1. EINLEITUNG 2
2. ARCHITEKTUR UND BAUGESCHICHTE. 3
2.1 BAUGESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG. 3
2.1.1 Lage und allgemeine bauliche Merkmale 3
2.1.2 Erbauungsdaten. 3
2.1.3 Erster dokumentierter Umbau 1698 3
2.1.4 Klassizistische Fassade 1849/50 3
2.2 ARCHITEKTONISCHE BESONDERHEITEN 4
2.2.1 Außenfassade 4
2.2.2 Innenhof 5
2.2.2.1 Portal 5
2.2.2.2 Renaissanceturm 5
2.2.2.3 Im inneren Hof 5
2.2.2.4 Holzarkadengänge. 5
2.2.2.4.1 Weitere Häuser mit Holzarkadenhöfen. 6
2.2.2.5 Fachwerk und Fachwerkschmuckgiebel. 6
3. GESCHICHTE DES HAUSES UND SEINER BEWOHNER 8
3.1 DAS HAUS ALS HERBERGE UND WIRTSCHAFT „ZUR BLUM“ 8
3.1.1 Gründung der Gaststätte „Zur Blum“ 8
3.1.2 Die „Blum“ als Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens 8
3.1.2.1 Bauliche und wirtschaftliche Erweiterung 1696 8
3.1.2.2 Eine Hochzeit muss verschoben werden 8
3.1.3 Militär in der „Blum“ 9
3.1.3.1 Ein Feldherr als Feinschmecker 9
3.1.4 Die weitere Folge der „Blum“-Wirte 9
3.2 DIE GESCHICHTE DER JUDEN IM FRANK-LOEB´SCHEN HAUS 10
3.2.1 Der Verkauf der Gaststätte „“Zur Blum“ 10
3.2.2 Die Erbfolge im Hause Frank-Loeb 10
3.2.3 Die Zeit des Nationalsozialismus. 10
3.2.3.1 Einschränkung jüdischen Lebens. 10
3.2.3.2 Schutzhaftlager in der Fortkaserne 11
3.2.3.3 Unruhen auf den Strassen und in den Cafés. 11
3.2.3.4 Das Judenhaus 11
3.2.3.5 Reichskristallnacht 12
3.2.3.6 Festnahmen und Raubzüge. 12
3.2.3.7 Die sogenannte „Bürckel-Aktion“ 13
3.3 Nach Kriegsende. 13
3.3.1 Olga Loebs Tod 13
3.3.2 Fünfziger, sechziger und siebziger Jahre: Überbelegung und Leerstand. 13
3.3.2 Sanierung von Grund auf (1983 -1987) 14
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1. Einleitung
„Ehre, wem Ehre gebührt“ - dem Frank-Loeb´schen Haus zu Landau wurde erst in neuerer Zeit die späte öffentliche Würdigung zuteil, die es aufgrund seiner bau- und gesellschaftshis-torischen Bedeutung verdient. Am 7. Mai 1987 wurde das mindestens fünfhundert Jahre alte Anwesen in der Kaufhausgasse 9 in einem feierlichen Akt als Denkmal der Öffentlichkeit übergeben.
Denkmal malerischer Schönheit und lustiger Geselligkeit einerseits, beherbergt die ehemalige Gastwirtschaft „Zur Blum“ in ihrem Innern einen wahrscheinlich einzigartigen spätgotischen Holzarkadenhof.
Denkmal des Grauens andererseits, denn das Haus, einst im Besitz des Großvaters der Anne Frank, ist untrennbar verknüpft mit der großen deutschen Schuld. Ein Judenhaus - von hier wurden unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten Menschen deportiert.
Heute wird die Schuld bekannt, der Vergangenheit Rechnung getragen. Das Haus ist Gedenkstätte, mit jüdischem Dokumentationszentrum und Synagogenraum. Doch auch die Gegenwart hat Einzug gehalten. Neben dem Museum befinden sich im Haus das politische und das sozialwissenschaftliche Institut der Universität Landau sowie diverse Ausstellungsflächen für Künstler.
Obzwar im Anfang hinsichtlich moralischer Fragen der Vereinbarkeit lebhafter Gastronomie mit dem ernsten jüdischen Anliegen nicht allseits gutgeheißen, erweist sich die Fortführung der Jahrhundertealten Tradition der Gaststätte „Zur Blum“ als aussichtsreiche und glückliche Verbindung. Neben dem regulären Gastbetrieb hat sich hier ein unverzichtbarer Teil kulturellen Lebens in Landau eingebürgert.
Wir wollen uns im Folgenden auf Spurensuche begeben - Spuren historischer Architektur und bewegter Geschichte des Hauses und seiner Bewohner.
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2. Architektur und Baugeschichte
2.1 Baugeschichtliche Entwicklung
2.1.1 Lage und allgemeine bauliche Merkmale
Das dreigeschossige Anwesen in der Kaufhausgasse 9 liegt direkt gegenüber der Katharinenkapelle und wird umschlossen von der Kaufhausgasse im Osten, der Nonnengasse im Westen sowie der Blumgasse im Norden. Im Grundbuch ist es verbucht unter Plan Nr. 520. Das Haus ist nicht unterkellert, obwohl Bildmaterial aus dem zweiten Weltkrieg existiert, welches Kellerfenster zeigt. Es handelt sich evtl. um behelfsmäßig ausgehobene Schutzkeller.
2.1.2 Erbauungsdaten
Durch die exponierte Lage gegenüber der Katharinenkapelle, in unmittelbarer Nähe des Alten Kaufhauses und zum Galeerenturm befindet sich das Frank-Loeb´sche Haus inmitten der ersten mittelalterlichen Burganlage/Stadtbefestigung des 14. Jh. Aufgrund der Lage lässt sich vermuten, dass erste Bauteile des Hauses schon zur Zeit der Stadtwerdung (Reichsstädtische Zeit) entstanden sind, obwohl aus dieser Zeit keine archivalischen Hinweise bzw. Teile dieser ersten Bebauung existieren. Einzelne Bauteile lassen sich auf das 15. Jh. datieren (Spätgotik, Renaissance), doch gab es über die Jahrhunderte immer wieder nachhaltige Eingriffe in Bausubstanz und Grundriss.
2.1.3 Erster dokumentierter Umbau 1698
Eine erste archivalisch belegbare Ausbautätigkeit fand im Wirkungskreis des Gastwirts Hans-Jost Kempff im Jahre 1696 statt. Der rege Gastwirt, Sohn des ersten Gastwirtes Hans Kempff, bewirkte die Profilverkleidung des Fachwerkgiebels und der Fachwerkmauern, einhergehend mit der Umbauung mit Bruchsteinmauerwerk und der sich daraus ergebenden Erweiterung des Grundrisses in Ost - Nordost, sowie die Einrichtung einer barocken Brunnennische im Innenhof.
2.1.4 Klassizistische Fassade 1849/50
Nach der französischen Zeit wurde 1849/50 die Vorblendung der klassizistischen Fassade im Osten vollendet. Durch den Abriss des sehr eng am Haus „klebenden“ Turms der Katharinenkirche 1849 wurde der nun entstandene freie Raum genutzt, um den ursprünglichen Haupteingang auf der Westseite (Nonnengasse, s. 2.2.1) in das heutige repräsentative, mannigfach geräumigere Portal auf der Ostseite (Kaufhausgasse) zu verlegen.
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2.2 Architektonische Besonderheiten
Zweifellos gründet die Berühmtheit des Frank-Loebschen Hauses vorwiegend auf dem malerischen Innenhof mit den spätgotischen Holzarkaden. Doch auch andere architektonische Merkmale des Anwesens verdienen Beachtung.
2.2.1 Außenfassade
Karg bis schroff, einfach und fast schmucklos zeigt sich die Außenfassade des Frank-Loeb´schen Hauses. Doch gerade diese äußere „Untertreibung“ intensiviert noch den überwältigenden, pittoresken Eindruck des überraschten Besuchers beim Anblick des Balustraden-gesäumten Innenhofs. Die klassizistische östliche Fassade (Kaufhausgasse) zeigt einen einfachen Eingangsbogen aus rotem Sandstein (s. 2.2.2.1), sowie passend umrahmte Fenster. Die 1850 erstellt Ostfassade wurde der Einheitlichkeit wegen dem klassizistischen Reihenhausstil des Nachbarhauses Nummer 7 angeglichen. Es handelte sich damals um eine völlige Neu- bzw. Umgestaltung dem Zeitgeschmack entsprechend. Grundlage war die Abtragung des Katharinenturms 1849, der so knapp vor dem Haus Nr. 9 stand, dass bis dato keine Erweiterung möglich war.
Nord- und W- Fassade: Wenig Bemerkenswertes; Die N-Fassade ist karg, schmucklos. Fenster mit einfachem Gesims sowie Bruchmauerwerk verblenden seit 1696 die ehemaligen Fachwerkmauern, die jedoch im Innern (Martha-Saalfeld-Saal) noch erkennbar sind. Interessant ist der gerundete Verlauf, der die Einhaltung der ursprünglichen Eckpunkte bei gleichzeitiger Vorblendung und Erweiterung der ursprünglichen Fassade erahnen lässt. Auf der Westseite (Nonnengasse) sind noch die Sandsteinumrandungen des ursprünglichen Haupteinganges zu erkennen.
Interesse erzeugen Fenster unterschiedlicher Größe und Form: zwei rundbogige Bogenfenster auf der Nordfassade (Blumgasse), hinter dem ehemaligen Renaissanceturm, ohne bauplastischen Schmuck; Fenster im EG zeigen überwiegend schmale, hohe Rechteckformate, Fenster im 1. OG große, nahezu quadratische Wandöffnungen. Im 2. OG zeigen sie sich bei ähnlichen Proportionen wieder deutlich kleiner. Diese Verkleinerung der Fenster ist im Landau der Renaissance bzw. des Barock zeittypisch in vielen Bürgerhäusern festzustellen. Der Grundriss zeigt einen Klassizistischen Vier-Flügelbau. Durch fortgesetzte Umbauung ist der Grundriss heute nahezu quadratisch.
Die neu gestaltete Ostfassade liegt hinter Haus Nr. 7 in einem parkähnlichen, mit moderner Plastik ausgestatteten Innenhof und wird dominiert durch den bei der Sanierung 1983 angelegten gläsernen Wendeltreppenblock, über den alle Stockwerke von von der S-Front her zugänglich gemacht wurden.
Der alte Fachwerk-Schmuckgiebel im Nordosten ist von der Blumgasse aus von außen noch sichtbar. Im Innern ist der Ostgiebel zugänglich über den Martha Saalfeld-Saal im 2.OG. Neben dem Ostgiebel existierten noch zwei weitere Giebel (s. 2.2.2.5). Bei den Dächern handelt es sich um Steildächer mit Biber-Ziegeln.
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Arbeit zitieren:
Edith Vierling, 2009, Das Frank-Loeb´sche Haus zu Landau in der Pfalz, München, GRIN Verlag GmbH
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