Inhaltsverzeichnis
1 Das BAUHAUS. Eine Skizze 3
2 Die Meisterhäuser in Dessau. 4
2.1 „Die Meisterhäuser waren nicht nur ein Experiment auf der Suche nach neuen
Wohnbauten für eine neue Lebensweise, sondern auch Künstlerhäuser.“ 4
2.2 Das Gropiushaus. Eine Baubeschreibung 5
2.3 Das Gropiushaus. Eine Detailbeschreibung 6
3 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen. 7
3.1 Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit. „Moderne Architektur und Wohngestaltung
erm öglichen ein besseres Leben.“ 7
3.2 Das Neue Bauen und das Neue Wohnen - eine Umsetzung dieser Zielsetzung in
den Meisterhäusern? 8
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1 Das BAUHAUS. Eine Skizze
Das Bauhaus entstand 1919 unter der Leitung von Walter Gropius i . Es war eine Kunstschule, an der führende Künstler nebeneinander wirkten ii . Eine Verbindung von geistig-künstlerischer und praktisch-handwerklicher Ausbildung mit dem Ziel bildende Kunst und Architektur zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen iii . Dieses Ziel des Zusammenwirkens wird mit dem Begriff der „Große Bau“ dargestellt. Die Aufgabe dieses Zusammenwirkens von Kunst und Industrie im Sinne „umfassender Lebensgestaltung“ wurde in schulischer Praxis umgesetzt iv . Die Anforderungen und Erwartungen an die Architektur waren nach Kriegsende sehr hoch v , nicht zuletzt ausgelöst von Problemen wie Wohnraum- und Materialmangel. Walter Gropius wollte mit der Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar erste Schritte zur Erneuerung der Architektur tun, allerdings sollte erst mit der Übersiedlung nach Dessau in das neue Bauhausgebäude eine eigene Architekturabteilung realisiert werden vi . Die Probleme in den Gründungsjahren verhinderten für längere Zeit die Arbeit an einem konkreten Architekturprojekt, Ausnahme war das „Haus Sommerfeld“, an dem die Bauhaus-Idee einer gemeinsamen Arbeit der verschiedenen Werkstätten an einem Bau verwirklicht wurde vii . In den Anfangsjahren des Bauhauses entstand 1921/22 das „Haus Dr. Fritz Otte“, welches von Blockhaftigkeit, einem hohen Walmdach, starker Symmetrie und prismatisch gebrochnen Wänden im Eingangsbereich gekennzeichnet ist. Das Versuchshaus „Haus am Horn“ zur Bauhausausstellung 1923, bevorzugt Elementarformen und einen geometrischen Aufbau, was zu einer neuen Architektursprache beigetragen hat. Die Architektur am Bauhaus wurde von Anfang an als „Erziehungssubjekt“ (Konrad Wünsche) verstanden, das aus funktionalen Überlegungen der „Organisation von Lebensvorgängen (Walter Gropius) hervorgeht. viii Das „Haus am Horn“ hatte zum ersten Mal die Tendenz einer neuen Raumauffassung. Es war Hauptstück der damaligen Bauhausausstellung und die erste große Selbstdarstellung des Bauhauses. Anhand dieses Hauses konnte man eine Vorstellung von einem Typenhaus der Zukunft in seiner Totalität bekommen. Vom Bau selbst bis hin zu den Türgriffen. Ziel war es mit sechs „Einzel-Raumkörpern“ einen variantenreichen und billigen Hausbau zu ermöglichen. Dies wurde als „Baukasten im Großen“ bezeichnet. ix Wo immer es möglich war verwendete Gropius Serienprodukte. Es gibt dabei zwei verschiedene Arten von Serienprodukten. Industrielle Serienprodukte, die von der Industrie geliefert und aus Katalogen auswählbar waren und Serienprodukte, die Gestalter am Bauhaus entwarfen, wie beispielsweise die Türklinke, entworfen 1922 von Walter Gropius und Adolf Meyer, die Gropius für das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser in Dessau verwendete. x Die Meisterhäuser könnten die praktische Erprobung des „Baukasten im Großen“ sein. xi 1922/23
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war die Skizze eines variablen Typenhauses entwickelt worden. Dazu Gropius in seiner Erläuterung: „Baukasten im Großen, aus dem sich je nach Kopfzahl und Bedürfnis der Bewohner verschiedene Wohnmaschinen zusammenfügen lassen“, dabei übernahm er den Begriff „machine á habiter“ von Le Corbusier xii .
2 Die Meisterhäuser in Dessau.
2.1 „Die Meisterhäuser waren nicht nur ein Experiment auf der Suche nach neuen Wohnbauten für eine neue Lebensweise, sondern auch Künstlerhäuser.“ xiii
Das Projekt der Meisterhäuser in Dessau besteht aus vier Häusern, von denen drei baugleiche Doppelhäuser sind und das vierte ein Einzelhaus ist. In den Doppelhäusern lebten und arbeiteten (zu Anfang) die Künstler Laszlo Moholy-Nagy und Lyonel Feininger, Georg Muche und Oskar Schlemmer, Paul Klee und Wassily Kandinsky xiv . Das Einzelhaus war als einziges der Meisterhäuser als reines Wohnhaus (für Walter Gropius und dessen Frau) konzipiert xv .
Die Häuser wurden im Sommer 1925 von der Stadt Dessau in Auftrag gegeben und wurden nach einem Jahr Bauzeit bezogen. Sie entstanden nahezu zeitgleich zum Dessauer Bauhausgebäude xvi . Walter Gropius war der Architekt. Das Einzelhaus enthält 1908 Kubikmeter umbauten Raumes, die Doppelhäuser jeweils 2507 Kubikmeter. xvii Gropius wählte den Standort der Meisterhäuser persönlich, ein völlig unbebautes und idyllisches Areal unweit des Bauhausgebäudes. In dieses unbebaute Gebiet konnte man ohne Rücksicht auf bestehende Architektur neue Bauten errichten, die einen Kontrast zu den schlanken Kiefern herstellen. xviii
Alle sechs Wohnungen der drei Doppelhäuser sind gleich bis ins Detail, dennoch in ihrer Wirkung verschieden. Die von der Wandmalereiabteilung des Bauhauses durchgeführte farbige Gestaltung betont einerseits die räumliche Organisation innerhalb der Wohnungen, bringt andererseits eine Abwandlung der Wirkung der an sich gleichen Räume. xix Die individuelle Ausmalung der Innenräume nach Entwürfen der Erstbewohner unterstreicht ihre Aura sowohl als künstlerisch inszeniertes Werk wie auch als Ort des künstlerischen Lebens und Arbeitens. xx Wassily Kandinsky und Paul Klee beispielsweise ließen ihre Wohn- und Arbeitsbereiche in kräftigen und kontrastreichen Farben streichen xxi . Die Doppelhäuser verfügen über ein Atelier, das Gropiushaus bildet zu denen eine Ausnahme, da es ohne Atelier auskommt. „Mit ihren prononcierten Atelierbereichen und dem manifestartigen Charakter der Architektur als Ausdruck des Neuen Bauens erweisen sich die Meisterhäuser als eines der bedeutendsten Beispiele von Künstlerhäusern der Moderne.“ xxii
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Arbeit zitieren:
Tina Pfab, 2008, Die Meisterhäuser in Dessau - Das Gropiushaus, München, GRIN Verlag GmbH
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