit Kindern in die Beziehung miteinbringen. Jedoch müssen beide nun eine neue Rolle, nämlich die des Stiefelternteils erlernen. Da hier nun zwei verschiedene Familien, mit ihren Gewohnheiten und Regeln aufeinander treffen, gestaltet sich ein zusammenleben zunächst als recht schwierig. Wichtig ist hierbei, dass sich die beide neuen Partner über die Erziehung, Tagesablauf usw. einig sind, also wird von beiden eine hohe Grenze an Toleranz und Kooperation gefordert.
2 Krähenbühl, H. Jeooouschek, M. Kohaus Jellouschek und Weber. Stieffamilien. Struktur - Entwicklung -Therapie. 1991. Seite 30
4
Arbeit zitieren:
Elke Mohr, 2003, Patchworkfamilien, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kinderhospize - Nur eine weitere Institutionalisierung?
Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
Skript, 10 Seiten
Die Identität der 'Anderen' – Zwischen Selbst- und Fremdwahrne...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Frauen und Kinder als Opfer von häuslicher Gewalt
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 27 Seiten
Die Interaktion von Eltern und Kind und daraus eventuell resultierende...
Hausarbeit, 21 Seiten
Menschenbild in der Heilpädagogik
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 14 Seiten
Der Schwedisch-polnische Krieg 1600 - 1660
Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Familie in der Gesellschaft: Ein Vergleich der Stellung der Famili...
Seminararbeit, 23 Seiten
Hartmut von Hentig - Ach, die Werte!
Über eine Erziehung für das 21...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Rezension / Literaturbericht, 6 Seiten
Veränderte Kindheit - Veränderungen in Kindergarten und Grundschule
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Ökonomische Folgen der EU für Polen
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Triple P und "Starke Eltern - starke Kinder" - Zwei Elternku...
Hausarbeit, 37 Seiten
Der kalvinistische Hof des Moritz von Hessen
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Elke Mohr hat den Text Patchworkfamilien veröffentlicht
Elke Mohr hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare