Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
2. Die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Frauen Seite 4
2.1 Hitler und die (deutschen) Frauen Seite 7
3. Gertrud Scholtz-Klink - Die NS-Musterfrau Seite 8
4. Schlussteil Seite 16
5. Literaturverzeichnis Seite 18
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1. Einleitung
Vor der Zeit des Nationalsozialismus war die Frauenbewegung sehr aktiv, sie kämpfte gegen die Benachteiligung der Frauen in sämtlichen Bereichen. Der wohl größte Erfolg war die Erhaltung des passiven und aktiven Wahlrechtes im Jahre 1919. In der Weimarer Republik wurden die Frauen ernster genommen als je zuvor. Doch wie schaffte man es die Frauenbewegung innerhalb kürzester Zeit zu zerschlagen? Wie ist es zu erklären, dass die Frauen auf viele Rechte verzichteten, für die sie zuvor hart gekämpft hatten? Weshalb nahm die Mehrheit die aus der heutigen Sicht antiquierte Frauenrolle ein?
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2. Die Einstellung der Nationalsozialisten zu den Frauen
„ Sie haben keine Sehnsucht nach dem Büro und dem Parlament. Ein trautes Heim, ein lieber Mann und eine Schar glücklicher Kinder steht ihrem Herzen näher.“ 1
Sie differenzierten die Rolle der Frau ganz klar von der des Mannes, verstanden es aber auch ihnen diese Rolle schmackhaft zu machen. Sie sähen in der Frau nichts minderwertiges sondern nur etwas anderwertiges. Die Frau hat ihren Platz in der Familie und ihre Aufgabe ist es dem Volk Kinder zu schenken. Das NS-Ideal der Weiblichkeit war die hochgewachsene, arbeitsame, nordisch-blonde Frohnatur inmitten vieler Nachkommen am häuslichen Herd.
Die Propaganda versuchte ebendies zu vermitteln, indem die traditionelle Rolle der Frau nicht nur gutgeheißen, sondern implizit gefordert und ideologisch überhöht wurde. In ihrer Verantwortung lag der biologische und der geistige Bestand des Volkes, da sie Zugang zu der Jugend und damit zu der Zukunft des deutschen Volkes hatte. Das Bild der Frau als Mutter wurde gezielt aufgewertet, das geschah beispielsweise durch den Muttertag und die Stiftung des Mutterkreuzes. „Das Ziel der weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein.“ 2
Die Erziehung der Mädchen zu diesem Ideal fand nicht nur in der Familie statt, sondern auch im „Bund Deutscher Mädel“, der ab 1936 Pflicht wurde. Der Dienst im BDM bzw. in der HJ wurde im Dritten Reich als wichtigste Sozialisationsinstanz neben Schule und Familie angesehen. Dort sollten die Mädchen wieder an traditionelle Werte herangeführt werden. Das Ziel war sicherlich nicht die Formung einer individuellen Persönlichkeit, sondern die Verinnerlichung vorgegebener Dogmen.
In der Realität erlebten die Frauen einen Rückgang ihrer Rechte in vielen Lebensbereichen, wie beispielsweise in Wirtschaft, Bildung, Politik und Ehe. In der Wirtschaft wurde die Frau zur beliebig verrückbaren Figur ja nach wirtschaftlicher Notwendigkeit und Arbeitsmarktlage.
Aufgrund der massiven Wirtschaftsprobleme und der Massenarbeitslosigkeit wurde 1933 das „Reinhardt-Programm“ erlassen. Dieses Programm sollte in erster Linie
wertvolle Arbeiten (z.B. Autobahnbau) fördern, aber es sah auch das Ausscheiden der Frauen aus dem Produktionsprozess vor. Die Frauen wurden ins Haus zurückgedrängt und sollten sogar aus der Erwerbswirtschaft komplett ausgeschlossen werden. Beamtinnen wurden entlassen, bei Doppelverdienern sollte die Frau ihren Beruf aufgeben und durch propagandistische Appelle wurden Arbeitgeber dazu aufgefordert männlichen Bewerbern den Vorrang zu geben. Als es zu Engpässen in der Wirtschaft kam, vor allem aufgrund des Krieges, gab man die Frauenarbeit wieder frei. Die Löhne der Frauen waren allerdings geringer, sie betrugen nur etwa 75% des Lohnes der Männer und auch die Aufstiegschancen waren nicht im Entferntesten gleichwertig.
Die NS-Frauenschaft und das deutsche Frauenwerk bemühten sich um eine Aufwertung und Professionalisierung der Hauswirtschaft, doch die höhere Aktualität kam erst im 2. Weltkrieg. Spätestens dann wurde die Frage „Was koche ich?“ als politisch betrachtet, die Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink sprach sogar vom Kochlöffel als Waffe der Frauen, dessen Durchschlagskraft nicht geringer sei als die anderer Waffen. Die Propaganda beeinflusste gezielt die Ernährung des Volkes, indem sie beispielsweise für Fisch warb, als das Fleisch knapp wurde oder für die gesundheitsfördernde Wirkung von Vollkornbrot als das Weißbrot nicht ausreichte.
Auch in der Bildung war die Frau immens benachteiligt, ab 1933 durften nur noch 10% aller Studierenden Frauen sein. 1938 wurde sogar das Mädchengymnasium abgeschafft, so bestanden nur noch zwei Formen der höheren Mädchenbildung: die hauswirtschaftliche und die sprachliche Oberstufe. Seit 1938 hatten die Mädchen nach der Schule sogar ein Pflichtjahr zu absolvieren, während dieser Zeit halfen sie meist Bäuerinnen, dadurch sollte ihnen die Kinderaufzucht und der Hauhalt nahe gebracht werden. Die Mädchen sollten auch in der Schule gezielt auf ihre spätere Aufgabe als Hausfrau und Mutter vorbereitet werden. Der Unterricht umfasste unter anderem Säuglings- und Krankenpflege, Handarbeit und Hausarbeit. Die mühsam erkämpfte höhere Schulbildung wurde ins Abseits gedrängt und das Intellektuelle für die Frau als „ungesund“ abgelehnt. Das männliche Recht auf Führung sollte in keinem Fall angetastet werden.
Die Rolle der Frau sahen die Nationalsozialisten definitiv nicht in der Politik, sie verwehrten ihnen sogar die Aufnahme in führende Positionen und Ausschüsse. Das war ein enormer Rückschritt für die Frauen, denn nachdem es ihnen
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Arbeit zitieren:
Mareike Speck, 2003, Frauen im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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