Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Funktionaler Analphabetismus: Begriff - Ausmaß -
Problembew ältigung der Betroffenen 4
2. Ursachen für funktionalen Analphabetismus 9
Fazit 12
Literaturverzeichnis 14
2
Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Analphabetismus in der Bundesrepublik Deutschland.
Das erste Kapitel setzt sich mit dem Analphabetismus im allgemeinen und in welcher Form dieser in Industriegesellschaften auftritt auseinander. Es klärt den Begriff des funktionalen Analphabetismus, der von dem natürlichen oder reinen Analphabetismus zu unterscheiden ist. Weiterhin geht es der Bedeutung von Schrift für das Berufs- und Alltagsleben nach, zeigt Gründe für eine Teilnahme sowie Nichtteilenahme an einem Alphabetisierungskurs auf und behandelt abschließend den Umgang der Betroffenen mit ihrem Defizit.
Mit den Ursachen für funktionalen Analphabetismus befasst sich das zweite Kapitel. Hier wird auf Faktoren eingegangen, die eine entscheidende Rolle für die Schwierigkeiten im Erwerb des Lesens und Schreibens eines Kindes, spielen. Diese können sehr vielfältig sein, betreffen jedoch überwiegend das Lebensumfeld (mit seinen Personen), in dem ein Kind aufwächst.
Für beide Kapitel wurden unterstützend und zur Veranschaulichung Beispiele mit Aussagen funktionaler Analphabeten herangezogen, die zum größten Teil den Arbeiten Stiefkinder des Bildungssystems von Lisa Namgalis, Barbara Heling, Ulf Schwänke und Biographische Muster „funktionaler Analphabeten“ von Birte Egloff entnommen wurden. 1
1 Lisa Namgalis / Barbara Heling / Ulf Schwänke, Stiefkinder des Bildungssystems. Lern- und Lebensgeschichten deutscher Analphabeten (Hamburg 1990); Birte Egloff, Biographische Muster „funktionaler Analphabeten“. Eine biographieanalytische Studie zu Entstehungsbedingungen und Bewältigungsstrategien von „funktionalem Analphabetismus“ (Frankfurt am Main 1997).
3
1. Funktionaler Analphabetismus: Begriff - Ausmaß - Problembewältigung der Betroffenen
„Die Funktion von Sprache liegt im Verstehen: Selbstverstehen, Verstehen von Welt, Verstehen der Mitmenschen.“ 2 Das Verstehen durch den Erwerb von Wissen über die Sprache ist kein Privatvorgang, sondern Gemeinschaftssache. Der Austausch, die Aneignung von Weltwissen - Wissen über den Menschen, Wisssen über Vorgänge in der Welt - geschehen zum großen Teil über gesprochene und geschriebene Sprache. 3 Für diese Art Wissenserwerb ist Sprache demnach Voraussetzung. Im folgenden geht es um Menschen, die keinen Zugang zur Schriftsprache besitzen. Von der Wissensvermittlung über die Schriftsprache sind Analphabeten ausgeschlossen. Sie haben nur die Möglichkeit des Mündlichen. Die sie umgebenden schriftlichen Äußerungen, die ihnen in ihrem Alltag begegnen, nehmen sie anders bzw. gar nicht wahr im Gegensatz zu Menschen, die die Schriftsprache beherrschen, das heißt der Inhalt der Äußerungen bleibt ihnen verschlossen, sie können ihn nicht aufnehmen. „Ist von `Analphabetismus` die Rede, so unterscheidet man zunächst grundsätzlich zwischen dem `natürlichen` und dem `funktionalen Analphabetismus.`“ 4 Natürlicher oder reiner Analphabetismus entsteht, wenn die Betroffenen keine Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen. Diese Form des Analphabetismus kommt daher überwiegend in Entwicklungsländern vor. Funktionaler Analphabetismus meint hingegen „die Unterschreitung der gesellschaftlichen Mindestanforderungen an die Beherrschung der Schriftsprache, deren Erfüllung Voraussetzung ist zur sozial streng kontrollierten Teilnahme an schriftlicher Kommunikation in allen Arbeits- und Lebensbereichen.“ 5 Was aber sind Mindestanforderungen? Das Schreiben des eigenen Namens, der Adresse und das Lesenkönnen einiger Wörter sind nicht ausreichend, um Situationen in
2 Elisabeth Fuchs-Brüninghoff, „Das Beratungsgespräch als methodisches Instrument zur Ermittlung von Lernerfolg“ in: Unterrichtswissenschaft. Zeitschrift für Lernforschung, 1990, Heft 2, S. 104.
3 Eine andere Art der Aneignung von Wissen kann durch Beobachtung, d.h. Erfahrung mit Hilfe der Sinne erfolgen.
4 Egloff, Biographische Muster „funktionaler Analphabeten“, S. 114.
5 Frank Drecoll, „Funktionaler Analphabetismus - Begriff, Erscheinungsbild, psychosoziale Folgen und Bildungsinteressen“ in: Frank Drecoll / Ulrich Müller (Hg.), Für ein Recht auf Lesen. Analphabetismus in der Bundesrepublik Deutschland (Frankfurt; Berlin; München 1981), S. 31.
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Arbeit zitieren:
MA Angela Exel, 2001, Funktionaler Analphabetismus - ein Problem und seine Ursachen, München, GRIN Verlag GmbH
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